... Aufgrund der unpassenden Geometrie habe ich mein Scott Scale LTD gegen den Max Ari R Carbonrahmen von No Saint getauscht. Genau um diesen Rahmen soll es heute gehen.
No Saint MaxAri R Carbon
„No Saint“ ist die Eigenmarke des Kassler Radladens „Radsport Bornmann“, der auch einen recht großen ... Bericht lesen
(+) Extrem cooles Design, sehr durchdachte Kosntruktion, die an fast jede Kopfform anpassbar ist, Gläser mit Kontrastanhebung und für alle Lichtverhältnisse (-) Teuer, die Beschichtung der Wechselgläser hält nicht sehr lange
Nachdem ich mich in den letzten Berichten immer den Sahnestückchen unter den Anbauteilen an meinem Wettkampf-Mountainbike gewidmet habe geht es heute um die neue Basis, die ich in der vergangenen Saison gefahren bin. Aufgrund der unpassenden Geometrie habe ich mein Scott Scale LTD gegen den Max Ari R Carbonrahmen von No Saint getauscht. Genau um diesen Rahmen soll es heute gehen.
No Saint MaxAri R Carbon
„No Saint“ ist die Eigenmarke des Kassler Radladens „Radsport Bornmann“, der auch einen recht großen Onlineshop betreibt. Unter www.ciclib.de findet man unter anderem auch den Max Ari R Carbon entweder als Rahmenset oder als Komplettbike. Den Rahmen gibt es entweder in schwarzer oder weißer Lackierung in den Größen 17“, 19“ und 21“. Die Geometriedaten findet ihr auf der angegebenen Herstellerhomepage. Da ciclib bzw. Radsport Bornmann oder No Saint die Rahmen ganz sicher nicht in Deutschland herstellt kann man davon ausgehen, dass sie aus Fernost importiert werden und in Deutschland dann nurnoch entsprechend gelabelt und lackiert werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten ist das aber vorab kein Qualitätsmangel, denn die meisten Carbonrahmen kommen aus Fernost und ich denke ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich sage, dass die meiste Kompetenz in diesen Ländern liegt.
Nun aber zu Rahmen an sich, bzw. den Preisen:
Das Rahmenset in schwarz oder schwarz/weiß gibt es für 650,00 EUR inkl. Sattelklemme, wenn ich mich recht erinnere. Als Komplettbike gibt es das Max Ari R Carbon in verschiedenen Ausstattungsvarianten ab 1.575,00 EUR (komplett Shimano XT, Mavic Crossride, Ritchey Pro Anbauteile) bis 2.999,00 EUR (komplett XTR, Mavic SLR, Ritchey WCS Anbauteile). Ganz neu gibt es auch eine Version mit Srams neuer XX Schaltung für 2.795,00 EUR. Hier sollte also wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Technische Details
- ca. 1000 g., (19" 1040g.) - der ultimative Hardtailrahmen für CC/Marathon - ausgelegt für 85mm Federweg - High Modulus Carbon Faser - Für Integrierten Steuersatz - S-bend Hinterbau mit Monosteg - Zugverlegung am Unterrohr - austauschbares Schaltauge - Stütze: 31,6 - Umwerfer: 34,9 Top Pull - 5 Jahre Garantie - Klarlack auf unidirektionaler Carbonfaser, abgesetzt mit schwarz oder weiß - somit hat man die Carbon Struktur sichtbar ohne schönheitsmatte im 3K Design (www.ciclib.de)
Erfahrungen
Verarbeitung/Optik Die Verarbeitungsqualität ist wirklich auf sehr hohem Niveau. Der Rahmen ist in UD-Optik gefertigt und sticht damit etwas aus dem Carboneinheitsbrei in Weboptik hervor. Da ich den Rahmen abgeschliffen habe sieht man auch sehr gut, dass auch die Verarbeitung unter dem Lack sehr gut ist. Hier wurden keine Verarbeitungsfehler durch den Lack verdeckt oder ähnliches.
Wie gesagt habe ich den Rahmen abgeschliffen, das sagt zur Optik eigentlich schon alles… Ich finde sie ehrlich gesagt grauselig und konnte mich bei Leibe nicht damit anfreunden. Die Optik des schwarzen Rahmens geht noch in Ordnung (auch wenn hier aber auch die Dekore wirklich grässlich sind), die des weißen (die einzige Farbe die noch auf Lager war als ich den Rahmen gekauft habe) geht aber gar nicht mehr klar wie ich finde. Das ist aber alles sehr subjektiv und ich muss zugeben, dass mir schlichte Räder deutlich besser gefallen als „bunte“.
Praxistest Hier gibt es einfach so viele Aspekte, die ich nicht in einem großen Textabschnitt untergehen lassen will. Daher gliedere ich den Praxistest in sehr kurze Kapitel:
Zugverlegung: Unscheinbar, aber wichtig… Die Bremsleitung wird mit kleinen Klemmen am Oberrohr zur linken Sitzstrebe geführt und führt von da aus zum hinteren Bremssattel. Optisch wirkt das für mich professioneller als kleine Anschläge an denen man die Leitung mit einem Kabelbinder fixiert, technisch bietet es keine Vorteile, da 99% aller Rahmen diesen Weg für die Bremsleitung vorsehen. Negativ sind mir hier die verbauten Edelstahlschrauben aufgefallen. Bei einem auf Racing ausgelegten Carbonrahmen kann man hier im Grunde genommen Aluminiumschrauben erwarten finde ich. Die Schaltzüge werden UNTER dem Unterrohr zum Tretlager geführt und führen von da aus zum Umwerfer, bzw. die Kettenstrebe entlang zum Schaltwerk. Oben verlaufende Züge sind hier deutlich weniger anfällig für Schlamm und Wasser, da ich aber eh ein komplett gedichtetes Nokon-System fahre ist dies für mich kein Problem. Ausserdem hat man bei Schaltzügen von oben (die dann die Sitzstrebe hinunter zum Schaltwerk führen) einen weniger großen Schaltzugbogen am Schaltwerk, was einfach etwas „cleaner“ wirkt. Der Vorteil der Zugführung am Max Ari R: Man kann problemlos downpull-Rennradumwerfer fahren ohne einen Umlenkhebel nutzen zu müssen.
Geometrie: Hier teilen sich die Geister… Für einige ist die Geometrie des Max Ari R zu „gemütlich“. Ich muss sagen, dass mir die Geometrie des Scott Scales gar nicht gepasst hat. Beim Max Ari R ist das deutlich besser. Mit positivem Vorbau ist es aber auch mir etwas zu „gemütlich“, sodass auch ich den Vorbau negativ montiert habe und nur 5mm Spacer unter dem Vorbau fahre. So komme ich wirklich sehr gut mit dem Bike zurecht. Das Bike ist wendig und hat einen guten Schwerpunkt. Mi dem negativen Vorbau kommt man vorne auch weit genug runter, sodass man genügend Druck auf das Vorderrad ausüben kann.
Steifigkeit: Ausreichend… Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Steuerrohr und Tretlager sind ausreichend steif, sodass man in der Praxis keinerlei Einbußen hat. Man kann präzise lenken und auch harten Antritten steht nichts im Weg. Der Hinterbau bietet entsprechend etwas Flex und damit Komfort und ist nicht bretthart.
Haltbarkeit: Da ich den Rahmen die letzte Saison „nackig“ gefahren bin kann ich zur Haltbarkeit des Lackes natürlich nicht viel sagen. Aber ganz allgemein ist das Max Ari R nicht überempfindlich gegenüber Steinschlägen oder ähnlichem. Auch einen Sturz (sowas bleibt halt nicht aus) hat es bisher sehr gut überstanden. Sicherlich ist Carbon etwas empfindlicher als Aluminium, aber ich habe bisher weder einen Carbon- noch einen Aluminiumrahmen kaputt bekommen.
Fazit
Mit dem Max Ari R bin ich deutlich zufriedener als mit dem vorherigen Scott. Das Gewicht ist wirklich sehr gut, die Geometrie passt mir und auch alle anderen Attribute (Steifigkeit, Haltbarkeit, etc.) sind sehr gut. Die Zugverlegung kann für den einen perfekt sein (downpull-Umwerfer) und für den anderen schrecklich (offene Züge unter dem Unterrohr). Das reicht mir aber wirklich nicht für einen Abzug, sodass ich bei 5 Sternen bleibe.