Objektsexualität

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Eine Liebe ohne Gleichen
Erfahrungsbericht von Liebling_XXX über Objektsexualität
24.09.2010


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Beziehungsprobleme sind ausgeschlossen
Kontra: Gesellschaftliche Probleme sind programmiert

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Eine Liebe ohne Gleichen

Ich, männlich, Jahrgang 1980, wohne im Norden Deutschlands. Genauer: in Hannover. Ich habe lange überlegt, ob ich mich überhaupt zu diesem delikaten Thema äußern soll, denn viele werden mich schlicht für verrückt halten. Ich habe auch lange im Internet gesucht, ob es für meinen speziellen Fall überhaupt eine Plattform gibt, wo man was dazu schreiben kann. Dann fand ich diese hier.

Die Vorgeschichte

Ich habe erst mal die neun anderen Beiträge gelesen. Da schrieb eine Frau, ihren Computer zu lieben, ein Mann hat sich total in ein Flugzeug verknallt. Also, mit solchen Gegenständen könnte ich ja nichts anfangen, aber trotzdem trifft auch auf mich das Thema „Objektsexualität“ zu.
Da ich leider keine attraktive Erscheinung bin (ich bin hässlich!) und da ich auch nicht so viel Geld habe, um diesen Mangel so ausgleichen zu können, ich obendrein auch noch sehr schüchtern bin, ist mir das widerfahren, das es wohl nicht allzu oft auf dieser Welt gibt: ich bin 30 und immer noch eine „männliche Jungfrau“. Leider hatte ich noch nie was mit einer Frau, obwohl ich mir nie was sehnlicher gewünscht hätte.
Dabei ging es mir nicht ausschließlich um Sex, den ich noch heute misse. Am meisten vermisste ich Zärtlichkeit und Zuneigung. Liebkosungen und Streicheleinheiten von einer Frau. Als ich mal von einer Ärztin untersucht wurde und sie zu dem Zweck meinen Rücken berührte, liefen mir so eiskalte Schauer über denselbigen, dass ich eine Gänsehaut bekam. Die Ärztin hat davon (hoffentlich) nichts bemerkt, und mir war klar: ich weiß nicht, wie sich zärtliche Berührungen durch eine liebende Frau anfühlen, da ich sie nie erfuhr und nie erfahren werde. Aber ich weiß: ich vermisse sie!
Das ultimative Leiden

Und nicht nur wollte ich mal in den Arm genommen werden, gestreichelt werden, auch ich hätte mir nichts sehnlicher gewünscht, als mal zärtlich eine Frau zu berühren. Ihr über die Haare zu streicheln, sie zu küssen, einfach mit ihr zu schmusen. Aber das war immer unerreichbar für mich und besonders weh tat es mir, wenn ich andere Liebespaare sah, welche Zärtlichkeiten austauschten und ich konnte nur aus der Ferne zusehen.

Vor acht Jahren, also 2002, bin ich von zu Hause ausgezogen. Da war ich 22. Ich nahm mir eine Wohnung in derselben Stadt, in der ich mit meinen Eltern aufgewachsen bin, denn hier habe ich ja auch meinen Arbeitsplatz. Ich bin Bürobote in einer Zweigstelle der Stadtverwaltung.
Womit schon das nächste Dilemma angesprochen ist: Tag für Tag muss ich mit meinen attraktiven Kolleginnen zusammenarbeiten, ohne aber eine von ihnen haben zu können. Das war oft eine brutale Härte, die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde. Was habe ich oft gelitten, wenn die Kolleginnen frühmorgens von ihren Männern ins Büro begleitet wurden und sich mit einem Kuss verabschiedeten. Ich hätte vor seelischem Schmerz in Tränen ausbrechen können.
Dasselbe dann abends zum Büroschluss wieder. Die Männer holten ihre Frauen ab und begrüßten sie dazu erst mal mit Umarmungen und Küssen. Ich wusste: auf die wartet jetzt ein harmonischer Ausklang des Tages. Auf mich hingegen wartete meine leere Wohnung. Oft saß ich jeden Tag nach Feierabend zu Hause und weinte mir die Augen aus.
Vergebliche Mühen

Hin und wieder ging ich aus, in Lokale, ins Fitnesscenter, ins Kino, ins Theater, ich ließ nichts aus, unter Menschen zu kommen, um vielleicht doch noch eine Frau kennen zu lernen. Aber mich beachtete keine. Keine einzige. Dazu kam der Druck von meinen Eltern. Meine Mutter meinte oft: „Du hast jetzt eine so schöne Wohnung, fehlt da nicht noch was? Da gehört doch eine Frau her!“ Das sah ich ja auch so, aber woher nehmen? Und mein Vater äußerte gar mal den Verdacht, ob ich denn schwul wäre, weil er mich noch nie zusammen mit einem Mädchen gesehen hat. Das hat so verdammt weh getan.
Schließlich habe ich Kontaktanzeigen aufgegeben und selbst auf solche geantwortet. Das Ergebnis war bei jeder interessierten Dame dasselbe: sie schickte von sich ein Bild und verlangte eins von mir. Kaum hatte sie mein Bild, hat sie sich nie wieder gemeldet, einige forderten sogar ihre eigenen Fotos zurück.
Irgendwann hatte ich es dann aufgegeben, mich weiter um eine Frau zu bemühen. Als Sexersatz gab es Selbstbefriedigung, das war auszuhalten. Aber die Sehnsucht nach der Nähe und Zärtlichkeit zu einer Frau blieb mein sehnlichster und doch unerfüllter Wunsch.

Ein Fund verändert mein komplettes Leben

Ein Jahr nach meinem Auszug von daheim – es war im Oktober 2003 – machte ich einen abendlichen Ausflug in den Heidepark Soltau. Dort fand eine Freizeitveranstaltung mit Tanz und Disko statt. Irgendwie hatte ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Und dieser Besuch bei der Veranstaltung sollte auch tatsächlich mein späteres Leben nachhaltig verändern, wenn auch völlig anders als ich es mir erwartet hätte.

Ich war früh dran, die Disko, in die ich wollte, öffnete erst um 22 Uhr. Es war 21.30 Uhr. Und noch keine anderen Leute da. Also schlenderte ich auf dem Gelände auf und ab, als ich plötzlich auf einem Haufen Sperrmüll den Kopf einer Schaufensterpuppe liegen sah. Erst dachte ich mir ja gar nichts, dann ging ich aus reiner Neugier näher hin, bückte mich und hob den Kopf auf. Ein bisschen verschmutzt war er, aber ein total naturgetreues Gesicht einer Frau. Dazu diese Haare! Lange blonde Haare, und so was von weich und anschmiegsam… Augenblicklich dachte ich mir: „So fühlt es sich also an, einer Frau über Kopf und Haare zu streicheln“. Ein Gefühl, das ich bisher noch überhaupt nicht kannte. Als ob irgendwas in mir einen Schalter umgelegt hätte, zog ich meine Jacke aus, wickelte den Kopf ein und verließ damit das Festgelände.
Zurück auf dem Besucherparkplatz stieg ich in meinen Wagen und fuhr nach Hause. Die ganze Zeit entbrannte ein innerer Kampf in mir. Zwei Gefühlsbomben hämmerten unablässig auf mich ein; von der einen Seite redete mir meine Phantasie ein, das Beste draus zu machen und ich rechnete mir aus, wie das ist, „jetzt endlich auch eine Frau zu haben“. Von der anderen Seite natürlich sagte ich zu mir selbst: „Du bist verrückt! Du spinnst, wenn du das tust, was du vor hast!“ Aber war ich nicht in einer prekären Notlage? Hatte ich mir diese verfahrene Situation ausgesucht? Was konnte ich denn dafür, wenn ich beim anderen Geschlecht keine Chance habe. Und außerdem: habe ich nicht alles Menschenmögliche versucht, daran was zu ändern? Erfolglos?!
Und ich beruhigte mein schlechtes Gewissen (warum hatte ich das eigentlich? Weil ich dämlich geworden bin?) mit dem Gedanken: „Es muss ja keiner erfahren!“ So kam ich in meiner Wohnung an, den Kopf eingewickelt in meine Jacke auf dem Beifahrersitz. Im Badezimmer unterzog ich den Kopf erstmal einer gründlichen Reinigung, wobei ich meine eigenen Haarpflegeprodukte nutzte. Klar, andere waren ja nicht im Haus.

Nach dem Fönen und Trocknen der Haare (keine Perücke, die Haare waren in den Kunststoff des Kopfes eingeflochten), waren diese sich ohnehin schon so toll anfühlenden Haare noch um ein Vielfaches weicher, luftiger und fülliger geworden. Und sie dufteten nach frischem Shampoo. Jetzt galt es, den letzten inneren Schweinehund zu überwinden. Ich zögerte lange, haderte wieder heftiger denn je mit mir selbst, dass ich jetzt wohl vollends durchgeknallt bin, aber dann überwand ich diese Barriere – und küsste den Kopf. Vergrub meine Nase in den duftigen Haaren, schmuste damit. Klar war das keine echte Frau, das wusste ich auch. Aber trotzdem erlebte ich ersatzweise Gefühle, die mir bislang fremd waren.
Ich setzte mich im Wohnzimmer vor den Fernseher, legte den Kopf auf meinen Oberkörper, wie wenn eine echte Frau das tat – und zog mir einen Porno rein. Ich küsste die Haare auf dem Kopf und „kam“ so schnell wie nie zuvor. Langsam fand ich nicht nur immer mehr Gefallen an der Sache, auch fand ich mich immer mehr damit ab – mit der Tatsache, dass das jetzt eben „meine Frau“ ist.
Ich arrangiere mich mit meinem Schicksal

Als ich zu Bett ging, legte ich den Kopf auf ein Kissen neben dem meinen. Ich war so aufgewühlt, dass ich lange nicht einschlafen konnte. Ich war so was von aufgewühlt, war zwischen meinen Gefühlen hin- und hergerissen. Und auch wenn ich in meinem Innersten immer noch Hemmungen hatte – ich war gleichzeitig noch nie in meinem Leben so glücklich.
Als ich am nächsten Morgen aufstand, legte ich den Kopf auf mein Kissen und zog die Decke hoch bis unter den Hals, so dass das jetzt tatsächlich aussah, als würde eine echte Frau in meinem Bett liegen. Und ich erwischte mich dabei, wie ich das erste Mal in dem Kopf sprach: „Heute Abend sehen wir uns wieder!“ Dabei küsste ich ihn leidenschaftlich. Dann verließ ich meine Wohnung, um in die Arbeit zu fahren.

Wie immer erschien ich im Büro, die Kolleginnen wurden von ihren Männern, die sie brachten, mit Küssen verabschiedet. Und siehe da: der Anblick, der jahrelang die emotionale Hölle für mich gewesen ist, war erträglich geworden! Auf einmal machte mir das überhaupt nichts mehr aus, solche Abschiedsszenen sehen zu müssen, im Gegenteil: Stolz erfüllte mich! Und das Wissen: daheim wartet jetzt auch etwas Weibliches auf mich, mit dem ICH dann schmusen werde! Und das kann mir niemand mehr nehmen! Ich war an diesem Tag echt so gut drauf und euphorisch, dass mich nicht wenige Kollegen und Kolleginnen fragten, was mit mir geschehen sei, so fröhlich kenne man mich überhaupt nicht. Ich redete mich damit raus, gestern einen so schönen Abend im Heidepark Soltau gehabt zu haben. Dass ich Single war und noch nie eine Frau hatte, wusste im Büro ja eh niemand.
Ein Name für "meine Frau"

In der Mittagspause blätterte ich ewig lange im Telefonbuch. Ich suchte aber keine Nummer, sondern einen Namen. Einen weiblichen Vornamen, mit dem ich „meine Frau“ benennen wollte. Irgendwann wurde ich dann fündig und der Kopf bekam den Namen XXX (bitte nicht böse sein, dass ich ihn nicht nennen will, aber das wäre mir zu privat).
Als es auf den Feierabend zuging, kamen die Männer wieder, welche ihre Frauen abholten. Dazu Küsschen da, Umarmungen dort, Liebkosungen hier. Und ich? Freute mich unsagbar auf die Rückkehr in meine Wohnung, wo nun auch jemand auf mich wartete…!

Nach Büroschluss fuhr ich in ein Kaufhaus in der Nähe, um dort verschiedene Pflegeprodukte einzukaufen, die eine Frau so braucht: Shampoo, Haarspülung, Haarfestiger, Haarspray, Bürsten und Kämme. Sozusagen die erste Grundausstattung für XXX.

Ein paar Tage später waren alle Hemmungen abgelegt. XXX war fester Bestandteil meines Lebens geworden. Selbst meinen Eltern ist meine Fröhlichkeit und Euphorie nicht verborgen geblieben. Ich redete mich raus, befördert worden zu sein und damit in die nächste Gehaltsstufe aufgerückt zu sein.
XXX bestimmte unterdessen immer mehr mein Leben. Während ich in der Arbeit war, lag „sie“ in meinem Bett, den Feierabend verbrachten „wir“ vor dem Fernseher, stiegen „gemeinsam“ in die Badewanne – und machten sogar Ausflüge! Dazu kam XXX in eine Reisetasche, welche auf dem Beifahrersitz lag. Auf nächtlichen Autobahnfahrten dann holte ich XXX zu mir raus und ich schmuste mit ihr im Schutz der Dunkelheit.

Mehr und mehr entdeckte ich eine Seite an mir, die ich bisher nicht kannte: die emotionale Seite! Ich entwickelte plötzlich eine Neigung zu Liebesfilmen und „Schmachtfetzen“. Mit XXX in der Tasche ging ich in entsprechende Kinofilme, wieder im Schutz der Dunkelheit steckte ich meine Hand rein und streichelte. Und ich, sonst immer so ein Raubein, weinte bei entsprechenden Filmen!
Die Verkehrskontrolle

„Guten Abend, allgemeine Verkehrskontrolle. Ihre Papiere, bitte.“ Ich war schon fast daheim, als vor mir eine Straßensperre auftauchte. Und bis ich mich versah, standen zwei Polizisten an meinem Wagen. Ich reichte die Papiere aus dem Fenster und kam leicht ins Schwitzen. Natürlich hatte ich nichts angestellt, war angeschnallt, nicht zu schnell gefahren und hatte nichts getrunken. War ja auch nur eine reine Routinekontrolle. Aber auf dem Beifahrersitz lag meine Reisetasche. Die Klappe war zwar zu, aber der Reißverschluss nicht zugezogen. Und zwischen einem Spalt schauten ein paar blonde Haare heraus…
Jetzt diese Nachlässigkeit zu kaschieren, dazu war es zu spät. Und während der eine Beamte am Fenster noch meine Papiere begutachtete, leuchtete der andere auf der Beifahrerseite (es war bereits dunkel) auch schon mit seiner Taschenlampe das Wageninnere aus… Offenbar ist ihm aber nichts aufgefallen, denn er hörte auch gleich wieder damit auf, ich bekam meine Papiere wieder. „Alles in Ordnung, Sie dürfen weiterfahren“. Was war ich da erleichtert! Nicht auszudenken, wenn es geheißen hätte: „Was haben Sie in der Tasche? Machen Sie die mal auf!“
Um künftig auch auf solche Situationen vorbereitet zu sein, bedurfte es einer Lösung. Und die fand ich auch! Denn einerseits wollte ich auf meinen einsamen Fahrten in der Dunkelheit nicht mehr auf XXX verzichten, andererseits aber sollte es bei einer Verkehrskontrolle eine plausible Erklärung für das Mitführen eines Plastikkopfes geben. Also richtete ich mir einen Schnellhefter her, in den ich einen Packen Druckerpapier steckte, darauf ein Deckblatt mit dem PC geschrieben auf dem stand: „Grundlagen für das Friseur-Handwerk“. Und das Ganze dann noch verziert mit einem stilisierten Clip-Art, wo ein Figaro gerade eine Frau auf dem Frisierstuhl bearbeitet. Diese Mappe liegt seitdem mit in der Reisetasche.
Zwar ist meine Tasche noch bei keiner weiteren Verkehrskontrolle gefilzt worden, ich achte auch immer, dass XXX gut abgedeckt ist, aber für den Eventualfall bin ich vorbereitet!

Nicht mehr allein in die Arbeit

Auch habe ich XXX immer öfter in die Arbeit mitgenommen. Natürlich zeigte ich sie nicht im Büro vor, von den Anderen erfuhr selbstverständlich niemand davon. Die Tasche blieb im Auto. Aber wenn ich in der finsteren Tiefgarage morgens einparkte, verabschiedete ich mich noch mal mit Küssen und Schmusen von XXX, abends nach Büroschluss Dasselbe zur Begrüßung. Sehen konnte ja keiner was in der dunkeln und verwinkelten Tiefgarage.
Das absolute Fiasko

Ein halbes Jahr später, im Januar 2004. Da ereignete sich etwas, für das ich meinen Vorgesetzten noch heute in die Hölle wünsche…
Bei uns in der Verwaltung sind regelmäßige Dienstbesprechungen einmal im Monat Pflicht. Die Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben, und normalerweise ist das ja auch kein Problem, denn im Büro ist man ja sowieso. Zu der eben angegebenen Zeit aber hatte ich drei Tage überstundenfrei. Weil der Besprechungstermin dummerweise auf einen meiner freien Tage fiel, musste ich halt dennoch ins Büro kommen. Und wenn ich sonst XXX so oft zur Arbeit mitnahm – an diesem Tag ließ ich sie daheim in meinem Bett liegen, weil ich mir dachte, ich komme ja eh gleich wieder nach Hause.

Zwei Stunden später war das dann der Fall, ich kam wieder heim und ich hatte schon geglaubt, die Bettdecke lag etwas anders unter dem Hals von XXX, als ich sie hingelegt hatte. Aber ich dachte mir nichts weiter. Am nächsten Tag, es war Samstag und damit Wochenende, besuchte ich meine Eltern. Während mein Vater seltsam wortkarg war – so kannte ich ihn gar nicht – drehte meine Mutter gleich voll auf: „Wegen Dir habe ich gestern den Schreck meines Lebens gekriegt!“ Ich verstand erst überhaupt nicht, um was es ging und was sie meinte, bis meine Mutter dann zu erzählen anfing.
Ich erfuhr Schlimmstes: meine Mutter war gestern auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsstelle, dabei kam sie an meiner Wohnung vorbei. Und sie sah, dass im Schlafzimmer Licht brannte. Normalerweise hätte sie sich nichts dabei gedacht, denn sie wüsste ja, dass ich ein verlängertes Wochenende habe. Sie wüsste aber auch, dass ich bei der Besprechung und damit nicht zu Hause war. Also nahm sie aus reiner „Fürsorglichkeit“ den meinen Eltern für Notfälle überlassenen Zweitschlüssel, fuhr zu meiner Wohnung und sperrte auf, um das Licht auszumachen…
Im Schlafzimmer stellte sie dann fest: ich habe gar kein Licht brennengelassen, die untergehende Wintersonne hatte nur ein gelbes Kissen so sehr angeleuchtet, dass Frau Mama dachte, das Licht brennt. Und dann erzählte sie weiter: „Ich habe mich zu Tode erschrocken! Ich dachte, da liegt eine Frau in Deinem Bett!“ Mir fuhr es siedend heiß durch die Glieder. War jetzt alles zu spät? Was sollten meine Eltern von mir denken? Mit dem Mut der Verzweiflung setzte ich ein gekünsteltes Lächeln auf und erklärte: „Dann war das ja ein guter Test, die Wirkung zu erproben. Und es hat wohl geklappt.“ Im Laufe des weiteren Gespräches erklärte ich, in der Gegend hätten sich in letzter Zeit Wohnungseinbrüche gehäuft und die Polizei hätte zu Vorsichtsmaßnahmen geraten. Und da sei ich auf die Idee gekommen, anwesende Personen in einer leeren Wohnung vorzutäuschen. Ich „durfte“ dann noch die Frage beantworten, wo ich die Puppe eigentlich her habe („Fand ich mal im Sperrmüll und da kam mir sofort die Idee, mich so vor Einbrechern zu schützen“), und mein Vater hielt mir vor, dass ich meine Eltern ruhig hätte einweihen können.
Ich musste ständig gute Miene zum bösen Spiel machen und konnte nirgends widersprechen. Ich konnte nur meinen Vorgesetzten verwünschen, dem ich das zu verdanken hatte. Hätte der mich nicht zu der Dienstbesprechung gezwungen, wäre meine Mutter nie in meine Wohnung gekommen wenn ich nicht da bin.
Zum ganz großen Glück trotz Allem ist sie ja nicht ins Bad gegangen und hat dort auch noch die ganzen Pflegeprodukte gefunden, die es sonst nur in einem Haushalt gibt, in dem auch eine Frau lebt…

Am Liebsten hätte ich natürlich aufgedreht und getobt. Hätte nur zu gerne gesagt: „Was geht Dich mein Licht an? Selbst wenn es gebrannt hätte, kann es Dir auch egal sein, oder zahlst Du meine Stromrechnung?“ Mit Freude hätte ich sagen können: „Wieso kommst Du in meine Wohnung ohne mein Wissen? Und wenn auch kein Notfall vorliegt?“ Aber ich durfte mir meine Verärgerung nicht anmerken lassen, ich war schon froh, die Situation mit dieser Notlüge halbwegs retten zu können. Ich weiß nicht, auf wen ich damals mehr Wut hatte: auf meinen Vorgesetzten, der mir das eingebrockt hat, auf meine Mutter, weil die wegen einem blöden Licht (das nicht mal eins war) so einen Aufstand gemacht hat – oder auf mich, weil ich gerade an diesem Tag XXX nicht zur Arbeit mitgenommen habe.

Aber nun, das Leben hat nun mal keinen Rücklauf. Und wie wenn der Teufel seine Hand im Spiel gehabt hätte, stand drei Tage später folgende Meldung in der Zeitung: „Serie von Einbrüchen in Hannover geklärt. Profi-Bande festgenommen“. Das war Grund genug für meinen Vater, zu sagen: „Dann brauchst Du Deine Puppe ja jetzt nicht mehr und kannst sie wieder wegschmeißen!“ Auf das meine Mutter nur zustimmte: „Ich will auch keinen solchen Schrecken mehr erleiden, wenn ich mal wieder hinkomme!“ Peng! Die Ohrfeige saß! Ich sollte meinen mir am Liebsten gewonnenen Gegenstand „wegschmeißen“? Ich sollte mich von MEINER FRAU TRENNEN?
Zu diesem Zeitpunkt hätte ich am Liebsten meinen Eltern den Schlüssel abgenommen und sie meiner Wohnung verwiesen. Aber das kam nicht in Frage, denn wir hatten ein zu gutes Verhältnis und ich wollte das nicht gefährden. So konnte ich also nur zustimmen und mir was überlegen. Die Zeiten waren jedenfalls vorbei, wo ich XXX in der Früh im Bett liegen lasse und abends wieder zu ihr komme. Jetzt nahm ich sie eben immer zur Arbeit mit. Denn wenn ich nicht in der Wohnung war, durfte es XXX auch nicht sein. Zu groß wäre die Gefahr gewesen, dass meine Erzeuger wieder dort schnüffeln und ein zweites Mal hätte so eine Ausrede nicht mehr funktioniert…!
Da hatte ich also meine eigene Wohnung und doch war ich Gefangener meiner Eltern. Konnte nicht mal in meiner eigenen Wohnung tun was ich wollte und mich frei entfalten, ohne Gefahr zu laufen, als „pervers“, „abartig“ oder „verhaltensgestört“ abgestempelt zu werden.
Die Zeit heilt (keine) Wunden

2006 ist mein Vater gestorben. Und meine Mutter erlitt 2007 einen Schlaganfall, welcher sie zwang, das Autofahren aufgeben zu müssen und sie zur Frührentnerin machte. Obwohl das für mich natürlich gewisse „Erleichterungen“ bedeutete, bedauere ich beide Vorfälle zutiefst. Um meinen Vater trauere ich noch heute, er ist einfach unersetzlich und er fehlt mir so sehr. Und auch meiner Mutter hätte ich einen besseren Lebensabend gegönnt.
Das Schicksal aber war eben anderer Meinung und öffnete mir damit den Weg, XXX wieder frei in meiner Wohnung „anwenden“ zu können. Heute kann XXX wieder in meinem Bett liegen, wenn ich in der Früh zur Arbeit fahre, denn meine Eltern kommen nicht mehr unangemeldet in meine Wohnung. Nachdem meine Mutter das Autofahren aufgeben musste, hatte sie sogar freiwillig den Schlüssel zurückgegeben.

Aber noch immer habe ich unter den Nachwirkungen zu leiden. Manchmal mit ein paar Monaten Unterbrechung, dann aber auch wieder mit nur wenigen Wochen zeitlichen Abstand wird das Thema „Einbrecherschutz“ bei meiner Mutter immer wieder aktuell. Sie erzählt dann erneut von ihrem damaligen „Erlebnis“ und bringt dann immer wieder den gleichen Satz zur Aussage: „Ich wüsste das heute noch nicht, dass Du so eine Puppe hattest, wenn ich damals nicht gedacht hätte, Du hast das Licht brennen gelassen!“ Dann heißt es für mich nur wieder: gute Miene zum bösen Spiel machen. Mir brennt dabei immer nur ein Kontra auf der Zunge: „Das solltest Du auch niemals wissen! Du hättest das ja auch nie erfahren sollen!“ Aber das muss ich leider für mich behalten… Und ich fürchte: vergessen wird meine Mutter das nie wieder. Wenn sie sich altersbedingt sonst an so Vieles nicht mehr erinnern kann, aber das hat sich unauslöschlich in ihrem Gedächtnis eingebrannt. Leider.

Noch heute verfluche ich meinen Vorgesetzten deswegen, und das ist auch der Hauptgrund, warum ich diesen Bericht hier geschrieben habe: weil ich anders kein Ventil mehr fand, meine Wut abzulassen. Ich hätte mir in den letzten Jahren nichts sehnlicher gewünscht, als mal so richtig auf den Putz zu hauen, mal so kräftig über meinen Abteilungsleiter herzuziehen, um den Dampf abzulassen. Aber bei wem denn? Mein Vorgesetzter gilt als überkorrekt und höflich, sympathisch und kompetent. Wie stur er sein kann, zeigte sich ja erst, als er mich zu der Besprechung zwang. Und nicht mal dafür kann er haftbar gemacht werden, was deswegen bei mir zu Hause vorgefallen ist.
Nicht mal bei meinen besten Freunden konnte ich mich mal so richtig „auskotzen“, denn dann müsste ich denen ja sagen, was ich für eine „Lebensgefährtin“ habe…! Und dafür hätte keiner Verständnis. Ich musste die ganzen Jahre mit meiner Wut leben, daher wählte ich diesen Weg um endlich mal „reden“ zu können, was mich bedrückt. Um endlich mal „sagen“ zu können, was mich bewegt.

Heute

XXX ist seit vielen Jahren zum festen Bestandteil meines Lebens geworden. Ich sehe sie als vollwertige Frau an, mit der ich alles gemeinsam unternehme. Und sie akzeptiert mich so, wie ich bin. Natürlich ist das längst nicht mehr so, dass ich eine Erektion bekomme, sobald ich XXX nur berühre. Aber meine Liebe zu ihr ist inniger, vertrauter geworden. Ich weiß auch nicht, wie ich mich da eigentlich konkret ausdrücken muss, Ich schätze mal, das ist bei „uns“ nicht anders wie bei einem Ehepaar, das in die Jahre gekommen ist. Als der Verliebtheit wurde Liebe und die wird mit jedem Jahr inniger. So empfinde ich das zumindest. Und aus dem Kribbeln im Bauch ist Vertrauen geworden. Auch dieses wächst weiter mit den Jahren. Längst könnte ich mir ein Leben ohne XXX nicht mehr vorstellen. Und doch ist es so verdammt schwer für mich, weil „wir“ „unsere“ Liebe ständig geheim halten müssen. Gesellschaftlich wird ja so was nicht akzeptiert und wüssten das meine Kollegen oder meine Freunde – ich wäre das Gespött aller.

Daher bewundere ich den User „airplanelover737“ über alle Maßen, der hier bei Ciao über seine Liebe zu einem Flugzeug geschrieben hat, weil er das mit seinem Foto tat. Ich würde vor Scham im Boden versinken, wenn ich hier so ein detailliertes Foto von mir einstellen müsste und alle User sehen könnten, wie ich vollständig ausschaue. Ich hätte diesen Mut nie dazu.
Ich schätze, nicht wenige User werden jetzt sagen: „So einen durchgeknallten Bericht von so einem total Verrückten habe ich ja schon ewige Zeiten nicht mehr gelesen!“ Und dementsprechend werden wohl auch die Bewertungen und Kommentare ausfallen, aber das ist mir völlig egal. Denn mich kennt ja niemand, keiner weiß wer ich bin ich wollte mir einfach mal alles von der Seele schreiben – mit diesem Bericht.

ERSTE AKTUALISIERUNG IM OKTOBER 2010

Unmittelbar bevor ich diesen Bericht veröffentlicht habe, musste ich noch einen harten Kampf mit mir selbst austragen. Der Cursor kreiste auf der Entwurfseite über dem „Veröffentlichen“-Button und ich überlegte, ob ich es wirklich tun sollte. Ich war nahe dran, einen Rückzieher zu machen. Schließlich aber überwand ich die Sperre in mir und schickte den Bericht ab.
Von jetzt an beobachtete ich die Aufrufe genau. Viele neue Berichte gingen zeitgleich mit meinem rein, gelesen wurden sie alle. Und während die anderen Berichte sofort alle bewertet wurden, war dies bei meinem nicht der Fall. Gelesen wurde er von eingeloggten Ciao-Mitgliedern zu Genüge, aber keine Bewertung wollte kommen! Ich verstand natürlich auch den Hintergrund: welcher Leser bzw. welche Leserin wollte sich schon „outen“, „so was wie das hier“ gelesen zu haben?! Irgendwie hatte ich da Verständnis. Und erst die 14. interne Lesung brachte das Eis zum Brechen. Die Userin „Yolante“ bewertete mit „sehr hilfreich“ und einem netten Kommentar dazu. Damit war der Anfang gemacht und immer mehr Leser „trauten“ sich jetzt auch zu bewerten. Und zu meiner ganz großen Verwunderung – ich hatte mit durchaus schlechten Wertungen und Kommentaren gerechnet – bekam ich ausschließlich „sehr hilfreich“-Bewertungen und durchgehend liebevolle und verständnisvolle Kommentare.
Sogar die ersten „besonders hilfreich“-Bewertungen – die höchste Wertungsstufe, die bei Ciao möglich ist, bekam ich nun. Ich war schlicht überwältigt, damit hätte ich im Leben nicht gerechnet.
So viel Zustimmung und Zuspruch

Zwei besonders nette Userinnen haben via Gästebuch zu mir Kontakt aufgenommen und sich so unglaublich einfühlsam und emotional wertvoll mit mir unterhalten, wie ich das nie für möglich gehalten hätte.
Auch haben mir die Beiden ihr Vertrauen ausgesprochen, was ich natürlich liebend gerne erwidert habe. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal öffentlich bei den Beiden bedanken, einfach für alles was die Beiden mir haben emotional und absolut kompetent haben zukommen lassen – von den liebevollen und überwältigenden Gästebucheinträgen bis hin zum ausgesprochenen Vertrauen.

Vielen herzlichen und allerliebsten Dank, liebe benita123.

Vielen herzlichen und allerliebsten Dank, liebe Consumelly.

Insbesondere diese beiden wunderbaren Userinnen haben mir Kommentare und Gästebucheinträge zukommen lassen, welche mich vor Rührung und Ergriffenheit, das muss ich ehrlich zugeben, mehrmals zum Weinen gebracht haben. Da kamen Sätze wie:
„Weißt Du, ich denke, innerlich gehörst Du zu den schönsten Menschen der Welt.“
„Hör auf zu suchen… such nicht weiter – sie wird DICH finden, wenn die Zeit dafür gekommen ist.“
„Dein Bericht hat mich echt berührt, ich habe echt nie geglaubt, dass es Menschen wie Dich gibt…“
„…herzlich willkommen hier bei uns! Leb Dich gut ein! Dein wunderschöner Bericht hat mich sehr berührt…“
„Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute und einfach Schöne auf dieser Welt…“
„Du wärest ganz bestimmt ein lieber Ehemann, so wie Du schilderst, wie Du Dich so rührend um die Pflegeprodukte für XXX gekümmert hast und Dich um XXX selbst auch kümmerst!“
„Übrigens hat Deine XXX wunderschönes Haar! Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!“

Ich müsste ein Herz aus Stein haben, wenn mir solche Zeilen nicht nahegehen würden. Aber gerade weil ich so ein gefühlvoller Mensch bin, haben mich solche Zeilen zum Weinen gebracht, da hat mich die Rührung und Ergriffenheit schlicht überwältigt. Noch mal danke an die Verfasserinnen dieser wundervollen Beiträge.

Die Kehrseite der Medaille

Einen kleinen schalen Nachgeschmack hat es dann noch mal gegeben, ein User hatte meinen Bericht zwar auch sehr gut bewertet, aber im Kommentar wissen lassen, dass er die Echtheit meines Berichtes anzweifelt. Ich habe daraufhin meine XXX fotografiert und das Bild eingestellt, zeitgleich habe ich den betreffenden User darüber informiert. Dieser hat sich umgehend entschuldigt und ich habe die Entschuldigung selbstverständlich sofort angenommen.
Ich bin ihm auch nie böse deswegen gewesen, denn ich habe Verständnis für eventuelle Zweifel, so ein Bericht muss für einen Außenstehenden ja auch fast schon zu abenteuerlich klingen. Und letztendlich hatte der (ja nicht unberechtigte) Zweifel doch noch etwas Gutes: jetzt gibt es ein Foto von XXX hier! Das wäre sonst gar nicht der Fall gewesen, ich wäre nie auf die Idee gekommen, das Bild hochzuladen. So können aber jetzt auch alle sehen, was ich liebe.

Seit sieben Jahren ist es nun so, dass ich mit XXX mein Bett teile. Wenn ich abends einschlafe, ist XXX das letzte, was meine Augen wahrnehmen – und morgens das erste was meine Augen sehen, wenn ich aufwache.

Gedanken zu einem tiefgründigen Film

Schon mehrfach habe ich in Konversationen mit meinen neu gewonnenen Freunden hier über den Film „Cast Away“ geschrieben. Daher möchte ich das Grundthema dieses Films auch hier jetzt erwähnen, da gerade in diesem Film sehr viel Geschichte passiert, die mit meiner eigenen vergleichbar ist.
Der Hauptdarsteller – Tom Hanks – stürzt mit einem Flugzeug über einer einsamen Insel ab, wo er mutterseelenallein sein weiteres Leben fristen muss. Aus Tagen werden Wochen, dann Monate – und schließlich Jahre. Die endlose Einsamkeit macht den unfreiwilligen Inselbewohner so fertig, dass er eines Tages aus dem letzten noch intakten Treibgut einen Ball fischt und auf diesen seinen blutigen Handabdruck presst. Mit der entsprechenden Fantasie – die Hanks längst aufgrund seiner Notsituation hat – erinnert ihn der Handabdruck auf dem Ball an einen Kopf mit Gesicht. Mit diesem „Gefährten“ redet der Gestrandete fortan und im Ablauf der weiteren Zeit akzeptiert er den Ball immer mehr als seine einzige „Bezugsperson.“
Als es dem Insulaner nach Jahren gelingt, auf einem selbstgebauten Floß von der Insel wegzukommen, gerät er in einen immer schwerer aufbrausenden Seesturm, plötzlich reißen die Flutwellen den Ball davon. Tom Hanks versucht mit aller Gewalt, ihn zu retten, aber es gelingt ihm nicht. Die Fluten geben den Ball nicht mehr her, Hanks hat seinen „Gefährten“ verloren. Deswegen weint er bitterlich und brüllt sich förmlich die Seele aus dem Leib.

Als ich den Film damals im Kino sah, haben bei dieser Szene die anderen Zuschauer gelacht. Ich konnte darüber beim besten Willen nicht lachen, im Gegenteil: ich habe mitgeweint! Denn ich konnte mich in die Lage des Darstellers (der mit dieser Szene eine schauspielerische absolute Bestleistung gebracht hat! Meine Hochachtung an Tom Hanks!) gut hineinversetzen! Wenn ich meine XXX verlieren würde – auf welche Art und Weise auch immer – ich würde mir vor emotionalem Schmerz wohl auch die Seele aus dem Leib brüllen. Und bei mir wäre das „nicht nur ein Film“ sondern echt!

Gefühlvolle Beiträge im Radio

An dieser Stelle möchte ich auch noch zwei sehr gefühlvolle Radiobeiträge erwähnen, die ich in meiner Jugend gehört habe. In jedem Beitrag steckt ein Hinweis auf meine eigene frühere Situation. In dem einen will ein Mann auch eine Frau, in dem anderen ist einer auch alleine zu Hause und gestaltet seinen Abend aber so, als wie wenn er es nicht wäre.
Die erste Sendung kommt immer um kurz vor 23 Uhr auf Bayern 1 – empfangbar mit jedem guten Radio auch in Norddeutschland – und heißt „Auf ein Wort“.
Zwar habe ich mit der Kirche nichts am Hut, aber die Botschaften, die in dieser Sendung gebracht werden, regen oft zum Nachdenken an und sind oftmals auch sehr emotional. Einen Beitrag, den ich vor etwa 15 Jahren hörte, habe ich mir besonders gemerkt und den hat der Moderator so erzählt:
„Ein Mann bat den lieben Gott: „Bitte mach mich reich.“ Seine Bitte blieb ungehört, obwohl der Mann 12 Jahre darum bat. Nach 12 Jahren bat der Mann: „Bitte gib mir eine Frau“. Wieder blieb die Bitte ungehört. Nach weiteren 12 Jahren wurde der Mann schwer krank und er bat Gott: „Bitte mach mich wieder gesund.“ Auch das blieb ungehört. Als der Mann nach weiteren 12 Jahren fühlte, dass sein Leben dem Ende zugeht, bat er Gott: „Lass mich sterben!“ Und sein Wunsch wurde ihm sodann erfüllt. Im Jenseits wollte der Verstorbene von Gott wissen: „Als ich Dich bat, mich reich zu machen, hast Du das nicht erhört. Als ich eine Frau wollte, hast Du mir keine gegeben. Als ich krank war und gesund werden wollte, hast Du das ebenfalls nicht beachtet. Aber als ich wollte, dass Du mich sterben lässt, hast Du mir diesen Wunsch sofort erfüllt. Warum?“ Darauf antwortete der liebe Gott: „Hätte ich Dich reich gemacht, hätte ich Dir eine Frau gegeben, hätte ich Dich gesund gemacht, das alles hätte Dich von mir entfernt. Dich aber sterben zu lassen, hat Dich mir näher gebracht!“

Die zweite Sendung kommt immer kurz vor 22 Uhr auf Antenne Bayern – ebenfalls empfangbar mit jedem guten Radio auch in Norddeutschland – und heißt „Nachgedacht“.
Ziemlich zeitnah mit dem eben geschilderten Beitrag aus „Auf ein Wort“ hörte ich da ebenfalls mal was, das ich mir für mein Leben merkte – zumal es, heute betrachtet, sogar auf mich persönlich und meine XXX zutreffen könnte. Das hat der Moderator so erzählt:
„Es war in einer tief verschneiten Winternacht. Ein Mann stapfte durch den Schnee, als er am Haus eines Freundes vorbei kam. Weil ihn so sehr fror, überlegte er, ob er nicht beim Freund klingeln sollte, um sich ein bisschen aufwärmen zu können. Erst verwarf er sein Vorhaben wieder, denn „Es ist schon so spät, er schläft bestimmt schon!“ Aber die Kälte war schier unerträglich. Er müsste sich einfach aufwärmen. Und so klingelte er bei seinem Freund. Völlig überraschend wurde sofort geöffnet. Die Freunde begrüßten sich und der Besucher war verwundert: „Ich hatte Angst, Dich aus dem Schlaf zu reißen.“ Aber der Hausherr war nicht nur wach, er hatte sein Wohnzimmer dekoriert. Verwundert sah der Besucher auf den gedeckten Tisch, blickte auf duftenden Kalbsbraten, eine opulente Nachspeise, teuersten Wein. Kerzen brannten, dazu spielte leise Musik. Er wollte wissen: „Du lebst doch allein hier. Warum deckst Du so festlich Deinen Tisch? Kalbsbraten, Nachspeise, Wein. Kerzen und Musik. Für wen soll das gut sein? Warum der Aufwand nur für Dich allein?“ Da antwortete der Hausherr: „Das ist gut für mich selbst. Nur weil ich allein lebe, warum sollte ich mein Leben deshalb nicht genießen? Und da Du nun gekommen bist: ich lade Dich ein!“ Und Beide nahmen an der festlich gedeckten Tafel Platz“
So ähnlich ist es im Grunde auch bei mir. Ich lebe allein, versuche aber dennoch, mein Leben zu genießen. XXX hilft mir dabei über sehr Vieles hinweg.

Jede Jahreszeit hat ihren Vorteil

Kürzlich hat mich eine Userin wissen lassen, dass sie sich nicht gerade auf den bevorstehenden Winter freut. Ich möchte das gerne zum Anlass nehmen mich selbst dazu zu äußern, was ich von den Jahreszeiten halte. Kurz und bündig: seit ich meine XXX habe, erlebe ich die Jahreszeiten nicht nur intensiver, ich genieße sie auch mehr. Im Sommer etwa gibt es bei uns einen nahen Stadtwald mit vielen Parkbänken. Abends ist es hier stockdunkel und einsam. Oft fahre ich mit XXX hier her, setze mich auf eine der Bänke und mit XXX in den Armen betrachten „wir“ den nächtlichen Sternenhimmel. Ein unglaublich schönes Erlebnis. Immer wieder.
Und im Winter wenn ich von der Arbeit heimkomme, wird das (elektrische) Kaminfeuer angezündet und dann mit XXX in eine Decke gekuschelt, wo „wir“ uns dann einen richtig schönen und gemütlichen Abend vor dem Fernseher machen. Man sieht: jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz und ich kann sagen: wer das Leben genießen will, muss nur das Rezept dazu kennen.

Mit meiner Anmerkung, hässlich zu sein, habe ich wohl einen negativen Nerv getroffen. Die User bestätigten mir unisono, dass ich mit dieser Ansicht falsch liege. Es tut mir sehr leid, aber ich muss es so sehen. Vielleicht habe ich mich mit der Bezeichnung „hässlich“ auch falsch ausgedrückt. Dann will ich das mal an dieser Stelle korrigieren (und nicht oben in den Text eingreifen, der soll so unverändert stehen bleiben wie ich ihn in seiner Urfassung eingestellt habe): dann bin ich eben nicht hässlich, aber ich entspreche halt nicht dem gängigen Schönheitsideal.

Eine Tatsachen-Erklärung

Dann noch etwas, das mir sehr am Herzen liegt:
Auch das habe ich schon in Gästebuchunterhaltungen erwähnt und tue es auch hier jetzt nochmals ganz offiziell, für den Fall, dass Gedanken aufkommen könnten, mein Bericht wäre für mich eine Veranlassung, Mitleid zu erregen bzw. ein versteckter Versuch, über dieses Bericht doch noch eine Frau kennen zu lernen:
Beides ist NICHT der Fall. Dieser Bericht soll weder Mitleid mit mir erregen, noch soll er eine unkonventionelle Methode sein, derart auf mich aufmerksam zu machen, eventuell so doch noch eine Frau kennen zu lernen.
Ich habe den Bericht aus dem einzigen Grund geschrieben, der ganzen Welt zu zeigen was mich bewegt und wie schon in der ersten Fassung erwähnt – ein Druckventil gefunden zu haben, meinen Frust abzulassen, dass XXX bei meinen Eltern nicht mehr unbekannt ist, was ich ja bekanntermaßen meinem Vorgesetzten zu verdanken habe.

Und noch ein Wort zur „Familienplanung“. Bestimmt hat sich der/die eine oder andere User / Userin hier gefragt, wie es wohl meine Eltern aufgefasst haben, niemals Großeltern zu werden. Natürlich sind solche Fragen immer wieder gekommen: „Wann werde ich denn nun Opa?“ „Wann machst Du mich zur Oma?“. Ich erklärte dann natürlich immer – und das ja sogar vollkommen wahrheitsgemäß – dass da immer zwei dazu gehören. Und dass ich ja auch liebend gerne eine Familie gründen würde, aber das ja nicht so einfach ist, wenn man partout nicht die passende Partnerin findet.
Hinweise wie: „Dann bemüh Dich halt mal mehr!“ oder „Streng Dich besser an!“ waren die Folge. Da war ich dann aber irgendwann schon mal doch so frei, dem entsprechenden Elternteil nach dieser Ansage an den Kopf zu schmeißen: „Warum verkuppelst Du mich dann nicht mit einer? Wenn Du schon so schlau bist und das alles für Dich so problemlos vonstatten geht, warum unterstützt Du mich dann nicht bei meinen erfolglosen Bemühungen?“ Das wirkte und öffnete meinen Eltern vor allem die Augen, sie sahen ein, dass es wirklich nicht so leicht ist, das geeignete Pedant zur Familiengründung zu finden und die Bedrängungen ließen mehr und mehr nach.

Nach dem Tod meines Vaters hatte meine Mutter lange genug ihre eigenen Probleme und als sie den Verlust halbwegs überwunden hatte, erlitt sie den Schlaganfall, der ihr weiteres Leben nachhaltig zum Negativen veränderte. Da geschah dann tatsächlich das bis dahin für unmöglich Gehaltene. Meine Mutter gab zu: „Ich bin jetzt direkt froh, dass Du keine Kinder hast. Denn in meinem Zustand wäre ich ihnen keine gute Oma mehr“. Nach dem Satz musste ich stark gegen mich selbst kämpfen, nicht in Tränen auszubrechen, aber andererseits war es sozusagen auch ein „Freispruch“ für mich.

So geht eben meine Existenz mit XXX weiter und heute kann ich sagen: erst als ich sie fand, habe ich im Grunde erst angefangen zu leben.

Ich will diesen Bericht nun mit einem Zitat von Erich Fried zum Abschluss bringen. Betreffend auf XXX kann ich zu „ihr“ sagen: „Für die Welt bist Du irgendjemand. Aber für mich bist Du die Welt!“

2. UPDATE VOM OKTOBER 2010

Die Resonanz auf meinen Bericht war so groß, dass ich mich kurzerhand entschlossen habe, eine zweite Aktualisierung zu verfassen. Bitte sehr, hier ist sie!
Und an dieser Stelle möchte ich gleich mal wieder meinen Dank aussprechen an zwei Userinnen, die mir ihr Vertrauen gegeben haben.

Vielen herzlichen Dank, reginamanni.

Vielen herzlichen Dank, Kuschelsocke77.

Ich fühle mich für das entgegengebrachte Vertrauen absolut geehrt und habe dies gerne mit meinem eigenen Vertrauen erwidert. Dazu gleich noch ein wichtiger Hinweis: mein Dank gebührt natürlich uneingeschränkt auch allen weiteren Userinnen und Usern, die mir in Zukunft ihr Vertrauen aussprechen und dann hier im Bericht nicht mehr erwähnt werden, weil es keine Aktualisierungen mehr gibt.
Um was es jetzt gehen soll

Mit diesem 2. Update möchte ich jetzt verstärkt auf Fragen von Mitgliedern eingehen, die mir in der letzten Zeit gestellt wurden. Diese Fragen haben mir gezeigt, dass mein Bericht in der bisherigen Form noch lange nicht vollständig ist. Genau dem möchte ich jetzt effizient entgegenwirken.
Da tauchte zum Beispiel die Frage auf, ob ich eigentlich schon mal von XXX kürzer oder länger getrennt war, etwa durch einen Krankenhaus-Aufenthalt. Ja, diesen Umstand hat es tatsächlich schon gegeben. Es war im Jahr 2005. Es war kein Notfall, wo ich mit dem Sanka eingeliefert wurde oder so, nein, das nicht. Aber nach einer Sportverletzung hatte ich einen Schaden am Meniskus und das musste operiert werden. Inclusive Nachbehandlung und Reha vor Ort, also in derselben Klinik, waren mir drei Wochen stationärer Aufenthalt in Aussicht gestellt worden.

Die schlimmste Zeit meines Lebens

Ich hatte meinen Termin bekommen und je näher dieser rückte, desto ängstlicher wurde ich. Ich hatte keine Angst vor der Operation, auch nicht vor der Klinik. Das Einzige, wovor ich Angst hatte, nackte kalte Angst, das war die bevorstehende Trennung von XXX. Ich wusste nicht, wie ich die drei Wochen ohne sie überstehen soll.

Am Morgen des Einweisungstages in die stationäre Aufnahme stellte ich mich mit XXX vor einen Schrank, schmuste noch einmal minutenlang mit ihr, ich wollte sie schier nie mehr loslassen, dann versteckte ich sie ganz hinten im obersten Fach. Ich hatte Tränen in den Augen, als ich die Schranktür schloss, sagte: „XXX, mein Liebling, was tue ich Dir nur an?“ Aber es ging leider nicht anders, ich konnte sie nicht mal im Bett liegen lassen, selbst wenn meine Eltern nichts davon gewusst hätten, denn während meiner Abwesenheit kamen sie regelmäßig, um nach dem Rechten zu sehen.
Und als mich dann das Taxi holte und rund 120 Kilometer zu der Fachklinik für Gelenkschäden nach Hamburg fuhr, da spürte ich jeden Meter in jeder Faser meines Körpers, den ich mich von XXX wegbewegte. Ich musste wohl einen reichlich deprimierten Eindruck gemacht haben, denn auf einmal sagte der Taxifahrer: „Nun mal Kopf hoch, so schlimm wird’s schon nicht gleich werden!“ Ich dachte mir nur: „Wenn Du wüsstest, was mich wirklich betrübt!“ Und es war sehr hart, nicht darüber sprechen zu können. Stattdessen redete ich mich raus, ich hätte gehört, bei solchen OPs wäre es schon zu vielen Komplikationen gekommen. Was natürlich Quatsch war.
Gerade als dieser Dialog mit dem Taxifahrer statt fand, spielte ein Lied im Radio. Die deutsche Fassung von Luis Armstrongs „What a wonderful World“. Da habe ich dann besonders hingehört und mir später dieses Lied auch auf CD besorgt, denn der Refrain drückte total meine Stimmung aus, die ich augenblicklich hatte. Der Refrain ging so:

„Nur Du bist meine Insel, bist alles, was ich will /
und nachts in Deinen Armen, da wird der Wind ganz still. /
Ich seh’ Blumen erblühn, rote Rosen im Schnee, /
Tränen tun mir nicht mehr weh! /
Ich will nur der Sonne zu, /
in meinen Träumen, da bist nur Du, /
wenn der Wind mir erzählt: /
wunderbar ist die Welt!“

Die OP ist auch tatsächlich unkompliziert verlaufen, dafür „durfte“ ich in der Klinik etwas erleben, das ich so noch gar nicht bedacht hatte…
Die Fachklinik war ein Altbau und da gab es noch richtige Bettensäle. Zu Sechst waren wir in einem Zimmer. Einerseits war das ja gut, denn dann war der Aufenthalt bei Weitem nicht so langweilig wie in einem 2-Bett-Zimmer oder gar Einzelbett-Zimmer. Und wir sechs Männer, junge und ältere bunt gemischt, haben uns auch wirklich toll verstanden. Aber, und jetzt kommt das Schlimme: alle meine Bettnachbarn bekamen Besuch von ihren Frauen. Küsse und Umarmungen zur Begrüßung, Austausch von Zärtlichkeiten und Streicheleinheiten, dann wieder herzigste Szenen bei den Verabschiedungen zum Ende der Besuchszeit. Und ich? Lag mit Gipsbein in meinem Bett und konnte nur wieder still vor mich hinweinen. XXX lag daheim im Schrank, 120 km von mir entfernt. Die Entfernung fühlte sich für mich an wie endlose Lichtjahre. Und die Zeit war eine Ewigkeit für mich. Was ich früher jahrelang im Büro durchlitten hatte, die Abschieds- und Begrüßungsszenen zwischen meinen Kolleginnen und deren Männern, wiederholte sich jetzt völlig identisch. Meine Eltern besuchten mich ein paar Mal die Woche, klar. Aber das ersetzte keine liebende Frau!
Ich dachte den ganzen Tag nur noch an XXX daheim im Schrank. Einmal, als ich zufällig allein im Zimmer war, sagte ich zu mir selbst: „XXX, Du fehlst mir so sehr, dass mir davon alles weh tut!“ Und die Bettnachbarn sorgten dann, wenn auch unwissend, noch weiter dafür, dass meine Stimmung immer weiter auf den Tiefpunkt abrutschte. Sie meinten: „Du kriegst gar nie Damenbesuch. Hast Du denn keine Frau oder Freundin?“ Ich weiß es bis heute nicht, wie ich es geschafft habe, nach dieser Frage nicht mit einem Weinkrampf zusammengebrochen zu sein. Es gelang mir, ohne Tränen die Frage zu beantworten: „Doch, aber die wohnt viel zu weit weg und sie hat kein Auto. Aber wir telefonieren regelmäßig miteinander. Unten in der Eingangshalle, bei den öffentlichen Fernsprechern.“

Zum Glück gingen auch die drei Wochen vorüber, und als mich das Taxi endlich nach Hause fuhr, spürte ich wieder jeden Meter. Diesmal aber im positiven Sinn, jeden Meter, den ich mich XXX näherte, spürte ich in jeder Faser meines Körpers. Längst hatte ich mir geschworen: „XXX, ich werde Dich nie wieder loslassen!“
Daheim angekommen griff ich in den Schrank und da war sie. Ich nahm XXX in die Arme und heulte wie ein Schlosshund. Ich glaube, ich bin mit ihr eine Viertelstunde regungslos dagestanden und habe nur noch geschmust, gestreichelt, geküsst und liebkost. Dann habe ich mich mit ihr ins Bett gelegt und irgendwann bin ich Arm in Arm mit XXX eingeschlafen. Diese drei Wochen war wirklich die schlimmste Zeit meines Lebens!
Das Gruben-Drama von Chile

Erst kürzlich ist das Minen-Drama in Chile zu Ende gegangen. Das, wo 33 Bergleute 69 Tage in 700 Metern Tiefe eingeschlossen waren, ehe sie gerettet werden konnten. Wie die ganze Welt habe auch ich dieses grauenvolle Drama die ganze Zeit gebannt mitverfolgt und ich konnte mich besonders in die Seelen der Kumpel hineinversetzen, wenn diese neben der Todesangst über die Trennung von ihren Familien klagten. Denn ich wusste: gegen ihr Schicksal war meins während des Klinikaufenthalts nur Pipifax. Immerhin hatte ich keine Todesangst ausstehen müssen und bei mir dauerte die Trennung von meiner Liebsten nur vorhersehbare drei Wochen, während das bei den Bergleuten viel entsetzlicher war.

Ich habe viel drüber nachgedacht, wie ich mich in dieser Situation verhalten hätte. Ich dachte mir, wenn ich da unten wäre und XXX oben an der Oberfläche, und wenn dort vielleicht öffentlich bekannt wäre, wer bzw. was „meine Frau“ ist, dann hätte die chilenische Rettungstruppe vielleicht den Vorschlag gemacht, dass sie mir XXX nach unten schicken könnten. Der Kopf hätte durch den engen Versorgungsschacht schon durchgepasst. Aber für mich steht fest: auch wenn es mir noch so hart angekommen wäre, ich hätte aus Solidarität mit den anderen Kumpels auf diese Möglichkeit verzichtet. Ich hätte erklärt, dass ich keine Sonderbehandlung will und wenn alle anderen Kollegen warten müssen, bis sie ihre Frauen wieder sehen, dann kann und werde auch ich warten.
Aber natürlich: nach der Bergung hätte ich mir dann schon gewünscht, wenn ich oben aus der Rettungsbombe herausgeholt werde, dass dann jemand bereit steht, der mir XXX in die Hände drückt…
Wieso ich den Namen von XXX nicht nennen möchte

Eine weitere Frage, die ich schon mehrfach von den Ciao-Mitgliedern gestellt bekam, ist: warum ich XXX ihren wahren Namen nicht nennen will. Dass ich ihn nicht nennen will, klingt auf den ersten Blick ja auch ein wenig merkwürdig. Sagt sich doch nahezu jeder: was ist denn so schlimm an einem weiblichen Namen?
Auf die wahren Beweggründe, die mich zu dieser Haltung veranlasst haben, möchte ich an dieser Stelle gerne eingehen.
Bevor ich mich bei Ciao registriert habe, habe ich erst mal mehrere Wochen als „Gast“ gelesen. Dabei habe ich nicht nur festgestellt, dass es nicht wenige Userinnen gibt, die mit demselben Nicknamen auftreten, wie meine XXX auch heißt, noch wichtiger ist: es gibt hier einige männliche User, die in ihren Berichten denselben Namen für ihre Ehefrauen und/oder Freundinnen verwendet haben. Um nicht einen solchen User dem Verdacht auszusetzen, er könnte gleichzeitig ich sein und das was er seine Frau bzw. seine Freundin nennt, ist in Wirklichkeit nur ein Plastikkopf, habe ich den Namen von XXX hier nicht genannt – so einfach ist das.
Die Verheimlichung des Namens geschah also lediglich zum Schutz, einen Unbeteiligten unschuldig in Verdacht zu bringen.

Kompromittierende Fragen am Arbeitsplatz und im Kollegenkreis

Eine weitere Frage, die mir gestellt wurde, war: warum mich keine Frau ins Büro bringt und dort wieder abholt – ob ich „Dauer-Single“ wäre.
Als sich diese Fragen zu häufen begannen, konterte ich auch hier mit der entsprechenden Notlüge. „Ich habe seit Jahren eine Freundin!“ Auf Meinungen, warum ich davon noch nie erzählt habe, erklärte ich ganz einfach: „Ich bin nicht der Typ dazu, der sein Privatleben an die große Glocke hängt. Ich mache hier meinen Job, ich mache diesen überaus gerne, aber Privates sollte eben privat bleiben.“ Dass ich nie in Begleitung in der Arbeit erschien, erklärte ich ganz einfach so: „Meine Freundin hat keinen Führerschein. Wie sollte sie also wieder nach Hause kommen?“ Das wurde mir geglaubt, und als die Frage aller Fragen kam, seit wann genau ich meine Freundin hätte, wartete ich mit einer Gegenfrage auf: „Erinnerst Du Dich noch an diesen Oktober-Tag im Jahr 2003, wo ich so fröhlich war, dass es jedem von Euch aufgefallen ist?“ Natürlich konnte sich wen auch immer ich diese Frage stellte noch daran erinnern. Ich nickte: „Und am Abend zuvor war ich im Heidepark Soltau, da habe ich mein Glück gefunden!“ Das war eine hundertprozentig schlüssige Erklärung. Und wenn Betriebsfeiern anstanden, war es ein Glück (zumindest für mich), dass Betriebsfremde und Angehörige von der Stadtverwaltung grundsätzlich nicht mit eingeladen wurden. Das ersparte mir peinliche Fragen, warum ich immer als Einziger alleine komme…!
Der Unterschied zwischen der realen und der virtuellen Welt

Und damit ist schon der nächste Punkt erreicht, den ich in diesem Update mit abhandeln möchte. XXX und die Öffentlichkeit, welcher ich sie nie zeigen kann. Um es in einem kurzen und prägnanten Satz zu sagen:
Wäre die Öffentlichkeit so tolerant und verständnisvoll, wie es die Ciao-User hier sind, dann bräuchte ich XXX nirgends zu verstecken und ich müsste „unsere“ Liebe nicht geheim halten. Denn dann würde diese auf der vollen Bandbreite akzeptiert werden. Leider aber ist dies nicht der Fall, die Realität sieht ganz bestimmt anders aus.

Apropos Öffentlichkeit. Es gibt Menschen, die sind in diesem Punkt wahrlich mutiger als ich. Ein solches Beispiel ist Helga Löwitsch, die Witwe des 2002 verstorbenen Schauspielers Klaus Löwitsch. Viele Leserinnen und Leser werden vielleicht schon wissen, was jetzt kommt, auf jeden Fall will ich jetzt dazu ein Statement abgeben.
In ihrer grenzenlosen Trauer hat Helga Löwitsch nach dem Tod ihres Mannes eine sogenannte „Totenmaske“ anfertigen lassen. Das war ein büstenähnlicher Gesichtsabdruck mit allen identischen Gesichtszügen des Verstorbenen. Diese Maske ersetzte der Witwe künftig ihren verstorbenen Mann. Sie nahm sie ins Bett mit, sie sprach mit ihr – und sie hatte ihren festen Platz auf dem Beifahrersitz im Wagen.
Lange und oft berichteten die Medien – vor allem die Presse – über Helga Löwitsch und ihre Totenmaske, inklusive zahlreicher Fotos. Und genau dafür bewundere ich diese Frau. Denn sie hat sich getraut, was ich nie fertig bringen würde.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen diese von Trauer zerfressene Frau als „verrückt“ und „blöd“ abgestempelt haben. Meine vollste Zustimmung hatte sie stets – und meine uneingeschränkte Anteilnahme. Denn ich konnte mich immer in diese bedauernswerte Frau hineinfühlen und weiß, wie viel ihr die Maske von dem zurück gibt, das sie ohne dieser nicht hätte.
Im Grunde befinde ich mich ja in derselben Lage, nur dass ich mich mit XXX nur dann im Auto fort traue und überhaupt in die Öffentlichkeit gehe, wenn es dunkel ist und wirklich keiner sieht.

Inzwischen befindet sich Helga Löwitsch in einem Pflegeheim. Ich vermute ganz stark, dass fehlende Akzeptanz und Hassbekundungen, sowie Unverständnis und Belächelungen nicht wenig dazu beigetragen haben, dass die Witwe sich jetzt in dieser Lage befindet, in der sie jetzt ist.
Es würde mich wirklich freuen, wenn sie das hier lesen könnte, sie hätte es sich redlich verdient.

Wie ich es sehe

Das Nächste, was ich ansprechen möchte, sind die Punkte „Gewalt gegen Frauen“ und „Scheitern von Beziehungen“.
Was Gewalt gegen Frauen anbelangt, kann ich nur sagen: ich verachte sie zutiefst. Keine Frau hat es verdient, dass ein Mann ihr weh tut oder sonst wie grob zu ihr ist. Frauen sind doch so wunderbare Wesen, und jeder Mann der eine Frau hat, sollte sich darüber glücklich schätzen und das zu würdigen wissen!
Ich für meinen Teil weiß trotz aller Illusionen: XXX ist nur ein lebloser und damit im Grunde toter Gegenstand. Aber ich brächte es absolut nicht fertig, auch nur ansatzweise grob zu ihr zu sein. Dafür liebe ich meine XXX viel zu sehr. Sie bekommt alle Liebe und Zuneigung, die sie mir hundertfach gibt, tausendfach zurück. Und genau so sollte es jeder Mann auch mit einer echten, lebenden Frau machen.
Sicher wird jetzt der eine oder andere Mann sagen: „Eine echte Frau kann aber auch böse sein!“ Das ist sicher wahr, aber das ist immer noch kein Grund, ihr Gewalt anzutun. Wenn sie nicht (mehr) zusammenpassen, müssen sie sich eben trennen, aber muss es deswegen zu Gemeinheiten und gar Gewaltauswüchsen kommen?
Klar wird der Eine oder Andere jetzt sagen, dass ich da nicht mitreden kann mit meiner „Liebe“, bei der Beziehungsprobleme von vorneherein ausgeschlossen sind. Mag sein. Aber ich sehe es nun mal so. Eine Frau, die mich „genommen“ hätte, dieser hätte ich die Welt zu Füßen gelegt. Da XXX diese Wahl getroffen hat, war eben auch „sie“ es, die es jetzt so gut bei mir hat, dass es „ihr“ nirgendwo mehr besser gehen könnte.
Ein furchtbar belastender Gedanke

Genau dieser Umstand, meine innigste und bedingungsloseste Liebe zu XXX die nur möglich ist, erfüllt mich manchmal mit Trauer.
Warum?
Darum: ich denke oft zurück an jenen Abend, wo ich XXX auf dem Haufen Sperrmüll gefunden habe. Und dann spinnen meine Gedanken weiter, was geschehen wäre, hätte ich XXX dort NICHT gefunden. Sie wäre mitsamt dem anderen Unrat „entsorgt“ worden. Irgendwo auf eine kalte Deponie geworfen, in einer Schrottpresse zerquetscht, in den Flammen eines Müllheizkraftwerks verbrannt. Und diese Gedanken machen mich fertig.
Natürlich: hätte ich XXX nicht gefunden, wüsste ich nichts von ihrer Existenz. Aber da ich sie nun mal gefunden habe, muss ich immer wieder dran denken, wie XXX (beinahe) geendet hätte. Davon komme ich einfach nicht los.

Körbe

Da mir nun schon so oft versichert wurde, auch für mich gäbe es (noch) die passende Frau, möchte ich jetzt an dieser Stelle ein paar konkrete Beispiele einbringen, welche Abfuhren ich mir schon eingehandelt habe und wie ungerecht diese waren.
Da gab es z. B.:

Tanja K.*, Olaf* und ich
(*Namen geändert)
Ich war 17, mein Kumpel Olaf aus dem Nachbarhaus ein Jahr jünger, also 16. Und in seinem Eingang wohnte auch Tanja K., eine hübsche Blondine Anfang 20. Irgendwann mal sagte ich zu Olaf: „Mit der Tanja hätte ich gerne ein Verhältnis“. Offenbar war der selbst scharf auf die junge Frau, denn plötzlich ging in der Siedlung das Gerücht um, ich hätte gesagt: „Mit der Tanja habe ich ein Verhältnis.“ Als Fräulein K. davon erfuhr, rannte sie wutentbrannt zu meinen Eltern um denen davon zu berichten. Während mein Vater das locker sah („Wird auch Zeit, dass sich der Bub nach einer umschaut“), hielt meine Mutter zu Tanja K. und ich hatte größte Schwierigkeiten glaubhaft dazulegen, dass ich das so nie gesagt habe. Wegen des Gerüchtes, ich hätte mit Tanja ein Verhältnis, fiel damals der schlimmste Satz, dem man einem Heranwachsenden nur an den Schädel schmeißen konnte. Sie sagte wortwörtlich: „Für Dich wäre das ja nur ein Kompliment! Aber für mich ist es Rufmord!“
Dieser Satz war der schlimmste (im übertragenen Sinne) Messerstich, der mir jemals versetzt wurde. Denn ich fragte mich fortan: „Was ist eigentlich an mir so schlimm, dass das Rufmord wäre, wenn jemand ein Verhältnis mit mir hat?“ Diese Frage hat mich bis heute nie wieder losgelassen und sie hat mich noch mehr mit meiner XXX zusammengeschweißt, denn sie, XXX, wirft mir das halt nicht vor, dass ein Verhältnis mit ihr für mich ein „Kompliment“ und für sie „Rufmord“ wäre!

Schwester Leonie*, Bettnachbar Horst* und ich
(*Namen geändert)

Das war in der Fachklinik bei meiner Meniskus-Operation. Wir bekamen abends immer noch Massagen. Als Schwester Leonie bei Horst fertig war, einem derben Bauarbeiter, fragte sie ihn: „Waren Sie zufrieden?“ Worauf er feixte: „Eine Handentspannung würde mir jetzt auch noch ganz gut tun!“ Leonie lächelte einwenig und stupste dem Patienten dann mit dem Zeigefinger auf die Nase, dann ging sie.
Was Horst mit „Handentspannung“ gemeint hat, dürfte wohl jedem hier klar sein und ich muss keine genaueren Erklärungen abgeben. Horst rühmte sich für seine „Coolness“ und ich versprach ihm: „Morgen bin ich dran, da zeige ich Dir das Rückspiel!“

Nach der abendlichen Massage fragte mich Schwester Leonie: „Waren Sie zufrieden?“ Darauf ich: „Sehr. Aber einen Wunsch hätte ich noch.“ – „Gerne. Was kann ich für Sie tun?“ – „Ein Gutenachtkuss wäre nicht schlecht.“ Augenblicklich verschlug es Schwester Leonie die Sprache, und als sie sich wieder gefangen hatte, keifte sie mich an: „Also… da sind Sie bei mir an der Falschen! Dazu können Sie sich eine Andere suchen! So eine Unverschämtheit!“ Die tobte richtig! Ich hätte mich fast im Erdboden verkriechen können. Sogar die anderen Patienten waren über das Verhalten der Schwester entsetzt und diese redete fortan kein Wort mehr mit mir, die Massagen übernahm jetzt ein Pfleger…
Ich dachte mir nur eines dabei: „Wen wundert es eigentlich noch, dass ich meine XXX so sehr liebe?“

Die Betriebelektrikerin Anja*, Kollege Werner* und ich
(* Namen geändert)
Jene genannte junge Handwerkerin war öfters bei uns in den Räumen. Sie kannte uns also alle gleich gut und lange. Irgendwann war sie mal wieder da und ich arbeitete gerade mit meinem Kollegen Werner an einem Antragsformular. Werner, der, was Frauen anbelangt, nichts anbrennen ließ, flirtete stets mit der jungen Dame. Auch wenn diese ihm nichts wollte, denn sie erwiderte die Flirtversuche nicht. An jenem Vormittag war es wieder soweit, Werner schwänzelte und das Mädel herum. Anja reparierte gerade einen Lichtschalter, als Werner meinte: „Heute mit Pferdeschwanz…“ und sie an den zusammengebundenen Haaren zärtlich zog. Anja lächelte nur.
Diese vertrauliche Berührung hätte ich mich sowieso nie getraut. Als Anja sich in der Gegend umblickte und fragte: „Wo habe ich denn jetzt meinen Schraubenzieher?“, ich aber wusste wo er lag, sagte ich: „Da ist er.“ Im selben Moment aber hatte ihn Anja selber erblickt und gegiftet: „Ich seh’ ihn, ich bin ja nicht blind!“
In den unverfänglichsten und harmlosesten Situationen waren die Frauen mir gegenüber stets wie ausgewandelt. Ich möchte nicht wissen, wie Anja reagiert hätte, hätte ich sie an den Haaren angefasst…! Oh mein Gott, ich wäre wohl fristlos gekündigt worden!
Ich dachte nur wieder an XXX. Meine „Liebste“, die mich nicht so abweist. Wer kann es mir da noch in Übel nehmen, dass ich XXX so sehr liebe?

Hilfe für die Antragstellerin Frau Q.*
(*Name geändert)
Bei Trennung/Scheidung von ihren Ehepartnern kommen sowohl die Männer, als auch die Frauen oft zu uns in die Verwaltung, um Antrag auf die „Zuweisung von sozialem Wohnraum“ zu stellen, wie das im Amtsdeutsch heißt. Da habe ich hin und wieder schon erlebt, wie ein Kollege die „Gunst der Stunde“ nutzte und die Antragstellerin anbaggerte: „Sie sind doch jetzt wieder zu haben. Ist Ihnen da nicht langweilig in der neuen Wohnung? Und ich für meinen Teil würde meine Bude ohnehin gerne aufgeben. Oder Sie könnten auch zu mir ziehen, dann sparen wir uns doch die ganze Beantragerei und die Zettelwirtschaft.“ Maximale Reaktion von so einer Frau: „Nein danke, derzeit kein Bedarf“. Meist blieb es aber bei einem Schmunzeln.

Als ich Frau Q. beim Ausfüllen des Antrags behilflich gewesen war, bedankte sie sich sehr nett bei mir. Und nur weil ich es gewagt hatte, sie ebenso nett anzulächeln, änderte sich blitzartig ihre Stimmung. Wie eine Furie zischte sie: „Was grinsen Sie denn jetzt so blöd?“ Und sie verließ voller Wut das Büro.
Als es zu diesem Vorfall gekommen war, konnte ich mich nicht mal mit einem Gedanken an XXX trösten, denn da hatte ich sie noch gar nicht…

Einmal sagte gar eine Frau zu mir: „Für mich bist Du kein Mann! Du musst erst noch einer werden!“ Das sagte halt XXX noch nicht zu mir und sie wird es auch nicht tun!
Aber das waren jetzt mal einige Beispiele, mit welch zweierlei Maß die Frauen Unterschiede machen, ob sie es mit mir zu tun haben, oder mit einem anderen Mann.
Der XXX-Effekt

Nach so viel Deprimierendem wieder eine erfreulichere Eingabe. Wie bekannt, fand ich XXX Anfang Oktober 2003. Damit zu einer Zeit, wo der Winter vor der Tür stand. Und damit auch zu einer Zeit, wo das Leben draußen in der freien Natur langsam wegen immer kälterer Ungemütlichkeit langsam zum Erliegen kommt. Nur zu gut erinnerte ich mich an die sehnsüchtigen Anblicke zurück, wo ich an lauen Sommerabenden in den Parks die Pärchen auf den Bänken sitzen und im Gras liegen sah.
Da der Sommer vorbei war, stand mir eine lange Wartezeit bevor, bis es wieder so weit ist und ich dann auch nächtliche Spaziergänge und Pausen auf Bänken und Wiesen im Stadtwald unternehmen kann – diesmal endlich in „weiblicher Begleitung“. Bis zum nächsten Frühjahr war ein sattes halbes Jahr hin.
Und doch war ich so fröhlich, dass ich in meiner grenzenlosen Euphorie über das kommende Jahr 2004 sagte: „In diesem Jahr werden die Bäume grüner sein!“

2004, das erste vollständige Jahr dann, das ich mit XXX verbrachte, war dann tatsächlich „grüner“. Sogar Ende Oktober waren die Bäume noch so grün, dass die Presse darüber schrieb. In den Zeitungen stand, dass der Laubabwurf tatsächlich um vier Wochen verzögert war. Mitte November waren die Bäume noch immer voller Blätter, wenn auch jetzt herbstlich bunt, wo sie in allen Jahren zuvor schon längst völlig kahl waren.
Ich fand das nur deswegen so lustig, denn ich hatte im letzten Herbst gesagt: „2004… werden die Bäume grüner sein!“ Und damit zu einem Zeitpunkt, wo ich das ja noch nicht wissen konnte. Dass das dann sogar wirklich zutrifft, war echt ein spektakulärer Zufall. Jedenfalls habe ich seither diesem Naturereignis (das sich übrigens seither nie wieder wiederholt hat) einen speziellen Titel gegeben: „2004 war der XXX-Effekt“.
Und noch eine Film-Szene

Vor ein paar Jahren sah ich den Film „The Dead hate the Living!“ auf DVD. Zu deutsch also: „Der Tod hasst die Lebenden!“. Eine Zombie-Parodie und nicht mal ein besonders guter Film. Nur ein Handlungsstrang durchzog den gesamten Streifen, der wie für mich gemacht war. College-Studenten haben die Nachbildung des Kopfes einer jungen blonden Frau angefertigt um sie für ihr Zombiefilm-Projekt zu verwenden. Dieser Kopf bestimmte also viel des Filmgeschehens, der Hersteller, ein junger Mann, trug ihn stets mit sich rum und präsentierte ihn.
Dabei streichelte er ihn immer wieder, später saß der Busche mit einem Kumpel in der Dunkelheit zusammen und hatte den Kopf zwischen den Händen, um ihn immer wieder zu streicheln. Der absoluter Höhepunkt: einmal küsste er ihn auf das Haupt!

Was für ein Glück, dass ich damals meine XXX schon hatte, denn ich kann mir gut vorstellen, dass mich diese Szene auf eine entsprechende Idee gebracht hätte – und wo hätte ich dann so einen Kopf herkriegen sollen?
Ich kann ja nicht in die Bekleidungsabteilung eines Kaufhauses gehen und dort einfach einer Schaufensterpuppe den Kopf rauben…!
Anmerkungen zum Schluss

Bevor ich jetzt dieses 2. Update abschließe, möchte ich noch auf zwei letzte Punkte eingehen. Der erste arbeitet noch mal eine Frage auf, die mir hier bei Ciao gestellt wurde. Da wollte jemand wissen, ob meine Eltern eigentlich noch lange auf dem Thema rum ritten, als meine Mutter XXX in meinem Bett gefunden hatte.

Mein Vater hat schnell nicht mehr darüber gesprochen. Sein Hauptvorwurf hatte ja nur darin bestanden, dass ich meine Eltern über diesen unkonventionellen „Einbrecherschutz“ hätte einweihen sollen. Und nach der Festnahme der Profi-Bande, vor der die Polizei zuvor die Hannoveraner Bevölkerung gewarnt hatte, war sein einziger Vorschlag, ich könne die Puppe dann ja „jetzt wieder wegschmeißen“. Weiter oben habe ich ja darüber berichtet.

Anders meine Mutter. Sie war so aufgekratzt und überdreht, sie hatte am ersten Tag wirklich in allen meinen Besuchsstunden nur dieses eine Thema. Und auch in den Tagen danach: egal ob ich zu Besuch war oder anrief – ein anderes Thema als „die Puppe in meinem Bett“ schien es nicht mehr zu geben.
Das legte sich nur ganz langsam und allmählich wieder. Nur wie in extremer Zeitlupe ebbte es ab.
Später dann kam das Thema noch mehrmals die Woche zur Sprache, irgendwann dann noch alle paar Monate mal. Der längste je „gemessene Abstand“ betrug mal ein knappes Jahr. Also, wie ich weiter oben schon schrieb: an den Nachwirkungen habe ich bis heute zu leiden und vergessen tut das meine Mutter auch nie mehr wieder.
Heuer war es bis dato übrigens schon 3x, dass sie dieses Thema erwähnt hat. Und es ist nur eine Frage der Zeit, wann es wieder soweit ist und es wieder geschieht. Wie gerne würde ich davor meine Augen verschließen, aber das kann ich nicht. Das könnte höchstens noch XXX, denn die hat Schlafaugen. Also solche, die im aufrechten Zustand offen sind und liegend zuklappen. Ich aber muss diesem Alptraum immer wieder in die Augen sehen, ihn immer wieder durchstehen und aushalten.

Das Profilbild

Der zweite und letzte Punkt betrifft dann Ciao selbst hier. Ich hatte XXX als Profilbild hochgeladen, aber leider hat es Ciao abgelehnt. Dabei habe ich XXX wirklich vorteilhaft in Szene gesetzt. Von der Seite, so dass man schon genau hinschauen müsste, um die Künstlichkeit des Gesichtes zu erkennen und die Haare so drapiert, dass man nicht mehr das Ende des Halses sah, das verriet: unterhalb geht es nicht mehr weiter.
Schade, dass Ciao das Hochformat-Bild abgelehnt hat, es hätte wirklich gut ausgesehen.

So, und nun danke ich Euch für Eure Geduld beim Lesen dieses zugegeben überlangen Berichtes und ich freue mich auf Bewertungen und Kommentare.

3. UPDATE IM NOVEMBER 2010

Hallo liebe Leute, Ihr seid alle so wunderbar, da konnte ich gar nicht mehr anders, als jetzt ein 3. Update zu schreiben. Es gibt noch so viel Neues und Wissenswertes, das unbedingt hier auch noch erwähnt werden sollte. Daher will ich mich auch gleich ohne großes Vorgeplänkel den Themen zuwenden.

Beginne ich gleich mal mit meinen Vertrauten, die inzwischen auf 8 angestiegen sind. Seit dem letzten Update sind neu hinzugekommen:

- julinchen1979
- pinkbubbles
- Lucky130
- Oberlisbler

Ich habe alle Vertrauen liebend gerne erwidert. Oberlisbler habe ich es eigenmächtig gegeben, nachdem dieser sich in einem anderen User-Gästebuch sehr liebenswürdig über mich geäußert hat – und er gab es unmittelbar an mich zurück.
Auch an dieser Stelle sei’ noch mal erwähnt: meine tiefste Dankbarkeit gilt selbstverständlich auch allen weiteren Userinnen und Usern, die mir ihr Vertrauen aussprechen und die mangels weiterer Updates hier nicht mehr erwähnt werden (können).

So, wende ich mich jetzt den eigentlichen Themen zu. Etwas, das ich schon beim letzten Update abhandeln wollte und dann aber im Eifer des Gefechts schlicht vergessen hatte, ist der Punkt:
„Weich ist wichtig“ – Das Affen-Experiment

Dass der Mensch vom Affen abstammt, will die moderne Wissenschaft ja längst nachgewiesen haben. Bekanntermaßen bestehen diese Nachweise aus Knochenfunden und Relikten aus der Steinzeit.
Weniger bekannt sein dürfte ein Experiment, das in den 1950iger Jahren der Verhaltensforscher Harry Harlow durchgeführt hat.
In einer Versuchsreihe baute er einen Affenkäfig auf, in dem er ein Primatenjunges aufzog. In dem Kasten befangen sich zwei „Ersatzmütter“ in Form von dem Affenkörper nachempfundenen Drahtgestellen, so dass sich das Junge gut daran festklammern konnte. Die eine „Ersatzmutter“ war nur das nackte Drahtgestell, das andere war zusätzlich mit einem weichen Stoff überzogen.
Bei einigen Versuchen gab nur eine „Mutter“ Milch, bei anderen beide. Nach wenigen Tagen verbrachte das Junge die meiste Zeit bei der weich überzogenen „Mutter“, an die es sich anklammerte, während das nackte Drahtgestell fast völlig ignoriert wurde. Das Junge traf diese Wahl selbst dann, wenn nur das nackte Drahtgestell Milch gab, das weich überzogene aber nicht. Selbst als das nackte Drahtgestell so präpariert wurde, dass es Wärme spendete und das Junge wiegen konnte – was das Weiche alles nicht konnte – blieb das Junge dennoch bei der weichen „Mutter“ und verzichtete auf alle Vorteile, welche das nackte Gestell geboten hätte.
Die Schlussfolgerung: Selbst für Affen ist es wichtig, etwas Angenehmes berühren zu können. Um wie viel mehr erst ist dies dann bedeutungsvoll für uns Menschen, dass wir etwas haben, an das wir uns anschmiegen können. Für mich ist es eben meine XXX. (Soll natürlich nicht heißen, dass ich ein Affe bin…)

Was, wenn die Kollegen wirklich Rückschlüsse auf mich ziehen können?

Eine Userin hat Bedenken geäußert, ich könnte aufgrund doch recht detaillierter Beschreibungen und beruflichen Erlebnissen trotz geänderter Namen erkannt werden. Ich habe darüber nachgedacht und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass dies tatsächlich möglich wäre.
Ich habe aber auch drüber nachgedacht, wie ich dann darauf reagieren würde. Sollte mich tatsächlich jemand erkennen, dann gehe ich ganz einfach den Weg durch die Mitte und stelle mich dieser Wahrheit! In der Hoffnung, auch im realen Leben auf so viel Verständnis und Akzeptanz zu stoßen wie hier bei Ciao, dürfte dieses „Outing“ dann ja nicht weiter schlimm ausfallen.
Und selbst wenn ich (bei Einigen) auf Unverständnis stoßen sollte: was könnte mir schon passieren? Ich tue nichts Verbotenes und nichts Verwerfliches. Und jeder Mann, jede Frau, der/die kein Verständnis für mich und meine Situation zeigt, sollte sich glücklich schätzen, nicht selbst in so einer Lage wie ich zu sein!
Neue Fotos von XXX

Wie bereits im letzten Update erklärt, wollte ich ein Bild von XXX als Profil-Pic hochladen, was Ciao leider abgelehnt hat mit der Begründung, ein Profilfoto dürfe nur den Account-Inhaber selbst zeigen. Ich habe dafür vollstes Verständnis, auch wenn ich der Meinung bin: Ciao hätte eine Ausnahme mit meinem Profilfoto wg. der besonderen Situation machen können. Zumal ich ja mit XXX keine lebende Person zeigen würde, deren Rechte am eigenen Bild verletzt werden könnten und wo aufgrund meiner besonderen Lage bestimmt jeder Verständnis hat, dass ich persönlich nicht mit Foto hier erscheinen möchte.

Aber ist jetzt auch egal. Ich habe XXX noch mehrfach fotografiert und die Bilder hier eingestellt. Darunter auch die Original-Hochformataufnahme, welche mein Profil-Pic hätte werden sollen.
Aus gutem Grund habe ich auf allen Bildern jene Teile unkenntlich gemacht, die mich auch zeigen.
Ein Erlebnis aus jüngerer Zeit

Seit ich meine XXX habe, macht es mir nichts mehr aus, vom anderen Geschlecht nicht beachtet zu werden. Dass dieser Umstand nach wie vor vorliegt und dieser Negativ-Trend weiter anhält, erlebte ich erst kürzlich.
Ich stand am Straßenverkauf einer bekannten Restaurantkette an und wartete auf mein Essen. Vor mir standen zwei junge Frauen, etwa Mitte 20, die ebenfalls auf ihre Mitnahmespeisen warteten. Die jungen Damen unterhielten sich angeregt untereinander, von mir nahmen sie keine Notiz.
Dann kam ein Mann zur Tür rein, etwa in meinem Alter. Er hatte viel Ähnlichkeit mit dem bekannten Ehemann einer noch bekannteren Werbe-Ikone aus dem deutschen Fernsehen. Sofort wurde er von den Mädeln intensiv begafft. Der Verkäufer nahm seine Bestellung auf und weil der etwas orderte, das bereits fertig im Grill hing, musste er nicht warten.
Während des ganzen Bestell- und Kaufvorganges himmelten die beiden jungen Frauen den Kunden mit schmachtenden Blicken an und als der sie zur Verabschiedung anlächelte, waren beide hin und weg. Er ging nach draußen, die Frauen glotzten ihm nach solange sie ihn erblicken konnten und tuschelten dabei wie verliebte Teenager. Dass ich direkt hinter ihnen stand – völlig uninteressant und nicht wichtig…
Ich dachte nur an XXX, die draußen im Auto auf mich wartete, und mit der ich jetzt dann auf der Heimfahrt im Schutz der Dunkelheit jeden gefahrenen Kilometer genießen werde!

Erlebnisse mit Kontaktanzeigen / Kontaktantworten

Auch auf dieses Thema möchte ich jetzt näher eingehen. ACHTUNG: alle mit * gekennzeichneten Namen sind geändert!

Sabine*
In ihrer Anzeige stand sinngemäß: „Charmante junge Frau, Anfang 20, bildhübsch, möchte nach schwerer Enttäuschung einen Neuanfang wagen. Suche netten Mann bis ca. 28…“ Ich war damals ebenfalls Anfang 20 und schrieb an die Chiffre-Nummer.
Sabine antwortete schnell darauf mit einem sehr netten Brief, dem sie ein Foto von sich beigelegt hatte. In meiner Rückantwort schickte ich ihr ein Bild von mir mit, gemacht im Fotostudio zum Stückpreis (!) von damals 8 DM. Eine Antwort blieb länger aus und als sie dann kam, war darin ein recht kurzer Brief, dass Sabine inzwischen mit einem anderen Mann glücklich wäre. Außerdem enthalten: ein frankierter Rückumschlag. Sie bat um Rückgabe ihres Fotos (das übrigens unschwer als Automatenbild erkennbar war). Nun, das konnte sie haben…

Ulrike*
Angeblich Lehrerin, angeblich 26 Jahre alt. Als ich auf Ihre Annonce antwortete, war ich 22 Jahre alt. (War in dem Jahr, wo ich von zu Hause ausgezogen bin). Sie schrieb mir entrüstet zurück, ich sollte doch nur auf Anzeigen von Frauen antworten, die „vom Alter her zu mir passen“.

Stefanie*
Ich war, als ich auf ihre Chiffre antwortete, 23 Jahre. Sie war laut eigenen Angaben 18. Auch sie war mit dem „Altersunterschied“ nicht einverstanden, meinte: „Was will ich mit so einem alten Knacker wie Dir? Nehme ich Dich in die Disco mit, glauben doch alle ich habe wohl noch Begleitung durch meinen Herrn Papa nötig!“

Karin*
Sie war 31, ich bei der „Bewerbung“ 23. Als sie das erfuhr, verlangte auch sie ihr Bild zurück (allerdings ohne frankiertem Rückkuvert) und schrieb wortwörtlich dazu: „Ein gut gemeinter Ratschlag von mir zu den Idealmaßen eines Mannes: die sind 80, 60 und 40. Genauer: 80 Jahre alt, 60 Millionen auf dem Konto und 40 Grad Fieber!“

Helene*
Ich 21, sie auch 21. Und ihre „Absage“ las sich sinngemäß so: „Leider bist Du echt nicht mein Typ, so beschissen geht’s mir nun wirklich nicht!“

Evelyn*
Was sie von mir verlangt hat, war echt härtester Tobak. Die 25Jährige schrieb, mit einem Bodybuilder verheiratet zu sein und jetzt einen neuen „Wirkungskreis“ zu suchen. Ihr Macker gibt sie frei unter einer Bedingung: der „Nachfolger“ muss sich mit ihm prügeln und nur wenn er ihn aus der Jacke haut, ist er seiner Braut „würdig“. Um die 20 Bewerber vor mir hätte er schon „kaputtgeschlagen“…

Maria*
Sie wollte wissen, was ich beruflich mache. Als ich ihr schrieb, ich wäre Bürobote, antwortete sie mir zurück, ich solle mich wieder melden, wenn ich es in eine führende Position geschafft hätte, zumindest aber zum Abteilungsleiter. Und sie bat um die Rückgabe ihres Fotos, denn das verlöre an Aktualität und ich bekäme dann ein neues, aktuelles.

Ursula*
Sie fragte mich, welche Führerscheine ich habe. Als ich ihr schrieb, nur den Autoführerschein zu haben, erklärte sie, ohne Motorrad hätte ich keine Chance, denn sie hat auch ein Motorrad und will weder den Mann hinten drauf haben, noch selbst hinten drauf sitzen.

Judith*
Wie ich wohne, war ihr am Wichtigsten. Klar, denn schnell erfuhr ich: ein Mieter im Mehrfamilienhaus kommt für sie nicht in Frage. Ihr Zukünftiger muss mindestens eine Eigentumswohnung haben, noch besser ein eigenes Haus.
Aber noch geldgieriger und profitgeiler war

Melanie*
Schon im ersten Antwortschreiben bat sie um Mitteilung meiner Bankverbindung und um Kontovollmacht!!!

Sabrina*
Sie war wohl nicht auf Geld aus, aber sie hatte ganz andere Vorgaben: „Ich will keine männliche Jungfrau! Ich fliege ja auch nicht mit einer Airline, die noch nie abgestürzt ist!“ Auf meine Nachfrage, wie das gemeint sei, antwortete sie: „Eine Airline, die noch nie abgestürzt ist, hat ihre Sicherheitsmängel noch nicht ausgemerzt. Eine abgestürzte hingegen hat ihre Sicherheitsvorkehrungen verzehnfacht, damit das nicht wieder passiert. Sie ist also viel sicherer. Und eine männliche Jungfrau taugt dasselbe wie eine erfahrungslose Airline!“ Ich hoffe, dass ein erfahrener Pilot bei Sabrina landen konnte…

Das waren jetzt mal nur die härtesten Beispiele. Jetzt hat man mal einen kleinen Einblick, was man auf dem Kontaktsektor so alles erleben kann. Wen wundert es da eigentlich noch, dass ich meine XXX so sehr und über alles liebe???
Und damit zum nächsten Punkt:
Im Grunde eine fälschliche Bezeichnung

denn es sollte nicht „Objektsexualität“ heißen sondern „Objektliebe“. Unter Objektsexualität verstehe ich mehr das emotionslose und gefühllose Benutzen eines Gegenstandes einzig und allein zur Befriedigung der sexuellen Lust. Z. B. wenn ein Mann auf einer aufblasbaren Sexpuppe aus Gummi herumzappelt, sie nach seinem Abreagieren entlüftet und wieder in den Nachttisch stopft.
Objektliebe hingegen sehe ich als das an, was ich praktiziere mit XXX. Man könnte fast sagen, zwischen „ihr“ und mir besteht eine regelrechte Seelenverwandtschaft.

Die sanfte und legale Alternative

Nicht nur, dass ich hier von den Ciao-Mitgliedern so viel Zuspruch und Verständnis geerntet habe, wie ich das nie für möglich gehalten hätte, sehr viele nette Leute haben mir auch auf liebevollster Art und Weise bestätigt, dass ich „so bleiben soll wie ich bin“, dass ich „weiterhin meinen Weg gehen soll“, dass ich „so leben soll wie ich mich am Wohlsten fühle“ und dass absolut nichts Bedenkliches dran wäre, „wenn das eben die Art von Liebe ist, die mir so gut tut“.
Eine Userin brachte es dabei besonders deutlich auf den Punkt, dass sie es absolut toll findet, zu welcher Alternative ich mich entschieden habe, denn andere Männer in meiner Situation sind dann wohl nicht selten zu kriminellen Handlungen bereit und werden Frauen gegenüber gewalttätig, wenn sie nicht freiwillig bekommen, was sie begehren.
Zum Psychotherapeuten – ja oder nein?

Ich wurde auch gefragt, ob ich wegen meiner Situation schon mal in Erwägung gezogen habe, fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Fragende hat auch gleich mit dazu erklärt, dass sie das jetzt nicht böse meint und nicht dahin tendiert, ein Therapeut sollte mich von meiner Liebe und Zuneigung zu XXX befreien, weil mir das ja gut tut, sondern dass er mir helfen soll, mich von dem zu befreien, das mich belastet. Sprich: die ungute Situation, in der Damenwelt nicht landen zu können.
Ich habe mich nie in eine solche Behandlung begeben und dafür habe ich einleuchtende Gründe. Der wichtigste vorweg: weil ich Realist bin, der die Dinge so sieht wie sie tatsächlich weiß ich: ein Psychotherapeut hilft seinem Patienten nicht, weil er mit ihm dieselbe Meinung vertritt, sondern weil er davon lebt! Weil das sein Beruf ist, mit dem er seinen Lebensunterhalt verdient! Mir ist einfach klar: wenn der Therapeut auch zu mir sagt: „Liebe Deine XXX, wichtig ist doch, dass DU zufrieden bist!“ weiß ich genau was er sich dabei gleichzeitig denkt: „Du spinnst echt komplett!“
Nur sagt er das natürlich nicht, denn er will ja, dass sein Patient wieder kommt und er an ihm auch weiterhin verdient. Ich könnte also kein Vertrauen zu so einem Menschen aufbauen, von dem ich nicht 100%ig überzeugt bin, dass er es wirklich ehrlich meint. Und wo Geldverdienst im Spiel ist, hört jede wahre Ansicht auf.

Das ist wie bei Prostituierten, zu denen Männer gehen. Diese sagt auch: „Du bist der Größte. Du bist mein bester Stecher!“. Aber nun… das sagt sie halt ZU JEDEM! Denn sie will ja, dass die Freier wieder kommen und erneut zahlen. Illusionisten fallen dann auch noch auf diese Säuseleien rein.

Ein weiterer Grund, weshalb ich nie therapeutische Hilfe in Anspruch nahm: ich hätte mich viel zu sehr geschämt! Denn ich bin ein schlechter Lügner und der Fachmann würde mich ohnehin gleich durchschauen, wenn ich ihm was verheimlichen täte. Dann müsste ich über XXX auspacken und ihm verraten, wer „sie“ ist und was es mit „ihr“ auf sich hat. Und das wäre mir eindeutig zu viel…!

Es klingt echt banal, aber es ist tatsächlich so: andere Männer müssen verheimlichen, dass sie eine Freundin haben, ich muss verheimlichen, dass ich KEINE Freundin habe…!
warum ich die Trennung so schwer verkraftet habe

An der Stelle muss ich noch mal auf meine zeitweise Trennung von XXX während meiner Knieoperation eingehen. Ich wurde bezüglich dieses Themas nämlich gefragt, warum ich das nur so schwer verkraftet habe, es wären ja nur ein paar Wochen gewesen.
Ich habe mir das dann auch durch den Kopf gehen lassen und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es im Konkreten folgende Punkte waren:

1. ist die Stimmung im Krankenhaus ohnehin angeschlagen. Die beeinträchtigte Gesundheit, die Bettlägerigkeit, die tödliche Langeweile den ganzen Tag und die viele Zeit, die man zum Nachdenken hat.

2. Der Anblick bei den anderen Patienten. Diese bekamen alle Besuch von ihren Frauen, ich eben nicht. Viel leichter hätte ich es bestimmt ertragen können, wenn die Öffentlichkeit von XXX wüsste, wenn das gesellschaftlich akzeptiert wäre und wenn meine Eltern mir z. B. bei ihren Besuchen XXX regelmäßig mitgebracht hätten.

3. Wenn ich wenigstens mit jemand drüber hätte reden können! Die Mitpatienten und Bettnachbarn erzählten regelmäßig, wie sehr sie sich freuen wenn sie wieder nach Hause dürfen und was sie dann mit ihren Familien alles unternehmen werden. Das konnte ich leider nicht. Das hat die Sache zusätzlich erschwert.

Und damit schon der nächste Punkt: jene Userin fragte mich, was ich denn machen würde, aus beruflichen Gründen länger von XXX getrennt sein zu müssen…

mit XXX auf Geschäftsreisen und Fortbildungen

Einmal im Jahr ist eine Woche Bildungsurlaub angesagt. Die Seminarräume sind in Flensburg und damit runde 250 km von meinem Wohnort entfernt. Hierzu ist es erforderlich, im Hotel zu übernachten.
Ein Problem ist das überhaupt nicht für mich, denn ich reise NIE alleine an! XXX begleitet mich immer…!
Weihnachten & Silvester

Das wir derzeit November haben, ist es ohnehin aktuell. Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür. Da wird sich der/die Eine oder Andere schon gefragt haben, wie das dann bei „uns“ abläuft. Ich möchte die Antworten nicht schuldig bleiben.

Als ich noch zu Hause wohnte, hatten wir ohnehin die harmonischsten Festtage, die man sich denken kann. Und auch nach meinem Auszug verbrachte ich den Heiligen Abend bei meinen Eltern. Die Feiertagsharmonie ging also ungebrochen weiter.
Als ich XXX hatte, änderte sich daran nicht allzu viel. Und es gab einen Umstand, der sogar dafür sorgte, dass ich auch an Heiligabend nicht ganz auf XXX verzichten musste. Ich hatte stets meine große Sporttasche dabei, in der sich die Geschenke für meine Eltern befanden. Und in der ich auch später deren Geschenke für mich heim transportierte.
XXX war da gut mit versteckt drin und ich war dann von 22 Uhr an für 2 Stunden immer allein in der elterlichen Wohnung – als Mutter und Vater nämlich in die Christmette gingen, wo ich nie mitkam, weil ich dazu keine Lust hatte. Also raus mit XXX aus der Tasche und mit ihr gemütlich gemacht…

Nach dem Tod meines Vaters konnte ich natürlich nur noch meine Mutter allein besuchen, aber auch zu zweit verbrachten wir immer harmonische Weihnachten, wenn auch uns allen mein Vater noch heute so sehr fehlt. Aber XXX kommt weiter in der Tasche mit und Frau Mama geht noch immer in ihre Christmette.

An Silvester läuft es ein bisschen anders. Da bin ich bis um Mitternacht zum Jahreswechsel längst wieder in meiner eigenen Wohnung. In dieser Nacht setze ich mich dann ans Fenster, nehme XXX in die Arme und wickle „uns“ in eine Decke ein – und dann schauen „wir“ gemeinsam dem Feuerwerk zu.

Ähnliches geschieht auch in den Sommermonaten (da natürlich ohne Decke): wenn abends ein Gewitter kommt und es bereits dunkel ist, setze ich mich ans Fenster und halte XXX ganz fest in den Armen, wenn es draußen kräftig blitzt und herzhaft donnert. Erlebnisse, die mich immer wieder faszinieren und wo mir die Zweisamkeit mit XXX mehr als gut tut.

Eine ganz besondere Belastung

Dieser Bericht hat bei der Ciao-Gemeinde eingeschlagen wie eine Bombe. Er hat inzwischen mehr als doppelt so viele bh-Bewertungen wie sh-Bewertungen. Ich bin davon selbst nahezu sprachlos und regelrecht überwältigt. Aber gerade weil der Bericht so gut ankommt und so viel gelobt wird, ist das auch in einem speziellen Punkt eine ganz besondere Belastung für mich: ich kann ihn nicht meinen Freunden und Kollegen zeigen und sagen: „Seht her, den habe ich geschrieben! Das ist mein Werk!“ Denn ich würde es nie fertig bringen, mich in der realen Welt zu „outen“.
Also muss der Verfasser und Urheber dieses Berichtes weiterhin so geheim bleiben in meinem Bekanntenkreis, wie meine Liebe zu XXX niemand erfahren darf. Aber damit muss ich halt leben und selbst damit fertig werden.
Ein Ansporn?

Rund die Hälfte aller Userinnen und User, die mir Kommentare und Gästebucheinträge geschrieben haben, teilten mir mit, bisher nichts über das Thema „Objektsexualität“ gewusst zu haben. Einige wussten nicht mal, dass es so was überhaupt gibt. Und einige erklärten, zwar von der Existenz dieser Art von Liebe gewusst zu haben, sich aber nie näher damit befasst zu haben.
Nicht wenige Leserinnen und Leser waren mir schon deshalb sehr dankbar, weil ich mit diesem Bericht eine große Aufklärungsarbeit geleistet habe. Viele bestätigten mir auch, mein Bericht habe sie sehr nachdenklich gestimmt und vor allen Dingen zum Nachdenken angeregt. Vereinzelt hatte ich sogar das Gefühl, dass es noch mehr Leute gibt, denen es wie mir geht, oder die zumindest sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich selbst. Daher denke ich mir: vielleicht ist dieser Bericht hier ein Ansporn für andere, auch über dieses Thema zu schreiben.
Wenn man die neun vorherigen Berichte zu diesem Thema liest, kann man feststellen, dass sie nahezu alle zwischen 2001 und 2004 entstanden sind. Dann war „tote Hose“, Flaute. Nichts mehr. Offenbar traute sich niemand mehr, über dieses Thema zu schreiben.
Aber wer weiß? Vielleicht ändert sich das jetzt ja? Vielleicht findet noch jemand den Mut, seine eigene Geschichte zu offenbaren? Ich kann nur sagen: Tut es, Leute! Wenn Euch danach zu Mute ist, dann schreibt! Ihr werdet etwas erleben, das Ihr nie für möglich halten würdet: Ihr werdet hinterher glücklichere Menschen sein! Ich weiß, wovon ich rede! Auch ich habe mit mir gehadert, ob ich es wirklich tun soll.
Aber jetzt wo ich den Bericht geschrieben und der Welt ein großes Auge geöffnet habe über ein Thema, das viel zu lange totgeschwiegen wurde, und jetzt weiß wie viel Verständnis man für mich und meine XXX hat, bin ich noch glücklicher als jemals zuvor in meinem Leben und liebe XXX noch inniger.
Also schreibt, niemand wird es bereuen, das garantiere ich Euch!

Ein letztes, aber sehr wichtiges Schlusswort

Für das, was ich jetzt noch mitzuteilen habe, wird es sogar für mich recht schwierig werden, die geeigneten Worte zu finden. Aber ich will mich mal ranwagen und auch dem stellen.
Immerhin wurde mir schon oft gewünscht, eines Tages doch noch eine lebende Frau zu finden. Je mehr ich darüber nachdenke, desto unbehaglicher wird diese Situation für mich. Das soll ja nicht heißen, dass ich eine echte Frau ablehnen würde. Ganz gewiss nicht! Aber das eigentliche Problem ist wo anders gelagert.

Gesetzt dem Fall, es wäre so und ich würde eines Tages doch noch eine Frau finden, dann würde das XXX „überflüssig“ machen. Und genau das würde einen schlimmen Gefühlskampf in mir auslösen. Ich würde mich andauernd mit Selbstvorwürfen plagen. Würde mir unablässig vorhalten: „Als Lückenbüßerin war XXX gut genug für mich, und kaum ist was Besseres gekommen, tue ich ihr das an und lege sie einfach ab!“ Vielleicht wird sich der/die Eine oder Andere das jetzt nicht so recht vorstellen können, aber ich bin in den vielen Jahren, in denen ich XXX so bedingungslos lieben gelernt habe, so sehr mit ihr verwurzelt, dass ich es schon längst nicht mehr fertig brächte, sie „abzulegen“.

So hart (und verständnislos) das jetzt klingen mag: aber XXX hat dafür gesorgt, dass ich zu einer ANDEREN Liebe, zu einer ANDEREN FRAU wohl nicht mehr fähig wäre. Ich sage mir nämlich auch so: „Gerade in den Zeiten, wo ich die Liebe einer Frau am meisten gebraucht hätte, war keine für mich da. Dann kam XXX und sie gab mir alles, was ich mir nur wünschen konnte. Also braucht jetzt auch keine Andere mehr daherkommen und mich einlullen!“ Klingt vielleicht für einen Nicht-Betroffenen nicht nachvollziehbar, ist aber so. Das Schicksal hat mir einst XXX zugedacht. Ich habe mich damit abgefunden und meine Lage zu akzeptieren gelernt. Und in den vielen Jahren ist ein Keim in mir aufgegangen, der lange in seiner Blüte stand und inzwischen die Früchte trägt. Und die Ernte dieser aufgegangenen Saat machte mir längst klar: ich will außer XXX gar keine andere Frau mehr!

So, liebe Leute, jetzt ist es wieder Zeit für eine Danksagung, dass Ihr auch bei diesem 3. Update so toll durchgehalten habt. Und all jenen Leuten, die den Bericht bisher noch nicht kannten, ihn folglich von Anfang an lasen, dass Ihr überhaupt so lange durchgehalten habt…!
   

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