Erfahrungsbericht über "Oberpfalz"

veröffentlicht 16.08.2017 | hhh13
Mitglied seit : 08.11.2014
Erfahrungsberichte : 66
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Über sich :
Zur Zeit wieder ein BH-Stau!!! Lebe jeden Tag so, als wäre es dein letzter!*** Danke herzlich für alle Lesungen und Bewertungen :-) ***
Ausgezeichnet
Pro Eine landschaftlich wunderschöne Gegend - pure Natur
Kontra da gibt es nix zu kontern :-)
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"URLAUB in der Oberpfalz und 3 verschiedenen Wäldern"

Grüß Gott alle miteinand :-)

Oberpfalz


Mein 2. Urlaub im Verlauf meines Lebens. Vom 22. bis 29. Mai 2017 machten wir Urlaub rund um den Ober Pfälzer Wald. Man sagte mir einmal, dass es auch innerhalb Deutschland schöne Urlaubsziele gibt. Man muss nicht unbedingt ins Ausland verreisen. So ist dann zu meiner großen Verwunderung auch alles gekommen. Unser Urlaubsdomizil war in Tännesberg in MONIS FERIENWOHNUNG. Von dort aus planten wir alle weiteren Unternehmungen.


Erster Tag - Anreise


Morgens um Acht ging es los: Für die Anreise entschieden wir uns - wegen der schönen Landschaft - entlang der Landstraße B 470. Die Straße führte uns über POTTENSTEIN - Drehort des Filmes: "Ein Dorf rockt auf" - und weiter entlang der schönen Fränkischen Schweiz. Die Fahrt bis zur Urlaubsunterkunft dauerte von meinem Heimatsort Walsdorf bis nach Tännesberg 1 1/2 Stunden. Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten, fuhren wir erst einmal in einen Supermarkt, um uns für die nächsten 2 Tage mit Essen und Trinken zu versorgen. Abens machten wir es uns dann im Wintergarten (Terrasse) gemütlich, um uns für den nächsten Tag etwas auszuruhen.

Zweiter Tag - Schratzel-Rosi lässt grüßen


Unseer 2. Tag führte uns rund um Waidhaus. Wir erkundeten den NATUR-LEHRPFAD. Ein Pfad mitten durch den Wald. Hier konnten wir anhand von Schaufenstern und -tafeln Tiere und Pflanzen bewundern, die hauptsächlich in diesem Wald ihre Heimat haben. Ab und zu hingen genau über uns Windfiguren, die lustig ihr Spiel über uns mit dem Wind trieben. Kleine Tierfiguren aus Holz begleiteten uns ebenfalls an den Wegrändern. Sogar eine Spiegeltafel überraschte uns - und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Überraschung kam mit einem Blick IN den Spiegel. Schön verzerrt, wie auf dem Jahrmarkt in einem Spiegelkabinett. Mal dünn, mals dick. Der gesamte Weg des Naturlehrpfades belief sich in etwa 3,5 km. Zwei Mal fanden wir auch eine Bank für eine Zigarettenpause. Da fällt mir doch gerade ein Song von Nina Lizell (DDR/Tschechien) ein: "Rauchen im Wald ist verboten - doch Küssen ist erlaubt." Zweites wurde natürlich auch in die Praxis verbannt :-)Der Wanderweg selbst war gut zu laufen. Keine Äste oder Dinge auf dem Boden, wo wir hätten stolpern können. Alles ringsherum war rein naturbelassen.

Dritter Tag - Alles für die Bildung


Völlig anders als der Naturlehrpfad ist der GEOLOGISCHE Lehrpfad, den wir uns an diesem Tag als Reiseziel aussuchten. Nicht nur einfach so mal ein Stein war hier zu bewundern. Nein - richtige große Quader aus den unterschiedlichsten Materialien. Jeder Stein enthielt Informationstafeln - Name des Gesteins - Vorkommen und bei den ganz großen sogar Infos über den Transport. Ca. 4 km lang ist dieser Pfad. Als Kind wohnte ich in einem großen Bauernhaus, welches ringsherum voll mit Schiefer eingekleidet war. Hier staunte ich dann doch ein wenig, wie Schiefer eigentlich ursprünglich aussieht. Und genau der Schieferstein war auch so ein Riesenquader. Ein Steingebilde war dabei - sah aus wie ein Pi - nur mit DREI senkrechten Steinen darunter. Dieser geologische Naturpfad beherbergt eine Unmenge an Gesteinsarten. Auffallend war die große Sorgfalt und Ordnung auf diesem Pfad. Ein LOB an die PFLEGER! Ein Steinbrunnen war natürlich auch mit im Besichtigungsfeld vorzufinden, auch ein schönes kleines Waldhäuschen mit Bank davor zum Ausruhen.


Vierter Tag - Kraftsporttag - und kein Ende in Sicht


Dies war ohne Zweifel unser anstrengendster Tag, jedenfalls für mich. Wir waren zwar am richtigen Abzweig mehrerer Pfade, sind aber in den verkehrten Weg eingebogen. Ein Stück Weges sahen wir entfernt eine kleinere Wandergruppe und wollten uns eigentlich denen anschließen. Dabei liefen wir quer Feld ein, kamen aber leider erst recht vom eigentlich gekennzeichneten Weg ab. Lange Rede – kurzer Sinn: Bevor wir noch weiter vom Weg abkamen, liefen wir einfach den eingeschlagenen Weg weiter. Er nahm und nahm kein Ende. Mein Bärchen war sich aber sicher, dass wir auf dem richtigen Weg waren, nur hatte er sich in der Länge des Weges geirrt. Zum Glück kam uns dein ein anderes Wegpaar entgegen, die wir dann nach dem weiteren Weg fragten. Sie bestätigten unseren Weg und informierten uns, dass es allerdings noch ein ganzes Stück weiter gehen würde, bis wir unser Ziel erreichen würden. Nun erst einmal aufatmen bei meinem Bärchen, dass er mit seiner Wegführung erst einmal richtig lag. Entgegen zu seiner Freude lies allerdings bei mir die Kondition spürbar nach. Ohne Übertreibung! Bin echt nur noch geschlichen. Kein Wunder, denn der Weg durch den Wald hatte eine Steigung von 15 %. Und der Weg nahm und nahm keine Ende. Im gebückten Zustand – fast auf den Brustwarzen krauchend – lief ich einfach meinem Bärchen hinterher und schaute nur nach unten auf den Weg, um nicht auch noch zu fallen. Ab und zu schaute ich nach oben, '''Ob nicht endlich Licht am Ende des Tunnels zu sehen war – bzw. wir endlich aus dem steilen Wald heraus kommen..


Gefühlsmäßig erschien mir das Ganze einfach nur noch unendlich. Im Gegensatz zu meinem Bärchen – der an diesem Tag eine ausgezeichnete Kondition hatte, dachte ich – ich mach das Letzte. 2 x habe ich mein Asthmaspray nehmen müssen, um überhaupt weiterlaufen zu können. Natürlich bekam das mein Bärchen mit und ließ uns 2 x Rast machen. Hielt bei mir nur leider nicht lange an. Schon nach wenigen Metern nach der Rast fühlten sich meine Oberschenkel wie BLEI an. Die Höhe des Waldberges betrug insgesamt 265 Meter. Der Richtige Weg wurde mit roten Strichen an den Bäumen markiert, waren teilweise aber von Moos überwachsen. Daher auch unser verkehrter Einschlag in die falsche Richtung. Beim Start war eine Wegzeit von ca. 3 Stunden angegeben. WIR brauchten dazu 5 ½ Stunden. Dann endlich war auch dieser mühselige Weg/Pfad zu Ende! Herauskamen wir schließlich im Böhmischen Wald.


Noch ein paar Meter hin stießen wir auf einen kleinen überdachten Rastplatz mit Bänken, bzw. eine kleine Hütte, wo wir uns logischer Weise erst einmal nach diesem Marathon-Marsch ausruhten. Danach schlugen wir den Weg ein, der uns hoffentlich zu unserem Auto zurückführte. Vorher aber liefen wir durch ein tschechisches kleines Dorf, wo fast alle Leute vor ihren Häusern saßen und sich Grillspezialitäten gönnten, mit reichlich viel Bier auf den Tischen...Das Ende von Tschechien war dann Waclav-Wenzel. Hier war nochmals eine kleine Bank zur Erholung. Dabei erfuhr ich von meinem Bärchen einige geschichtliche Hintergründe, da hier nur noch ein paar wenige Häuser aus dem Krieg übrig geblieben zu sehen waren. 1945 mussten die Bewohner im Zuge der Vertreibung in Süddeutschland ihre Häuser verlassen. Diese wenigen Häuser sind noch die einzigen erhaltenen politischen "Zeitzeugen".


Fünfter Tag - Arber-See und Skilift


An diesem Tag machten wir eine größere Waldrundfahrt mit Besichtigung mehrerer Sehenswürdigkeiten. Als erstes berichte ich mal über den Arber-See, der sich logischer Weise am Fuße des Großen Arber-Berges befindet. Dieser See befindet sich natürlich am Rand des Waldes und des Berges. Ringsherum befindet sich ein Wanderpfad, der unter Naturschutz steht. Hinweisschilder informieren, dass der Weg nicht verlassen werden darf. Am Anfang – gleich neben dem See beginnt der Wanderweg. Irrtümlich nahm ich an, der See sei schnell „umlaufen“ Das war aber ganz und gar nicht so, denn der Weg um den See herum beläuft sich auf 3,5 km. Beim Start sieht man nämlich nicht, dass sich der Pfad förmlich tiefer in den Wald hinein schlängelt. Der große Arber selbst hat westlich des Gipfelkreuzes ein FELSRIEGEL und stellt mit einer Höhe von 1400 Meter den höchsten Punkt der OBERPFALZ dar.


Natürlich gibt es an dem Arber-See auch ein großes Lokal mit Außenterrasse und einigen Booten, die man sich dort ausleihen kann. Die Speisekarte bietet kalte und warme Speisen, so wie auch kalte und warme Getränke. Direkt unter der Gaststätte befindet sich die Bootsanlegestelle. 10 Stück davon stehen zur Auswahl bereit. Der Ausblick von der Terrasse ist einzigartig. Wir konnten genau auf eine Felsspalte schauen, an der das Wasser herunter lief. Da uns auch das Wetter hold war, und die Sonne auf den Rinnsal schien, wirkte das ganze, wie ein SILBERSTREIFEN, der sich am Berg herunter zog. Es blitze richtig in den Augen, wenn man dieses Naturschauspiel ansah. Der Weg um den See herum war sehr dicht bewachsen – richtig Urwald-mäßig und am Boden jede Menge Heidelbeeren und unzählige Pflanzen – von den urwüchsigen, fast filigranen Baumgebilden ganz zu schweigen.


Die Skiliftanlage auf der Neunkircher Höhe
war unser nächstes Ziel.


Wenn auch große Anlage, fanden wir ohne Probleme auch einen Parkplatz, denn der war ebenfalls sehr groß. An einem großen Vorplatz befindet sich der Eingang. Auf dem Vorgelände sind mehrere Kinderspielplätze mit Klettergerüsten und anderen Spielmöglichkeiten, die jedes Kind sicher gern benutzen. Über eine lange Treppe gelangt man zur Gaststätte, die auch eine Terrasse bietet. Von der Terrasse aus überblickt man den ganzen Außenbereich rund um die Liftanlage – selbst den Weg der einzelnen Liftkörbe kann man von hier aus verfolgen. Als wir auf der Terrasse saßen konnten wir auch einige FAHRGÄSTE des Liftes bestaunen. Als Highlight gibt es noch den KAISERTURM – als Aussichtsturm MIT Gaststätte. Mit seiner Höhe von 34 Metern gilt er als die HÖCHSTE WIRTSCHAFT im Odenwald. Die Skiliftanlage befindet sich auf der Neunkircher Höhe und misst 605 Meter. Sie gehört zur Bergkette im hessischen Teil des Odenwaldes. Auf der Terrasse dieses Ausflugziel hätte ich noch stundenlang sitzen können, sooo schön war der Ausblick UND das Wetter.


Sechster Tag – Staudamm (-see) bei Teublitz

Unsere letzte Besichtigung fand in der Nähe von Teublitz statt. Wir schauten uns das Kraftwerk und den Staudamm an. Früher (1949) bestand um Teublitz herum Trinkwassernot. Aus diesem Grund entstand dann das Wasserkraftwerk. Über dem Stausee befindet sich eine breite Fußgängerbrücke, von der aus auch Bootsfahrern zugeschaut werden kann. Allerdings ist auch eine Markierungslinie angebracht, WIE weit die Boote fahren dürfen. Auf dem Weg zum Stausee kann man auch ZWEI wunderbare Schlösser sehen – die wir uns aber nicht von innen angesehen haben, weil nur am Wochenende Einlass gewährt wird. . Sind aber vom Weg aus in luftiger Höhe schön anzusehen. Die Gegend um Teublitz gehört zum Bundesland Bayern und untersteht dem Regierungsbezirk Oberpfalz. Als Landkreis ist Schwandorf benannt. Leider habe ich vom Kraftwerk selbst kein Bild mehr – nur noch von den Herrschaftsschlössern.

Siebenter Tag – letzter Urlaubstag

Um uns alles Erlebte in Erinnerung zurückzurufen und um gedankliche Bilder vorbeiziehen zu lassen, waren wir am letzten Tag faul und blieben „zu Hause!. Sooo faul waren wir allerdings auch wieder nicht. Wir packten so nach und nach unsere Sachen zusammen, die wir nicht mehr benötigten. Abends haben wir im offenen Wintergarten gegrillt, gut gespeist, gewürfelt UND Fernseh geschaut. Es war der F1Tag – der große Preis von Monaco. An diesen Abend gingen wir auch etwas eher zu Bett, da ja für nächsten Morgen die Heimreise anstand...

Mein Fazit


Es war rundherum ein schöner erholsamer Urlaub. So ein richtiger Aktiv-Urlaub mitten durch drei verschiedene Wälder. Angefangen vom bayrischen, bis hin zum Oberpfälzer Wald und weiter bis in den böhmischen Wald hinein. An Sehenswürdigkeiten gab es mehr als genug. Mein persönliches Highlight war natürlich der wahnsinnige Aufstieg im Wald am 4. Tag. So schwer und anstrengend diese 5 ½ Stundenwanderung auch war – WAR aber trotzdem schön – muss man eben auch mal mitgenommen haben. Wenngleich es auch so aussah, als bekäme ich den schlimmsten Muskelkater in den Oberschenkeln – hat sich aber in nix aufgelöst.

Der Arber-See war für uns natürlich ebenfalls eine besondere Sehenswürdigkeit – ebenso der Skilift. Eigentlich gibt es nix, was uns nicht gefallen hätte. Auch unser Urlaubsdomizil war schlicht und einfach auch noch ein i-Tüpfelchen für unseren Urlaub. Darüber erstelle ich aber einen gesonderten Bericht. Was mich schon auf der Hinfahrt begeisterte. Die Blumenränder entlang des Straßenrandes und am Waldesssaum. Schon dabei kamen bei mir Urlaubsgefühle hoch. Zeitweise war die Straße sichtmäßig sooo lang, dass ich dachte, wir fahren direkt in den Wald hinein – weil sich für das Auge die Straße weit hinten versteckte – anstelle trat einfach nur Wald. Erst wenige Meter vor diesem Straßenende zog sich der Wald wie ein Reißverschluss wieder auseinander. Bei allen Wäldern handelt es sich um Mischwälder. Sehr viele Birken waren auch zu sehen. So schnell werde ich diesen Urlaub nicht vergessen, war es doch erst mein zweiter im Verlauf meines Lebens. Der erste war voriges Jahr an der Ostsee – aber da tue ich mich mit dem Bericht etwas schwer. Kein Wunder, denn bisher hatte ich während meiner 18-jährigen Mitgliedschaft noch NIE einen Reisebericht geschrieben – Mir fehlt einfach die Übung dafür...

Einen Urlaub im Oberpfälzer Wald kann ich jedenfalls mit gutem Gewissen empfehlen, denn es gibt noch mehr zu entdecken, als wir gesehen haben. Allerdings wird wohl jeder Urlaub in dieser Gegend ein AKTIV-URLAUB werden, da es rein landschaftlich fast nicht anders möglich ist. Der geologische Lehrpfad Nähe Tännesberg ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Soviel Gesteinsarten, in so großen Quadern sorgfältig für Besucher aneinanderzureihen – ist schon beachtlich. Der ganze Pfad machte einen äußerst gepflegten Eindruck...

Ich danke für eure Aufmerksamkeit mit einem lieben Gruß – eure Roswitha :-)


@hhh13 für Ciao – anno 17. August 2017



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Sommergirl-Mary veröffentlicht 06.10.2017
    schön
  • Cyber-Lulu veröffentlicht 02.10.2017
    wir machen auch sehr gern in deutschland urlaub und waren nach einem nordseeurlaub im letzten jahr dieses jahr im frankenwald. nächstes jahr ist das saarland geplant. dein bericht macht lust auf die oberpfalz
  • Halinamaryja veröffentlicht 01.10.2017
    Herzlichen Glückwunsch zum Brilli! Ein hervorragender Bericht.
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Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Typ: Sonstige Freizeittipps

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