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OVB Kommunikation mit Sprechverbot

1  25.12.2007 (07.10.2008)

Pro:
Brötchen bei der Infoveranstaltung haben geschmeckt

Kontra:
Sprechverbot, arglistige Täuschung

Empfehlenswert: Nein 

fredbaer

Über sich: Lesen und gelesen werden.

Mitglied seit:28.06.2004

Erfahrungsberichte:44

Vertrauende:84

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 179 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

OVB - Kommunikation mit Sprechverbot

***Einleitung und Erstkontakt***

In einer Anzeige einer kostenfreien Werbezeitung fand ich ein Inserat eines Unternehmens mit dem Namen OVB, welche Mitarbeiter für eine Tätigkeit als Datenerfasser suchte.

Da ich einen Nebenjob für das Wochenende suchte, rief ich die angegebene Nummer für weitere Informationen an. Mein Gesprächspartner war sehr freundlich und lud mich zu einem Bewerbungsinterview ein. In einem unscheinbaren Flachbau, für Laufkundschaft recht unzugänglich, am Rande eines Gewerbegebietes befand sich das Büro der OVB.
Es gab keine Hinweise am Gebäude, das sich in diesem Gebäude die OVB befand.

Das Gespräch empfand ich sehr freundlich. Ich hinterfragte die konkreten Stelleninhalte. Mein Gegenüber, ein Herr Mitte 30, suchte einen Mitarbeiter, welcher am Samstag zwischen 8:00 Uhr und 12:00 Uhr die abgeschlossenen Verträge von Finanzdienstleistungsprodukten in den PC eingab und die Wartung der EDV-Anlage durchführte. Ich freute mich, denn das war eine Art Nebentätigkeit welche ich gern machen wollte. Die Arbeitszeit fand ich o.k., eine kaufmännische Ausbildung mit guten EDV-Kenntnissen hatte ich ebenfalls.

Auf meine Frage, nach der schlechten Zugangsmöglichkeit für die Laufkundschaft, antwortete mein Gegenüber, dass Laufkundschaft und Besucher eigentlich gar nicht erwünscht seien. Das Büro wurde ja deswegen in einer abgelegenen Gegend extra deswegen angemietet.
Am Gesprächsende lud er mich für den nächsten Samstag zu einer Veranstaltung ein, an welcher dass Unternehmen vorgestellt werden sollte.

***Informationsveranstaltung***

Ich traf zum vereinbarten Zeitpunkt, an einem Samstag, zur Veranstaltung ein.
Etwa zwanzig Personen saßen auf mehren Stuhlreihen hintereinander und schauten sich ein Video über Skilaufen und OVB-Werbung an. Die Akteure in diesem Video bewegten sich, mit verzückten Mienen und gebetsartig erhobenen Armen, brennende Feuerzeuge in den Händen, um ein OVB-Logo herum.
Es gab belegte Brötchen und Getränke, wovon ich mich reichlich bediente.

Nach dem Video begrüßte ein Mitarbeiter die Bewerber und stellte das Unternehmen vor.
Er sprach über den Vertrieb von Finanzdienstleistungen und die Zugangsmöglichkeiten zu potentiellen Kunden. Hier sei es wichtig mit einem PKW der Oberklasse zu erscheinen.
"Fährt denn jemand von Ihnen noch von Ihnen Kleinwagen?" fragte er in die Menge.
Keiner der Bewerber meldete sich.

Ein Bewerber fragte nach der Fahrtkostenerstattung. Er erhielt zur Antwort, dass es hierbei entsprechende Regelungen gäbe. Welche das konkret waren, nannte der Referent nicht.
Ich warf ein, dass es meiner Meinung nach völlig unerheblich sei, mit welchem Verkehrsmittel der Mitarbeiter den Kunden besucht. Ich plädierte für Straßenbahn, Bus und Fahrrad. Da gäbe es keine Parkplatzprobleme. Außerdem sei dies doch egal, da der Kunde ohnehin nicht mitbekommt mit welchem Verkehrsmittel man anreist.

Der Referent reagierte darauf nicht, schaute mich aber mit gerunzelten Brauen an.

Er sprach dann davon, dass die OVB die Centbeträge der Mitarbeitereinkommen nicht auszahlen würde. Diese Centbeträge würde die OVB für humanitäre und soziale Projekte spenden. Ich warf hier ein, dass ich freiwilliges Spenden gut fand, diese Art der Zwangsspende jedoch verabscheute.
Darauf ging der Referent nicht ein, ich empfand dass er mich mit grimmigen Blicken musterte.

Am Ende der Vorlesung stellten die Bewerber Fragen. So z.B. nach den Arbeitsort, dem Einkommen und nach den Reisekosten. Die Fragen beantwortete der Referent sehr ausweichend.

Ich fragte, wie in meinem Fall als Büromitarbeiter und Nebenjobber die konkrete Bezahlung erfolgt, da ich ja keine Finanzdienstleistungsprodukte verkaufte.
Ich kommunizierte, dass ich am Samstag von 8:00 bis 12:00 Uhr Daten in den PC eingeben würde, entsprechend Vereinbarung mit meinen ersten Kontaktpartner.
Ich hatte mich doch als Datenerfasser beworben.
Mein Gesprächspartner wich meinen Fragen mit umwölkter Stirn und sichtlich ungehalten aus.
Die unkonkreten Auskünfte ärgerten mich. Daraufhin hinterfragte ich gezielt, ob es sich um sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis oder um eine Tätigkeit als Handelsvertreter nach §§ 84 ff. HGB handelt.
Der Gesprächspartner erwiderte in barschem Ton:"Sie kennen sich wohl aus, was? Ich mag nicht dass Sie mich so etwas hier fragen, die anderen hören doch alles mit. Was soll denn das?"
Ich bestand dennoch auf der Beantwortung meiner Frage. Er bat mich diese Frage mit dem zuständigen Geschäftstellenleiter, meinen Gesprächspartner beim Erstkontakt, zu klären.

Kurz darauf war Pause. Beim Herausgehen sprach ich einen Mitbewerber an:"Wie finden Sie denn die Veranstaltung?" Der Referent sprang hinter mir her. "Gehen Sie auseinander. Ja, Sie beide. AUSEINDER! SOFORT!" rief er in aggressiven Ton. "Und Ihnen" herrschte er mich an "Ihnen erteile ich ein SPRECHVERBOT!".

Da der Referent das Hausrecht besaß, nickte ich und brummte mit fest zusammengepressten Lippen.

Gestikulierend mit Kopf und Händen, gab ich mit verschlossenem Mund undefinierte Laute als Erklärung ab, dass ich auf diese Weise bei der OVB nicht arbeiten wolle und verabschiedete mich.

***Nachbearbeitung***

Am Montag kontaktierte ich noch einmal meinen Gesprächspartner vom Erstkontankt. Von ihm erfuhr ich, dass es sich hier um ein verzweifeltes Ringen für die Gewinnung von Finanzdienstleistungs-vertriebsmitarbeitern handeln würde.
Ich sollte auch im Außendienst, als Handelsvertreter nach §84 HGB ff. auf eigenes Risiko und eigene Kosten Versicherungen "verkloppen". Von den 18 Mitbewerbern sei kein einziger übrig geblieben. Die Anzeige mit dem Job als Datenerfasser sei bloß ein Trick. Wäre die Anzeige als Versicherungs-bzw. Finanzdienst-leistungsverkäufer beschrieben, so würde sich kein Mensch darauf bewerben. Es sei unglaublich schwer für den Finanzproduktvertrieb der OVB Mitarbeiter zu finden, so die Aussagen meines Gesprächspartners. Deshalb die Lügen mit der Vertragseingabe in den PC und die Wartung der EDV-Anlage beim Erstgespräch.

Ich kommunizierte, dass ich mich betrogen fühlte und verabschiedete mich. Mein Gesprächspartner schaute mir traurig nach, so mein Empfinden.

Einige Zeit später gab es diese Geschäftstelle nicht mehr.

***Gut***

Die belegten Brötchen habe mir gut geschmeckt.

***Weniger gut***

Die Reaktionen auf meine sachbezogenen arbeitstechnischen Fragen empfand ich, als hätte ich hier Ungehöriges oder Peinliches wissen wollen. (z.B. Fragen nach der Farbe der Unterwäsche der Partnerin des Referenten, Art und Form des Stuhlganges des Referenten, etc.)

Die freie Meinungsäußerung, so meine Ansicht, war während der Veranstaltung besonders stark eingeschränkt. Soziale Kompetenz, Nächstenliebe und Respekt untereinander konnte ich nicht entdecken. Das Gegenteil war der Fall.

***Fazit***

Die Art der Mitarbeitergewinnung empfand ich als arglistige Täuschung und rate eindeutig von einer Mitarbeit bei der OVB ab.
Das Kürzel OVB bedeutet objektive Vermögensberatung. Die OVB arbeitet aber mit vertraglich festen Finanzpartnern zusammen und kann somit nur eingeschränkt objektiv sein.
Weiterhin arbeiten die Mitarbeiter, welche in dieser Veranstaltung gewonnen werden sollten, innerhalb eines provisionslastigen Einkommenssystemes, welchen den eigenen Einkommensnutzen über dem des Kundennutzen stellt. Damit ist die Frage nach der Objektivität meiner Meinung nach, überzeugend beantwortet.

Für eine wirkliche objektive Beratung, ohne verkäuferischen Hintergrund, ist die OVB aus meiner Sicht ungeeignet.

Für eine objektive Beratung empfehle ich eine honorarpflichtige Beratung beim einen unabhängigen, richtigen Versicherungsberater, welcher hierbei keine Verkaufsabsichten im Schilde führt.

Dieser Bericht wurde auch unter dem gleichen Titel bei "dooyoo" publiziert.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Fossibaer2002

Fossibaer2002

06.02.2011 14:13

Gut zu wissen was einen bei der OVB erwartet. Gruß Fossi

esposa1969

esposa1969

03.09.2010 21:30

... du hast doch einen Nebejob ;-))) CIAO, lg +b h

krimifan66

krimifan66

21.08.2010 12:56

Ich war auch mal bei einer Info Veranstaltung, mehr nicht!

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