Fast perfekt, aber nur fast / REVIEW
26.08.2009
Pro:
Verarbeitung, Rauschverhalten, Filter, Gesichtserkennung
Kontra:
kein interner Blitz, C - AF bei Videos teilweise sehr langsam, kein optischer Sucher
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
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Über sich:
www.thomalla.biz
Mitglied seit:25.11.2001
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Vertrauende:149
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## Einleitung ## Die PEN – ein Stück Geschichte. Olympus selber schreibt:
----- 1959 veränderte Olympus mit der Einführung der legendären Olympus PEN die Welt der Fotografie durch eine simple Idee: eine Kamera, die so kompakt und einfach zu bedienen war, dass sie immer und überall dabei sein konnte - so selbstverständlich wie ein Stift (Pen). Entwickelt von dem renommierten japanischen Design-Guru Yoshihisa Maitani, löste die erste Olympus PEN einen regelrechten Boom aus, der bis zum Ende der 70er Jahre andauerte. Heute kehrt dieses Konzept und die Legende mit der E-P1 in die Welt der Digitalfotografie zurück. Das erste bahnbrechende Olympus Micro Four Thirds Modell macht Fotografie auf höchstem Niveau wieder einfach und komfortabel. Denn die Spiegelkonstruktion, eine ursprünglich notwendige Komponente für digitale Kameras mit Wechselobjektiven, ist ab sofort überflüssig. Ein unglaublich kompaktes Gehäuse im Retro-Look und ein einfaches Bedienkonzept erinnern dabei an die erste PEN-Generation. Die Gegenwart beschert höchste D-SLR-Qualität und eine Vielzahl neuer Funktionen, die die E-P1 zu einer der innovativsten Olympus Kameras machen. ----- Ich habe die PEN für eine Woche zum testen bekommen und muss sagen: Ein nettes Stück Technik auf den ersten Blick. Sehr wertig (Gehäuse), kompakt und dennoch gut griffig, schick und technisch voll auf der Höhe – aber mir fielen auch gleich Negativpunkte auf. Dazu im Review mehr.
## Herstellerkontakt ##
Olympus Europa Holding GmbH Corporate Communications Wendenstr. 14-18 20097 Hamburg http://www.olympus.de/corporate/contactus.cfm
## Technische Details ##
Die PEN E-1 steckt voller Technik, daher auch hier nur die wichtigsten Keyfeatures, der Rest wie gehabt beim Hersteller (http://bit.ly/ciao_PEN_E1). - Metallgehäuse - Bildsensor mit 4/3 '' Highspeed Live MOS Sensor und 12 Megapixel - Staubschutzfilter - Bildstabilisator bis hin zu 4 Blendenstufen - Verschlusszeit 2 - 1/4000 s (nicht im Bulb-Modus verfügbar) - 11-25 Punkte-Autofokus - Belichtungsmöglichkeiten: Programmautomatik, i-Auto, Blendenvorwahl, Verschlusszeitvorwahl, Manuell, Aufnahmeprogramme (19 an der Zahl) - ISO
Bilder von Olympus PEN E-P1
100 bis 6400 - Serienbilder: 3 Bilder pro Sekunde, 10 RAW-Aufnahmen hintereinander - Externe Blitzsteuerung: TTL AUTO, AUTO, MANUELL, FP TTL AUTO, FP MANUELL - 3,0“ TFT Display, 230.000 Pixel Auflösung - 3D-Wasserwaage - HD-Videos - Maße: 120,5 x 70 x 35 mm (ohne hervorstehende Teile) - Gewicht: 335 Gramm (nur Gehäuse) - SD Speicherkarte (SDHC kompatibel) Class 6 (4 GB) wird empfohlen - HDMI-Schnittstelle
## Preis ##
In der KW 34/2009 kostete der PEN-Body online um die 699 Euro, mit Kit-Optik wird es bei rund 799 Euro liegen. Das ist durchaus eine Stange Geld, jedoch wird von technischer Seite her wirklich was geboten. Durch die Option, mittels Adapter noch „große“ Objektive anschließen zu können ist die E-P1 sicherlich für viele preislich interessant, die es ansonsten eher gern kompakt und sehr gut haben möchten.
## Verarbeitung, Aussehen, Gewicht ## Die E-P1 besteht aus Metall, hat ein Eigengewicht von 335 Gramm ohne Objektiv, ist damit „angenehm“ schwer, aber immer noch super zu transportieren, zum Immer-dabei-haben. Das Gehäuse wirkt edel, hat einen leichten Retro-Touch wie die alte PEN von damals, ist ein Hingucker. Optisch hatte die neue PEN bei mir sofort gewonnen. Erst im Detail hatte ich dann die ersten Schwächen ausgemacht. Von der Haptik her ist das Menürad definitiv eine Schwachstelle. Es ist sehr klein, liegt ungünstig neben anderen Bedienknöpfen und hat zudem noch eine eigene Funktion auf Druck hin, sodass ich des Öfteren anstatt zu drehen gedrückt habe und so mal eben die ISO oder so verstellt habe. Zum häufigen Gebrauch ist das Rädchen nicht zu empfehlen, aber nachher auch nicht zwingend nötig, wie sich im täglichen Gebrauch gezeigt hat. Wenn man auch erst einmal den Druckpunkt genau kennt, kam es zum Ende meiner Testphase zu immer weniger versehentlichen Aktionen.
Schade ist, dass Olympus der PEN keinen Sucher spendiert hat. Man muss sich voll und ganz auf das ziemlich gute 3,0“ Display verlassen; lediglich beim Einsatz des 17mm Pancake-Objektivs kann man einen Aufstecksucher optional dazu kaufen, sodass man hier nicht auf das Display angewiesen ist. Für die anderen Objektive funktioniert der Aufstecksucher leider nicht. Auch hat Olympus auf einen internen Blitz verzichtet. Zwar arbeitet der Stabilisator zuverlässig und das Rauschverhalten ist bis ISO800 durchaus als gut zu bezeichnen, aber in so mancher Situation wünschte ich mir dennoch einen Blitz, wenn auch nur als schwacher Aufheller. Das Display ist leider weder schwenk- noch kippbar. Es löst dafür gut auf, hat aber bei direkter Sonneneinstrahlung stark mit Reflexionen zu kämpfen. Aufnahmen am Wasser mit Sonne von hinten konnte ich teilweise nur noch nach Gefühl machen, da ich einfach nichts mehr sehen konnte.
Ich hatte nun leider nur das Kit-Objektiv an der PEN dran, stelle mir aber eine Handhabung mit richtig schweren Linsen als unpraktisch vor. Da wird dann auch das Stativgewinde irgendwann witzlos. Positiv möchte ich noch erwähnen, dass das Bajonettgewinde aus Metall und nicht aus Plastik ist.
## Bildqualität ##
Kommen wir zur Bildqualität. Es sei vorweg gesagt, dass die E-P1 die Bilder von Haus aus weicher aufnimmt als andere Modelle. Wenn die Schärfe nicht in der Kamera angehoben wird, muss dies bei fast allen Bildern später am PC geschehen, wenn die Bilder eine Auflösung von 800x800px oder mehr haben, denn ansonsten sieht der weiche Effekt eher nach Unschärfe aus. Bei Tageslicht kann die PEN glänzen. Die Farben sind sehr natürlich, lebendig. Die Schärfe super (wenn man halt obiges berücksichtigt). Eine rundum gute Kamera bei Tageslichtaufnahmen. Farb- und Helligkeitsrauschen ist ab ISO 800 gut sichtbar, vorher praktisch nicht vorhanden. Dann hatte ich mir noch die Ehre gegeben und unter Kunstlichtbedingungen fotografiert. Der Weißabgleich sollte von Hand auch auf Kunstlicht gestellt werden, denn im Auto-Modus werden die Bilder zu blaustichig. Ansonsten meistert die PEN auch Bilder unter Kunstlichteinfluss gut bis sehr gut. Alle meine Aufnahmen hatte ich ohne Stativ gemacht, selbst 1/1.6s an Verschlusszeit hatte ich noch aus der Hand gemacht – das aber dann auch hart an der Grenze zur Unschärfe. Hier wird ab ISO 640 erstes, leichtes Bildrauschen sichtbar.
Generell ist das Rauschverhalten der E-P1 als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Ich war positiv überrascht. Die Gesichtserkennung der Kamera funktioniert sehr, sehr gut. So gut hatte ich das bisher bei noch keiner Kamera gehabt. Allerdings muss man dann zwingend im Single-AF bleiben, der C-AF (also kontinuierliche Autofokus) gibt hier den Geist auf, da permanent das Gesicht neu „erkannt“ wird und nicht scharf gestellt werden kann.
Schön zu benutzen waren auch die Art Filter, die die PEN mit sich bringt. Vor allem die simulierte Lochkamera wie auch Pop Art habe ich gern als Stil-Element einfließen lassen. Um die Bilder möglichst gerade aufzunehmen habe ich permanent die digitale Wasserwaage hinzu geschaltet. Diese legt sich über das Display und zeigt Neigungen an, damit man diese ausgleichen kann. Ist man genau gerade, ist die Wasserwaage grün und man kann bedenkenlos abdrücken.
Die Auslöseverzögerung ist okay; nicht übermäßig schnell, aber gut brauchbar. Formel 1 würde ich allerdings nicht mit der PEN fotografieren wollen. Für Pferdesport reicht es aber aus (solange es nicht Galopprennen ist).
## Videoqualität ## Die Videos werden mit C-AF aufgenommen, also mit dauerhaftem, mitführendem Autofokus. Das hat den Vorteil, dass man sich ganz auf die Aufnahme und ggf. auf das Zoomen verlassen kann, hat aber den Nachteil, dass beim Zoomen und Motivwechsel oftmals das Bild mehrere Sekunden unscharf ist und erst scharf gestellt werden muss.
Die Videos werden im AVI Motion JPEG® Format aufgenommen. Der Video-Modus kann auf HD 1280 x 720 (16:9) oder SD 640 x 480 (4:3) eingestellt werden. Die Bildrate liegt bei 30 Bildern pro Sekunde, die maximale Aufnahmezeit liegt bei 14 min (SD), bzw. 7 min (HD). Die maximale Dateigröße beträgt 2 GB, Tonaufnahme ist möglich, dies geschieht in Stereo PCM/16bit, 44,1kHz oder WAV. Der ISO-Bereich liegt bei Videos zwischen ISO 160 und 1600. Als Verwacklungsreduktion kommt eine elektronische Bildstabilisierung (Digital IS) zum tragen.
Die Bildqualität der Videos ist richtig gut, auch der Sound ist stimmig. Jedoch reagiert der Autofokus (C-AF um genau zu sein) ziemlich träge, vor allem dann, wenn sich das Motiv noch bewegt. Ich brauchte teilweise mehrere Sekunden, ehe mein Motiv scharf auf dem TFT-Sucher zu sehen war. Wenn es aber stehende Motive sind, also unbewegliche, dann geht die Scharfstellung recht fix. Die E-P1 kann (noch) keinesfalls einen echten Camcorder ersetzen, spielt aber weit oben mit und hatte mich mehr als positiv überrascht.
## Pro und Contra ## + Verarbeitung + Rauschverhalten + Bildqualität + digitale Wasserwaage extrem hilfreich + sehr gute Gesichtserkennung + sehr schöne Art Filter + gute Videoqualität + HDMI-Schnittstelle + starker Akku + großes 3,0“ Display + große Objektive können per Adapter genutzt werden + Bildstabilisator
- kein optischer Sucher, Aufstecksucher nur mit Pancake-Objektiv optional möglich - C-AF bei Videos braucht teilweise lange, bei Gesichtserkennung versagt er - Auslöseverzögerung nicht überragend schnell - Haptik gewöhnungsbedürftig; das Menürädchen ist zugleich auch zum Drücken geeignet, man kann daher schnell was verstellen, was nicht gewollt war - kein integrierter Blitz - noch recht teuer - noch wenig kleine Objektive - Display kaum erkennbar bei starker Sonne
## Fazit ## Die E-P1 hat mich fast überzeugt; ich habe von einem Nacholger, der E-P2, gehört, welche Ende 2009 vorgestellt werden soll. Wenn diese noch einen internen Blitz hat und vielleicht an der Auslöseverzögerung noch etwas gefeilt wird, ist es DIE Kamera für mich, wenn es nicht meine Canon 40D sein muss. Auch so bin ich von der PEN überzeugt, wenn es nicht unbedingt die pralle Mittagssonne von hinten ist und man erahnen muss, was man fotografieren möchte.
Im Großen und Ganzen ist die PEN sehr gelungen und eine teure Empfehlung wert.
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21.09.2009 02:18
http://www.digicamclub.de/showthread.php?t=11126 Warum faked ein Silberling derartig ???
13.09.2009 10:36
Und hier sogar ganz ohne Fotos. Also, ich finde, Fotos sind ja wohl mit das Wichtigste bei einem Kamerabericht, damit die Leute sich ein Bild davon machen können, wie die Qualität der Fotos wirklich ist. Zudem ist man bei ca. 20 Kameraberichten auch irgendwie ein bisschen in der Beweispflicht.
26.08.2009 09:18
sh für den Bericht, als Kamera behalte ich meine Nikon ;-) lg Kristina