Neue Tarife - alles Super?
26.06.2009 (27.05.2010)
Pro:
einfache, überschaubare Tarife, guter Kundenservice, stabile Netzabdeckung
Kontra:
sehr hohe Kosten für Servicenummern (0180 . . . . )
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Netzabdeckung Ballungszentren:
Netzabdeckung Land:
Klang
Service
 JaniHanni
Über sich:
Mitglied seit:30.05.2002
Erfahrungsberichte:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 20 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Heute habe ich ein neues Handy für eine Vertragsverlängerung von O2 erhalten. Das ist für mich Anlass, einen kleinen Bericht zu diesem Mobilfunkanbieter zu schreiben. Vorgeschichte
Angefangen hat alles vor - ich weiß gar nicht mehr so genau - ca. 10??? Jahren, damals noch "Viag Interkom". Homezone und Festnetznummer gab es erst knapp ein Jahr später und von Flatrates war die Mobile Welt noch weit entfernt. Grund für den Wechsel waren erhebliche Differenzen mit dem Quasi-Monopolist Deutsche Telekom. War das ganze ursprünglich nur als Übergangslösung geplant, bis halbwegs brauchbare Internettelefonie möglich sein sollte, hat sich die Partnerschaft über die Jahre hinweg gehalten. Die letzten Jahre
Über die Jahre hat es bei Viag-Interkom (seit mehreren Jahren O2) viele Veränderungen gegeben. Die Netzabdeckung wurde verbessert, es gibt im Moment nur noch wenige Lücken. Tarife wurden verändert und neue Tarife sind dazugekommen. O2 war der erste Mobilfunkanbieter, der eine "Homezone" angeboten hat. Homezone heißt, dass ich als Kunde in einem vorher festgelegten Gebiet auf einer Festnetznummer (und damit meist sehr günstig) erreicht werden kann und ich selbst aus dieser Zone günstig telefonieren kann. O2 war auch der erste Anbieter, der eine Flatrate für die Homezone angeboten hat - 20 Euro war der Preis und beinhaltete beliebige Gespräche ins Festnetz und zu O2, aber eben nur aus der Homezone.
Der nächste Schritt ist noch gar nicht so lange her. Mit "Genion L" kann der Kunde deutschlandweit für einen Fixpreis ins deutsche Festnetz und zu O2 telefonieren, eine Homezone ist also gar nicht mehr erforderlich. Die Kosten dafür: 30 Euro im Standardtarif (mit Handy); 25 Euro im Aktionstarif (mit Handy, aber nicht so stark subventioniert) oder 20 Euro ohne Handy. Problematisch - wie bei allen Mobilfunkanbietern - ist bis vor kurzem die Tarifvielfalt gewesen. Inklusivpakete, Frei-SMS; Bonusprogramme, Punktesammeln und so weiter.... Das Gefühl, nicht immer den günstigsten Tarif erwischt zu haben war nicht von der Hand zu weisen.
aktuelle Situation Besserung soll es nun mit einer "Tarifrevolution" geben, nur noch 3 Tarife werden angeboten - Inklusivpaket mit 100 Minuten; Mobile-Flat und ganz neu O2O.
- Inklusivpaket heißt: 100 Minuten in alle Netze - Preis: 10 Euro (ohne Handy)
- Mobile-Flat heißt: kostenlos ins deutsche Festnetz und zu O2 - Preis: 20 Euro (ohne Handy)
- O2O heißt: 15 Cent pro Minute und SMS in alle Netze, maximal aber 60 Euro im Monat; kein Handy, keine Grundgebühr, keine Mindestkosten, keine Mindestvertragslaufzeit. O2O kann als Pree-Paid (Vorauskasse) oder als Post-Paid (Rechnung) genutzt werden.
Ganz neu: Egal, wo der Vertrag abgeschlossen wurde - ein neues Handy ist jetzt unabhängig von Vertragslaufzeiten erhältlich, wird praktisch aber nicht mehr subventioniert. Das ist ganz einfach: Handy auswählen, den Preis für das Handy ohne Vertrag anzeigen lassen und diesen durch 25 teilen. 1 Teil ist die "Anzahlung", die anderen 24 Teile werden über 24 Monate abbezahlt, also ein versteckter Kredit ohne Zinsen. Einerseits sehr hilfreich, da nun alle Verträge ohne Handy abgeschlossen werden können und sich jeder zu welcher Zeit auch immer für ein Handy entscheiden kann - von ganz einfach bis zum Luxusgerät. Andererseits aber eben ein zusätzlicher Ratenvertrag. Deshalb lohnen sich die Tarife mit Handy aus meiner Sicht nicht mehr (zumal die 15 Euro mehr im Monat kosten)
Allerdings haben sich die neuen Tarife nicht immer positiv geändert. Wer noch einen "Genion" Tarif hat, telefoniert in fremde Netze für 19 Cent/Minute, der neue Mobile-Flat-Tarif kostet da schon 29 Cent/Minute - macht mal eben 50% Preissteigerung. Wer viele SMS schreibt, sollte sich überlegen, den Tarif online und direkt beim Netzanbieter (www.o2online.de) abzuschließen. Als online-Bonus erhält der Kunde derzeit bis zu 150 Frei-SMS in alle Netze oder wahlweise einen Rabatt von 15% auf die monatliche Rechnung. Wer keine SMS schreibt und fremde Mobilfunknetze nur in Ausnahmefälle anrufen muss sollte sich mal bei dem ein oder anderen Reseller umschauen. Mobilcom bietet zum Beispiel bis zum Monatsende noch die alten Tarife an und gibt sogar noch extra-Preisnachlässe auf die Grundgebühren. (Genion L 50% heißt, dass die Grundgebühr zum Beispiel nur 10 Euro/Monat beträgt. Ein Handy kann dazugekauft werden, wird aber praktisch nicht subventioniert. Die Ersparnis von 10 Euro im Monat summiert sich aber während der Mindestlaufzeit auf 240 Euro - und dafür gibt es dann doch schon ein ordentliches Gerät. Mobilcom garantiert, dass die ermäßigte Grundgebühr für die gesamte Vertragsdauer gilt, also auch nach den 2 Jahren Mindestlaufzeit.
Kundenservice / Erreichbarkeit Der Kundenservice ist grundsätzlich mit gut zu bewerten. Freundliche MitarbeiterInnen, sowohl in der Hotline als auch in den Shops vor Ort sind die Regel. Nervig (aber wohl bei allen Anbietern so): Wird der Vertrag nicht verlängert - oder sogar ein (vorsorgliches) Kündigungsschreiben verschickt, melden sich die Kundenbetreuer mehrfach und versuchen, den Verbleib mit Zusatzaktionen schmackhaft zu machen. Bis vor kurzem war die Kundenhotline für Online-Kunden mit Gebühren verbunden, neuerdings ist die Hotline für alle Kunden gebührenfrei zu erreichen (auch für PreePaid-Kunden). Das ist ein echter Fortschritt. Leider ist die Warteschleife schon mal mehrere Minuten lang, die längste Wartezeit war bei etwa 10 Minuten!. Das ist ganz klar ein Minuspunkt.
versteckte Kosten Die Festnetznummer ist kostenfrei, die Homezone unabhängig vom Wohnort frei wählbar. Lediglich ein regelmäßiger Aufenthalt in der Homezone (z.B. der Arbeitsplatz) wird vorausgesetzt. Gratis dazu: die Mailbox, die bundesweit kostenlos abgerufen werden kann. Gespräche werden nach spätestens 2 Stunden automatisch beendet, eine sofortige Neuanwahl ist jedoch möglich. In letzter Zeit häufen sich aber die Gesprächsabbrüche schon nach etwa 30 Minuten. Ein Schelm, wer böses dabei denkt...
Wer mag, kann für seine Rufnummer bis zu 2 zusätzliche Sim-Karten erhalten (einmalige Gebühr: 25 Euro/Karte; keine laufenden Kosten). Es können so 3 Geräte mit der gleichen Rufnummer genutzt werden, die Geräte können sich aber untereinander nicht anrufen. Ein Parallelbetrieb ist ebenfalls nicht möglich. Wird von einem Gerät telefoniert, sind die anderen automatisch blockiert. Eingehende Anrufe kommen immer auf das Gerät mit der "Hauptkarte" an. Trotzdem kann das durchaus sinnvoll sein. SMS und MMS kosten extra und schlagen ab 0,19 €/Stück zu Buche. Das ist nicht ungewöhlich und bei den großen Anbietern praktisch gleich.
Ein ganz großer Nachteil ist aber der Anruf sogenannter Service-Nummern (auch hier nehmen sich die Mobilfunkanbieter nichts). Was früher als "Share-Cost" angepriesen wurde entpuppt sich als extreme Kostenfalle. Anrufe zu 0180-Nummern kosten schnell mal 60 Cent die Minute, Gewinnhotlines schlagen mit etwa 1,00€ je Anruf zu Buche und einige kostenlose Servicenummern (0800----) sind aus dem Mobilfunknetz gar nicht erreichbar. Der Anruf der Krankenkasse oder der Arbeitsagentur kann so schnell mehrere Euros verschlingen und zehrt so den Vorteil der günstigen Flatrate auf. Gerade die 0180-er Nummern sollten meiner Meinung nach abgeschafft oder zumindest durch Festnetznummern ergänzt werden. Fazit
Ich bin nach wie vor zufrieden, meine Telefonrechnung incl. aller Gespräche ist genau so hoch wie die Grundgebühr der Telekom (ohne Gespräche). Die Homezone funktioniert stabil und dank Flatrate muss ich nun auch nicht mehr auf die Uhr schauen. Die neue Tarifstruktur ist einfach und überschaubar. Es dürfte daher nur eine Frage der Zeit sein, bis die anderen Anbieter nachziehen. Die Reduktion auf 3 Tarife ist gelungen, auch wenn es zum Teil zu höheren Gebühren kommt. Wer "Altverträge" hat, kann diese behalten. Wer aber viel in fremde Netze telefoniert und dazu auch noch SMS-Weltmeister ist, sollte sich mal den O2O-Tarif genauer anschauen... Leider ist an meinem Wohnort noch kein O2-DSL verfügbar, das wäre sonst der logische nächste Schritt.
Nachtrag vom 03.07.2009:
Die alten Tarife sind nun endgültig Geschichte. Seit dem 01.07.2009 bieten auch die großen Reseller nur noch die 3 "neuen" Tarife an. Damit hat O2 seine Tarifänderung nun konsequent durchgesetzt. Was (leider) nicht konsequent ist: Der Kostenairbag von 60,00 Euro pro Monat im O2o-Tarif wäre auch für die beiden anderen Tarife ein gutes Verkaufsargument.
Und: im O2o-Tarif gibt es leider keine Festnetznummer!
Wichtig: Der Kostenairbag gilt nur für Inlandsgespräche und Inlands-SMS. Gespräch zu Sonderrufnummern, MMS und Auslandsgespräche sowie Roaminggebühren sind NICHT enthalten! Wer also seinen Urlaub in Spanien verbringt - der sollte genau aufpassen!
Nachtrag Mai 2010: Inzwischen ist auch O2O mit Festnetznummer/Homezone nutzbar. Die Festnetznummer kostet 5 Euro extra im Monat. Der Kostenairbag wurde von 60,00 auf 50,00 Euro reduziert und lässt sich bei Online-Abschluss mit 15% Rabatt auf 42,50 senken.
Für Geschäftskunden gibt es einen neuen interessanten Tarif, O2On. Dazu aber ggf. ein neuer Bericht.
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10.09.2009 14:19
mobilcom bietet den "alten" Genion L nach wie vor mit 50% Nachlass an, allerdings nun auf 6-12 Monate begrenzt. Ausserdem sind die Zusatzkarten bei O2 nicht wie angegeben nur über die Hauptkarte anrufbar, sondern es klingeln alle Geräte, auch die mit den Nebenkarten. Nur der SMS Empfang muss per GSM Code umgeleitet werden auf die entsprechende Nebenkarte, während die Hauptkarte dann keine SMS mehr empfängt. LG Planir
29.06.2009 13:35
So vielseitig verständig und aufschlussreich ist es geschrieben, dass mir das eine Bestnote wert ist!
27.06.2009 13:09
Der Bericht ist richtig gut geworden.