Erfahrungsbericht über

Nissan Primera Traveller 1.8 visia

Gesamtbewertung (6): Gesamtbewertung Nissan Primera Traveller 1.8 visia

 

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Prima Primera

5  12.02.2005

Pro:
sehr gut ausgestattetes auto zu einem vernünftigen Preis

Kontra:
behäbig, unübersichtliche Außenmaße, kein Imageauto

Empfehlenswert: Ja 

tomterom

Über sich: be back :-)

Mitglied seit:01.08.2000

Erfahrungsberichte:94

Vertrauende:11

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 49 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Tomterom und die Mobilität

Heute mal ein Bericht über Tomteroms Art und Weise, sich von A nach B zu bewegen.

Zuerst einmal als Info: Da Tomterom ein sehr treuer Mensch ist, fährt er seit 10 Jahren Nissan. Die Treue zu dieser Marke hat auch einen Grund: Ich bin noch nie mit einem meiner Nissan außerplanmäßig in einer Werkstatt gewesen und außer den normalen Inspektionen habe ich noch nie auch nur einen Euro in die Fahrzeuge investiert.

Seit Juni 2002 fahre ich einen Nissan Primera Traveller 1.8. Zusätzlich zu der vom Werk aus schon sehr reichhaltigen Ausstattung orderte ich für dieses Neufahrzeug Xenon-Licht und ein Schiebedach sowie ein Navigationssystem.

Zu meinem Auto – man möge mir verzeihen, ich bin kein Techniker – also werde ich hier nichts über Drehmomente o.ä. berichten – weil mir das grundsätzlich auch egal ist. Meine Kriterien für einen Autokauf liegen ganz woanders – wo ?
Nun, das erfahrt ihr in diesem Bericht.

Wie ich zu diesem Auto kam

Im April 2002 lief das Leasing für mein vorheriges Fahrzeug aus – ein Nissan Almera 1.6.
Dieses Fahrzeug hatte ich dann ausgelöst und privat verkauft. Im Januar 2002 bestellte ich mein neues Auto – eben diesen Primera, der im April dann ausgeliefert werden sollte.

Entscheidende Kriterien für meine Wahl dieses Fahrzeuges waren:

1. wollte ich einen Kombi haben
2. wollte ich mein Auto auf dem Parkplatz nicht immer auf dem Parkplatz nach dem Nummernschild suchen, daher fielen eh schon Passat und andere Millionenware aus.
3. wollte ich nicht mehr als maximal 30.000 Euro für ein voll ausgestattetes Fahrzeug ausgeben – da fielen die Passats & Co schon wieder raus.
4. wollte ich ein Auto, das wenigstens noch ein klein wenig eigenständiges Design hat

Ausschlaggebend für den Primera war dann neben meiner Treue zu Nissan und meinen bisher sehr guten Erfahrungen mit der Zuverlässigkeit der Marke vor allem die umfangreiche Ausstattung des Autos.

Der Grundpreis betrug 22900 Euro, Xenon-Licht, das Schiebedach und das zugegebenerweise sehr teure, aber sehr komfortabele Navigationssystem verteuerten meinen Primera auf 27.000 Euro.

Mal zur Ausstattung:
Gut, erst einmal hat der Wagen natürlich alles sicherheitsrelevante, was ein Auto heute haben muss. Nicht ganz so selbstverständlich sind Ausstattungen wie:
Beheizbare Sitze (ganz schön angenehm im Winter)
Eine Rückfahrkamera (auch nicht schlecht, obwohl ich trotzdem zweimal mit dem Heck angedeppert bin)
Eine sehr gute Hifi-Anlage

So zurück zum April 2002

Leider war mein Auto im April dann doch nicht fertig – aber hier zeigte mein Händler sehr
Bilder von Nissan Primera Traveller 1.8 visia
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Nissan Primera Traveller 1.8 visia Bild 113659 tb
Traveller 1.8 (Katalogbild Nissan)
viel Toleranz und stellte mir kostenlos für die Überbrückungszeit ein Neufahrzeug zur Verfügung – auch nicht selbstverständlich.

Im Juni dann stand der Primera abholbereit vor der Tür. Erwähnenswert noch, das das Fahrzeug wirklich komplett ausgestattet war – d.h. natürlich befand sich ein Warndreieck, ein Verbandskasten, Notwerkzeug (das ich zum Glück noch nie gebraucht habe) im Wagen und selbstverständlich war das Auto voll betankt.

Na dann mal einsteigen:
Der Primera sieht nicht nur von außen ein wenig anders aus als viele andere Autos – das ist schon ein wenig schicker. Der Tacho und Drehzahlmesser sind nicht direkt beim Fahrer platziert, sondern befinden sich in der Mitte vom Armaturenbrett – da ist shon mal ganz nett.
Alle weiteren Informationen liefert ein Farbbildschirm, der ebenfalls mittig platziert ist und mit einfachen Bedienelementen ausgestattet ist. Auf diesem Bildschirm zeigen sich nach Wahl das Navigationssystem, die Hifi-Anlage, das Nissan Info-Center oder bei eingelegtem Rückwärtsgang alles, was sich direkt hinter dem Auto befindet.
Das Platzangebot vorn ist sehr großzügig – es gibt keine störenden Ecken oder Kanten – alles recht sauber – zwar in Kunststoff- aber nicht billig anmutend.

Selbstverständlich ist der Fahrersitz höhenverstellbar, der Rückspiegel blendet automatisch ab und auch sonst sitzt Fahrer hier bequem und sicher. Auch kleinere Aufgaben übernimmt der Primera von allein – so zum Beispiel der Regensensor, der den Scheibenwischer selbständig nach Stärke des Regens regelt.

Auch die hinteren Plätze sind komfortabel – eine herausklappbare Mittellehne ist ebenso Serie wie die geteilte Rücksitzlehne und Vorrichtungen für Kindersitze.

Der Kofferraum ist – wie von einem Kombi erwartet, geräumig, ohne Ecken und Kanten. Ein großes Staufach unter der Abdeckung bietet Platz für Werkzeug, Regenschirm und sonstige Dinge, die man gerne immer im Wagen hat, ein Absperrnetz gehört zum Lieferumfang ebenso wie ein Rollo.
Die Verwandlung zu mehr Platz durch Umklappen der Rücklehnen ist einfach und schnell innerhalb von Sekunden machbar. Klappt man die Rücklehnen um, hat man auch eine beinahe ebene Fläche, die auch vor etwas größeren Ikea Schränken nicht zurückschreckt.

So mal Motor starten:

Okay, wer jetzt ein sehr versierter Motorfan ist, dem sei von vornherein gesagt – der Primera ist ein Auto für Menschen, die von A nach B fahren, um nach B zu kommen und nicht der Fahrt selber wegen fahren. Also richtig Fahrfreude im Sinne von Spritzigkeit, Tempo oder einem besonders guten Fahrwerk kommt beim Primera nicht auf.

Ich habe den Wagen mit 1.8 Liter Benzinmotor mit 114 PS. Diesen Motor würde ich nicht wieder im Primera kaufen – der 1.9 er Diesel mit gleicher Kraft ist da die weitaus bessere Wahl. Mein Primera ist etwas untermotorisiert, was sich vor allem im Beschleunigungsverhalten zeigt. Ein Ampelrennen gewinnt man mit dem Wagen nicht.
Aber wer will das schon.

Fahren tut sich der Wagen ansonsten recht ordentlich – fällt aber auch nicht positiv auf.
Negativ hingegen ist die etwas unübersichtliche Karosserie. Man sieht beim Primera nicht, wo er anfängt und wo er aufhört – aber das ist wohl eine Eigenschaft, die heute viele Fahrzeuge aufweisen.
(Diese Tatsache hat mich auch zweimal Bekanntschaft mit Hindernissen machen lassen – immer beim Rückwärtsfahren – trotz Kamera!!)
Nein – ich bin nicht blind und eigentlich auch nicht zu doof zum Rückwärtsfahren, obwohl ich hier eingestehe, dass ich mich auch nicht unbedingt als guter Autofahrer bezeichnen würde.

Nach vier Wochen Besitz des Wagens der erste Dauertest – Fahrt in die Toscana. Dabei auch gleich mal das Navigationssystem testen. Das Kartenwerk umfasst beinahe ganz Europa. Also die Adresse vom gemieteten Ferienhaus in der Toscana eingegeben – Berechnung folgt – und zwanzig Sekunden später hat er das Ziel eingestellt. Klasse.

Und noch besser – es funktioniert einwandfrei. Die nette Stimme (warum sind die Ansagen von Navis eigentlich immer weiblich) hat uns aus Ostwestfalen in ein 300 Seelen Dorf in der Toscana navigiert –die Zielstraße war ein gerade einmal asphaltierter Weg, in dem vielleicht zwanzig Häuser standen – reibungslos haben wir die fast 2.000 km zurückgelegt.

Vor allem die Anzeige des Navigationssystems ist toll. Auf einem großen Farbdisplay sieht man einen Kartenausschnitt, den man zoomen kann – von der Gesamtkarte Europa bis hin in einzelne Häuserviertel. Ich habe in den drei Jahren kaum einmal eine Zielstraße nicht sofort gefunden. Ein wenig blöd ist die Eingabe der Zielstraßen. So muss man zum Beispiel für
„Im Rosengarten“ – Rosengarten Im eingeben –das vrwirrt erst etwas. Aber da hilft ein Listing, mit dem man nach drei vier Anfangsbuchstaben die entsprechenden Straßen im Ort vorselektiert bekommt und dann einfach die richtige aussucht.

Zum Fahren auf der Langstrecke:
Besser als in der Innenstadt – wo, zumindest mit meinem Motor, der Primera etwas behäbig ist. Auf der Autobahn läuft er prima, der Primera – die angegebenen 190 km/h erreicht er schnell – auch bei Steigungen fällt er nicht gleich auf Lkw-Tempo zurück.

Durch die serienmäßige Klimaanlage, die ebenfalls sehr übersichtlich über den Monitor gesteuert wird, entgeht man der Sommerhitze – die Sitze erweisen sich auch nach stundenlanger Fahrt als bequem und viel mehr ist eigentlich dazu gar nicht zu sagen.

Benzin gönnt sich mein Auto im Schnitt so 9 Liter Super bleifrei. Der Bordcomputer liefert für die Statistiker unter uns nicht nur Informationen zur gegenwärtigen Fahrt, sondern speichert auch Verbrauchszeiträume – bis zu 10 Stück – die dann in einer Grafik den Verbrauch anzeigen. Auch sonst informiert das Info-Center über alles Relevante – weist auch auf voreingestellte Inspektionstermine hin, sagt Bescheid, wenn irgendeine Tür offen ist und zeigt auf dem Monitor auch gleich an, welche es ist, und und und …

Ach ja, sehr gut auch: mein Primera ist mit einem System für Nokia –Handys ausgestattet. Bei eingeklinktem Handy in der Halterung erscheinen Anrufe auf dem Monitor – auch das Annehmen des Gespräches sowie das Auflegen ist dann über die Steuerung am Armaturenbrett möglich – das erspart das Gefummel mit dem Handy bei der Fahrt.

Natürlich meckert der Primera auch, wenn man sich nicht anschnallt – zumindest auf den vorderen Plätzen. Ein nerviger Piepton macht Gurtmuffel so zu vorschriftsmäßig gesicherten Autofahrern.

Eindrücke aus 3 Jahren Betrieb

Also, auf Xenon Licht werde ich mein Lebtag nicht mehr verzichten – das ist gegenüber konventionellem Licht wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Das Navigationssystem würde ich im nächsten Fahrzeug nicht mehr ordern, obwohl es sehr sehr gut ist. Aber es ist leider auch sehr sehr teuer. 2.500 Euro Aufpreis habe ich 2002 dafür bezahlt. Da würde ich beim nächsten wohl lieber das beste mobile Navi kaufen und ein
paar Einschränkungen in Kauf nehmen.

Die Sache mit der Rückwärtsfahrkamera ist eine nette Spielerei. Zum Teil auch nützlich, weil man direkt hinter dem Auto alles sieht – der versehentlich überfahrene Hund gehört der Vergangenheit an. Leider verleitet die Kamera natürlich auch dazu, ihr blindlings zu vertrauen – das sollte man nicht tun, denn ihr Radius ist begrenzt und hat mich zweimal unliebsam Bekanntschaft mit einem Pfosten machen lassen.

Das Handling des Autos ist behäbig. Es ist eben kein Stadtflitzer, sondern ein Familienschiff.
Ebenso verhält es sich mit der Spritzigkeit – keine Spur. Ich hatte allerdings mehrfach (bei Inspektionen) den gleichen Wagen als Diesel – da liegen Welten zwischen. Der Diesel bietet richtig Fahrfreude, weil er vor allem aus dem unteren Drehbereich sehr viel durchzugsstärker ist.

Optisch mag ich den Primera auch nach 3 Jahren noch. Er unterscheidet sich im Design doch ein wenig von der Einheitskost – sowohl innen als auch außen.

Mängel am Fahrzeug gab es bisher keine – das einzige was seit ein paar Tagen ein wenig stört ist, das irgendwo im Bereich der Schiebedacheinstellung etwas vibriert und leise brummt. Aber das wird nächste Woche bei der Inspektion abgestellt.

Etwas unschön sind ein paar Verarbeitungsmängel. So sind im Türbereich einige Stellen schwarz foliert – diese zeigen schon ein paar Mängel in der Haltbarkeit der Folie. Auch unschön bei meinem Modell – auf dem Schaltknauf war die Schaltkulisse aufgeklebt – die hat sich sehr schnell gelöst – inzwischen ist das aber geprägt, wie ich bei einem Leihfahrzeug feststellen konnte.

Absolut top das Preis-Leistungsverhältnis. Für die 27.000 habe ich ein Auto bekommen, das in punkto Ausstattung kaum Wünsche offen lässt (okay der Sektkühler wäre noch ganz nett gewesen : - ) )
Für das Geld hätte ich damals gerade mal einen recht mager ausgestatteten Golf bekommen –
Ein vergleichbarer Passat hätte mit gut 10.000 Euro mehr gekostet.
Ein Argument bei Japanern ist immer - den wirst du dafür nie wieder los ….

Tja, ehrlich gesagt – solange das Leistungsverhältnis und die Zuverlässigkeit so bleibt, sehe ich auch gar keinen Grund dafür, die Marke zu wechseln. Bisher bin ich meine Nissan übrigens immer los geworden – natürlich nicht zu Golf – Preisen – aber das brauchte ich auch nicht, da ich für den Wagen auch viel weniger bezahlt hatte.

In diesem Juli läuft das Leasing für den Primera aus – und ich werde wohl wieder von der Kaufoption Gebrauch machen. Nach dem Leasing kann ich den Wagen für 11.500 Euro kaufen – das Leasing selbst hat über die drei Jahre keine 1.000 Euro zusätzlich gekostet.
Mit der Ausstattung und als Kombi werde ich den Wagen zum Restwert immer los, was mir beim neuen Leasing natürlich einen besseren Handlungsspielraum lässt, da ich kein Fahrzeug zurückgebe.


Fazit:
Ein Auto für alle, die auf den Stern auf der Haube verzichten können – alles drin, alles dran,
zuverlässig, sicher aber …

kein Rennwagen, kein sehr großer Fahrspaß, etwas unhandlich und unübersichtlich.


Mein nächster Wagen wird definitiv wieder ein Nissan sein – und wahrscheinlich wieder ein Primera – diesmal aber ein Diesel !


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Kontroll-Man

Kontroll-Man

31.03.2008 21:50

Sehr guter Bericht. Made in Japan sagt doch schon alles, MfG Gregor

Tomatensalatmitei

Tomatensalatmitei

10.03.2005 14:29

Das mit der Kamera hätt ich auch gern, 9l Super find ich ganz schön viel für ein Auto dieser Größe, das mit dem Golfd stimmt nicht, so teuer ist der auch nicht. LG Tom

koeter1097

koeter1097

13.02.2005 19:37

Schöner Bericht aus Sicht eines Ausstattungsjunkies ;-) Gruß Thomas

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