Die rätselhafte Gestalt des Dichters und Rhapsoden Homer ragt aus den dunklen Anfängen des Abendlandes in unsere Gegenwart hinein. Über sein Leben und seine Umwelt ist wenig... mehr
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Verwandte Angebote für Odyssee - Griechisch / Deutsch / Homer
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Erfahrungsbericht von trampastheo über Odyssee - Griechisch / Deutsch / Homer 11.08.2002
Produktbewertung des Autors:
Niveau
anspruchsvoll
Unterhaltungswert
sehr hoch
Spannung
sehr spannend
Wie ergreifend ist die Story?
sehr ergreifend
Pro:
Spannende Abenteuer, fast jede Begebenheit auf der Heimreise von Odysseus ist lehrreich, ergreifende Beschreibungs - und Erzählungsfähigkeit Homers, Einblick in die griechische Mythologie
Kontra:
- - -
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Prolog
== Die Odyssee ist wohl eines der beiden größten Werke vom griechischen Dichter Homer (das andere ist die Ilias, die ja aktuell im Film Troja teilweise übernommen wurde). Homer hat acht Jahrhunderte vor der Geburt Jesus gelebt und gehörte zu den größten Dichtern seiner Zeit. Auch heute noch spricht man von seinem schriftstellerischen Talent. Seine beiden Werke werden auf vielen Universitäten der Welt gelehrt. Die Film-Verfilmungen zu den Abenteuern Odysseus, die meistens nur einen Teil des Werkes auf die Leinwand bringen können, sind vielen bereits bekannt. In Griechenland selbst, werden die Schüler mit der Odyssee bereits in der 8. Klasse konfrontiert. Die Odyssee ist in altgriechischer Sprache verfasst. Es handelt sich hier um ein gewaltiges Buch von fast 400 Seiten und besteht aus 12.110 Zeilen (so berechnete man im alten Griechenland die Größe eines Werkes). Da jedoch die altgriechische Sprache an den Schulen erst später (nach der 10. Klasse) gelehrt wird, gibt es spezielle Übersetzungen in der neugriechischen Sprache, die es einfacher machen, die Erzählung mitzuverfolgen. Ich hatte die Freude bereits beide Varianten - das Original und die Übersetzung - zu lesen. In den letzten Tagen habe ich mich in das Werk von Homer noch einmal vertieft, um jetzt einen hoffentlich interessanten Bericht präsentieren zu können. Die Odyssee ist ein Heldenepos. Sie erhielt ihren Namen durch den Helden der Erzählung: Odysseus. Nachdem Griechenland den trojanischen Krieg gewonnen hat, beginnt für die Truppen die Rückkehr in die Heimat. Doch die Heimreise stellte für viele eine große Tortur dar, denn zwischen Troja, das sich in Kleinasien befand, und der großen Landfläche Griechenlands, war eine gewaltige Ägäis zu bewältigen. Für unseren Helden Odysseus ist die Reise wohl die längste als für jeden anderen, denn er muss mit seinen Männern Ithaka erreichen, eine Insel im ionischen Meer (damals gab es auch nicht den Korinthkanal, um den Kreis von Peloponnes zu entgehen). Homer erzählt uns in der Odyssee genau über diese Heimreise von Odysseus: seinen Abenteuern, seinem Charakter, seiner Sehsucht Ithaka und seine Frau Penelope wiederzusehen. Homer schafft es mit vielen Details zu jedem Abenteuer, den Leser am Buch zu fesseln. In meinem heutigen Bericht werde ich versuchen einige der bekanntesten Abenteuer, wie sie Homer in seinem Buch erzählt, wiederzugeben und gleichzeitig auf den tieferen Sinn dieser einzugehen.
Im Land der Sharonfruchtesser =============================== Die Heimreise des Odysseus beginnt mit einem fürchterlichen Sturm, der seine Schiffe in die Bucht des Landes der Sharonfruchtesser treibt. Odysseus und seine Gefährten wollen sich hier einige Tage ausruhen und neue Energie tanken, um dann die Reise fortzusetzen. Doch drei von Odysseus Männer kosten von den Sharonfrüchten, die es hier in Mengen gibt. Daraufhin vergessen sie ihre Heimat und ihre Familien. Die Sharonfrüchte lassen diese Männer als was ihnen wie dahin von Bedeutung war vergessen und versetzt sie in eine Art Nirwanasituation. Odysseus erkennt rechtzeitig die Gefahr und reagiert, in dem er seine Männer mit Gewalt zurück in die Schiffe schleppen lässt und sofort das Land verlässt. Ist dieses Abenteuer Odysseus vielleicht der Grund, warum im November die Sharonfrüchte in vielen Dörfern Griechenlands nicht gegessen werden, obwohl sie in anderen europäischen Ländern besonders begehrt sind?
Das Land der Zyklopen ===================== Odysseus wird von Homer als besonders abenteuerlustig beschrieben. Als abenteuerlustig kann auch seine Aktion bezeichnet werden, das Land der Zyklopen zu besuchen. Viele werden bereits aus Verfilmungen der Odyssee wissen, dass Zyklopen einäugige Riesenmenschen sind. Nur mit 12 seiner Gefährten wagt sich Odysseus in die Höhle des Zyklopen Polyfimus (die restlichen blieben auf dem Schiff). Polyfimus ist der Sohn des Poseidon, der wiederum einer der 12 Götter des Olymp ist. Er lebt in der Höhle zusammen mit seine Ziegen. Die Begegnung verläuft tragisch, denn Polyfimus greift sich als erstes zwei der Kameraden von Odysseus und isst sie auf. Tagsüber, hält er die restlichen zehn Männer in seiner Höhle gefangen, indem er den Ausgang mit einem Riesenfels blockiert. Odysseus muss jetzt schnellstens handeln, denn die Situation sieht aussichtslos aus. Odysseus hat einen Plan: ein großer Holzstamm, der in der Höhle rumlag, wurde von seinen Gefährten so bearbeitet, dass er vorne ganz spitz wurde. Abends kam Polyfimus in seiner Höhle zurück und aß wieder zwei von Odysseus Gefährten. Odysseus musste nun rasch handeln. Er trug immer Wein bei sich. Er bot an diesem Abend dem Übermenschen den Wein an. Der trank davon und voller Begeisterung fragte er Odysseus nach seinem Namen. Der antwortet: „ich heiße Niemand“. Der Zyklop versprach Odysseus aufgrund des guten Weins ihn als letztes aufzuessen. Danach fiel Polyfimus in einen tiefen Schlaf. Während der Nacht, ließen Odysseus und seine Gefährten, die Spitze des Baumstammes im Feuer heiß werden. Danach nahmen sie den Baumstamm und rammten ihn ins Auge des schlafenden Riesen. Polyfimus schrie vor Schmerz, was vor seiner Höhle weitere Zyklopen versammeln ließ. Sie fragten was er denn habe und er antwortete: „Niemand hat mich erblinden lassen“. Seine Zyklopenfreunde konnten natürlich so etwas nicht ernst nehmen und kümmerten sich nicht weiter um ihn. Polyfimus versuchte inzwischen die ganze Höhle abzutasten um Odysseus und seine Gefährten ausfindig zu machen. Da sein Versuch ohne Erfolg blieb, entschloss er sich im Ausgang der Höhle den Riesenfels zu entfernen und dort auf seine Feinde zu warten. Und gerade hier kommt wieder die Intelligenz von Odysseus ins Spiel. Er und seine Kumpanen umklammerten sich von den Bäuchen der Ziegen, diese wiederum wurden am Höhlenausgang vom Zyklop nur am Rücken abgetastet und so konnten die Männer unbemerkt die Höhle verlassen. Homer erzählt, dass Odysseus, nachdem sich seine Männer auf dem Schiff in Sicherheit gebracht hatten, nochmals dem Zyklopen provokante Worte zugerufen hat (vor allem Beleidigungen gegen seine Vater Poseidon). Daraufhin nahm der erblindete Polyfimus einige Felsbrocken und warf sie in Richtung des Schiffs. Dabei verfehlte er ganz knapp sein Ziel. Odysseus hatte diese Schlacht gewonnen, aber er hatte nun die Wut des Poseidon gegen sich.
Homer hebt durch die Geschichte im Land der Zyklopen das besondere Merkmal von Odysseus hervor. Seine Intelligenz ist es, die ihn und seine Männer letztendlich vor dem sicheren Tod rettet. Sein perfekt durchdachter Plan und seine einmalige Taktik haben ihnen die Freiheit geschenkt. Obwohl einige seiner Männer vom Zyklopen aufgegessen werden und seine Rache spontan hätte sein können, wartet er geduldig ab um dann am Ende zu triumphieren. Wer zuletzt lacht, lacht am besten, sagt ein deutsches Sprichwort dazu. Der Sieg des Guten gegen das Böse findet hier statt oder sollte man besser sagen des Kultivierten gegen das Barbarische? Wohl eher das zweite, denn in der Zeit von Homer waren Kultur und Barbaren zwei der Begriffe, die oft benutzt wurden.
Lust in ein Schwein verwandelt zu werden? Willkommen =============================================== auf der Insel von Circe ======================== Einer der atemberaubendsten Abenteuer für Odysseus und seine Gefährten fand auf der Insel von Circe statt. Dort wird eine der kleineren Gruppen von Odysseus Männern im Palast von Circe von der Magierin in Schweine verwandelt. Nur einer, Eurilohos, kann ihr entkommen und somit Odysseus und den Rest der Truppe von diesem tragischen Geschehnis erzählen. Odysseus entscheidet sich Circe aufzusuchen, um sie zu zwingen seine Gefährten wieder in Menschen zu verwandeln. Doch wie kann er der Zauberei der Frau entkommen? Hier erscheint zum ersten Mal Hermes (Merkur), einer der 12 Götter des Olymp. Er schenkt Odysseus eine Kräutermischung, die ihm dazu verhelfen sollte, gegen den Zauber von Circe anzutreten. Als Circe es tatsächlich kurz danach nicht schafft Odysseus in ein Schwein zu verwandeln, ist sie vom Ithaker beeindruckt. Sie bietet Odysseus ihre Freundschaft an, doch der besteht darauf, dass erst seine Kameraden wieder umgewandelt werden. Mehr als ein Jahr verbrachten Odysseus uns seine Männer auf der Insel von Circe, die sich gut um ihre Gäste kümmerte, doch irgendwann kam das Heimweh bei den meisten Männern wieder hoch, was sie dann auch dazu brachte die wunderschöne Insel der Circe zu verlassen. Kurz bevor das jedoch geschah, musste Odysseus noch bei Ades (der Unterwelt - da wo sich die Toten aufhalten) vorbeischauen.
Wieder einmal schafft es Homer durch seine detaillierte Erzählung den Leser am Buch festzuhalten. Zwei Punkte sind bei diesem Abenteuer von Odysseus erwähnenswert: von der einen erhält Odysseus diesmal auch von einer anderen Gottheit als Athene Hilfe um eine Gefahr zu bewältigen und von der anderen ist es die Willenskraft seiner Männer, auch nach einem Jahr auf einer traumhaften Insel, wo man alles erträumenswerte genießen konnte, in die Heimat zurückkehren zu wollen. Das letztere ist wohl das große Merkmal der meisten Abenteuer unseres Helden. Es ist das Ziel Odysseus: die Rückkehr nach Ithaka. Die Nostalgie und der Drang wieder Ithaka, seine Frau Penelope, seinen Sohn Telemachos zu sehen, ist unaufhaltbar!
Die Sirenen ============= Die Sirenen waren eine Art Nymphen, die jedoch bösartig waren. Ihre besondere Begabung magisch singen zu können, kostete allen Seefahrern, die von ihren bestialischen Fähigkeiten nichts wussten, das Leben. Durch ihren magischen Gesang, fuhren die Kapitäne immer näher mit den Schiffen an den Strands, um die Sirenen betrachten zu können. Daraufhin jedoch stürzte man sich in die scharfen Felsen der Küste und die Schiffe sanken. Die Sirenen sollen daraufhin mit ihren spitzen Krallen die Männer der Schiffe gegessen haben. Odysseus war auch von dieser Gefahr vorgewarnt worden. So erteilte er den Befehl, dass alle Männer Wachs in den Ohren tragen mussten. Er selbst jedoch wollte ihren bezaubernden Gesang unbedingt hören. Er ließ sich am Mast des Schiffes anbinden. Daraufhin durfte er den Gesang der Sirenen anhören. Er befahl seinen Gefährten sofort sich dem Strand zu nähern. Doch keiner seiner Kameraden konnte ihn hören und so verlief dieses Abenteuer schmerzlos für Odysseus.
Der Wissensdurst des Odysseus ist hier deutlich wieder im Vordergrund erkennbar. Er wollte sich unbedingt am Mast des Schiffes befestigen lassen, um den magischen Klang der Sirenen anhören zu können. Es ist nicht das erste Mal im Buch, wo Homer seine Hauptperson als wissensdurstig beschreibt. Doch er zeigt auch seine Schwächen, die jeder Mensch aufzuweisen hat. Beim Anklang des Gesangs wurde auch er letztendlich schwach, doch da seine Gefährten Wachs in den Ohren hatten, war dieses Erlebnis für ihn gefahrlos!
Die gewaltigsten Bestien der Odyssee: Skylla und
=========================================== Charybdis ==== Zielstrebig setzten Odysseus und seine Männer ihre Heimreise fort. Ihre Schiffe mussten durch eine Meeresenge vorbei, wo sich zwei der größten Bestien der damaligen Welt befanden. Circe hatte bereits Odysseus vor Skylla und Charybdis gewarnt. Jede der beiden Bestien hielt sich auf einer Seite der Meeresenge auf. Charybdis, war ein Meeresmonster, dass insgesamt dreimal am Tag das Wasser auf ihrer Seite ein- und aussog. Die Lebenschance an ihr, mit den Schiffen vorbeizukommen, war minimal und deshalb entschied sich Odysseus die Seite der Skylla auszuwählen. Skylla bedeutet aus dem griechischen ins deutsche übersetzt Hündin (wird auch im schlechten Sinne benutzt, wie auch in der englischen Sprache). Skylla war ein Ungeheuer mit sechst furchterregend Köpfen, die dem Gebiss eines tollwütigen Hundes glichen. Odysseus und seine Gefährten kämpften gegen sie an, aber es war eine nicht zu bewältigende Aufgabe. Nur mit der Geschwindigkeit der Schiffe und der Hilfe einiger Wassernymphen, konnte man ihr entkommen, aber nicht ohne Opfer. Insgesamt wurden sechs Begleiter des Odysseus von Skylla aufgegessen. Die Rinder des Helion ====================== Odysseus und seine Gefährten kamen nach den schwierigen Momenten, die man durch Skylla erlebt hatte, auf der Insel des Gottes der Sonne, Helion, an. Auf der Insel befanden sich die bekannten Rinder des Helion, die keiner auch nur anfassen durfte. Bereits auf der Insel von Circe hatte Odysseus den Ratschlag bekommen, keines der Rinder zu schlachten, auch wenn der Hunger seiner Männer noch so groß sei. Doch seine Kameraden hielten sich nicht daran. Als Odysseus sich auf dem obersten Gipfel der Insel befand, um die Götter zu bitten, endlich den Weg in die Heimat zu finden, schlachteten und aßen seine hungrigen Mitkrieger aus Troja die schönsten Rinder des Sonnengottes. Als Helion kurz danach von seinen Töchtern davon erfuhr, war sein Zorn sehr groß. Daraufhin drohte er, die Welt nicht mehr mit seinen Strahlen beleuchten zu lassen und dagegen seinen Sonnenschein der Unterwelt zu schenken. Zeus konnte ihn umstimmen mit dem Versprechen, die Gefährten von Odysseus für ihre Aktion zu bestrafen. So kam es auch. Als nach einigen Tagen die Argonauten die Insel verließen, ließ Zeus durch große Flutwellen alle Schiffe Odysseus zerstören. Außer Odysseus, der nicht vom Rindfleisch gegessen hatte, ertranken alle restlichen Männer. Odysseus konnte sich, so behauptet Homer, an einem Dattellast klammern und sich so retten. Tage später, gelangte er dann total erschöpft und ohne Kleidung auf die Insel der Kalypso.
Die Insel von Kalypso ======================= Kalypso war eine Gottheit, die allein auf ihrer traumhaft schönen Insel lebte. Sie war vom ersten Moment von der Männlichkeit des Odysseus begeistert und verliebte sich in ihn. Odysseus gefiel es ohne Zweifel auf der Insel sehr gut, doch er spürte den Drang, in seine Heimat zurückzukehren, doch wie? Ohne Schiff, hatte er keine Chance die Insel der Kalypso zu verlassen. Ganze sieben Jahre wurde Odysseus von Kalypso auf ihrer Insel „festgehalten“. Erst dann erhielt sie von den 12 Göttern des Olymps den Befehl, ihn endlich gehen zu lassen. Sie stellte ihm Holzmaterial zur Verfügung, um ein kleines Boot zu bauen. Odysseus konnte nun endlich seine Heimreise fortsetzen.
Die Insel der Phaiaken ================= Als Poseidon, der gerade von einer Fernreise zurückkam, sah, dass die anderen Götter hinter seinem Rücken Odysseus geholfen hatten, ließ er einen gewaltigen Sturm über Odysseus und sein Boot ergehen. Nach tagelangem Kampf mit dem Tod, konnte sich Odysseus auf die Insel der Phaiaken retten. Hier traf er auf die Prinzessin Nausika, die ihm Kleidung und Nahrung gab. Im Palast der Phaiaken angekommen, wurde Odysseus als Gast des Zeus begrüßt und verpflegt. Odysseus wird Tage später, nachdem er sich mit dem König der Insel Alkinoos angefreundet hat, über alle seine Abenteuer erzählen (zu denen natürlich auch eine Menge weiterer gehören, als die in meinem Bericht). Die Insel der Phaiaken ist der letzte Aufhaltungsort von Odysseus vor Ithaka. Bereits nach wenigen Tagen lassen die freundlichen Bewohner der Phaiakeninsel Odysseus mit einem magischen Schiff den Weg zurück in die Heimat finden.
Die Ankunft in Ithaka ======================= In den 20 Jahren, in denen Odysseus mit Monstern, Meeren und Poseidon zu kämpfen hatte, war in seiner Heimat vieles geschehen. In seinem Palast, hausten duzende von Männer, die seine Ehefrau Penelope zur Frau nehmen wollten. Alle glaubten, dass Odysseus im Krieg von Troja gestorben sei oder die Heimreise nicht überlebt hatte. Ganz 20 Jahre waren nun mal vergangen! Doch Penelope wollte, wie auch jede Ehefrau in solch einer Situation, an den Tod ihres Mannes nicht glauben. Der gerade zum Mann heranwachsende Sohn Odysseus Telemachos hatte auch eine kleine Hoffnung, dass sein Vater am Leben war. Die Männer im Palast von Penelope, hatten bereits zu oft Penelope daraufhin gedrängt, sich für einen von ihnen zu entscheiden. Sie lebten auf Kosten des Hauses und benahmen sich sehr ungehobelt. Penelope hatte ihnen versprochen, dass sie sich für einen von ihnen entscheiden würde, wenn sie einen Teppich zu Ende geflechtet hätte.
Odysseus Ankunft in Ithaka läuft unbemerkt. Endlich betritt er nach so einer langen Zeit den Boden seiner Vorfahren! Die Göttin Athene trifft sich kurz mit ihm, um ihn vor den Männern in seinem Palast zu warnen. Als Odysseus, als Bettler angekommen, vor seinem Palast ankommt, wird er nur von seinem Hund Argos erkannt. Der Hund hatte ganze 20 Jahre auf seine Herrchen gewartet. Seine Freude ihn wiederzusehen, war auch sein letzter Freudenmoment, denn kurz danach stirbt er ihn Odysseus Armen. Welcher Hund lebt schon 20 Jahre wird man sich fragen, aber hier hat der rührende Moment seinen besonderen Wert. Kurz danach kommt es zu einem weiteren rührenden Moment: Odysseus trifft seinen Sohn Telemachos! Homer beschreibt mit unglaublichem Detail das Wiedertreffen von Vater und Sohn nach 20 Jahren. Beeindruckend! Kurz danach beschließen die beiden, dass man die ungebetenen Besucher aus dem Haus entfernen muss. Odysseus, schleicht als Bettler zwischen ihnen Männer und bemerkt wie respektlos und habgierig sie sind. Penelope, die natürlich ihren Mann im Palast nicht erkannt hat, beschließt nach einem Ratschlag von Göttin Athene, einen Wettbewerb zu beginnen, der über ihren zukünftigen Ehemann entscheiden sollte. Wer es schaffen würde, den Bogen des Odysseus zu spannen und den Pfeil dann durch 12 aufeinanderfolgende Pfeiler hindurchzuschießen, sollte ihr neuer Ehemann werden. Keiner der ungebetenen Gäste jedoch, konnte den Bogen spannen. Alle hatten bereits drei und viermal ihr Glück versucht, aber es klappte nicht! Keiner hatte die Kraft den Bogen des Odysseus zu spannen. Als kurz danach, Odysseus selbst den Versuch wagen wollte den Bogen zu spannen, lachten ihn alle aus, denn ihn seiner Verfassung (Bettler, altaussehend), würde er nicht mal den Bogen hochheben können. Doch Penelope bestand darauf, auch diesem Gast die Chance zu geben, am Wettbewerb teilzunehmen. Der Bettler nahm den Bogen in die Hand, spannte zum Erstaunen aller den Bogen und schaffte es kurz darauf auch, den Pfeil durch alle Ziele zu schießen. Bevor der Rest überhaupt mit dem Gedanken spielen konnte, wer dieser Unbekannte sein könnte, lässt Odysseus sein Bettlergewand fallen und fängt zusammen mit Telemachos und zwei treuen Dienern des Hauses (die bereits vorher von Telemachos informiert wurden) die hartherzigen Gäste zu vernichten. Am Ende hatte Odysseus einen weiteren Kampf gewonnen, diesmal sogar ohne Verluste. Jetzt war der große Moment gekommen, seine Ehefrau Penelope in den Arm zu nehmen und sie zu küssen. Odysseus lebte einige Jahre glücklich mit Penelope und seinem Sohn auf Ithaka. Doch Jahre später wurde er von Telegonos, seinem eigenen Sohn (von Circe gezeugt) getötet. Telegonos wusste nicht, dass er zu jenem Moment seinen eigenen Vater getötet hatte. Nachdem um Odysseus getrauert wurde, nahm er seinen Leichnam zusammen mit Penelope und Telemachos auf Circes Insel. Circe heiratete daraufhin Telemachos und Telegonos nahm Penelope zu seiner Frau. Penelope und Telemachos wurden von Circe unsterblich gemacht.
Epilog ======== Wie groß die Sehnsucht und die Willenskraft des Menschen sein kann, in seine Heimat zurückzukehren, ist die große Lehre in Homers Odyssee. Die Heimat ist wohl, zusammen mit der Familie, eines der wichtigsten Dinge im Leben eines Menschen. Das bringt uns in der Odyssee Homer bei. Odysseus hatte in all seinen Abenteuern die Gelegenheit, seine Heimreise abzubrechen und neben einer wunderschönen Frau wie Circe, Kalypso oder Nausika zu leben. Kalypso hätte ihm sogar die Unsterblichkeit geschenkt! Doch in allen Situationen war es der innere Ruf, der Odysseus die Kraft gab, nach Ithaka zurückkehren zu wollen. Die Nostalgie, um ein griechisches Wort zu benutzen, war für Odysseus von großer Bedeutung. Homer lässt uns auf fast 400 Seiten mit den spannenden Momenten eines einfachen Kriegers mitzittern. Er schafft es ihn jedoch in unseren Augen zum Helden zu machen. Die Liebe zur Heimat und der Familie, die Freundschaft, der Glaube, die Liebe und der Wille zum Leben, die Höflichkeit, die Menschlichkeit - all das sind Stichworte, die uneingeschränkt zum Heldenepos Homers passen.
Doch auch ein weiterer Begriff fällt einem in der Odyssee auf: die Unsterblichkeit. Wie lange schon die Menschheit den Tod, den Abschied von dieser Welt und das Übergehen zur anderen Welt philosophiert? Was passiert nach unserem Tod? Gibt es ein Leben danach? Fragen, die Homer herauskristallisieren lässt, indem er von Unsterblichkeit oder dem Leben in der Unterwelt spricht (die Unterwelt ist im Buch nicht als negative Äußerung zu sehen, sondern als Ort wo alle Menschen nach dem Tode hinkommen). Natürlich war damals im alten Griechenland die Religion mit den Göttern des Olymps verbunden. Die Erzählung handelt nun mal acht Jahrhunderte, bevor Jesus das Licht der Welt erblickt. Die Odyssee sollte man auf jeden Fall gelesen haben. Eine einfache Verfilmung des Heldenepos kann niemals mit dem Buch der Erzählung verglichen werden.
Pro: Dieses Buch ist nicht nur Geschichte, sondern beschreibt auch einen Teil Menschheitsgeschichte, ein Muss! Kontra: Schreibstil ist nicht jedem zugänglich
...Es gibt Bücher, die haben Literaturgeschichte geschrieben; es gibt Bücher, die haben Geschicke beschrieben und beeinflußt und es gibt Bücher die haben Menschheitsgeschichte geschrieben. Eines dieser Bücher ist ohne Zweifel die Odyssee von Homer.
Für die ...
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"Homer" hat dieses Epos in Hexametern ca. um 700v. Chr. geschrieben. In 24 Büchern geht es um die Irrfahrten des Helden Odysseus nach dem trojanischen Krieg. Die Ereignisse umfassen etwa zehn Jahre, jedoch umfasst die unmittelbare Erzählzeit nur vierzig T ...
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