Nicht geplant und dennoch glücklich

3  29.10.2009 (07.11.2009)

Pro:
Eigentlich nicht viel, außer das ich mein Kind habe und es nicht so schlimm ist wie ich dachte

Kontra:
teilweise Schmerzen, die Narbe find ich bisher noch nicht schön

Empfehlenswert: Nein 

Kleinnightwish

Über sich: Man muss echt Cent - Geil sein wenn man Berichte fakt. Das jemand viel Geld ausgeben könnte und das ...

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Als Erinnerung für mich und für diejenigen, die Angst haben ….

Am Sonntag, den 18.10.2009 schaute ich noch in die traurigen Augen meiner Eltern, ihr Enkel würden sie wohl erst nach ihrem Urlaub sehen, denn am 19.10.2009 fliegen sie Abends für 2 Wochen in die Türkei und der Stichtag ist der 25.10.2009…mein Knirps machte bis dahin keine Anstalten raus zukommen…


....19.10.2009 – Die Routineuntersuchung


Am 19.10.2009 wurde ich mal wieder früh wach – nicht weil mein Mann zur Arbeit musste und ich ihm seinen Kaffee machte – nein, an diesem Montag war wie immer meine Untersuchung bei meinem Gynäkologen. Diese Untersuchungen sind während der Schwangerschaft normal und in einem Abstand von 1-2 Wochen. Hier wird ein CTG (Herztonbestimmung und Wehenschreiber) gemacht zudem wird eine vaginale Untersuchung durchgeführt und der Bauchumfang sowie Blutdruck und andere Parameter bestimmt.
Natürlich kamen Stefan und ich an diesem Morgen wieder gute 5 Minuten zu spät – normal für uns – dennoch konnten wir direkt zum CTG durchgehen und mir wurden wie immer 2 Messgeräte auf den Bauch geschnallt die zum Messen der Hertöne und der Wehen zuständig sind. Ein CTG wird normal 30 Minuten lang geschrieben, zum Schlafen also ideal und wir saßen wie immer relativ müde vor dem Gerät und beobachteten die „Peaks“ die der Schreiber aufnahm. Zusätzlich kann man die Herztöne über das CTG hören. Diese leicht mit Techno angehauchten Töne sind als Mutter unheimlich schön anzuhören und ein Garant dafür, dass das Herz des Babys regelmäßig schlägt.
Und dann kam der Moment an dem dieses Technoartige Schlagen langsam und stetig fiel…Stefan und ich wurden Leichenblass, so was ist bisher noch nie passiert. Dann kam die Sprechstundengehilfin und sagte: „ Oh das Papier ist alle“ wir fragten sie ob das langsame abfallende Schlagen sowie das her ab fallende Signal auf dem CTG-Papier normal sei und sie sagte uns lediglich, dass dies der Arzt entscheiden würde und entließ uns nach weiteren 10 Minuten am CTG zum Arzt für die vaginale Untersuchung und zur Besprechung.

….“Wir brauchen einen Wehenbelastungstest“


Mein Frauenarzt überprüfte wie eh und je den Gebärmutterhals und stellte fest, dass er sich bei mir noch nicht weich geworden ist und die Geburt damit noch dauern könnte. Jedoch nach einem Blick auf das CTG sagte er uns, dass dies eine normale Reaktion seien kann wenn der Knirps schlecht gelegen hätte und mir die Blutzufuhr zum Herzen genommen hat, dadurch würde auch er leiden und die Herztöne würden für einen Moment abfallen, da sein Herz dann auch nicht durchblutet wird. Bei unserem Glück hatten wir ja das Ende des Papiers am CTG – Gerät erreicht und man konnte nicht sehen ob sich der Knirps danach wieder selbstständig erholt hatte. Auch wenn der Rest des CTG’s prima war und keinerlei Auffälligkeiten aufwies schrieb mein Arzt mir trotzdem eine Überweisung in das gegenüberliegende Krankenhaus zum Wehenbelastungstest. Ich solle direkt rüber gehen und mich kurz kontrollieren lassen damit wir Gewissheit haben, dass es dem Knirps gut geht. So gingen mein Mann und ich zum Krankenhaus.
….“Keine Angst, bei einer Frau von 1000 muss ein Kaiserschnitt gemacht werden“

Als wir im Krankenhaus ankamen war ich erstmal verwundert, dass ich direkt in den Kreissaal geführt wurde und nicht warten musste, denn 2-3 Stunden Wartezeit waren schon in meinem Hinterköpfchen und nervten mich seelisch schon. Die Hebamme namens Petra erklärte ich alles und sie erklärte mir was nun gemacht wird und was passieren kann. Hier erfuhr ich, dass man erstmal ein normales 30 minütiges CTG machen würde und mir danach einen Wehentropf anlegen würde der mir Wehen in einem Abstand von 2-3 Minuten bescheren würde und alle 10 Minuten in seiner Intensität gesteigert wird. Dies würde über eine Dauer von 1-2 Stunden gemacht werden und danach noch mal ein Ruhe – CTG von 30 minütiger Dauer. Nachdem ich zusammengerechnet hatte, dass ich also Minimum 2 Stunden hier rum liegen würde hatte ich den Kaffee schon auf! Damit es noch schlimmer kommt sagte mir die Hebamme, dass ich nachdem dies alles positiv verlaufen würde noch eine Nacht im Krankenhaus bleiben müsse und in einem bestimmten Abstand ans CTG gelegt werde. Der Kaffee der nun schon auf war, schäumte über…auf so was hatte ich natürlich überhaupt keine Lust! Natürlich fragte ich sie was passieren würde wenn es eben nicht positiv laufen würde. Salopp wie ihre Art war sagte sie mir, dass man dann einen Kaiserschnitt machen würde, aber dies kommt bei 1ner von 1000 Frauen vor sprach sie mir Mut zu und lächelte mich an. „Bei den meisten macht man statt einem Kaiserschnitt eine Geburtseinleitung.“

….“Zwischen Leichenblässe und verheultem rotem Gesicht“


Mir wurde zuerst ein Zugang gelegt über den ich den Wehentropf bekommen würde.

Bilder von Notfall-Kaiserschnitt
Notfall-Kaiserschnitt storch - Notfall-Kaiserschnitt
Notfall-Kaiserschnitt
Da ich ein wirklicher Angsthase bin hatte ich davor schon Panik und muss im Nachhinein sagen, dass dieser Zugang beim Einstechen zwar kurz unangenehm gebrannt hat allerdings ähnlich dem Blutabnehmen ist und kaum schmerzlicher. Danach lag ich dann am Ruhe CTG welches über die halbe Stunde gut lief und keine Irritationen aufwies. Dann kam der Wehentropf. Ich spürte schon nach kurzer Zeit die Wehentätigkeit die sich von der Intensität wie Senkwehen anfühlten und nur leicht im Unterleib ziehen. Dies war auszuhalten. Dennoch gab es Irritationen wir hörten abermals wie die Herztöne meines Kindes abfielen und Stefan und ich verloren wieder die Farbe im Gesicht. Umso stärker Petra den Wehentropf stellte umso mehr Schmerzen bekam ich und umso niedriger wurden bei einer Wehe die Herztöne. Ich fühlte mich natürlich schlecht. Es war ein Gefühl welches man nicht beschreiben kann. Mir schossen Tränen in die Augen und mir schmerzte der Unterleib. Ich fühlte mich wie in einer Art Trance während der Wehen, ich konnte mich lediglich auf die Schmerzen konzentrieren. Erst nach der Wehe nahm ich war, dass die CTG-Kurve nicht in Ordnung war und fing an zu weinen. Nach ca. 45 Minuten nahm Petra den Wehentropf ab und sagte mir, dass sie die Ärztin holen würde die sich das CTG angucken würde und danach entschied was weiter geschehen würde.


….“Frau P. wir machen einen Kaiserschnitt“

Als die Ärztin nach unerträglichen Langen Minuten kam und sich das CTG anschaute wusste ich insgeheim schon worauf das auf mich wartende Gespräch hinauslaufen würde. Und dann kam die Nachricht die ich mir weder erträumt hatte noch damit gerechnet hatte: “Frau P. wir machen einen Kaiserschnitt“
Ich konnte nicht anders, mir liefen die Tränen ich wusste nicht was mit meinem Kind ist und ich hasse OP’s mir wurde schlecht und schwindlig zugleich und bettete in Stefans Arm, dass ich einfach nur träumen würde. Doch aufwachen tat ich nicht. Stefan der natürlich mit mir litt machte mir Mut und sprach mir zu, ich wüsste nicht was ich ohne ihn gemacht hätte. Jedoch war er natürlich auch glücklich, dass er sein Baby bald bekommen würde. Ich fühlte mich dennoch elend und fragte Petra wann dieser Kaiserschnitt denn gemacht werden würde, was ich nie erwartet hatte kam als Antwort zurück: „Na wir schieben sie zwischen 2 OP’s innerhalb der nächsten 1-2 Stunden“…noch mal schossen die Tränen denn jetzt spürte ich auch noch den Zeitdruck im Nacken. Ich bat Stefan meine beste Freundin anzurufen und schickte ihn zum Telefonieren aus dem Kreissaal während Petra versuchte mich zu beruhigen und mich über Daten zu meiner Person auszufragen während sie den Anästhesie (Narkose-) Arzt anfunkte.

…..“Die Vorbereitungen“

Da ich diesen Morgen noch keinen Stuhlgang hatte kam Petra dann auch noch mit der absolut genialen Idee mir einen Einlauf zu verpassen. Dieser ist im Übrigen überhaupt nicht schlimm. Man spürt weder einen Schmerz noch ist es unangenehm. Das Unangenehmste am Einlauf ist, dass man diesen 5-10 Minuten einhalten muss und sich danach ein Örtchen suchen sollte an dem man entspannt auf die Toilette gehen kann denn Blähungen mischen sich mit ein^^.

Eine riesige Freude war, dass ich nachdem man mir dieses wunderbare Geschenk gemacht hatte, meiner besten Freundin in die Augen schauen konnte denn diese war zufällig gerade in der Stadt gewesen und konnte binnen 5 Minuten da sein. Dies ermutigte mich und da sie ihren 4 jährigen Sohn mitgebracht hatte sah ich mich in der Pflicht die Heulsuse einzuschränken um vor dem Kleinen nicht zu zerbrechlich zu wirken.

Nach meinem tollen Toilettenerlebnis ging es dann relativ schnell. Im Kreissaal wieder von Tränen übersäht kam der Narkoseart der mir eine PDA oder Vollnarkose anbot. (Vollnarkose ist denk ich klar, PDA ist ein örtliche Betäubung, man ist bei der Geburt wach und bekommt alles mit).
Ich sah Stefan mit verheulten Augen an, denn er wollte unbedingt bei der Geburt dabei sein doch diesen Wunsch konnte ich ihm nicht ermöglichen denn für mich kam eine PDA nicht in Frage, und bei der Vollnarkose durfte er nicht dabei sein. Der Schmerz meinem Mann dieses Erlebnis missgönnen zu müssen machte mir nun zusätzlich zu schaffen er versicherte mir aber, dass es ihm nichts ausmache Hauptsache mir und dem Baby gehe es gut.
Dafür war der Narkosearzt sehr lustig, er sagte nicht viel mehr als „Keine Sorge: Einschlafen – Aufstehen – Baby – nicht weinen“. Irgendwie zauberte er mir damit ein Lächeln ins Gesicht. Zudem sagte er mir, dass ich um 14 Uhr meine OP bekommen würde.

Danach musste ich mich entkleiden und diese typischen modernen OP-Kittel anziehen. Ebenso kamen Thrombosestrümpfe dazu die unangenehm zu tragen sind und man das Gefühl hat, dass einem das Blut aus den Beinen genommen wird da sie sich eng an die Haut legen. Und ein Katheder wurde mir in die Blase gelegt. Dies ist auch kein großer Akt, sollte man aber unten rum empfindlicher sein – so wie ich – dann kann es ein bisschen „schmerzen“, ein unangenehmes Gefühl welches sich aber direkt legt wenn der Katheder angelegt wurde.

Mein Blick ging stetig auf die Uhr, erschlagt mich – wie gerne hätte ich mir in diesem Moment eine geraucht um mich ein wenig zu beruhigen, natürlich durfte ich das nicht – es war jetzt ca. 12:35 Uhr und ich wurde zu einem für mich vorgefertigten Bett gebracht. Dann sagte man mir, ich würde jetzt dran kommen und schon wurde ich weggefahren – Stefan, Katrin und Noel hinterher.
Dann standen wir vor dem OP Zugang und ich musste mich verabschieden. Mein Mann warf mir bevor die Tür zufiel noch einen Kuss zu und faltete seine Hände zu einem Herz…und meine Tränen begannen wieder zu fließen.

….“Im OP“

Da man bei einem Kaiserschnitt die Vollnarkose erst kurz vor dem Eingriff geben darf um das Baby nicht zu gefährden bekam ich alles mit was man in einem OP mitbekommen kann und ich fand das dies die unangenehmste Situation war die ich von Betreten des Krankenhauses bis zur Erlassung erleben musste. Denn diese ganzen grünen Menschen die einem im wachen Zustand vorbereiten sind meiner Meinung nach einfach nur unangenehm und die ganze Atmosphäre ist erdrückend.
Mir wurde der Bauch eingepinselt und mein Kittel den ich angezogen bekommen hatte wurde mir als Vorhang vor die Nase gehangen. Nun sah ich nichts mehr sondern konnte nur noch spüren. Mir wurde zwar von der Ärztin erklärt was gerade passiert aber dennoch konnte sie mich nicht wirklich beruhigen. Nachdem meine Arme rechts und links auf eine Vorrichtung festgeschnallt wurden konnte ich mich nicht mehr bewegen und dann kam das Sauerstoffgerät welches mir auf die Nase gedrückt wurde schluchzend fasste ich Mut atmete tief ein und aus und schloss die Augen…noch ein paar Geräusche und ich war eingeschlafen…

Eine Viertel Stunde später war er dann da....


….“Aufwachen – Schau mal Schatz, unser Sohn“

Ich weiß noch, dass ich hochgeschoben wurde und meine Mama und meine Schwiegermutter spürte und hörte ich auch, nachdem ich die Frage „Ist er gesund?“ gestellt hatte und man sie mir mit Ja beantwortete war ich glücklich und konnte dann selber als zweiten Satz über mein Leid klagen und sagen, dass ich Schmerzen hatte, denn ich spürte einen pochenden stechenden Schmerz im Unterleib der zwar erträglich war aber dennoch enorm präsent.
Ich würde lügen würde ich sagen, dass ich mich an meinem Sohn nach der Geburt erinnern könnte. Ich war einfach viel zu müde und zu schwach. Natürlich stand mein Mann mit dem Kurzen vor mir und sagte mir :“ Schau mal Schatz, unser Sohn“ aber ich habe die Augen gar nicht richtig aufbekommen und konnte mir leider kein richtiges Bild machen. So verlief dann auch der Tag weiter. In ständiger Müdigkeit schlief ich fast die ganze Zeit und hatte nur ganz kurze Wachphasen bei denen ich aber lediglich alle um mich rum sprechen hörte (oder Tante Julia neben mir spürte wie sie mein Gesicht streichelte) aber selber nicht in der Lage war zu agieren oder die Augen vollständig zu öffnen. So schickte ich sogar abends Stefan nach Hause denn ich wollte mich ausschlafen.

….“Die erste Nacht“

An Ausschlafen war die erste Nacht gar nicht zu denken, denn ich wurde widerwillig alle 10-25 Minuten wach. Warum? Weiß ich selber nicht…ich hätte sehr gerne wesentlich länger geschlafen aber das funktionierte nicht zumal ich aufgrund der Schmerzen nur auf dem Rücken liegen konnte und seitlich ein zu starkes brennen hatte. Zudem lag ich auch noch an zwei Tropf und hatte natürlich den Katheder und eine Dränage im Körper. Viel zu viel Müll wenn ihr mich fragt. Die Nachtschwester kam zudem auch noch alle 2-3 Stunden angetrabt um mich zu waschen und meine Vorlagen zu wechseln ebenso um den Tropf zu erneuern und einfach nur mal so um zu fragen wie es mir ging. Um also ehrlich zu sein, die erste Nacht verging einfach nicht und war auch in keinster Weise angenehm. Dies vergisst man aber relativ schnell ïŠ

….“Der erste Morgen“


Ich war so froh als es morgen war und nahm dann auch meine Zimmergenossin das erste Mal wahr, denn die Nacht hatte ich hinter einem Vorhang verbracht um sie nicht beim Stillen zu begaffen wonach mir eh nicht der Sinn stand (zumal man meine Brille unerreichbare Weit von mir weggelegt hatte^^). Dann kam erstmal die Schwester der Frühschicht und half mir richtig wach zu werden. Sie wusch mich da ich dies unten rum selber noch nicht konnte und fragte mich dann ob wir mal versuchen sollen mich auf die Beine zu bekommen. Ich sagte: „Klar“ und versuchte mich dann mit ihrer Hilfe aus dem Bett zu hieven. Dies gelang sehr gut und lediglich mein Schwindel und das Gefühl der „Schummerigkeit“ waren die einzigen kleinen Hürden auf dem Weg zum Waschbecken. Die Narbe tat mir kaum noch weh. Klar brennt sie am 2 Tagen noch und die Schmerzenden Stiche muss man je nach Bewegung auch ertragen aber an sich konnte ich mich vom Bett zum Stuhl und wieder zurück bewegen. Nachdem ich mich gewaschen hatte und meine Haare nicht ausgebürstet hatte (dies sollte mir noch zum Verhängnis werden) durfte ich frühstücken. Natürlich gab es Schonkost und die Bestand aus Toast und Marmelade, da ich aber seit Stunden nichts gegessen hatten ist dies seit neuestem mein Kaisermenü.
Nach ungefähr einer Stunde abermaliger Langeweile im Bett kam eine weitere Schwester mit einem kleinen Kinderbett an sie sagte mir, dass mein Sohn mich vermissen würde und stellte ihn mir ans Bett. Dies war das erste Mal, dass ich bewusst meinen Sohn gesehen habe und mein neues Glück kaum fassen konnte. Ich war einfach nur glücklich, Schmerzen waren weg und ich lag einfach nur da und guckte und guckte und guckte.


….“7 Tage sind lang aber auch schön“


Noch am selbigen Tag wurde mir nicht nur der Katheder gezogen sondern ich durfte mit Stefan auch das Familienzimmer im Krankenhaus belegen. (Nähere Infos kommen noch in einem anderen Bericht) Ich konnte dann schon alleine laufen und sogar meine erste Zigarette – wenn auch im Rollstuhl, da ich Angst hatte das mir der Kreislauf zusammen klappt – mit Schwiegermutter genießen.
Auch der Katheder wurde mir an dem Tag gezogen was keineswegs weh tat sondern überhaupt nicht spürbar war. Der erste Toilettengang war mit viel Angst behaftet allerdings war es überhaupt kein Problem, weder die Narbe machte mucken noch hatte ich anderweitig schmerzen. Dennoch wurde ich den ganzen Tag von dem stechenden Schmerz „belastet“. Gerade beim Laufen war dies nicht angenehm da ich von jeder Oma überholt wurde. Alles musste ein wenig langsamer sein. Für die Schmerzen konnte ich mir alle 3-4 Stunden Novalgin holen welches auch schnell wirkte und mir einige Stunden die Schmerzen Größtenteils nahm.
Mir ging es von nun an jeden Tag viel besser. Am zweiten Tag wurde die Dränage gezogen dies war relativ schmerzvoll dennoch sehr kurz, denn mit einem Ruck war sie raus und der Schmerz brannte nur leicht nach, vollkommen auszuhalten. Danach durfte ich dann das erste Mal duschen und danach eine Stunde meine mehr als verfilzten Haare kämen – omg.
Ansonsten bekam ich jeden morgen noch meine heiß geliebte Thrombosespritze (auch nicht schlimm) und es wurde Fieber sowie der Blutdruck kontrolliert. Und am Nachmittag kam die Ärztin und drückte mir auf die Gebärmutter so dass man meinte sie käme am Rücken wieder raus dennoch war dies nicht schmerzhaft.
So richtig schmerzfrei laufen konnte ich dann am 6 Tag wo ich schon fast wieder aus dem Bett springen konnte. Mein Bauch sieht immer noch ein bisschen aufgebläht aus (daraus resultierte wohl die Frage einer anderen Dame – „Wann ist es denn bei Ihnen so weit?“ :) ), allerdings spürt man auch hier täglich, dass er sich wieder zurückbildet.

Die 7 Tage waren im Sankt Rochus Hospital wunderschön – vor allem durch das Familienzimmer da ich Jan und Stefan immer dabei hatte – ich habe noch nie ein Krankenhaus mit Tränen und Wehmut verlassen diesmal schon.

….“Die Nachuntersuchung – No Sex“


Die Nachuntersuchung wurde dann in 10 Minuten am Sonntag, dem 25.10.09 und damit am eigentlichen Geburtstermin durchgeführt. Neben einer vaginalen Untersuchung (zur Kontrolle des Wochenflusses) die trotz Narbe nicht unangenehm ist wurde ein Ultraschall von der Gebärmutter gemacht sowie die ersten Klammern entfernt. Meine Narbe wurde nämlich von innen genäht und von außen geklammert. Die Klammern zu entfernen ist meiner Meinung nach wesentlich angenehmer als Fäden zu ziehen.
Nachdem man uns mal wieder den Sex verboten hatte durften wir dann glücklich und zufrieden nach Hause fahren.


….“Zu Hause ist es toll und mir geht es Spitze“


Jetzt bin ich heute, am 29.10.2009 seit 4 Tagen zu Hause und mir geht es klasse. Ich kann wieder alle Bewegungen ausführen die mir während der Schwangerschaft und auch die ersten Tage nach dem Kaiserschnitt nicht möglich waren. Zudem kommt, dass mein Kind mein ein und alles ist und ich momentan der Glücklichste Mensch der Welt bin.

Fazit:

Ich gehe – ohne es mitgemacht zu haben – davon aus, dass eine normale Geburt wesentlich schneller die Bindung zwischen Mama und Kind aufbaut. Der Kaiserschnitt war für mich nicht geplant und dennoch habe ich als wirklich großer Angsthase diese Hürde gemeistert. Solltet ihr Angst davor haben euch einem Kaiserschnitt unterziehen zu lassen kann ich euch nur sagen, dass es schlimmeres gibt. Die ersten paar Tage sind zwar etwas schmerzhaft dennoch braucht ihr lediglich das Lächeln eures Kindes, euren Mann und ein paar Tropfen Novalgin um euch über diese – dennoch sehr kurze – Zeit hindurch zu beißen. Ich hoffe, dass ich mit meinem Text denjenigen die Angst genommen habe die wie ich Panik vor einer Op haben. Auch wenn mein Fall kein oft auftretender Fall ist gibt es auch andere Arten die zu einem Notfall Kaiserschnitt führen können und mein Tipp an euch ist, dass ihr euch gedanklich drauf vorbereitet damit ihr nicht so nichts ahnend damit konfrontiert werdet. Mein Problem war übrigens, dass mein Mutterkuchen veraltet war und der Kleine sich nicht mehr richtig ernähren konnte.


Ich möchte mich nicht nur an die Leser hier bedanken sondern auch meinem Mann von Herzen danken und allen die mir über diese Zeit geholfen haben und für mich da waren und am meisten freue ich mich, dass es dich gibt:

Jan Luca
Geboren am 19.10.2009
13:08 Uhr
2950 Gramm und 49,5 cm

Ich liebe Dich!


PS: Das Bild wird lediglich 2-3 Tage online sein, dann nehme ich es wieder raus. Dies ist in meiner Trance entstanden als ich von der Narkose mal kurz wach war.

NAchtrag: Bild ist raus..wer gerne mich und Knirpsi sehen möchte der schreibt mir ins PGB und bekommt dann ein Bild per Upload :)

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Finetta12

Finetta12

07.01.2010 21:49

alles gute

stefbl

stefbl

28.12.2009 13:38

Ach herrje, was für eine Geschichte! Ich weiß aus eigener Erfahrung gut, wie es sich anfühlt, Angst um das Wohl des Kindes zu haben ... .( Und schlussendlich war die Entscheidung bei dir doch garantiert gut und richtig. Eine Geburtseinleitung ist übrigens totaler Horror - während eine PDA überhaupt nicht schlimmt ist. Mich hat sie gerettet, sonst wäre ich nach meiner eingeleiteten Geburt vermutlich auch ganz schnell ein Fall für einen Notkaiserschnitt gewesen ...

bodenseestern

bodenseestern

12.12.2009 20:30

LG Petra

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