T E S T B E R I C H T
Pinneberg, 20.02.2006
© Marc Thomalla
Die Olympus SP-500 ZU ist ein Modell für fortgeschrittene Fotografen, welches mit 6 Megapixel auflösen kann. Hier vorab die Details:
* 6,0 Millionen Pixel
* Extragroßer 6,4-cm-/2,5-Zoll-LCD
* 10fach-Zoomobjektiv (entspricht 38 - 380 mm), 1:2,8 - 3,7
* Supermakro-Modus mit 3 cm Mindestabstand
* Prädiktiver Autofokus
* Movieaufnahme mit Sound (VGA-Auflösung bei 30 Bps)
Für Rückfragen stehe ich gerne unter info@digicamclub.de zur Verfügung.
+ Lieferumfang +
Der Lieferumfang ist nicht so prickelnd. Folgende Gegenstände findet man beim auspacken vor:
SP-350 Kamera
4 Standard-Battterien
USB-Anschlusskabel
Audio/Video-Kabel
Tragegurt
Kamerasoftware Olympus Master 1.2 für Windows und für Mac
Optional ist weiteres Zubehör wie Weitwinkel- oder auch Telekonverter erhältlich. Systemblitze kann man aufgrund des fehlenden Blitzschuhs nicht direkt einsetzen.
Der interne Speicher beträgt lediglich 10 MB. Das ist natürlich mehr als mager wenn man bedenkt, dass nicht einmal eine xD-Speicherkarte beigelegt wurde. Eine 256er Karte hätte es durchaus sein dürfen.
Punkte: 5 von 10
+ Preis +
Ich halte nichts von Angaben der Herstellerpreise, ich orientiere mich immer an günstigen Onlineshops.
Am 20.02.2006 betrug der Preis online für eine SP-500 UZ etwa 305 Euro.
Der Preis von knapp 300 Euro ist für eine 6 Megapixel-Kamera mit 10fach optischem Zoom schon sehr gut. Allerdings wäre ein Bildstabilisator schön gewesen, dazu aber später mehr.
Die Kamera kann sogar RAW speichern, hat ein 2,5" TFT-Display und einen optischen Sucher - mittlerweile keine Selbstverständlichkeit mehr.
Punkte: 8 von 10
+ Aussehen +
Vom Aussehen her wirkt die SP-500 sehr wertig. Mit ihrem schwarzen (Plastik-) Gehäuse kommt sie elegant daher, ist gut verarbeitet und liegt für eine Kamera dieser Größenordnung sehr angenehm in der Hand. Einen großen Vorteil hat der Fotograf auch durch den "Griff", der die Kamera ausgesprochen ruhig in der Hand liegen lässt. Die Knöpfe an sich lassen sich alle sehr gut bedienen
Bilder von Olympus SP-500 UltraZoom
(fast alle sind einfach mit dem Daumen erreichbar), einzig der Druckwiderstand ist nicht ganz so optimal gelöst, da man manchmal das Gefühl hat, den Knopf gar nicht richtig gedrückt zu haben.
Dennoch wirkt die SP-500 gut durchdacht und mit ihrem 2,5" TFT-Display sehr einladend. Der optische Sucher ist ausreichend groß und bietet ein gutes Bildblickfeld.
Das Stativgewinde darf -Gott sei dank- auch hier nicht fehlen, da man ansonsten mit dem optischen 10-fach-Zoom manchmal wirklich nicht gut klar kommt.
Die Maße betragen 105 mm x 75 mm x 71 mm bei knapp 370 Gramm Gewicht (betriebsbereit).
Punkte: 8 von 10
+ Allgemeiner Eindruck +
Die im Herbst 2005 erschienene Kamera konnte also vom Aussehen schon überzeugen. Das Gefühl, eine billige Kamera in Händen zu halten, trat bei mir niemals auf. Vielmehr kann aber die SP-500 durch ihre Technik überzeugen, auf die ich nun ein wenig mehr eingehen werde.
Die SP-500 mit ihren 6 Megapixeln kann mit 6 verschiedenen Auflösungen arbeiten. Da wären:
2.816 x 2.112 Pixel
2.592 x 1.944 Pixel
2.288 x 1.712 Pixel
1.024 x 768 Pixel
640 x 480 Pixel
Wobei die 640 x 480 Pixel wirklich nicht mehr zeitgemäß sind und -wenn überhaupt- für Bilder benutzt werden, die ausschließlich per E-Mail verschickt werden. Da wir aber mittlerweile in Deutschland eine recht hohe Abdeckung von DSL-Gebieten haben, können auch locker Bilder mit einer Pixelzahl von 1.024 x 768 versandt werden.
Gespeichert werden die Bilder entweder auf dem internen Speicher (da stehen aber bloß 10 MB zur Verfügung) oder aber auf einer xD-Karte, welche leider nicht mitgeliefert wird. Günstige Speicherkarten findet ihr auf www.speichershop24.de. Die Bilder werden entweder im JPEG- oder im RAW-Format abgelegt. Wer ein wenig mehr aus seinen Bildern herausholen möchte, fotografiert sicher im RAW-Format, auch wenn man dann wirklich praktisch jedes Bild am PC nachbearbeiten muss. Doch die unterschiedlichen Ergebnisse sind meist erstaunlich. Wer die Bilder mittels eines Kartenlesers auf den PC überspielt, den interessiert es sicherlich nicht, dass die SP-500 immerhin USB 2.0 unterstützt und sich somit die vor allem großen RAW-Bilder bestens auf den PC übertragen lassen.
Ich bin ja ein Fan von Li-Ion-Akkus. Daher war ich ein wenig enttäuscht, dass hier in der SP-500 vier normale AA-Batterien (bzw. Akkus) eingesetzt werden. Sicherlich ist das manchmal besser, wenn man auch einfache Batterien in der Not einlegen kann, ich jedoch favorisiere die Li-Ion-Akkus. Optional kann die Kamera auch mit einem Netzgerät betrieben werden, aber wer macht das schon…
Um mal ein wenig genauer zu werden: Die SP-500 besitzt ein 10-fach optisches Zoomobjektiv, welches eine Brennweite von 38-380mm (KB-Format) abdeckt. Zusätzlich kann ein 5-fach digitaler Zoom hinzu geschaltet werden, was aber aufgrund des damit zusammenhängenden Qualitätsverlusts nicht zu empfehlen ist. Optional können am Objektiv noch Filter befestigt werden.
Der Schärfebereich liegt im Weitwinkel bei 60cm und im Telebereich bei 200cm - das sind ausreichende Werte. Die Makro-Eigenschaften können da schon mehr überzeugen, kann man doch bis zu 3 cm an das Motiv heran und so schon einiges an Makrogegebenheiten abdecken.
Was mir nicht so sehr gefallen hat ist die kürzeste Belichtungszeit. Diese liegt bei gerade mal 1/1.000s. - für echte Sportaufnahmen (wenn man richtig Bewegungen einfrieren möchte) ist das meist schon zu lange. Die Langzeitbelichtung ist mit 15 Sekunden möglich, das reicht für den Amateur durchaus aus, um ansprechende Nachtaufnahmen zu machen. Ebenso kann man eine Bulb-Langzeitbelichtung durchführen. Die Anfangsblende liegt bei F2.8 im Weitwinkel und bei F3.7 im Telebereich.
Wie ich schon erwähnte, hat die SP-500 nicht nur ein großes, helles 2,5" TFT-Display (welches mit 115.000 Bildpunkten auflöst), sondern auch einen elektronischen optischen Sucher, welcher sogar mit 201.600 Bildpunkten auflöst und richtig angenehm für das Auge ist.
Einen externen Blitz kann so ohne weiteres nicht anschließen (es sei denn, man nimmt einen Metz-Blitz als externen Blitz; aber eine echte Blitzschiene gibt es bei der SP-500 nicht). Man verlässt sich da besser auf den internen Blitz, der sich per Knopfdruck schnell aufklappen lässt. Die Anti-Rotaugen-Funktion ist natürlich integriert, zudem hat die SP-500 eine integrierte Slave-Funktion. Der Blitz reicht bis zu 4,50 Meter weit (im Weitwinkel) und bis zu 3,40 Meter im Telebereich.
Wenn die Kamera an den Rechner angeschlossen ist, lässt sie sich sogar fernsteuern - das können nicht viele Kameras in dieser Preisklasse.
Die SP-500 hat verschiedene Modi für den Schnellzugriff, die da wären: Landschaft, Porträt vor Landschaft, Porträt, Sport/Action, Nachtaufnahme, Porträt bei Nacht, Innenaufnahmen, Selbstporträt, Museum/Diskretion, Speisen, Vitrine, Dokumente, Auktion, Strand/Schnee, Feuerwerk, Kerzenlicht, Sonnenuntergang und natürliches Licht. In den Weißabgleich kann manuell eingegriffen werden, ebenso kann man in Blende und Zeit manuell vorwählen oder auch beides zusammen getrennt voneinander einstellen - das wird vor allem fortgeschrittene Fotografen freuen. Durch die xD-Karten ist eine Panoramaunterstützung ebenso möglich wie eine Pixel-Mapping-Funktion zur Herausrechnung defekter Pixel. Des weiteren hat die SP-500 eine Rauschunterdrückungsfunktion und die mittlerweile bekannte "2 in 1 Crop and Merge"-Funktion bei der zwei nacheinander aufgenommene "Halbbilder" zu einem montiert werden können.
Im Videomodus findet man einen digitalen Bildstabilisator vor, den man allerdings im Fotomodus schmerzlich vermisst, da die 380mm fast nie durch eine einigermaßen ruhige Hand ausgenutzt werden können.
Punkte: 8 von 10
+ Fotos +
Ich habe Fotos in verschiedenen Situationen gemacht. Vor allem hat mich der Makromodus interessiert, aber auch der maximale Zoom mit seinen 380mm. Vorneweg sei gleich gesagt: Wer wirklich oft den vollen Zoombereich benötigt, sollte nicht zur SP-500 greifen, denn der fehlende Bildstabilisator im Fotomodus macht sich schwer bemerkbar. Es ist leider kaum möglich, Bilder ohne Verwackeln zu knipsen. Ein Einbein-Stativ ist daher für die meisten Fototouren Pflicht. Da tröstet es mich auch nicht, dass die kleinen Videos durch einen digitalen Bildstabilisator unterstützt werden.
Die Farbwiedergabe der Bilder hat mir gefallen. Teilweise kamen mir die Bilder ein wenig zu warmlastig vor, was sich aber mittels EBV problemlos wieder richten ließ. Die Kanten waren in der Standard-Einstellung schön scharf, sodass man hier nur selten nachbearbeiten musste.
Die Auslöseverzögerung nach Fokussierung war sehr schnell, der Autofokus an sich ist bei Motiven im Schatten ein wenig langsam.
Die Makros an sich hatten eine angenehme Schärfe und konnten mich überzeugen. Die 3 cm Mindestabstand sind auch mehr als ausreichend.
Die Bilder im JPEG-Format werden auch herkömmlichen xD-Karten schnell gespeichert, die RAW-Bilder dauern 2-4 Sekunden, je nach Dateigröße.
Einen Punkt muss ich noch abziehen wegen des fehlenden Bildstabilisators. Zudem noch Punkte wegen der teilweise zu warmen Farben.
Punkte: 7 von 10
+ Akku +
Wie ich schon sagte, wird hier bei der SP-500 nicht auf Li-Ion-Technologie gesetzt, sondern auf herkömmliche Alkaline-Batterien oder Akkus. Das ist nicht so mein Ding, weswegen ich diesen Punkt nicht in meine Wertung mit aufnehme, um das Gesamtergebnis nicht zu verzerren.
Punkte: ohne Wertung
+ Bedienungsanleitung +
Die Anleitung an sich ist in mehreren Sprachen verfügbar und machte einen guten Eindruck. Die einzelnen Funktionen werden gut abgehandelt, sodass Einsteiger sich recht schnell mit der SP-500 zurecht finden dürften.
Punkte: 6 von 10
+++++ FAZIT +++++
Wenn die SP-500 einen Bildstabilisator hätte, wäre sie echt eine kleine Alternative zur KonicaMinolta Z-Reihe - so aber reiht sich die SP-500 nur im Mittelfeld der Superzoomer ein.
Gesamtpunktestand: 43 von 60
Empfehlung: 72 %
06.08.2006 20:35
Ein sehr guter und informativer Bericht: ad: "640 x 480 Pixel wirklich nicht mehr zeitgemäß" Egal bei welcher Kamera, diese Einstellung möchte ich bei keiner missen. Und zwar für Fotos, die rein informativen Charakter haben. Wenn ich z. B. in einer Galerie ein Bild aufnehme, interessiert mich auch das kleine Schildchen daneben mit Namen, Entstehungsdatum etc. Da reicht vollkommen die kleinste Auflösung, die nur wenig Speicher braucht. ad Bedienungsanleitung Eine durchwegs positive Beschreibung, aber nur 6 Punkte? Schade das mit dem fehlenden Bildstabilisator. Ganz offensichtlich verstehst du etwas von Kameras. Da ich auf Suche nach einer Kamera mit moderater Pixelanzahl (Ich halte nichts von dem Megapixelwahn) mit höherem Zoom und guten Bildeigenschaften bin, werde ich mir deine Berichte einmal anschauen, wenn ich ein wenig mehr Zeit habe.
03.04.2006 18:20
super bericht! ein b.h. von mir dafuer! lg lia
09.03.2006 23:06
Der Bericht gefällt mir sehr gut. Vor allem die Punktewertung ist sehr hilfreich, da Du begründest warum mehr oder weniger. Sehr seriös und kompetent.