Mit „Nova“ legte Wolfram Kober jetzt seinen ersten Erzählungsband
vor, nachdem in Anthologien schon einzelne Science-Fiction-Geschichten
von ihm erschienen sind. Das Buch enthält Nachnutzungen altbekannter
Erzählmuster der Science Fiction. Kober entdeckt dabei Neues, aber
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Bekannte Erzählmuster mit widersprüchlichem Eindruck
Erfahrungsbericht von Dr.Karsten.Kruschel über Nova / Wolfram Kober 13.01.2000
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Mit „Nova“ legte Wolfram Kober jetzt seinen ersten Erzählungsband vor, nachdem in Anthologien schon einzelne Science-Fiction-Geschichten von ihm erschienen sind. Das Buch enthält Nachnutzungen altbekannter Erzählmuster der Science Fiction. Kober entdeckt dabei Neues, aber auch Plattheiten sind ihm unterlaufen.
In „Schuld“ etwa konstruiert der Autor umständlich einen Unglücksfall, in dessen Verlauf auf einen der beiden Kosmonauten alle Schuld geladen wird, um zum Schluß den anderen als schuldig hinzustellen. Die Pointe überrascht aber ebensowenig wie die in „Genesung“, wo der Leser durch den belehrenden Ton fünfzehn Seiten vor dem Schluß schon alles weiß. Die Zeitreisegeschichte „Zaatar“ ergeht sich in pseudowissenschaftlichem Dialog und sagt, wie meist, wenn SF mit der Zeitmaschine spielt, wenig.
Überzeugen kann Wolfram Kober dann, wenn er die schon benutzten Ausgangssituationen auf wirklich neue Weise verwendet. Dann entstehen beeindruckende Erzählungen wie die psychologische Studie „Ehrgeiz“ und vor allem „Der Krieg“: Aus irrwitzigem supertechnischem Kriegsgeschehen wird eine Gruppe Soldaten in die Zukunft geholt, in der ihr Krieg und alle Kriege vergessen sind. Hier wird eindringlich gestaltet, wie und warum einer der Soldaten zur Menschlichkeit zurückfindet; und auch, warum seine Kameraden dazu nicht fähig sind.
In anderen Geschichten ist Kober nur wieder auf die bekannten Muster gestoßen; die Handlungsabläufe von Kobers „Zero-Welt“ und Bernd Ulbrichs „Die Barriere“ z.B. ähneln einander. Die Sprache des Autors zielt stets auf die Charakterisierung der Figuren ab, da werden Einzelheiten über die Menschen mitgeteilt. Aber nicht immer entsteht aus diesen Einzelheiten ein vorstellbares Bild, weil Kobers Lakonismus überwiegt. Das Problem ist andererseits ein Mißverhältnis von erzählerischem Aufwand und schließlichem Ergebnis (ungeachtet der durchweg wichtigen Themen). Etwa dann, wenn in „Das Wrack“ sich lange Er”rterungen und Beschreibungen aneinanderreihen, bis die Geschichte zu einem hektischen Schluß getrieben wird. Dabei kann Kober es besser, wie er in „Abstände“ unter Beweis stellt, indem er eine an sich schwache Story facettenartig aufgliedert und dadurch nacherlebbar macht.
Das hätte man auch den anderen Geschichten des Bandes gewünscht. So bleibt ein, vorsichtig gesagt, widersprüchlicher Eindruck.
In: Volksstimme, Magdeburg, 5.1.1984.Wolfram Kober:Nova. Utopische Erzählungen. Verlag Das Neue Berlin 1983, 229 Seiten, 6,50 Mark.
Wolfram Kober: Nova (Verlag Das Neue Berlin 1983)
"Kennen Sie das Gefühl, wenn ... ?" Oft wird man in Büchern so, oder so ähnlich vom Autor bzw. seinen jeweiligen Figuren angesprochen. Zeugt es v ...
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