Nah dran am "Meisterstück"
17.08.2010
Pro:
sehr gute Bilder und Videos, integrierter Stabilisator, gutes Menü
Kontra:
Autofokus teilweise noch zu langsam / Tonqualität bei den Videos könnte sauberer sein
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 marcthomalla
Über sich:
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 52 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die Olympus E-P1 hatte ich bereits zum testen da gehabt. Eine wirklich nette Kamera bis auf die Auslöseverzögerung und den C-AF bei den Videos.! Die E-P2 wurde mir für 4 Wochen ebenfalls zur Verfügung gestellt, sodass ich die Cam jeden Tag genutzt habe, um möglichst viele Erfahrungswerte zu erhalten. Vorweg: Die E-P2 macht Spaß, auch mit dem kleinen 14-54er Kit Objektiv. Dazu aber später mehr!
Die wichtigsten Daten aus dem Datenblatt - Gehäuse aus Metall - Micro Four Thirds Objektivanschluss - Highspeed Live MOS Sensor mit 12.3 Megapixel - TruePic V Prozessor - Staubschutzfilter - Live View (100% Sucherbild) - Bildstabilisator durch Sensor-Justierung mit 2 Modi (zweidimensionale oder eindimensionale Einstellung); Gewinn von bis zu 4 Blendenstufen - 60 Sekunden bis 1/4000 s Verschlusszeit, im Bulb bis zu 30 Minuten - 11 Punkte als Fokusbereich; fast alle davon mit Gesichtserkennung möglich - Programmautomatik, i-Auto, Blendenvorwahl, Verschlusszeitvorwahl, Manuell sowie 19 Aufnahmeprogramme anwählbar (Porträt, Landschaft, Landschaft mit Porträt, Makro, Sport, Nachtaufnahme, Nachtaufnahme mit Porträt, Kinder, High Key, Low Key, Digital Image Stabilisation, Natur-Makro, Kerzenlicht, Dokumente, Panorama, Strand und Schnee, Feuerwerk, Sonnenuntergang, e-Porträt) - Art Filter - ISO mannuell von 100 bis 6400, automatisch 200-6400 (ISO 200-1600 voreingestellt) - Selbstauslöser 12 s / 2 s - Serienbildaufnahmen ca. 3 Bild pro Sekunde, maximal 10 im RAW-Modus. - 3" Display mit 230.000 Pixel Auflösung - 3D-Wasserwaage - Videos in AVI Motion JPEG, HD (1280x720 16:9 oder 640x480 4:3), 30 Bilder/Sekunde, Maximal 14 Minuten bei 4:3 oder 7 Minuten in HD, maximal 2 GB groß, ISO 200-1600, Digital IS zur Stabilisierung, Stereo-Mikrofon intern, extern optional - Abmessungen (B x H x T): 120,5 x 70 x 35 mm (ohne hervorstehende Teile), Gewicht 335 g (nur Gehäuse) - Schnittstelle: SD Speicherkarte (SDHC kompatibel) Class 6 (4 GB) wird empfohlen, HDMI vorhanden, Hi-Speed USB 2.0, kombinierte V- & USB-Schnittstelle, NTSC oder PAL wählbar
Haptik / Verarbeitung / Handhabung
Die Handhabung und Verarbeitung der Kamera ist, wie schon beim Vorgängermodell, absolut genial. Ich hatte das Gefühl, ein wertvolles Stück Technik in Händen zu halten. Die Verarbeitung ist erstklassig, der Aufbau der Bedienelemente bedarf eigentlich keiner Erklärung, sofern man nicht absoluter Einsteiger ist. Selbst dann noch kann man schnell ins sehr ausführliche Handbuch schauen und so alles nachlesen, was man nicht versteht. Die Haptik ist 1A - und das, wo die Kamera doch nun wirklich nicht zu den großen Modellen zählt. Zugegeben muss man sich an die doch sehr kleinen Objektive erst einmal gewöhnen; weniger Grifffläche fürs Zoomen, etwas kleinere Lock-Schalter oder AF-MF-Schieber. Aber das ist nur eine Sache von Minuten, schon ist man dem Micro-Wahn verfallen. Optional kann man einen Sucher auf den Blitzschuh stecken und so nicht nur aufs Display vertrauen, welches eine recht gute Arbeit leistet, aber mit nur 230.000 Pixeln eine doch vergleichsweise geringe Auflösung hat im Vergleich zu anderen Displays, die mittlerweile über die 900.000 Pixel hinaus gehen. Bei 3" sind 230.000 Pixel schon recht sportlich.
Man muss sich bei der PEN halt dran gewöhnen, etwas mehr mitzunehmen (Blitz, evtl halt Sucher, dann Objektive) als mit einer "normalen" Spiegelreflexkamera. Die Bedienung im Alltag ist recht leicht - man sollte aber ein paar Stunden Zeit investieren, um die PEN wirklich genau kennenzulernen. Solche Sachen wie die 3D-Waage im Display können Gold wert sein, die Art-Filter laden manchmal zu echt netten Spielereien ein - probiert auch mal die verschiedenen Messpunkte aus; fast alle können Gesichtserkennung und das funktioniert bei der PEN E-P2 bisher so gut wie bei noch keiner anderen Kamera, die ich bisher testen durfte. Selbst die PEN E-P1 (und da war das schon echt gut!) wird hier in den Schatten gestellt.
Spielt euch einmal durch das aufgeräumte, aber umfangreiche Menü. Nach 1-2 Tagen mit mehreren Stunden Kameranutzung wird die E-P2 wie aus dem FF bedient.
GeschwindigkeitSchneller ist sie geworden, die PEN. Schneller als die 1er auf jeden Fall, aber einen richtig flotten Autofokus hat sie wirklich nur bei sehr guten Lichtverhältnissen. Ich hatte zum Beispiel bei einem starken Gewitter Videos und Fotos gemacht. Hier hatte der AF schon ein paar Schwächen, Motive in ca. 8 Metern Entfernung schnell scharf zu stellen. Das dauerte etwa 1,5-2 Sekunden. Viel zu lange. Ein- und Ausschalten geht sehr schnell; der Staubschutz ist blitzschnell beim Starten, hier gibt es nichts zu meckern.
Das Speichern der Bilder und Videos empfehle ich dringend auf SDHC-Karten. Vor allem bei Videos mit 2 Minuten Länge merkt man einen großen Unterschied zwischen SD und SDHC!
BildqualitätUnd jetzt aktivieren wir mal den Schwärm-Modus: "scharfe Bilder", "erstklassige Farben", "exzellente Randschärfe", "sehr gute ISO-Beherrschung" - so könnte ich das weiterführen. Die PEN E-P2 ist von der Bildqualität dermaßen stark, dass man sie in diesem Aspekt wirklich der einen oder anderen DSLR vorziehen kann. Wenn der Autofokus jetzt noch schneller wäre (langsam ist er nur bei schwierigen Lichtverhältnissen und Situationen wie Gewittern, wenn man dann einmal etwas in 8 Metern Entfernung fotografieren möchte)...
Im Einzelnen: -- Stabilisator
Der integrierte Stabilisator der PEN läuft einwandfrei; je nach Einsatzart kann man damit bis zu 4 Blendenstufen ausgleichen. Olympus hatte schon in der Superzoom-Reihe immer gute Stabilisatoren verbaut - hier machen sie mit ihrer Tradition weiter. -- Farbwiedergabe, Schärfe
Farben, Schärfe - alles wunderbar. Die Farben kommen schön natürlich rüber, neigen -wenn überhaupt- aber eher wärmer zu sein. Die Schärfe verteilt sich sehr gut über den gesamten Messraum; selbst bei den sonst meist kritischen Randunschärfen konnte mich die PEN überzeugen. Da die PEN leider keinen integrierten Blitz besitzt, muss man sich manchmal ein wenig auf die ISO-Werte besinnen. Bis ISO 800 kann man hier locker gehen, ohne das die Bilder grobkörnig werden. ISO 1600 sollte man dann ein wenig am PC/Mac nachbearbeiten, je nach Größe des Bildes und was man damit machen möchte. -- Video
Die Videos der PEN sind gut - wobei der Ton trotz Stereo-Mikrofons immer noch nicht "Highend" ist, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Er ist sehr "hart" und manchmal blechern, je nach Lautstärke dessen, was man aufnimmt. Die Videos werden in HD aufgezeichnet (1280x720 16:9 oder 640x480 4:3), 30 Bilder/Sekunde bei maximal 14 Minuten (4:3) oder 7 Minuten in HD. Jedoch dürfen die Videos nur maximal 2 GB groß werden. ISO 200-1600 kann ausgewählt werden, einen "Digital IS" gibt es zur Stabilisierung (funktioniert nur bedingt gut), ein internes Stereo-Mikrofon wie eben erwähnt ist nett, hier aber noch nicht 100%ig ausgereift. Wer aber unbedingt klasse Sound braucht, kann ein externes Mikrofon anschließen.
Preis/Leistung Mit rund 570 Euro ist der E-P2 Body sicher kein Super-Schnäppchen, Preis-/Leistung stimmen hier aber überein. Gebraucht ist die 2er natürlich noch nicht so viel zu bekommen bzw es lohnt nicht, dann auf 2 Jahre Garantie zu verzichten. Wer aber eine kompakte Micro 4/3 Kamera sucht und das Geld gern in ausgezeichnete Bildqualität investieren möchte, dem wird hier der Preis nicht weh tun.
FAZIT
Wenn Olympus mit einer E-P3 den Autofokus noch schneller bekommt und die Tonqualität bei den Videos verbessert, habt ihr eine 4/3-Wollmilchsau. So ist die Kamera immer noch ein Schätzchen mit sehr guter Bildqualität und schön anzusehenden Videos.
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18.08.2010 02:31
ein paar Fotos wären schon nicht schlecht, um den verdacht des Erfahrungsfakers auszuräumen...
17.08.2010 18:36
@xXMegamiXx: Naja, der Autor ist der Betreiber eines Fotografie-Forums, da ist es nicht so unwahrscheinlich, dass er tatsächlich in den Genuss von Testmodellen kommt. Ich gebe aber zu, dass ich auch Testbilder vorziehen würde.
17.08.2010 18:26
Sehr guter Bericht. Eine sehr gute Kamera, aber auch sehr teuer. Ich persönlich mag das "Retro" Design nicht so, aber ist Geschmackssache. Gruß