Die reicht für die nächsten 10 Jahre....
30.10.2002
Pro:
Super ausgestattete Kamera mit sehr guter optischer und technischer Qualität
Kontra:
ein paar Kleinigkeiten, nichts ernsthaftes
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
...zur Überschrift: Bevor ich in die digitale Fotografie eingestiegen bin, hatte ich zwei Kameras: zuerst eine MINOX PL mit separatem Blitzgerät(klein aber fein und vieles manuell), danach eine CANON EPOCA (dreifach Zoom, Autofocus, exotisches Design). Jede hat rund 10 Jahre zu meiner Zufriedenheit Fotos gemacht, das sollte meine neue Digitalkamera auch können! Obwohl der Computerbereich ja immer wieder mit Innovationsschüben in wesentlich kürzeren Zeiträumen relevante Änderungen hervorbringt....nach jetzt rund 3 Monaten Gebrauch bin ich immer noch überzeugt, daß ich diese Kamera nicht in den PC-üblichen Zeitabständen gegen ein "besseres" Modell tauschen werde. Warum? Lesen! VORBEREITUNG Durch Digitalkameras im Bekanntenkreis (die ich zum Teil auch länger ausprobieren durfte) "heiß gemacht", wurden alle möglichen Modelle und Preisklassen recherchiert (wobei ich eigentlich recht sparsam bin und 500 EUR undenkbar fand) und irgendwann, rechtzeitig vor dem Sommerurlaub, fiel dann die Entscheidung eindeutig auf Grund des Preis-Leistungs-Verhältnisses und der ungeheuren Möglichkeiten auf die C-700. Vorab hatte ich ausprobiert: HP315 mit 2 MP nur Digitalzoom, Kodak 4800 mit 4 MP zweifach optisch (und wie alle folgenden plus digital), Jenoptik mit 3MP und 3fach. Nach meinem Kauf noch kennengelernt: Olympus C-720 mit 3 MP und 8-fach, Praktika mit 3 MP und 3-fach, Fuji 4900 mit 2,4+interpoliert 4 MP und 6-fach. Vergleichende Kommentare gebe ich zu allen vorgenannten Modellen lieber nicht ab, man könnte es mir übel nehmen.
KAUF Preisauskünfte über EBAY und GUENSTIGER.DE führten Anfang Juni zu Foto Siegel in Erfurt zum Preis von 493 EUR, mitbestellt habe ich eine 128 MB Toshiba SM-Karte für damals akzeptable 79 EUR. Nach Vorkasse (Überweisung) problemlos für 4,47 Versand geliefert (keine Angst vor Internet-Handel!). Zwei Akkusätze (8 Stück) No-Name aber 1900mAh für 22,90 einschließlich Versand bei EBAY gekauft. LIEFERUMFANG Der Olympus-Lieferumfang ist in meinen Augen völlig ok. Schließlich verteuern Zubehörteile das ganze, vieles wird später aber doch nicht gebraucht. Die 8 MB-Karte reicht zum Loslegen aus, benutze ich heute noch für die Panoramafotos. Die Toshiba-Karte unterstützt nicht die Olympus-Panorama-Funktion, ist aber auch wesentlich günstiger als eine Olympus-Karte gleicher Größe. Und schließlich kann man die Karten ja fix tauschen. Tasche wäre schön, aber jeder hat eine andere Vorstellung davon, was alles mitgenommen werden muß. Netzteil brauche ich bis heute nicht. Es reicht, wenn vor dem Bilderübertragen die Akkuanzeige beachtet wird. Als Ladegerät für die NiMh-Akkus tut es jedes Billiggerät von z.B. ALDI oder Praktiker. USB-Anschluß problemlos. Die Kamera wird als Wechselfestplatte erkannt, dadurch können auch ausgewählte Bilder vom PC zurück auf die Karte geschoben werden um sie beispielsweise woanders "Oma-kompatibel" per Fernseher vorzuführen, das können Kameras mit spezieller Bilder-Download-Funktion nicht bieten. Die Camedia-Master-Software ist überschaubar und gut (nützlich: Anzeige der Bildaufnahme-Parameter), die Master-Suite finde ich überflüssig, ist nur was für Ordnungs-/Archivierungsfanatiker.
TECHNISCHE DATEN Besser als bei DIGITALKAMERA.DE kann man es gar nicht zusammenfassen. Ich erspare mir und euch die Aufzählung also. Sehr gute Testberichte (auch zu anderen Kameras) gibt es bei DPREVIEW.COM (allerdings in englisch), war für mich neben den Meinungen hier bei CIAO dann auch kaufentscheidend. BEDIENUNG (nur die Highlights) Der 10-fach Zoom ist klasse und bei guten Lichtverhältnissen durchaus verwackelungsfrei zu gebrauchen. Selbst der 2,7-fach Digitalzoom ist brauchbar, natürlich bei verringerter Bildqualität (habe die Kamera schon öfter als Fernglas mißbraucht). Wozu soviel Zoom? Es gelingen Fotos, die sonst undenkbar sind (man kann nicht dicht genug heran, Personen setzen sich nicht in Pose, weil sie die Kamera nicht bemerken bzw. eine Landschaftsfotografie vermuten). Die Porträt-Technik mit gewollt unscharfem Hintergrund gelingt mit 10-fach Zoom besser (dieser Effekt ist bauartbedingt bei Digitalkameras sonst nur schwer zur erreichen).
Kein optischer Sucher, sondern ein Mini-LCD-Display: Bei diesem Zoombereich wäre ein optischer Sucher nahezu unbrauchbar wegen des unvermeidlichen Parallaxenfehlers, Will/muß man den vermeiden, braucht man den bei allen guten Kameras vorhandene Monitor auf der Rückseite, der aber ist bei grellem Sonnenschein kaum brauchbar, außerdem ist die freihändige Kamerahaltung dabei unpraktisch oder zumindestens gewöhnungsbedürfig (ich finde sie einfach doof). Im LCD-Sucher sind außerdem die Scharfstellung, die Belichtung sofort erkennbar und alle möglichen eingeblendeten Informationen (Blende, Belichtungszeit, Modi usw.) sehr gut zu erfassen. Zusätzlich wird bei entsprechender Voreinstellung das gerade aufgenommene Bild ca. 1 Sekunde eingeblendet, so daß man bei Murks sofort nochmal abdrücken oder seine Aufnahmetechnik überdenken kann. Die Kamera ist für ihr 10-fach Zoom super klein, relativ leicht, handlich und übersichtlich. Wenige, aber alle wichtigen Bedienungselemente außen und ergonomisch gut plaziert. Liegt gut in der Hand (wobei die rechte Hand allein ausreicht, Auslöser und Zoom-Hebel werden mit dem Zeigefinger bedient, die restlichen halten die Kamera. Mit der linken kann man die Kamera zusätzlich abstützen, sich ein Auge zuhalten, oder einfach Zigarette und/oder Bier festhalten :-)
BILDQUALITÄT Von wegen 2 Megapixel taugt nur für Bildgröße 10x15 und ähnliche Märchen.... Das ist ungefähr so, als würde man einen PC nur nach Megahertz klassifizieren und alle anderen Komponenten vernachlässigen, von der Feinabstimmung des PCs ganz zu schweigen. O.g. Aussage stimmt vielleicht bei den Murks-Kameras mit nur Digital-Zoom. Für Vollbild-Betrachtung am Monitor (17-Zöller) würde weniger sogar ausreichen. Die Bildqualität auf Fotopapier ist so gut, daß normale Bilgrößen 10x15 von niemandem als Digitalbild erkannt werden können, A4 Format ist immer noch top, vor kurzem habe ich sogar A3 ausprobiert und auch die sind noch als Bild an der Wand gut (aber bitte nicht mit der Lupe untersuchen!). Für die Ausbelichtung auf Fotopapier kann ich KLICK-BILDERBOX.DE als Online-Bilderentwickler mit gutem Programm zum Download für Bilderauswahl und -zuschnitt empfehlen. Ach ja, Qualität und Preis sind natürlich auch optimal. Drucken Zuhause ist eigentlich keine Alternative: zu teuer, schlechtere Qualität, eingeschränkte Haltbarkeit (oder hat jemand 1-3000 EUR für einen Drucker übrig?) Mit meinen konventionellen Kameras habe ich in 20 Jahren wenige Bilder gemacht, die zu A3-Vergrößerung überhaupt getaugt hätten. Schließlich mußte man sparsam mit dem Filmmaterial umgehen, und da verpatzt man nun mal viele Gelegenheiten. Bei der Olympus sehe ich unmittelbar nach der Aufnahme, ob es was war oder nicht. Im drei Monaten habe ich rund 3000 Bilder gemacht, davon 1200 gute abgespeichert, obwohl ich viel rumexperimentiert habe und absichtlich Ausschuß provoziert habe. Wer sollte das in normaler Filmtechnik bezahlen....und dann auch noch archivieren. Diese Kamera macht einfach sehr gute Bilder, auch (oder gerade) im Auto-Modus. TECHNIK Die Kamera ist nach dem Einschalten schnell betriebsbereit, die Auslöseverzögerung ist mit ca. 0,1 Sekunden super kurz. Der ausklappbare Blitz hat eine ausreichende Reichweite. Pfiffige Batteriestrom-Spareinstellungen sorgen für eine lange Batterielebensdauer (der mitgelieferte Batteriesatz wollte überhaupt nicht leer werden) mit meinen Akkus mache ich im Durchschnitt ca. 200 Bilder bis zum Wechsel. Die LCD-Displays sind klein aber sehr scharf. Der Weißabgleich ist super, ich brauchte bisher nur die Automatik. Es gibt eine manuelle Entfernungseinstellmöglichkeit, die aber bis heute nicht wirklich benötigt wurde. Die Menüs sind übersichtlich gegliedert, man kann ohne Handbuch loslegen, es gibt aber reichlich Einstellmöglichkeiten, die man irgendwann mit dem ausführlichen PDF-Handbuch auf CD-ROM (200 Seiten ! ) erforschen und erproben sollte (habe in drei Monaten noch nicht alles durch). Positiv ist, das die letzten Einstellungen automatisch gespeichert werden können, wahlweise automatisch alles zurückgesetzt werden kann oder sogar eine benutzerdefinierte Einschaltkonfiguration nahezu aller Parameter festgelegt werden kann. Gegenbeispiel: Es gibt Kameras, die vergessen grundsätzlich alles, was man im eingeschalteten Zustand geändert hat. Ein Fall für die Tonne!!!!
BESONDERHEITEN Man mag meinen, Videoclips, Tonaufnahmen, Panoramafunktion und Videoausgang für Fernseher seien nur Schnickschnack. Ich mag alles inzwischen nicht mehr missen: Klar, wenn ich Videos machen will, schleppe ich auch noch meinen Analog-Video8-Camcorder mit. Aber doch nicht immer. Wenn man dann mit der Digitalkamera einen Ersatz hat, ist es schon praktisch. Beispiel Straßenmusikanten: klar Bild reicht auch, aber mit Tonaufnahme zusätzlich, oder als Videoclip, das ist Erinnerung!!!
NEGATIVES Zunächst allgemein zur Digitalfotografie: Nachtaufnahmen mit Langzeitbelichtung sind prinzipiell wegen des dann unvermeidlichen Rauschens eher unbefriedigend (dafür behalte ich meine MINOX), Fotos mit Belichtungzeiten bis 2 Sekunden werden aber noch ganz schön. Der LCD-Sucher ist bei wenig Licht und Blitzaufnahmen schnell an der Grenze, man sieht vorab eben fast nichts (bei Verhältnissen, wo ein Durchguckfenster noch reichen würde), das kann man aber durch mehrere Bilder nacheinander korrigieren. Der Autofocus (Kontrastvergleich, durch die Linse) funktioniert dabei besser als erwartet.
Olympus-Macken: Das Gehäuse sollte am LCD-Sucherfenster einen Gummirahmen haben (besonders Brillenträger haben Hemmungen, das Plastikgehäuse an die Brille zu drücken). Das Objektiv rattert beim Ausfahren und hat im ausgefahrenen Zustand ein fühlbares Spiel von ca. 0,5 mm, das ist wohl nicht Bildqualität-verschlechternd aber doch irgendwie unschön. Die Programmierung, welche Betriebszustände in welchen Modi wählbar sind, ist nicht immer einzusehen, ich hätte den meisten Automatik-Einstellungen mehr zugedacht. Beispiel: Rote-Augen-Vorblitz kann nicht in den Modi AUTO, Porträt, Sport, Landschaft benutzt werden. ZUSAMMENFASSUNG Was braucht man mehr: Der Zoom ist nicht zu überbieten, Nutzung als Schnappschußkamera im Auto-Modus über vielseitigste halbautomatische bis zum total manuellen Modus für die kreative Fotografie, und das mit Spiegelreflex-vergleichbarer Genauigkeit. Ob 2 oder 4 Megapixel ist so schrottegal, die Gesamtqualität macht's. Zusätzlich noch mit einigen Features, die es bei konventioneller Fotografie nicht gab: Videoaufzeichnung, Tonaufnahme zum Bild, Panoramabilder und das ohne laufende Betriebskosten, sprich endlich fotografieren/-lernen, ohne ein Vermögen auszugeben. Klar die Kamera ist erst einmal zu bezahlen, aber sie ist das Geld wert.
Ich würde sie immer wieder kaufen.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Olympus CAMEDIA C-700 Ultra Zoom
|
|
26.01.2003 02:41
Exellenter Bericht!
30.10.2002 01:25
Ein super Einstandsbericht, der keine Fragen offen lässt.
30.10.2002 00:45
Hallo und herzlich willkommen bei Ciao! Dein erster Bericht ist Dir ja wirklich gut gelungen! Mach weiter so und Du bist bald nicht mehr weiß... :-) Wünsche Dir viel Spaß und auch Erfolg hier bei Ciao! Liebe Grüße, Christine!