Okkultismus

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(Dieser Bericht steht in der Kategorie Okkultismus, weil eine sehr sagen wir mal heikle Diskussion ihren Ursprung beim Thema Okkultismus nahm und ich doch denke, dass das Thema irgendwie hier her passt.) Ich bin Mitglied bei Ciao und darf meinen Senf zu jedem Thema abgeben, egal ob sinnvoll ... Bericht lesen





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Beeinflussung und Verführung durch Musik???
Erfahrungsbericht von Black_Beauty1104 über Okkultismus
20.08.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Wer auf die Musik steht, wird schon wissen, warum
Kontra: Zu wenig Differenzierung, Verallgemeinerung einiger weniger Beispiele

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

(Dieser Bericht steht in der Kategorie Okkultismus, weil eine sehr sagen wir mal heikle Diskussion ihren Ursprung beim Thema Okkultismus nahm und ich doch denke, dass das Thema irgendwie hier her passt.)

Ich bin Mitglied bei Ciao und darf meinen Senf zu jedem Thema abgeben, egal ob sinnvoll oder nicht, deshalb quäle ich meine ehrenwerten Leser jetzt mal mit einem Thema, das mich immer wieder in eine gewisse Rage bringt. Es soll mir um die stetig aufs Neue auflebende Diskussion über Satanismus in der Rockmusik gehen und die damit in Verbindung gebrachte Schädlichkeit für ihre Zielgruppe. Dies wird jedenfalls häufig von Britney Spears Hörern, dem größten Teil der Medien, sogar Politikern und etlichen Anderen behauptet, wenn grad mal wieder ein Mensch ausgeflippt ist, der sich als Anhänger der satanischen Kirche oder zumindest als Antichrist bezeichnet. Nun reden wir hier allerdings nicht von irgendwelchen Teenies, die heute mal ein neues Spiel entdeckt haben, sondern von Personen (egal welchen Alters), denen man zutraut, dass sie ihren Verstand durchaus benutzen können.
Was auch immer passiert ist, das soziale Umfeld der Person wird geprüft, man stößt auf Vorlieben für Videospiele, in denen es ums Metzeln geht und auf Musik mit fragwürdigen Texten.

Aus mehreren Gründen, habe ich die ganze Sache mal für mich und den Rest der Welt, den es interessiert, von der wissenschaftlichen Seite belichtet, da ich selbst Rockmusik höre, 2/3 meiner Freunde Rockmusik hören und der Rest auf Heavy Metal und andere Extreme steht. Nun haben wir aber noch lang nicht vor Selbstmord zu begehen, Ritualmorde auszuüben oder aus Kuschelsex SM-Praktiken werden zu lassen. Es ist einfach nur absurd zu denken, dass Musik die Taten ihrer Hörer (wesentlich) beeinflusst. Ich habe bewusst die Klammern gesetzt, da es immer(!) Ausnahmen gibt.

Zuerst will ich mal versuchen, zu erläutern, warum ein Mensch an Satan glaubt. (Wenn ein Insider meint, er könne es besser, so lasse er mich dies bitte wissen, ich überarbeite den Bericht gern, damit er wahrheitsgemäß ist.)

>>> 1. Was ist also Satanismus? <<<

Satan ist hebräisch und bedeutet übersetzt Widersacher.
Teufel kommt vom griechischen ‚diabolos’ und heißt soviel wie Durcheinanderbringer, Verleumder. Satan ist die Verkörperung des Bösen und in fast allen Religionen anzutreffen. Er ist der Verführer der Menschen, als Engel Luzifer von Gott erschaffen, gefallen und zum Gegner Gottes geworden.
Das heißt, dass er kein Gott ist, sondern nur ein Geschöpf Gottes, das sich gegen ihn gewandt hat. Er ist aus der christlichen Kirche entstanden, sozusagen einen Gegenbewegung. Satanismus gab es schon im tiefsten Mittelalter, (By the way: davon gibt es sogar sehr alte Lieder, die heute von diesen bösen bösen Musikern neu aufgenommen werden, damit ihre Hörer, die ausnahmslos alle den lateinischen Text verstehen, gemeine Sachen machen.) was ich durchaus verstehen kann, denn Satanisten zeichnen sich durch eine gewisse skeptische, meist auch sehr negative Haltung gegenüber der Welt und ihrem System aus. Des Weiteren wollen sie über ihr Freiräume verfügen und dich von niemandem etwas vorschreiben lassen. Natürlich hängt auch ein bisschen Egoismus noch mit drin, aber der kann auch mal ganz gesund sein. Gegen all dies ist die Kirche aber schon seit ihrem Bestehen vorgegangen. Deshalb haben sich diese Menschen den Satan, den Widersacher des von ihnen bezweifelten Gottes, der ihnen durch seine Lenkung und Leitung zu wenig Freiraum lässt, als Symbol gewählt, denn er befiehlt nicht. Satanisten identifizieren sich nicht mit Blut trinkenden und Kinder mordenden Scheusalen!

21.09.2003, ich ergänze den Bericht an dieser Stelle, nachdem ich von astly einen sehr interessanten Kommentar erhalten habe, den ich hier auszugsweise mal einfüge: "Das mit dem Satan stimmt so nicht ganz: Ha-Satan wurde im Alten Judentum als der Träger des Lichts angesehen, als meist geliebte Schöpfung Gottes. Im Alten Testament ist der Begriff durchaus nicht als das Böse schlechthin angesehen, sondern bedeutet einfach und schlicht „Opponent“ als wertneutralen Begriff. Jede Erlösungsreligion enthält irgendwann diesen bösen Begriff des „Teufels“. Ursprünglich war er der Engel, der "Gott am meisten liebte". Deshalb sei er eifersüchtig auf die Menschen geworden und unter sie geworfen, wo er unter der Trennung von Gott leidet, bis er wieder zurückkehren kann. Jedenfalls wurde der Begriff des Satan dann im Laufe der Zeit erst immer negativer besetzt. Johannes von Patmos sah dann in der Apokalypse den Teufel als „alten feuerspeienden DRACHEN, der den 3. Teil der Sterne (damit sind wohl Engel gemeint) vom Himmel wegzog und sie auf die Erde warf (Offenbarung 12,3-9) Komisch: Bis zum 2. Jhdt. war diese Figur neutral gebraucht, nun wird sie plötzlich zum bösen Drachen, gegen den die guten Engel unter Michael kämpfen."

>>> Wie und wo treffe ich Satanismus in der Rockmusik an? <<<

Anteile:
Gesamte Musikproduktion 100%
Davon Rock und Pop 90%
Davon Rock 50%
Hard Rock Anteil am Rock 10%
Heavy Metal Anteil am Hard Rock 50%
Occult Metal Anteil am Heavy Metal 10%

Somit beträgt der Occult Metal Anteil an der gesamten Rock und Pop Produktion gerade mal 0,25%. Diese Statistik hat ein gewisser Tischer 1989 aufgestellt.

Als satanistische Musiker werden unter anderem gern ACDC, Alice Cooper, Venom, Marilyn Manson (hat seinen Namen nach Charles Manson, ein Musiker der in den 50/60 Jahren viele weibliche Fans hatte, auch Satanist war, einige umgebracht hat und heute noch im Gefängnis sitzt) bezeichnet.
Warum Marilyn Manson der Welt nicht passt, ist eigentlich schnell gesagt: er ist ehrlich, er hat mit seinem Album „Portrait of an american Family“ (so oder so ähnlich hieß es, habs nicht selbst) das amerikanische System unter die Lupe genommen (ich sag nichts weiter), er verherrlicht Gewalt und er singt Lieder wie „Cake and Sodomy“ *schluck*.
Ich weiß, Gewalt ist schlecht, ich selbst bin gegen Gewalt, doch auch die Ärzte haben ihren Schunder Song (Kurz zur Erinnerung ein Textauszug: „...Immer mitten in die Fresse rein...“). Und das alles hat noch lange nichts mit Satanismus zu tun.
Wenn Marilyn Manson nun aber wirklich gegen die Christen mit seiner Musik zieht, dann drückt damit schon genug aus. Das will heißen, dass er seine Musik nutzt, um sich abzureagieren, zuzuschlagen und nicht vor einer großen Kirche lauert.

Die satanistische Musik selbst gliedert sich in drei Formen:

1. Der offensichtliche Teil, bei dem die satanistischen Texte frei heraus zur Musik gesungen werden. Hier ist ganz klar, jeder, der der entsprechenden Sprache mächtig ist, kann mitgröhlen und sich dadurch aufgeheizt fühlen und einen harmlos die Straße passierenden Christ anmotzen.

2. Der weniger offensichtlichen Teil, das Backward Masking, welches mehr als unwahrscheinlich, da schwer verständlich ist.
Backward Masking hat seinen Ursprung in Diskussionen über sublime (nur mit großem Feingefühl wahrnehmbare) Werbebotschaften in den Medien. Unter anderem soll bei einem Versuch in einem amerikanischen Kino, wo während des Films einzelne, bewusst nicht wahrnehmbare Bilder mit Cola und Popcorn über die Leinwand flimmerten, der Umsatz von Cola und Popcorn um zweistellige Raten gewachsen sein, was Experten auf unterbewusste Beeinflussung durch diese eingeblendeten Bilder zurückführten.
Beim Backward Masking in der satanistischen Musik ist das ähnlich. Wissenschaftler allerdings definieren es als akustische Maskierung eines leisen Geräuschs, indem man direkt danach ein lautes Geräusch einspielt, das das erstere übertönt. Das hat aber nun rein gar nichts mit Satanismus zu tun. Man hat einfach den gleichen Begriff für ein völlig anderes Verfahren gewählt. Nämlich für das Rückwärtseinspielen von Musik und Texten beim Aufnehmen von Platten. Zahlreiche Rockmusiker werden beschuldigt solche Rückwärtsbotschaften auf ihren Platten unterzubringen. Die Beeinflussung dieser Botschaften funktioniert angeblich nach diesem Prinzip:
Sublime Werbebotschaften bzw. Rückwärtsbotschaften werden gehört bzw. gesehen. Sie dringen in das Unterbewusstsein ein und werden dort verarbeitet. Daraus folgen dann Handlungsimpulse. Nach dieser Betrachtung wird die Rolle der Rockmusik bei der Errichtung Satans Reich auf Erden unterstrichen. Jetzt ist die Musik zum Teil Schuld an Ritualmorden, der Tatsache, dass Menschen Blut trinken, Selbstmord begehen und sogar ihr Sexualleben nach ihrem Glauben ausrichten. (Mein Einwurf: Schwachsinn!!!)

Die Anhänger dieser Theorie suchten in den 70gern fieberhaft nach Indizien die sie bestärken sollte. So hatte zum Beispiel ein englischer DJ das Gerücht in die Welt gesetzt, Paul McCartney sei schon drei Jahre tot, bei einem Autounfall ums Leben gekommen, und an seiner Stelle spiele ein Ersatzmann namens William, der sich einer schönheitschirurgischen Operation unterziehen habe müssen, damit er wie Paul aussehe. Untermauert wurde dieses Gerücht unter anderem mit der beim Rückwärtsabspielen zutage getretenen Botschaft „Turn me on, dead man“, wobei der „dead man“ natürlich Paul gewesen sein soll. Habe mir das mal angehört. Wenn man weiß, was es heißen soll, versteht man es, ansonsten nicht, schon gar nicht, wenn das Band normal, also vorwärts abgespielt wird. Genau hier aber hat die Gleichsetzung sublimer Botschaften mit Backward Masking ihren Ursprung. Eine wilde Backward Masking Hysterie nahm ihren Anfang, sowohl in den USA, als auch in Europa. Plattenverbrennungen und schwarze Listen waren die extremsten Auswüchse dieser Hysterie, bei der Hunderte, ja tausende von Songs auf Rückwärtsbotschaften abgeklopft wurden.

3. Das phonetische Backward Masking, das komplizierteste von allen dreien:
Das phonetische Backward Masking beruht auf der erstgenannten Methode, aber hier werden solche Vorwärtstexte gewählt (und dementsprechend betont), die rückwärts abgespielt die gewünschte Botschaft ergeben. Zum Beispiel Wörter wie Anna, Otto, Nebel, Esel usw.
Wer einmal den Versuch machen möchte, so etwas hinzubekommen, sollte ein paar Monate Zeit einplanen und die Ergebnisse dürften in aller Regel selbst dann nicht eindeutig heraus hörbar sein. Beispielsweise wurden Queen beschuldigt, im Song „Another one bites the dust“ in der Titelzeile ein phonetisches Backward Masking eingebaut zu haben. Fünf Autoren hörten allerdings fünf verschiedene Rückwärtstexte heraus...

>>> Warum eigentlich Rückwärtsbotschaften? <<<

Aleister Crowley, der bekannteste Satanist der Neuzeit, machte das Rückwärtsaufsagen des Vaterunser zum Pflichtprogramm für jeden Satanisten. Aber wenn das christliche positive Vaterunser dadurch zu einer satanistischen, negativen Botschaft wird, müssten satanistische Botschaften und Texte beim Rückwärtsabspielen dann nicht zu positiven, christlichen Nachrichten werden?

In diesem Sinne meine ich, dass satanistische Musik eben vorhanden ist, egal wie sie auch auftritt. Der Mensch ist ein beeinflussbares Wesen, ob nun offensichtlich oder weniger offensichtlich mag dahin gestellt sein. Jedoch kann jeder selbst seine Handlungen beeinflussen, denn Musik, die den freien Willen nimmt, gibt es nur im Fernsehen. Des Weiteren muss genau differenziert werden, was satanistisch und was gewaltverherrlichend ist, beides geht nicht Hand in Hand. Viel Satanisten und Antichristen hören nun mal Rock, weil er ehrlich ist, ich will damit sagen, dass man seine Aggressionen abbauen kann, wenn man wütend gedroschene Lieder hört und sich bei einem seichten Liebeslied auch entspannen kann (siehe HIM, nein sie sind keine Satanisten).
Es gibt natürlich auch christlichen Rock (Brainfag) und einfach nur Rockmusik, die den Glauben außen vor lässt.
Alles in allem kann ich die Frage, ob ein Mensch, egal welchen Glauben er hat, zu weniger netten Taten bewegt wird, wenn er irgendein obskures Rockliedchen hört zu 100% verneinen, ob diese Lieder der Auslöser für eine Tat sind und ob Menschen Satanisten werden, wenn sie Musik mit unchristlichen Texten hören, liegt nicht an der Musik, sondern am Mensch, denn ich werde auch kein Kiffer, wenn ich mir diverse Filme anschaue und dazu Reggae höre...

PS: Würde mich über eure Meinungen zum Thema freuen.
PPS: Wenn ich irgendjemanden zu nahe getreten sein sollte, sorry!
PPPS: Wer meiner Argumentation immer noch nicht glaubt, kann ja mal einen Tag lang nur „hsuB tztrütS“ sagen, auf das Ergebnis bin ich gespannt... *Vorfreude*

Empfehlenswert? Ich sag einfach mal ja, die Musik ist gut und Satanisten genießen auch Meinungs- und Religionsfreiheit.
Bewertung? Ich einige mich auf ein mittel, da ich ja eigentlich nur klarstellen wollte und nicht empfehlen. Wer will, soll...   

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