Omnitronic DX 2222 - Viel Lärm um Nichts
11.12.2009
Pro:
Preis, Stabilität
Kontra:
Klangqualität, Verarbeitung
Empfehlenswert:
Nein
 LSR_Online
Über sich:
Mitglied seit:03.02.2002
Erfahrungsberichte:32
Vertrauende:57
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 350 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo werte Ciao-Gemeinde Die weltweit größte Jugendorganisation sind die Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Über 100 Millionen Mitglieder weltweit, in beinahe jedem Land der Welt vertreten – und was die wenigsten wissen: Eine ehrenamtlicher Organisation. Auch ich habe mich schon im Kindesalter dazu entschlossen, Pfadfinder zu werden und bin nach über 20 Jahren noch immer – mittlerweile in leitender Funktion – dabei.
Wie aber der Name „ ehrenamtlich „ schon sagt: Man bekommt für dieses soziale Engagement nichts bezahlt, der Verein bekommt keine Zuschüsse und ist auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring angewiesen. Die Motivation, unsere Gruppenkasse ein wenig aufzufüllen ist auch bei mir vorhanden und so machte ich mich kürzlich auf den Weg zu mir bekannten Geschäften und Händlern, um für Spende oder Sponsoring zu werben. Einige davon zeigten sich auch spendabel ( ein herzliches Dankeschön nochmals an dieser Stelle ! ), wobei: Nicht immer in Form von Bargeld, sondern auch in Form von Waren. Interessant war auch die Warenspende eines mir wohlgesonnenen Elektro-Fachhändlers, bei welchem ich schon des öfteren Elektronik-Zubehör, sowie Lautsprecher erworben habe. Er bot mir kein Geld an, sondern ein paar Lautsprecher-Boxen, welche wir seiner Meinung nach ( und da lag er goldrichtig ) für etwaige Feste oder Feierlichkeiten unserer Gruppe gebrauchen könnten. Ich dankte ihm herzlich für seine Spende und so luden wir gemeinsam die beiden Lautsprecherboxen in meinen Kofferraum.
*** Geschichtliches zum Thema Lautsprecher ***
Die Verbreitung von Tönen war bestimmt schon in grauer Vorzeit ein Thema, mit der Darstellung und Weiterleitung von reproduzierbaren Tönen beschäftigte man sich allerdings erst seit der industriellen Revolution Ende des 19. Jahrhunderts. Genauer gesagt um 1860 wurde vom deutschen Erfinder Philipp Reis das Telefon erfunden, ca. 10 Jahre später entwickelte der Amerikaner Thomas Alva Edison den Phonographen, ein Vorläufer des Grammophons und des Plattenspielers. Kurz vor 1900 experimentierte der Engländer Sir Oliver Lodge mit Elektromagnetismus und rief durch elektrischen Strom Töne hervor. Der Anfang war also gemacht und 1925 wurden auf der Berliner Funkausstellung die ersten elektrodynamischen Lautsprecher vorgestellt, deren Prinzip auch bis heute in überwältigender Mehrheit der Lautsprecher verwendet wird.
Der Lautsprecher ist ein äußerst flexibles Bauteil, denn
Bilder von Omnitronic DX 2222
dieser kann in Form, Werkstoff, Größe und Ausführung äußerst unterschiedlich sein. Daher gibt es auch verschiedenste Formen und Arten der Einbaumöglichkeiten, die Palette streckt sich von Einbauten in Mobiltelefonen über Radiowecker, Computern, Autos, öffentlichen Verkehrsmitteln, Kopfhörern bis hin zum Klassiker, der Lautsprecherbox.Auch bei der Lautsprecherbox gibt es allerlei Anwendungsmöglichkeiten: Vom anspruchslosen Lautsprecher für Billig-Anlagen bis hin zum überragend dynamischen Hi-End-Lautsprecher für 6-stellige EUR-Summen streckt sich das Sortiment. Die uns gespendeten Lautsprecher-Boxen sind allerdings aus dem Bereich PA – was heißt nun PA ?
PA bedeutet Public Address und bezeichnet jene Tontechnik, welche in den Veranstaltungsbereichen Livemusik, Konzerten, oder Discos verwendet werden. Diese zeichnet im Normalfall die Mobilität und Robustheit der Lautsprecherboxen, sowie die Belastbarkeit durch hohe Lautstärken aus. Wie die uns angediehenen PA-Lautsprecher-Boxen **** Omnitronic DX 2222 **** in der Praxis abschneiden, ist im nachfolgenden Bericht zu lesen:
*** Die Verpackung ***
… ist zwar recht unscheinbar, aber selbst von aussen kann man erkennen, was sich darin verbirgt - gefertigt aus weißen Karton, darauf schematisch der Inhalt ( die PA Box ) dargestellt. Ca. 980 x 400 x 400 mm groß und damit nicht viel größer als der Inhalt – nicht viel größer ? Damit meine ich: Zwischen der Kartonverpackung und dem eigentlichen Lautsprecher befindet sich kein schützendes Verpackungsmaterial, einzig eine dünne Kunststoff-Folie ist über den Lautsprecher gestülpt. Beim Auspacken war ich ehrlich gesagt verwundert, dass die Box noch keinen sichtbaren Schaden davongetragen hat, zumal die Verpackung an einigen Stellen doch schon ramponiert war.
Neben den Schallwandlern gibt’s wenig Inhalt in der Verpackung: Eine mehrseitige Bedienungsanleitung und eine Garantiekarte liegt noch anbei, ansonsten Fehlanzeige. *** Das Äußere ***
Den Koloss der Verpackung entnommen, steht die Box nun doch stattlich da ! Mit den Abmessungen 910 ( Höhe ) x 375 ( Breite ) x 360 ( Tiefe ) eben nicht gerade klein, mit seinen 23 kg Gewicht pro Lautsprecherbox auch nicht leicht – andererseits: Auf Veranstaltungen geht’s ab und an etwas ruppig zu, da wird gerempelt und gestoßen, da macht es durchaus Sinn, wenn die Box was aushält. Überhaupt wirkt sie äußerst stabil und massiv. Schwarzer Filzbezug schützt das Gehäuse, welches aus 19 mm dicken Platten gefertigt ist. Alle 8 Ecken sind mit schwarzen Eck-Protektoren aus Metall geschützt, man könnte also problemlos mal irgendwo anecken und die Box nehme keinen Schaden. An den Seiten finden sich zwei handliche Tragegriffe, mit denen man die Box - alleine etwas mühsam, zu zweit ohne Probleme – transportieren kann: So stelle ich mir Mobilität vor. An der Rückseite befindet sich der Anschlußterminal mit den beiden Buchsen, welche im SPEAKER-Format ausgeführt sind. Dieses Format ist ein gängiges im PA Bereich und bezeichnet eine Stecklösung, mit welcher in einfacher und schneller Art das Kabel angesteckt bzw. getrennt werden kann.
Nun zur Vorderseite: Hier finden sich 4 Lautsprecher. Ca. 80 % der Fläche beanspruchen die beiden Basslautsprecher mit einem Durchmesser von 12 Zoll ( = 30 Zentimeter ) für sich. Darüber angeordnet sind die beiden Mittel- und Hochton-Lautsprecher, einerseits als Piezo-Hochtoner, andererseits als Mittelton-Hornlautsprecher ausgeführt. Diese beiden Konstruktionsarten ( Piezo, Horn ) sind ebenfalls prädestiniert für PA Lautsprecherboxen, da diese im Normalfall hohe Belastbarkeit bei hoher Lautstärke auszeichnet. Besser als Worte sind im Fall der optischen Beschreibung wohl die anhängigen Fotos – um sich einen Eindruck zu verschaffen, würde ich bitten, euch diese anzusehen. *** Leistung ***
Um alle technik-affinen Mitglieder unter euch zufrieden zu stellen, findet ihr die technischen Eckdaten der Lautsprecher-Boxen im Anschluß: Belastbarkeit nominal: 500 Watt RMS Belastbarkeit maximal: 1.000 Watt Max. Schalldruck: 99 dB ( 1 m ) Impedanz: 8 Ohm Frequenzbereich: 30 - 18 000 Hz
Was bedeuten diese Werte ? Jeder Wissende kann aus dem Lesen der Werte ein kurzes Fazit geben: Die Dinger sollten laut, pegelfest und einigermaßen akzeptabel von höchsten bis zum tiefsten Ton klingen. Was sie in der Praxis wirklich können, ist im nächsten Kapitel zu lesen…
*** In der Praxis – Pro’s und Contra’s ***
Gottlob bot sich kurz nach Erhalt der Lautsprecher die Möglichkeit, diese auf einem Fest ausgiebig zu testen. Der Aufbau gestaltet sich unspektakulär und einfach: Boxen aus dem Kofferraum in den dafür vorgesehenen Raum getragen, entsprechend positioniert und auf festen Stand geachtet, die Kabel vom ausreichend dimensionierten Verstärker an die Lautsprecher angeschlossen und es konnte losgehen.
Die ganze Nacht wurde groß aufgespielt, die musikalische Bandbreite reichte von gesprochener Moderation über Musik diversester Richtung ( Rock, Pop, Schlager, Dance ), sowie Live-Musik mit E-Gitarren. An dieser Stelle möchte ich nun mein geistiges Resümee aus all den Erfahrungen ziehen:
+ Die Boxen sind wirklich höchst belastbar, Pegel weit über der Vernunftgrenze sind durchwegs möglich und machbar + Die eingehend erwähnte optische Stabilität ist auch physisch vorhanden, die Boxen stehen bombenfest und können daher als Abstellplatz für alle möglichen Gegenstände durchaus zweckentfremdet werden
+ Die Bassfrequenz ist eine Spezialität der PA Boxen ( wen wunderts, sind ja auch 2 Bass-Lautsprecher vorhanden ), diese ist äußerst dynamisch und vollumfänglich bei allen Musikrichtungen präsent - Wobei aber auch schon die Minuspunkte anzuführen sind: Im Gegensatz zu den tiefen Tönen wird der Mittel- und Hochtonbereich nur äußerst stiefmütterlich behandelt: Weder Sauberkeit, noch Brillanz kann man diesen Frequenzen attestieren – diese schwimmen eher in der akustischen Welle dahin, ohne wirklich zur Geltung zu kommen, als Gesamteindruck bleibt ein von Bässen übertöntes, stumpfes Klangbild, welches nicht sonderlich gefällt und wirklich nur für Feste oder Feierlichkeiten geeignet ist, wo saubere Auflösung des Klangbildes nicht unbedingt notwendig sind.
- Die Verarbeitung der Lautsprecherboxen würde ich lediglich als Mittelmaß bezeichnen: Beginnend bei der Verarbeitung des Filzüberzuges ( Genaue Schnittränder sind auf den Flächen sichtbar ), welches nicht weiter tragisch erscheint. Sehr wohl störend ist jedoch die Montage der Mittel- und Hochtonlautsprecher ( bei einer der beiden Lautsprecherboxen ), diese sind knapp 10 Grad (!) schräg in das Gehäuse geschraubt – ich würde bitten, dazu eines der angefügten Bilder zu betrachten, es sieht einfach katastrophal aus. Weiters sind an den Kanten der Vorderseite bis zu 2 mm breite Spalten zwischen den einzelnen Stößen des Filzüberzuges zu erkennen – sehr unansehnlich, zumal an manchen Stellen auch noch Leim- oder Kleber-Austritt zu finden ist. - Zu guter Letzt: Der Filzüberzug wirkt zwar optisch ansprechend, ist jedoch sehr pflegebedürftig, da eine gewisse statische Aufladung vorhanden ist und Schmutzpartikel magisch angezogen werden. Die Entfernung des Schmutzes ist hingegen nicht so einfach, da sich dieser im Filz verheddert – als bestes Mittel hat sich der Kleidungsroller herausgestellt, mit dessen selbstklebender Rolle die Mehrheit der Schmutzteilchen entfernen lassen.
*** Fazit ***
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, trotzdem muss ich mich kritisch über diese Lautsprecher-Boxen äußern. Um günstige EUR 170, welches der normale Verkaufspreis pro Paar wäre, bekommt man ein paar Krachmacher, die sich für anspruchslose Feste durchaus eignen – mehr darf man allerdings auch nicht erwarten !
Kaufempfehlung kann ich aufgrund der fetten Minuspunkte nicht aussprechen, es reicht gerade mal für 3 Sterne. Besten Dank fürs Lesen meiner Berichte
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11.10.2010 20:38
Informativ berichtet! LG
21.07.2010 19:48
da isses. :-) lg. clara
20.07.2010 20:37
Die sind bei uns ganz schnell kaputt gegangen...