Erfahrungsbericht über

Nokia N8-00

Gesamtbewertung (25): Gesamtbewertung Nokia N8-00

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Eine Lanze für die Finnen

5  08.12.2010

Pro:
Alleskönner in zeitlosem Design mit kleineren Schwächen und großen Innovationen

Kontra:
Gelegentlich Hänger im Menü, kein echter Kameraverschluss

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Ausstattung

Klang

Empfangsqualität

Verarbeitung

Akkulaufzeit

Design

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N-Serie-User

Über sich:

Mitglied seit:08.12.2010

Erfahrungsberichte:1

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als besonders hilfreich bewertet

Liebe Leserinnen und Leser,

wie der Titel schon vermuten lässt ist mein Blick auf dieses Telefon subjektiv und leicht Pro Nokia. Dennoch versuche ich meine Rezension möglichst neutral zu halten und möchte niemanden die Augen verwischen.

Trotzdem räume ich ein mich extra für diesen Erfahrungsbericht bei Ciao angemeldet zu haben. Zum Einen weil ich hier schon viele wertvolle Eindrücke sammeln konnte, zum Anderen weil ich es schade finde, wie dieses phone stellenweise verrissen wird. Doch nun zum Eigentlichen:

Gestatten: Nokia N8, der Finnen jüngstes Smartphone!

Eins vorweg: wer auf der Suche nach dem noch schnelleren und noch komfortableren, mobilen Internet ist kann diesen Bericht getrost übergehen. Wer jedoch Interesse hat an einem Multimediagerät, das alle derzeit genutzten, mobilen Informations- bzw. Kommunikationswege unterstützt, dem möchte ich dieses Gerät nun etwas näher bringen.


Wer sich für die technischen Details interessiert, ist auf der Homepage des Anbieters gut aufgehoben. In aller Kürze:

Die Hardware:

680 Mhz ARM Prozessor
Broadcom Grafikprozessor (Produkt des Jahres 2008)
Assisted GPS Empfängermodul
WLAN IEEE802.11 b/g/n Client
HSDPA, Bluetooth 3.0, Quad-Band
Kapazitives Amoled-Display mit 360 × 640 Pixel Auflösung (3,5 Zoll)
HDMI-Ausgang, USB-Port und vieles mehr...

Die Technik:

Neben den heute üblichen Empfangsmodulen für die Telefonie und das Internet bringt das N8 noch einige interessante Features mit, die man nicht überall antrifft.

UKW-Transmitter:

hiermit lassen sich Audiosignale über eine frei einstellbare UKW-Frequenz an ein UKW-Radio senden. Die Reichweite würde ich auf ca. 0,5 Meter beziffern, also eindeutig eher dafür ausgerichtet die Ansagen des Navigationsgerätes an ein Autoradio zu senden und dort abzuspielen, etwa statt Bluetooth oder Klinkenkabel. Sind die Geräte nahe genug aneinander ist der Empfang störungsfrei und der Klang überzeugend.

HDMI-Ausgang:

über den integrierten Mini-HDMI-Ausgang lassen sich multimediale Inhalte des Telefons an einen geeigneten Monitor oder Flatscreen-TV übertragen. Dabei werden Bild und Ton mit einem Kabel digital an ein Empfangsgerät übertragen. Die Signale werden nahezu verlustfrei übertragen. (da auch heute noch einige Signale analog mit übertragen werden, hängt es auch etwas vom verwendeten Kabel ab) Einen Adapter von Mini auf normales HDMI liegt dem Telefon praktischerweise bei.

USB-Host:

kennt man eigentlich vom PC oder Laptop, auf dem Handysektor ist es eher eine Neuheit. Selbst getestet habe ich den USB-Port als Lesegerät für USB-Sticks und als Schnittstelle für eine mobile Maus. Nokia gibt zwar an, es dürfe sich nur um Geräte handeln, die keine Stromversorgung (also einen aktiven USB-Port) benötigen, doch ich konnte problemlos eine Laptop-Maus integrieren, bei der der USB-Stick als Sendegerät benötigt wird. Klingt jetzt ungewohnt, ist aber tatsächlich so. Man kann an das N8 eine Maus (oder Tastatur) anschließen und navigiert im Gerät mit Mauszeiger und Tastatur. Ohne weiteres vorstellbar ist also folgendes Szenario: Maus an den USB-Port anschließen, den TV an den HDMI-Ausgang, eine Bluetooth-Tastatur dranhängen und über das W-Lan-Modul eine Internetverbindung herstellen. Was kommt dabei heraus? Ein Fernsehbild, auf dem ich zum Beispiel mit dem Operabrowser ins Internet gehe und mittels Maus navigiere. Sobald Eingaben erforderlich sind, nutzt man einfach die externe Tastatur. Das zielt natürlich etwas an den Ansprüchen an ein Mobiltelefon vorbei, aber wer eine Internetflat hat könnte so abends im Urlaub ziemlich komfortabel seine Mails checken oder den nächsten Urlaubstag planen (sofern man nicht ohnehin einen Laptop mit sich führt)

Datenübertragung findet über einen Micro-USB-Anschluss statt. Für mich neu ist die Möglichkeit das Gerät durch Anschluss an einen aktiven USB-Port aufzuladen. Wer also länger das Gerät verbunden haben muss (etwa um die neuesten karten herunterzuladen und neu aufzuspielen, muss nicht wie früher noch das Ladegerät anschließen. Das Telefon versorgt sich über das Datenkabel mit Strom. Mit dem Ladegerät wird ein leerer Akku in weniger als zwei Stunden komplett neu mit Strom befüllt.

Für
Bilder von Nokia N8-00
Nokia N8-00 Ciao - Nokia N8-00
SMS schreiben
die mobile Nutzung ist das Gerät mit einem "fest installierten" Akku ausgestattet. Oft wird bemängelt, dass er nur eine Kapazität von 1200 Milliampere hat, doch im alltäglichen Betrieb macht sich dies nicht negativ bemerkbar. Das Display hat eine Größe von 3,5 Zoll und durchbricht damit nicht die Schallmauer für Handydisplays, aber zum surfen und Mails lesen reicht es aus. Auch Filme sind auf dem N8 in halber HD-Auflösung ein Genuss.Da LED-Displays bekanntermaßen sparsam sind, kann man durchaus mehrere Filme mit einer Akkuladung schauen. Meine Erfahrung nach drei Wochen sind: 15 Minuten Film am Tag, stündliche Updates des Mailkontos (POP3 auf jeden Fall möglich) 10 Minuten Internet, einige Mails und SMS schreiben, 1 bis 2 kurze Gespräche sind in jedem Fall möglich ohne das Handy öfter als 2-3 Mal pro Woche aufzuladen. Ohne Internetnutzung (also auch keine Synchronisation der Mails) würde ich sagen hält der "kleine" Akku drei Tage solide durch. Das ist für ein Smartphone mit dieser Bildschirmgröße durchaus akzeptabel. Darüber hinaus gibt es einen Energiesparmodus, der beim Strom sparen hilft. Bisher weiß ich: UMTS wird ausgeschaltet, das Display etwas dunkler, die Themeneffekte abgeschaltet und der Prozessor wird auf eine niedrigere Taktrate heruntergeregelt. Wer also hauptsächlich erreichbar sein möchte und im Bedarfsfall den Energiesparmodus abschaltet, kann hier sicher vier Tage mit einer Akkuladung hinkommen!

Essentials:

Der SAR-Wert wurde von Computerbild mit 1,53 Watt pro Kilogramm gemessen, durchaus höher als ihn Nokia angibt. Meine Empfehlung: bite nicht in der Hosentasche mit sich führen wegen der inzwischen bekannten Krebsgefahr. Besorgniserregend scheint dies aber nicht zu sein, denn es sind bis 2 Watt erlaubt und andere Herstelle geben diesen Wert von Haus aus für ihre Geräte an.

Der Empfang

ist, wie von Nokia gewohnt, gut da ich allerdings T-Mobile-Kunde bin, hat das Handy noch keine echten Härtetests durchstehen müssen (das D-Netz funkt schwächer als das E-Netz, dafür aber weiter) Empfangsprobleme hatte ich bisher nicht. Am Telefon selbst bemerkt man beim hören keinen Unterschied zum Siemens Gigaset Festnetztelefon, ist das Headset (Achtung: In-ear) in Benutzung, ist die Sprachqualität beim Gesprächspartner etwas reduziert. Insgesamt würde ich der Sprachqualität vier Sterne geben, was für ein Mobiltelefon schon ordentlich ist. Der Gesprächspartner ist klar und deutlich zu verstehen. Dumpfe Störgeräusche hatte ich bisher keine. Dauergespräche hatte ich ebenfalls noch nicht, (immerhin benötigt das Telefonieren doch mehr Strom als zum Bsp. Musik hören). Aber auch bei intensivster Nutzung (nämlich die ersten Tage des Ausprobierens) hält der Akku in jedem Fall den kompletten Tag durch.

Das Internet:

Der wohl größte Kritikpunkt beim N8 (außer dem Betriebssystem) ist die Internetnutzung. Was den Browser betrifft ist es so, dass er eher funktionell gehalten ist, aber alle wesentlichen Einstellungsmöglichkeiten unterstützt. Man kann Bilder weglassen, alle Bilder außer Flash zulassen oder eben alle Bilder anzeigen. Bei den Inhalten geht Nokia keine Kompromisse ein. Es gibt Lizenzen für Flash-Inhalte, Dolby und Java. Bisher konnte ich mir jede Seite anzeigen lassen, was es jedoch zu bemängeln gibt ist die Geschwindigkeit der Darstellung. Hier stößt der 680 Mhz-Prozessor wohl an seine Grenzen und das Surfen geht, meinen persönlichen Eindrücken nach, bei anderen Modellen schneller von der Hand. Zum direkten Vergleich steht mir ein Iphone 4 zur Verfügung, hier tut das N8 gut daran keine unnötigen Vergleiche anzustreben.

Den etwas rudimentär wirkenden Browser (Update für Januar 2011 angekündigt) kann man bei Bedarf durch einen Opera mini oder mobile ergänzen. Die auf dem Papier sehr schnellen 10,2 Mbit erreicht das Handy aber wohl nicht. Größere Downloads bieten sich zuhause an, da man hier das per se schnell W-lan nutzen kann, allerdings ginge es auch hier etwas schneller, wenn die Hardware entsprechend mitspielt. Auf jeden Fall positiv finde ich den automatischen Wechsel auf das heimische W-lan, sobald der Router in Empfangsnähe ist.

Um Missverständnissen vorzubeugen: ich trete hier den direkten Vergleich Handy - Multimedia-PC an. Um unterwegs mal schnell die Mails zu checken (Kopfzeilen oder gesamte Mails lassen sich konfigurieren, ohne Bilder sowieso) oder um mit der Social Networks App zu sehen was die Freunde auf Facebook gerade so treiben, reicht das Internet auf dem N8 locker aus. Selbst der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz, wenn man in Twitter auf die Schnelle die neuesten Headlines lädt, allerdings kann man eben bei Modellen der Mitanbietern sehen, dass man hier mit etwas mehr Prozessorleistung spürbar mehr Geschwindigkeit herausholen könnte.

Ist man allerdings mal zwei Tage unterwegs und stellt fest, dass man nicht nur die schöneren Bilder geschossen hat als der Freund, sondern diese eben auch am zweiten Tag noch auf den eigenen Facebook-Account hochladen kann (dank des gut ausgeklügelten Energiemanagements) relativiert sich vieles eben auch wieder.

Fazit: für den schnelle Blick auf den eigenen Facebook-Account, das Lesen der neuesten Mails, einer kurze Recherche beim Einkaufen, ob das angebotene Produkt auch gut bewertet wird, eine lustige Session mit Freunden auf Youtube, oder den Wetterbericht ist das N8 gut gerüstet. Wer allerdings in der Vorlesung mal schnell auf Wikipedia nachsehen will, ob das alles so richtig ist, was der Dozent gerade erzählt, der wird mit dem Iphone oer einem Android-Pendant deutlich mehr Komfort verspüren. Die Stärken des N8 liegen eher wo anders.

Zum Beispiel die Kamera. Gleich zu Beginn möchte ich anmerken, dass es sich bei der beim Sensor um den derzeit größten, in Mobiltelefonen verbauten, Sensor handelt. Durch die (wohl werbewirksame) Integration von 12 Megapixeln ( 8 echte) hat man diesen Vorteil aber weitestgehend wieder verspielt. Zum Vergleich: das überall hochgelobte FULL HD zaubert auf LCD Fernseher von Displaygrößen bis zu 52 Zoll ein wirklich ansprechendes Bild. Aber was man zu sehen bekommt sind auch dort nur 2,1 Megapixel. Warum man also versucht in einen Minisensor, wie er naturbedingt in Handykameras verbaut wird, mehr als die 5-fache Pixelzahl unterzubringen entzieht sich meiner Fantasie. Mit einem guten Sensor und 5 Megapixeln hätte man hier mehr erreichen können. Zum Glück lässt sich die Pixelzahl reduzieren. Die Stufen sind aber mit 12 MP 9 MP 3 MP 1,3 MP und 0,3 MP etwas unglücklich. Ich hätte mir hier noch einen Wert zwischen 9 und 3 gewünscht, mit dem man eigentlich alles abdecken könnte.

Immerhin gibt es verschiedenen Stufen. Videos dreht man mit der kleineren HD-Auflösung von 720 progressive und die Bilderanzahlt beträgt 25 Bilder pro Sekunde (nahe am Pal-Standard) Der Chip selbst unterstützt allerdings 29 Bilder pro Sekunde, was erahnen lässt, dass man sich hier eines "Programmes" bedienen könnte, um die volle Bildanzahl zu nutzen.

Die Videos sind gut und auch bei schwachem Licht gedreht auf dem Handy noch durchaus sehenswert. Außenaufnahmen bei idealen Lichtverhältnissen und wenigen Schwenks sind das Beste, was ich bisher von einer Cam dieser Größe gesehen habe. Mit der "geringen" HD-Auflösung 720p zeigt der Sensor jedenfalls deutlich, was in ihm steckt. Im Verhältnis gesehen würde ich soweit gehen die Filmchen als beeindruckend zu bezeichnen.

Die Fotos haben etwa die Qualität, wie man sie vom N95 oder dem N82 her kennt. Wer einmal einen Blitz im Handy hatte (Xenon-Blitz, keine Wortspielchen), der wird sich als ambitionierter Schnappschussersteller kein Handy mehr ohne vorstellen können. Hier hat Nokia alles richtig gemacht. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass man natürlich seine Videos im Handy bearbeiten kann - etwa einen Titel einblenden oder den Anfang und das Ende des Clips selbst festlegt. Hier gibt es durchaus die ein oder andere Möglichkeit den Film im Nachhinein zu bearbeiten.

Was ist ein Foto heutzutage schon wert, wenn man sich auf Google Maps nicht anzeigen kann wo es geschossen wurde? Daher lässt sich bei aktivierter Option auch ein Ortsstempel der Navigationssoftware ins Foto einbrennen. Womit wir bei der Navigation wären.Hierauf möchte ich aus Platzgründen nicht näher eingehen. Der eigene Standort ist bei A-GPS in Sekundenschnelle ermittelt, es gibt Sprachwahl, kostenlose Karten für 80 Länder sowie kostenlose Navigation. Ich selbst besitze ein Auto, aber kein weiteres Navigationssystem. Wer mit Ovi-Maps nicht zum Ziel findet, sollte vielleicht überlegen Bahn zu fahren. Favoriten sind genauso möglich wie Informationen über umliegende Geschäfte, U-Bahnstationen, Autowerkstätten etc. Es gibt den Kartenmodus, der keinerlei Internetverbindung erfordert, wer sehen möchte wie das eigene Haus von oben aussieht, der wählt den Satelittenmodus und hat im Prinzip die gleiche Funktion wie bei Google Maps. Bezogen auf mein Wohnhaus muss ich jedoch anmerken, dass das Kartenmaterial von Navteq (Nokia) aktueller zu sein scheint, als das von Google Maps.

Für Unterhaltung ist ausreichend gesorgt. Filme im Avi-Format (zum Bsp. Xvid) lassen sich genauso abspielen, wie kleine Funny Clips in 3GP. Das Handy selbst dreht in MP4 mit dem H264 Codec. DivX, Flash, Windows Media - alles kein Problem für das N8. Hier vermisst man nichts. Was ich noch nicht entdeckt habe ist die Funktion dort weiter zu schauen, wo man einen Film unterbrochen hat. Aber ich kann weder das Fehlen noch das Vorhandensein bestätigen. Wer keine Lust hat seine Musik auf den internen, 16 GB großen Speicher zu überspielen, kann sich auch mit dem RDS Radio begnügen. Der Empfang ist ordentlich, allerdings eher etwas für die Busstation oder das Freibad und weniger für die Fahrt mit dem Bus ausgelegt.

Ich habe mir das N8 mit einer Vertragsverlängerung geholt, den Preis von derzeit etwa 450 € finde ich mehr als angemessen. Das Gorillaglas wirkt sehr stabil, das Case aus Aluminium weiß ebenfalls zu gefallen. Was den fest verbauten Akku betrifft war ich anfangs skeptisch, auch wenn ich zugeben muss, dass ich noch nie einen Ersatzakku in ein Handy eingesetzt habe. Einzig problematisch ist lediglich, dass die Möglichkeit fehlt mit zwei oder drei Akkus wochenlang unterwegs zu sein. Denn ist der Akku wirklich mal am Ende (800 Ladungen sind heutzutage durchaus anzusetzen) muss man lediglich zwei kleine Torchschräubchen lösen und eine Arretierung lösen und der Akku lässt sich bequem entfernen.

Um dies täglich zu machen halte ich die Gewinde aber für zu filigran. Um es nach drei oder vier Jahren einmalig selbst zu erledigen, ist es in meinen Augen eine gute Lösung um am Design festhalten zu können ohne auf eine lange Nutzung des Gerätes zu verzichten. Immerhin ergeben sich hieraus auch Vorteile. Die Sim-Karte wird seitlich eingesetzt, ebenso wie eine optionale Micro-SD-Karte. Von unterstützten 16 GB habe ich schon mehrfach gelesen. Wer also mit 32 GB Datenspeicher durch die Gegend wandern möchte, ist beim N8 genau richtig. Der interne Speicher ist - angeschlossen an einen High USB-Port - wirklich flott. Das Laden von mehreren Gigabyte Kartenmaterial verkommt nicht zu einem Projekt für mehrere Abende. Ich kenne viele USB-Sticks, die langsamer zu Werke gehen.

Das Betriebssystem:

Viel besprochen und doch wenig Neues, das Symbian^3! Wer schon mal ein Handy von Nokia benutzt hat, findet sich sofort zurecht. Wer noch nie eines hatte in wenigen Minuten. Bei aller, zum Teil berechtigter Kritik, ist das neue BS durchaus intuitiv geblieben und selbsterklärend. Kommt doch mal eine Frage auf, greift man heutzutage auf die integrierten Hilfedateien des Smartphones zurück. Diese sind nicht so ausführlich wie die wirklich sehr detailliert gehaltene gedruckte Bedienungsanleitung, aber um zu den wesentlichen Menüpunkten zu finden reicht sie locker aus. Das Design ist Geschmacksache. Ich finde es gelungen und logisch aufgebaut, die einzelnen Funktionen sind mir da schon wichtiger.

Auf den leidigen Doppelklick aus der Vorgängerversion für Touchdisplays wurde verzichtet, aber ich denke durch das Zurückgreifen auf einen kapazitives Touchdisplay hat Nokia bereits den wichtigsten Schritt in Richtung flüssige Bedienung getan. Symbian ist Windows nicht unähnlich und basiert meines Wissens auf einer mobilen Linuxvariante. Es gibt drei Desktops (also untereinander unterschiedliche Startbildschirme) die man sowohl durch wischen nach links oder rechts als auch mit einem virtuellen Button weiterblättern kann.

Alles lässt sich individuell einrichten. Wer mal ein Apfelphone hatte, kann sich so immerhin 72 Apps auf die oberste Ebene legen. Widgets gibt es ebenso. Erwähnenswert finde ich das Social Network (Aktualisierung der Facbookaktivitäten auf dem Bildschirm) und die Möglichkeit sich sechs (oder mehr?) Kontakte in eine Leiste zu legen, um schnell Zugriff auf oft gewählte Nummern zu erhalten. Bildhinterlegung, Postanschrift, Mailadresse etc. sind heutzutage im Adressbuch ohnehin Standard.

Es gibt eine Synchronisation zu Outlook,Ovi-Suite oder über Bluetooth zu anderen Handys, die eine Unterstützung mitbringen, was die Übertragung der alten Kontakte auf das N8 sehr einfach gestaltet. Das Gorillaglas ist kratzfest, das Alucase wertig, lediglich das Plastik oben und unten wirkt dünn und etwas billig. Meine Vermutung ist, dass Nokia hier bewusst einen Kompromiss eingegangen ist um die Sende- und Empfangsleistung der darunter liegenden Antennen nicht unnötig zu reduzieren, bzw. den SAR-Wert zu erhöhen. Gelesen habe ich dies allerdings noch nicht und durch die einheitliche Farbgestaltung stört dieser Umstand kaum.

Alles in allem hat man hier ein Gerät mit viel Komfort, guter Sende- und Empfangsleistung, vielen Benutzungsmöglichkeiten und einigen Funktionen, die es so noch bei keinem anderen Handy gibt. Abstürze hatte ich bisher noch keine, die aktuelle Firmware war Mitte November bereits vorinstalliert. Einzig beim Themenwechsel bleibt es manchmal hängen, was man durchaus als kritikwürdig betrachten könnte, denn die Themen stammen aus dem Ovi-Store, was gleichzeitig bedeutet, dass Nokia diese Apps freigegeben hat. Aber das lässt sich sicher noch mit einem Firmwareupdate beheben, bzw. sind viele Klingeltöne, Wallpaper und Themen bereits vorinstalliert.

Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten. Durch den fehlenden, äußeren Kameraverschluss fasst man beim Telefonieren gelegentlich auf das Glas vor der Linse. Und auch wenn es mir designtechnisch gut gefällt, ergeben sich kleinere, praktische Probleme durch den sich vom Gehäuse abhebenden Kamerateil.

Der Rest, wie eine manchmal träge Menüführung, oder die gefühlte, etwas langsame Internetgeschwindigkeit, lässt sich eventuell noch durch Firmwareupdates beheben, weshalb ich hier nicht vorschnell urteilen möchte.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ratteos

Ratteos

19.04.2011 13:08

Dank deines Berichts werde ich mir das Handy jetzt mal im laden genauer ansehen! BH

N-Serie-User

N-Serie-User

30.12.2010 13:39

@all: vielen Dank für die vielen, durchweg guten Kommentare. Das mit den bh's kenne ich noch nicht, aber ich mache mich mal schlau. Auch habe ich eben erst die Mailfunktion für Kommentare entdeckt. (daher etwas späte Antwort) @Zeitzeuge16: zwischen USB-Host und Essentials gehe ich auf die Laufzeit ein (finde ich übrigens auch wichtig) Vielleicht etwas zu versteckt, aber auch heute kann ich die bis zu vier Tage bei Nutzung (also kein reiner Stand by) bestätigen. LG Markus

Prinzsfrau

Prinzsfrau

22.12.2010 17:23

Ein Superbericht, der mir vieles gezeigt hat und mir einen guten Einblick gegeben hat. bh

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