Lag es an Hugh Grant?
28.04.2002
Pro:
Spike ! ! !
Kontra:
flache Story, farblose Julia Roberts, Hugh Grant, Hugh Grant, Hugh Grant . . .
Empfehlenswert:
Nein
 alteSchwedin
Über sich:
Wo geht die Zeit nur hin...
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Heute will ich mal wieder über einen Film schreiben. Ich habe ihn vor allem wegen seiner Hauptdarstellerin Julia Roberts aus der Bibliothek mitgenommen. (Zur näheren Erläuterung: Meine Bibliothek hat auch ein bescheidenes Angebot an CDs und Videos.) Ich rede von „Notting Hill“. An Julia Roberts Seite sollte sich ja Hugh Grant von seiner besten Seite zeigen. Mit nicht allzu großen Erwartungen, Liebeskomödie halt, sah ich mir den ungefähr 2 Stunden langen Film eines Samstags also an. Doch hier erstmal etwas zum Inhalt: William Thacker ist ein ziemlich erfolgloser Buchhändler im Londoner Stadtteil Notting Hill, der sich auf Reiseliteratur spezialisiert hat. Eines Tages beschüttet er auf der Straße den weltberühmten Filmstar Anna Scott mit Orangensaft. Nach dem sie sich bei ihm umgezogen hat, küssen sie sich. Naja, jedenfalls verlieben sie sich natürlich ineinander. Doch offiziell hat Anna noch eine Beziehung. Als dann auch noch die Presse von ihrer Affäre Wind bekommt, flüchtet Anna Hals über Kopf. Werden sie sich kriegen? (Ist das eine Frage?) Nebenbei bringt der total schräge Spike auch noch einige Verwirrung...
So, mehr fällt mir zur Handlung auch nicht ein, ich will ja auch nicht zu viel verraten. Zusammen gehen Anna und William nur noch ins Kino, zum Geburtstag seiner Schwester und ins Restaurant. Die lustigste Szene davon ist noch der Geburtstag. Williams Freunde sind einfach herrlich schräg und wirken wunderbar natürlich, so dass auch die gesamte Szene herrlich rüberkommt. Es wird darüber diskutiert, wer die tragischste Person am Tisch ist und damit den letzten Brownie bekommt. Da erfährt der Zuschauer allerlei Kurioses. Kommen wir nun zu den Schauspielern. Ich möchte hier nur näher auf die Darsteller und Filmfiguren von William, Anna und Spike eingehen, da die anderen nicht wirklich oft vorkommen.
Julia Roberts spielt den Filmstar Anna Scott. Anna ist zwar ein steinreicher und umjubelter Filmstar, fühlt sich in Wirklichkeit jedoch sehr einsam und hat keine Freunde. Sie stürzt sich af William, als hätte sie jahrelang keinen Mann mehr gesehen. Julia Robberts wirkt in dieser Rolle irgendwie farblos. Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass die Rolle an sich nicht so viel hergibt, aber sie ist einfach viel zu glatt und perfekt. Das liegt meiner Meinung nach jedoch an der Filmfigur und nicht an der Schauspielerin. Denn ich (und viele von euch bestimmt auch) kenne Julia Roberts aus „Pretty Woman“, einem meiner Lieblings-Liebesfilme. Dort wirkt sie charmant und vor allem interessant. Und dass sie auch anders kann, als in „Notting Hill“ konnte man in „Erin Brockovich“ bewundern. Ich sehe Julia Roberts eigentlich sehr gerne, aber hier kann sie auch nicht mehr viel machen. Zu farblos! William Thacker wird von Hugh Grant dargestellt. William, der schüchterne Buchhändler, ist meist total unbeholfen. Doch eines setzt dem Ganzen die Krone auf: William setzt im Kino eine Taucherbrille (mit geschliffenen Gläsern) auf, weil er seine Brille verlegt hat. Ich habe mir dann ja schon gedacht, dass das amüsant wirken sollte, aber ich fand es einfach nur überflüssig, überaus dümmlich und peinlich. Doch wenn ich mich nicht gerade über die nervige Darstellung, die hochgefönten, festbetonierten Haare oder die schräggestellten Augen aufgeregt habe, übermannte mich die Müdigkeit. Nach diesem Film weiß ich, dass ich Hugh Grant nicht mag!
Die beste Figur und der Lichtblick des Filmes liegt für mit in der Rolle des Spike, dargestellt von Rhys Ifans. Am auffälligsten sind erstmal seine total feschen Klamotten: eingelaufene, zu heiß gewaschene Pullis, T-Shirts mit ungewöhnlichen Sprüchen (z.B. die Aufschrift „Get it here“ mit einem Pfeil auf seine Lendengegend) und total schmuddelige Unterhosen. In besagten Unterhosen posiert Spike mit Vorliebe vor der versammelten Presse Großbritanniens. Rhys Ifans spielt den Spike so perfekt, so wunderbar schräg und doch irgendwie anrührend. Er wirkt die ganze Zeit über natürlich und ist immer für einen Lacher gut. Schön schräg! Auf die weiteren Darsteller möchte ich nicht näher eingehen. Ich muss jedoch zugeben, dass ich sie allesamt besser finde als Hugh Grant.
Zur Kamera ist allgemein nicht sehr viel zu sagen. Schöne, aber keineswegs spektakuläre oder ungewöhnliche Bilder werden uns geboten. Einzig wirklich erwähnenswert finde ich die Darstellung, wie die Zeit vergeht, nachdem Anna William verlassen hat: Während William über den Markt in Notting Hill läuft, vergehen die Jahreszeiten. Das alles wird mit einer genialen Musik unterlegt. Richtig gut! Der Soundtrack insgesamt besteht natürlich aus Lovesongs am laufenden Band. Am bekanntesten und am ehesten mit „Notting Hill“ zu verknüpfen ist wahrscheinlich „When you say nothing at all“ von Ronan Keating. Im Großen und Ganzen ein solider, doch nicht überragender Soundtrack. Um das hier mal abzuschließen, möchte ich nochmal ein bisschen zusammenfassen. „Notting Hill“ ist kein wirklich schlechter Film, wie man das von Britney Spears’ Kinodebüt sagen muss. Die Story ist zwar etwas flach, aber nicht wirklich schlecht. Zudem schleichen sich in den zwei Stunden einige Längen ein und spätestens beim zweiten Ansehen wird es dann richtig langweilig. Hinzu kommt meine persönliche Antipathie gegen Hugh Grant, dessen Schüchternheit so gnadenlos künstlich wirkt, dass es einfach keinen Spaß mehr macht. Im Gegensatz dazu ist Julia Roberts so etwas wie ein Ausgleich, denn sie spielt, wenn auch etwas farblos, doch so gut, wie es ihre Rolle hergibt. Das Highlight des gesamten Filmes jedoch ist Spike. Schon allein wegen ihm sollte man wenigstens mal in „Notting Hill“ hineinschauen. Spike macht den Film erst zu einer Komödie!
Ich kenne viele Menschen, die „Notting Hill“ wirklich mögen, aber ich kann keine Empfehlung aussprechen. Hier merkt man mal wieder, wie verschieden die Geschmäcker sein können.
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02.08.2002 08:23
Ich verstehe das ganze Theater um Julia Roberts sowieso nicht, habe mir auch den Film nicht angesehen, war wohl eine Vorausahnung.
13.05.2002 17:41
Mir hat der Film schon sehr gut gefallen, vor allem Spike war echt lustig. So konnte ich auch meinen Freund der normalerweise nicht auf "Liebesfilme" steht für diesen Film begeistern. Tschau Angi
10.05.2002 13:13
Hmm - dann war "4 Hochzeiten und ein Todesfall" wohl auch nicht so ganz dein Fall...sag mal, war "Spike" nicht dieser große, böse Hund bei Tom und Jerry?? ;-)