Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Disney, Liebe zum Detail, bunt, Storyline, Originalität, super lustig, geht ins Herz |
| Kontra: |
Nichts |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Nun folgt ein Kino-Erfahrungsbericht über einen neuen Disney-Film :)
Filmtitel:
„Oben“ (im Englischen „Up“) Trickfilm, USA 2009, 96 Min, FSK ohne Altersbeschränkung
Regie führt: Pete Doctor, Bob Peterson
Buch: Pete Doctor, Bob Peterson
Mit den Originalstimmen von
- Edward Asner ( Carl Fredericksen )
- Jordan Nagai ( Russell )
- Christopher Plummer ( Charles Muntz )
- Bob Peterson ( Dug & Alpha )
- Delroy Lindo ( Beta )
- Jerome Ranft ( Gamma )
Und der deutschen Synchronisation durch
- Fred Maire & Otto Schenk ( Carl Fredericksen)
- Maximilian Belle ( Russel )
- Karlheinz Böhm ( Charles Muntz )
- Dirk Bach ( Dug )
- Claus-Peter Damitz ( Alpha )
- Stefan Günter ( Beta )
- Pierre Peter-Arnolds ( Gamma )
Fakten zum Film:
„Oben“ ist der zehnte, computeranimierte Spielfilm der
Pixar Animation Studios in Zusammenarbeit mit der
Walt Disney Company. Die Premiere war am 13. Mai 2009 als offizieller Eröffnungsfilm der internationalen Filmfest spiele in Cannes. Der deutschsprachige
Kinostart erfolgte am 17. Semptember 2009. Es ist die erste Pixar-Produktion eines 3D-Film, sein Vorfilm heißt 'Teilweise wolkig'.
Eine (hoffentlich soweit spoilerlose) Kurzbeschreibung:
Carl Fredricksen, ehemaliger Ballon-Verkäufer im Zoo, ist
mittlerweile 78 Jahre alt als seine von ihm über alles geliebte Frau Elly frühzeitig verstirbt. Die beiden hatten eine schöne aber kinderlose Ehe, erfüllt und begründet auf dem Wunsch, eines Tages nach
Südamerika an die
Paradiesfälle zu reisen, denn dort, so war es ihr Plan als Kinder, wollten sie ihr Haus auf der Bergspitze aufstellen. Mit dem Tod seiner Frau allerdings zieht sich Fredricksen in das kleine Haus zurück. Als dann Baumaßnahmen und ein Vorfall mit einem Mitarbeiter Baufirma ihn zwingen, in ein Altersheim umzuziehen, beschließt er, endlich den Traum seiner verstorbenen Frau und seinen eigenen in die Tat umzusetzen; mit tausenden von regenbogenbunten Luftballons lässt er sein Haus abheben, bis hoch in den Himmel, um durch ein ausgeklügeltes System nach Südamerika zu fliegen.
Erst, als Carl schon lange zwischen den Wolken fliegt, bemerkt er, dass er einen
blinden Passagier an Board hat; der neunmalkluge, überehrgeizige Pfadfinder und selbsternannter Wildnisforscher Russell, der sich unbedingt sein letztes Abzeichen verdienen will ( „Sei einem Senior bei etwas behilflich“ ) hängt an der Veranda und tritt die Reise letzlich gemeinsam mit einem sich sträubenden Carl an. Was die beiden nicht ahnen, ist, welche Abendteuer sie erwarten, wenn sie
erst einmal die Paradiesfälle erreicht haben. Sie treffen gemeinsam einen seltenen, farbenprächtigen und sehr anhänglichen Vogel, den Russell Kevin nennt, eine ganze Hundemeute und dessen rachsüchtigen und brandgefährlichen Herren, der nur eins im Sinn hat: seinen Ruf wieder herzustellen.
Um nicht zuviel zu verraten lässt sich soviel sagen; es geht um:
- einen seltenen wie skurrilen Vogel
- um sprechende Hunde
- um Schokolade und Tischtennisbälle
- ein fliegendes Haus und
- tausend Luftballons
- um einen großen Zeppelin
- um die Pflicht, einander zu helfen und irgendwie doch das Richtige zu tun.
- Versprechen zu halten, und ein Abenteuer zu erleben,
- darum, seinen Verstand nicht zu verschließen, sondern zu öffnen, für all das, was noch kommen kann.
In erster Linie geht es allerdings um die
Freundschaft, die selbst zwischen einem kleinen, vorwitzigen Jungen und einem sehr alten, etwas griesgrämigen Mann, entstehen kann.
Meine Meinung:
Meine Lebensgefährtin und ich sind einander sehr, sehr ähnlich, bei manchen Dingen hingegen gehen unsere Meinungen ab und an etwas auseinander. Filme gehören beispielsweise dazu, denn als wir dann vor dem Kino standen, musste ich alle Mittel ausfahren, um sie für diesen Film, von dem sie noch nichts gehört hatte, zu begeistern. Ich habe zugegebenermaßen ein Faible für Trickfilme, besonders Disney und Pixar...sie zu sehen, ist ein Muss für mich, und ganz zu meiner Freude kann ich sagen, es diesmal absolut nicht bereut zu haben. Die Geschichte ist absolut anrührend und wunderschön, die Farben und die Darstellung sind lupenrein und toll anzusehen, die
Animationen sehr lebendig und bewegt. Besonders gefallen haben mir bei „Oben“ die Charaktere, die in der Gestaltung eher schlicht gehalten, mit
viel runden und eckigen Formen, sind.
Carl Fredricksen, der alte, rüstige Rentner, wirkt nur nach außen hin sehr unantastbar. Er leidet wirklich glaubhaft unter dem Verlust seiner geliebten Elly und die Hingabe, mit der er versucht, ihren Traum zu verwirklichen ist wirklich hinreißend. Allerdings zeigen sich regelmäßig auch seine freundlichen, seine abenteuerlichen Seiten. Wirklich, wenn ich so einen Opa gehabt hätte, dann wäre ich wohl mehr als zufrieden! Besonders lustig ist hier auch die 'Beziehung' zwischen Carl und dem s'''prechenden Hund Dug''', der ihn mit den Worten „Ich heiße Dug und habe dich jetzt schon furchtbar lieb“ begrüßt.
Russell, von dem man weder Alter noch Nachnamen erfährt, ist ein vorwitziger, runder, kleiner Kerl, der mit unbewusstem Charme sein Unvermögen auf allen anderen Gebieten wettmacht. Russell ist sehr tierlieb und sehr ehrgeizig, wohl auch eine der lustigsten Charaktere des ganzen Films. Es ist schön, mit welcher Hingabe der selbsternannte 'Natur-forscher' seinen Pflichten als Pfadfinder nachgeht und wie er sich nicht durch die Griesgrämigkeit und Grobheit von Carl unterkriegen lässt.
Kevin, ist der Name des kunterbunten Vogels, um den sich letztlich das ganze Geschehen dreht. Er ist so witzig gestaltet und erinnert mich ein wenig an den Roadrunner. Besonders lustig sind die großen Augen, die eigentlich niemals blinzeln und die Art, wie er mit den anderen Charakteren interagiert.
Dug ist eine Art leicht übergewichtiger Golden Retriever und mein absoluter Lieblingscharakter. Er ist wie mein Hund! Absolut treu, absolut niedlich und zum totlachen. Dug will zwar immer helfen, aber das gelingt ihm nur in den wenigsten Fällen. Er hängt unheimlich an Carl und wünscht sich nichts sehnlicher, als von ihm als „sein Hund“ angesehen zu werden. Er ist sehr, sehr niedlich gestaltet und absolut hinreißend!
Charles Muntz mit den Hunden Alpha, Beta und Gamma sind die 'Bösen' des Films. Charles Muntz, einst ein sehr angesehener Abendteurer versucht alles, seinen Ruhm und sein Ansehen wieder herzustellen und geht dabei über Leichen. Auch er ist sehr lustig und genauso alt und rüstig wie Carl, das finde ich besonders schön. Einen jüngeren, kräftigeren Bösewicht zu wählen, wäre auch extrem unrealistisch und hätte irgendwie nicht richtig zu dem Filmkonzept gepasst. Seine Hunde Alpha, Beta und Gamma sind ebenfalls auf ihre ganze eigene Art charmant, besonders die von Alpha will ich nicht verraten ; ) Man muss mehr lachen, wenn man es noch nicht weiß...
Alle Charaktere kann man auf die eine oder andere Art leiden; es gibt keinen wirklichen Unsympathisant und das finde ich sehr schön bei dem Film. Sie interagieren absolut authentisch und überzeugend miteinander und schon sehr bald kristallisieren sich bestimme Beziehungen besonders heraus (beispielsweise die von Dug und Carl oder von Russell und Kevin). Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, zu sehen, wie sie zusammen reagierten und sich verhielten, weil man nicht wusste, was als nächstes passieren konnte – alles war möglich!
Die Charaktere sind natürlich nicht das einzige schöne an dem Film; besonders hinreißend und vielleicht deswegen grade so komisch sind die Running Gags, die sich durch die ganze Storyline ziehen. Absolut witzig und überhaupt nicht übertrieben bringen sie einen immer und immer wieder dazu, zu lachen – ein gutes Beispiel hierfür wäre wohl der Katze!-Gag, der das stereotypische Verhalten von Hunden karikiert. Nicht nur eben diese immer wiederkehrenden Witze brachten uns zum Lachen, auch viele Szenen im Film waren einfach nur urkomisch, was wohl auch zum Großteil an der Darstellung der Charaktere lag oder an der Spontanität des Witzes.
Neben dieser lustigen und wirklich unterhaltsamen Seite des Films gibt es natürlich auch eine nicht so lustige; sie wird von dem Tod Ellys dominiert und der Trauer von Carl über den Verlust seiner Ehefrau. Carl idealisiert dadurch den Traum, nach Südamerika zu gehen, sehr stark und sieht es als eine Art 'letzten Wunsch' an, bei der auch er über Leichen geht. Die Trauer und tiefe Traurigkeit blitzt immer wieder leicht im Film auf, wenn Carl mit seinem Haus redet, mit dem er sehr zärtlich und vorsichtig umgeht, und gipfelt schließlich später, als er sich an den Paradiesfällen befindet. Ich muss zugeben, dass ich zweimal ein bisschen geweint habe, am Anfang und mittendrin des Filmes, einfach, weil das alles so absolut berührend und wunderschön zu gleich war.
Es ging schlichtweg direkt ins Herz, und das passiert mir, obwohl ich recht nah am Wasser gebaut bin bei Filmen, nicht allzu oft. Auch meine Freundin hat einmal ein bisschen Tränen unterdrücken müssen; und ich kann euch versprechen, dass will schon etwas
heißen!
In diesem Film geht es natürlich auch wie immer um die typischen DisneyWerte - Freundschaft, Vertrauen, Loyalität. Aber diese Werteübermittlung ist absolut nicht eindimensional und sie geschieht über ausgesprochen ungewöhnliche Thematiken. Hervorzuheben ist natürlich die Beziehung zwischen Russell und Carl, die unterschiedlicher nicht hätten sein können und vielleicht auch aufzeigt, dass der Generationsunterschied (oder der Generationskonflikt?) doch viel einfacher zu überwinden ist, als man eigentlich ahnt. _Oben_ lebt von der Magie des Außergewöhnlichen und Unerwarteten, davon dass die ganze Geschichte abwechselnd bezaubernd, urkomisch und herzzerreißend ist. Es ist vielleicht auch die eigene Faszination, der innerliche Kindertraum vom Fliegen, der einen so mitfühlen und miterleben lässt; ich werde den Anblick dieser tausenden knallbunten Ballons nicht los, die Farbenreflexe überall hinwarfen, wo sie waren. Noch in der Nacht darauf habe ich davon geträumt, so tief beeindruckt hat mich dieses Bild, diese Personifizierung eines gelebten Traums, so unlogisch und unmöglich das ganze natürlich ist. In „Oben“ sind tausend verrückte und farbenfrohe Ideen zusammengetragen und durch ein Feuerwerk an Originalität zum Vorschein gebracht; legendäre Vögel, Frösche, die als Wecker funktionieren und jede Menge anderes, amüsantes Getier. Das Ende ist natürlich 'Disney'-Pur, was genau das heißt, werde ich nicht näher erläutern (:
Fazit:
Ich muss ehrlich sein und zugeben; „Oben“ ist einer der Filme, bei denen ich
nichts Negatives sehen kann und vielleicht auch nicht sehen will. Es ist natürlich wieder eine Sache des Geschmacks und der persönlichen Einstellung; wenn man absolut keine Animationsfilme oder Trickfilme mag, dann wird auch „Oben“ einen nicht vom Hocker hauen. Für alle, die diesem Genre allerdings zugetan (so wie ich) oder offen (so wie meine Freundin) entgegenstehen, kann ich nur sehr empfehlen, ihn anzuschauen. Er ist wirklich einen Kinobesuch Wert!
Man wird das Kino verlassen und sich fragen, ob man jetzt eher mehr gelacht oder mehr gestaunt hat, und ob die kleinen Kullertränchen oder die feuchten Augen vom Lachen kommen, oder weil man selbst ein bisschen von Carl und Russell, von Kevin und Dug berührt wurde. „Oben“ ist ein Vergnügen für die ganze Familie und ideal, ein gemeinsames Wochenende auszufüllen. Selbst meine Freundin, die angesichts meiner Filmwahl eher weniger begeistert war, hat mir nach dem Film gesagt, dass wir uns unbedingt die DVD holen müssen, wenn sie draußen ist. Ich kann wirklich nicht genau erklären, warum dieser Film so schön ist und was genau einen so zum Lachen oder Weinen bringt. Wahrscheinlich ist es ein Cocktail aus allem; die hinreißenden, authentischen Charaktere, die ungewöhnliche Geschichte, die Schausplätze, die tausend Luftballons oder der Traum vom Fliegen. Und den, da bin ich mir sicher, haben wir alle schon mal geträumt ; )
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sehr hilfreich
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sehr hilfreich
09.04.2010
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Mehr als nur 99 Luftballons
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Pro: im wahrsten Sinne des Wortes bewegende Geschichte
Kontra: nur ein paar Klitzekleinigkeiten, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen
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sehr hilfreich
12.09.2009
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