Shutterbrille der neuesten Generation
11.01.2010
Pro:
Gigantisches 3D - Erlebniss, volle Farbenvielfalt im Gegensatz zu Rot - Grün - Brillen
Kontra:
Keine OpenGL Unterstützung
Empfehlenswert:
Ja
Details:
3D-Beschleunigung:
Installation
Kompatibilität:
mehr
 DoomGuy
Über sich:
Mitglied seit:26.03.2009
Erfahrungsberichte:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Bei der NVIDIA 3D Vision handelt es sich um eine Shutterbrille, die es ermöglicht, Dreidimensionale Bilder und Videos in echtem 3D zu betrachten. Das klingt viel komplizierter als es ist - man benötigt lediglich zwei Bilder, eines für das linke und eines für das rechte Auge. Das einzig komplizierte ist, die beiden Bilder getrennt auf das richtige Auge zu bekommen. Die eigentliche 3D-Berechnung der Räume, das zusammensetzen der Bilder, übernimmt unser Gehirn.
Technik, Geschichte und Funktion Die wohl bekannteste Technik für Stereoskopisches 3D Video sind Rot/Cyan oder Rot/Grün-Brillen, die die Farbtöne jeweils nur auf das Auge durchdringen lassen, für das das Bild bestimmt ist. Solche 3D-Filme mit Brille kann man kaufen oder in der Videothek ausleihen, jeder normale DVD-Spieler und Fernseher kann sie abspielen und darstellen. Der Nachteil: Man kann zwar erahnen, welche Farben welche Bilder haben, aber so ganz farbenprächtig ist das ganze dann doch nicht, da auf einem Auge nur Rot-Töne sichtbar sind. Die Luxusvariante, die auch in großen 3D-Kinos verwendet wird, sind Polarisationsfilter, welche die Lichtwellen nur in einer Schwingungsrichtung durchlassen. Dafür benötigt man einen speziellen Projektor und eine metallbeschichtete Leinwand, die das Licht auch richtig reflektiert. Und dann gibt es noch die Head Mounted Devices, kurz HMDs, das sind kleine Monitore, die in einer großen Brille mit verschiedenen Optiken direkt vor dem Auge montiert sind. Diese Brillen kann man schon fast als Helme bezeichnen und sind in der Anschaffung extrem teuer.
Die NVIDA 3D Vision Brille verwendet die sogenannte Shutter-Technik. Dabei werden auf dem Monitor abwechselnd die Bilder für das Rechte und das Linke Auge angezeigt. Die Brille dunkelt dann das Auge, für das das Bild nicht bestimmt ist, mittels LCD ab. Es ist also immer abwechselnd das Linke und das Rechte Auge offen. Daraus ergibt sich schon der Nachteil, den alle Shutterbrillen haben: Das Bild hat für den Betrachter nur die Hälfte der Frequenz, die der Monitor ausgeben kann. Bei einer normalerweise angenehmen Bildwiederholfrequenz von 75 Hz sieht man das Bild mit 37,5 Hz flackern, was sehr oft zu Kopfschmerzen führt. Man benötigt also einen Monitor mit einer extrem hohen Wiederholfrequenz. Die meisten Röhrenmonitore schaffen zwar die 120 Hz, mit denen man das Bild angenehm in Stereo 3D betrachten kann, allerdings nicht mit hohen Auflösungen. Vor vielen Jahren (etwa 1999) wurde für NVIDIA-Graphikkarten eine Shutterbrille auf den Markt gebracht - Die Elsa Revelator 3D. NVIDIA unterstützte bis Treiberversion 93.71, also nicht all zu lange her, Stereoskopische Berechnung von allen Computerspielen, die in 3D berechnet werden. Dazu gab es verschiedene Ausgabeformate für die verschiendenen Geräte. Die Entwicklung der Stereo3D-Treiber, wie man sie bis dahin kannte, wurde allerdings Anfang 2007 eingestellt.
Mit dem Aussterben der CRT-Monitore wäre auch fast das Ende der Shutterbrillen gekommen. Selbst moderne TFT-Flachbildschirme unterstützen nur eine Wiederholfrequenz von 60 Hz. Das wäre 30 Hz durch die Shutterbrille, was man sich nicht gerne freiwillig antut, also kamen TFT-Monitore nicht in Frage. Mit der Entwicklung neuerer TFT-Bildschirme, die Wiederholraten bis zu 120 Hz bei voller Auflösung erlauben, wurde die Shutterbrille wieder interessant.
Kompatibilität, Treiberinstallation
Es ist also wichtig zu erwähnen, dass der richtige Monitor für die 3D Vision Brille vorhanden sein muss. Dazu eignet sich jeder Monitor mit einer Wiederholfrequenz von 120 Hz. Ich verwende den von NVIDIA empfohlenen Samsung SyncMaster 2233 RZ und eine GeForce 9800 GX2. Eine Liste mit geeigneten Graphikprozessoren und Monitoren kann man auf der NVIDIA-Webseite einsehen. Diese sollte man natürlich anschauen, BEVOR man die Brille kauft. Mittlerweile gibt es sogar schon ein Notebook, welches ein 120 Hz-fähiges Display besitzt. Die Frequenz der Shutterbrille muss mit der Bildwiederholfrequenz des Monitors synchronisiert werden. Das funktioniert mit Hilfe des Infratorsenders, an dessen Rückseite man die maximale Bildtiefe im Betrieb einstellen kann. Dieser wird über USB angeschlossen. Die Brille besitzt einen integrierten Akku, welchen man bei normaler Benutzung wochenlang nicht laden muss. Solle es trotzdem soweit sein, kann man die Brille über ein USB-Kabel wieder laden. Den Akku kann man leider nicht austauschen.
Der 3D-Vision Brille liegt eine Treiber CD bei, jedoch empfehle ich wie bei allen NVIDIA-Produkten, die neuesten Treiber von der NVIDIA-Webseite zu benutzen. Bei den alten Stereo-Treibern, die ich oben erwähnt hatte, war es möglich, jedes Spiel zu rendern und in 2 Perspektiven aus zu geben. Die neuen Stereo-Treiber sind nur noch für die 3D Vision Shutterbrille oder Rot-Cyan-Brillen gedacht.
Das Stereo 3D Erlebniss und die Nachteile Das Problem, dass sich bei Benutzung der 3D-Brille ergibt, ist die immer gleich bleibende Entfernung des Monitors zu den Augen. Wenn wir normalerweise einen Gegenstand in 10 Metern Entfernung anschauen, richten sich die Augen auf diesen Gegenstand aus und das Gehirn stellt die Sehschärfe mit der Linse auf diese Entfernung ein. Die Augen müssen sich auch bei Verwendung der 3D-Brille auf den Gegenstand ausrichten, den man gerade anschauen will. Dadurch entsteht auch der Tiefen-Effekt. Leider stimmt dann die automatische Einstellung der Bildschärfe des Auges nicht mehr, man denkt zwar, dass das Bild weiter weg wäre, es ist aber immer noch auf der selben Entfernung wie der Monitor.
An diesen Nachteil muss man sich erst gewöhnen. Dazu kann man die Bildtiefe im Betrieb mit einem Einstellrad an der Rückseite des IR-Senders einstellen. Je tiefer die maximale Bildtiefe eingestellt wird, desto weiter gehen die Augen auseinander und desto schwieriger wird es, das Bild zu betrachten. Der Maximalwert ist für die Augen etwa so, als würde man den kilometerweiten Horizont betrachten, nur eben mit der falschen Entfernung bei der Einstellung der Bildschärfe des Auges. Es dauert Wochen, bis man sich daran gewöhnt hat und die Tiefe auf das Maximum stellen kann. Ob das so gesund ist, sollte besser ein Augenarzt beurteilen. Ich persönlich brauche etwa 5-10 Sekunden für meine Augen, um mich nach stundenlangem Spielen wieder an normale Verhältnisse zu gewöhnen.
Computerspiele in Stereo 3D
Leider fällt bei den neuen Treibern die OpenGL-Unterstützung weg. Es können also nur Spiele in Stereo 3D gespielt werden, die auch über Direct3D berechnet werden. Eine Liste von Spielen und deren Spielbarket sowie Kommentare zur besseren Einstellung findet sich (leider nur) auf der englischen NVIDIA-Homepage. Diese Liste kann auch im Optionenmenü des Treibers aufgerufen werden. Sollte ein Direct3D-Spiel nicht auf der Liste stehen, kann es möglicherweise trotzdem stereoskopisch berechnet werden. Bei Ego-Shootern wird normalerweise das Zielkreuz auf der vordersten Ebene auf dem Monitor angezeigt. Wie bei einer echten Waffe sieht man dieses natürlich 2 Mal, wenn man einen Gegenstand in der Ferne betrachtet. Um da Abhilfe zu schaffen, gibt es eine zusätzliche Funktion, die ein Laserzielvisier für die Waffen simuliert. Manche Spiele, wie z.B. Spiele mit der Source-Engine (Half-Life 2, etc) unterstützen dieses Laservisier auch mit dem Original-Fadenkreuz.
Um die Augen an die mit der Entfernung des Bildes nicht übereinstimmen Blickwinkel zu gewöhnen, lässt sich die Bildtiefe während des Spielens mit einem Einstellrad am IR-Empfänger einstellen. Für kurze Pausen kann man per Hotkey die 3D-Ausgabe auch während des Spielens problemlos aus- und wieder einschalten. Die zweite Perspektive, die berechnet werden muss, benötigt natürlich auch ihre Rechenleistung. Ganz grob geschätzt nehmen die Frameraten aktueller Spiele bei meiner 9800 GX2 etwa um 1/3 ab, was noch im grünen Bereich liegt.
Filme und Bilder in Stereo 3D NVIDIA bietet zur 3D Vision auch noch einen 3D-Videoplayer und ein Bildbetrachtungsprogramm, mit dem 3D-Filme und Videos betrachtet werden können.
Leider sind die meisten erhältlichen 3D-Filme, wie schon erwähnt, für Rot-Grün-Brillen gedacht und auch schon so auf den DVDs abgespeichert. Solche Filme lassen sich nicht mit der 3D Vision abspielen. Das Videoformat für die 3D-Vision basiert auf dem neuesten Windows-Media-Codec und enthält zwei getrennte Videospuren. Diese werden erst vom Computer zusammengesetzt. Auf der NVIDIA-Homepage lassen sich einige Videos herunterladen, unter anderem ein Trailer über das 24-Stunden-Rennen. Mein Urteil dazu: Es ist der absolute Wahnsinn, gestochen scharf und die Partikel kommen aus dem Monitor geflogen. Schade, dass es dazu kaum fertige Filme gibt. Ähnlich wie bei den Filmen verhält es sich auch mit 3D-Bildern. Man benötigt ein Format, in dem die Bilder für das linke und das rechte Auge getrennt abgespeichert sind. Fotos, die für Rot-Cyan-Brillen vorgefertigt wurden, lassen sich nicht betrachten.
Fazit Die NVIDIA 3D Vision Brille ist ihr Geld absolut wert. Das 3D-Erlebniss mit hochauflösenden Bildern und kräftigen Farben lässt sich nicht mit den Papier-rot-Grün-Brillen vergleichen.
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05.05.2011 23:35
Sehr gut beschrieben. Alles drinne was man wissen sollte :) Ist ein BH wert :)
12.01.2010 08:42
Klasse beschrieben! Hier werden fast alle Fragen vorweg genommen. Ein klares BH!