Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Zwei Spitzengeschichten |
| Kontra: |
Eine schwächere Geschichte |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Zur Gliederung des Berichts:
1) Produktinfos
2) Hintergrund
3) Inhalt
4) Bewertung
5) Fazit
1) Produktinfos:
Das Taschenbuch aus der "Onkel Dagobert"-Comicreihe (die von 1987 bis 1993 produziert wurde) erschien 1989 und kostete damals 3,80 DM. Heute kann man es nur noch gebraucht erwerben. Es enthält drei Geschichten und 94 Seiten.
2) Hintergrund:
Die wichtigsten Figuren in diesem Band:
Donald Duck: Donald ist ein chronischer Pechvogel, meistens arbeitslos und fast ständig in irgendwelchen Schwierigkeiten. Da er immer bei seinem Onkel Dagobert hoffnungslos verschuldet ist, muss er für ihn oft abenteuerliche Dinge erledigen. Donald ist sehr jähzornig, im Grunde aber ein gutherziger Charakter. Bei ihm leben seine drei cleveren Neffen Tick, Trick und Track.
Dagobert Duck: Dagobert ist der reichste Mann der Welt, aber auch der geizigste. Sein Geld bwahrt er in mehreren riesigen Geldspeichern auf und er denkt ununterbrochen daran, es noch zu vermehren. Für sein Alter ist er noch sehr rüstig und um an noch mehr Geld zu gelangen unternimmt er viele waghalsige Reisen und Abenteuer.
Klaas Klever: Klass Klever ist nach Dagobert der zweitreichste Mann der Welt und sein ständiger Rivale.
Die Panzerknacker: Die Panzerknacker sind eine Verbrecherbande, deren Mitglieder allesamt identisch aussehen und miteinander verwandt sind. Statt Namen besitzen sie Gefängnisnummern sowie eine obligatorische schwarze Maske. Ihr oberstes Ziel ist es, Dagoberts Geldspeicher zu räumen. Dabei scheitern sie gewöhnlich im letzten Moment immer an ihrer Schussligkeit.
Micky Maus: Micky ist in Entenhausen entweder als eifriger Reporter oder als scharfsinniger Detektiv unterwegs. Dank seiner Intelligenz und seiner Cleverness übernimmt er gerne knifflige Fälle und ist der Polizei dabei meist einen Schritt voraus.
Goofy: Goofy ist der beste Freund von Micky Maus. Im Gegensatz zu ihm ist er trottelig und etwas schwer von Begriff. Das stört ihn aber nicht, da er einen unerschütterlichen Optimismus an den Tag legt. Er ist sehr hilfsbereit und bei allen Abenteuern von Micky mit dabei.
Prof. Zapotek und Prof. Marlin: Die beiden ewig miteinander streitenden Professoren leiten das Entenhausener Musum. Im Keller des Gebäudes befindet sich eine von ihnen entwickelte Zeitmaschine. Micky und Goofy, die mit den beiden befreundet sind, sind als einzige in das Geheimnis der Zeitmaschine eingeweiht und unternehmen mit ihr oft im Auftrag der Professoren diverse Reisen.
3) Inhalt:
"Die Trabantenstadt" (S+Z M. de Vita) (S. 1-24)
Onkel Dagobert ist außer sich vor Wut. Sein Erzrivale Klass Klever baut ein neues Wohngebiet mit spottbilligen Preisen. Für Onkel Dagoberts Immobilien interessiert sich niemand mehr. Als wäre das nicht genug, vermelden auch noch seine Druckereien, dass jemand weltweit alle Papiervorräte aufgekauft hat und die Produktionen gestoppt werden müssen. Onkel Dagobert heuert einen Detektiv an, der herausfindet, dass Klaas Klever auch hinter den Papierkäufen steckt.
Onkel Dagobert geht der Sache auf eigene Faust nach und schaut sich in der fast fertigen Trabantenstadt um. Am nächsten Morgen wird er als vermisst gemeldet und man vermutet, dass er in den Sümpfen zu Tode kam. Nur Donald und seine Neffen wollen daran nicht glauben. Sie machen sich auf die Suche nach Onkel Dagobert ...
"Das Geheimnis der Dinosaurier" (S: B. Concina Z: S. Asteriti) (S. 25-67):
Micky und Goofy reisen im Auftrag von Professor Zapotek und Professor Marlin mal wieder in die Vergangenheit - diesmal 65 Millionen Jahre zurück in die Zeit der Dinosaurier. Sie sollen das Rätsel lösen, warum diese Tiere ausgestorben sind. Kaum sind die beiden in der Kreidezeit angekommen, da treffen sie schon die ersten Brontosaurier, die erstaunlicherweise die menschliche Sprache sprechen. Micky und Goofy freunden sich mit ihnen an, doch irgendetwas scheinen die Dinosaurier zu verbergen ...
"Das Zepter des Pharao" (S: T. Anderson Z: J. Cardona Blasi) (S. 68-94):
Onkel Dagobert macht mit Donald und Tick, Trick und Track einen Spaziergang. Als Onkel Dagobert durstig wird, gehen sie in ein Auktionshaus zum kostenlosen Wasserspender. Aufgrund eines Missverständnisses wird Onkel Dagobert die goldene Krone von Duck-ench-Amun verkauft. Sie finden darin ein ägyptisches Schriftstück, das den Weg zum Schatz des Pharapos beschreibt. Dagobert, Donald und die Kinder machen sich auf nach Kairo - verfolgt von den Panzerknackern, die alles belauscht haben ...
4) Bewertung:
Mit der "Trabantenstadt" geht es schon mal gut los. Über die ewige Rivalität zwischen Onkel Dagobert und Klass Klever gibt es viele Geschichten. Diese hier ist aber besonders gelungen, heißt es doch kurzzeitig sogar, dass Onkel Dagobert vermutlich in den Sümpfen tödlich verunglückt sein soll - eine ungewohnte Dramatik also. Für einen Moment wird sogar Klaas Klever sentimental, als es um Onkel Dagobert geht und es ist nett anzusehen, dass er nicht völlig herzlos ist. Die Geschichte ist spannend und kurzweilig und ist definitiv ein unterhaltsames Highlight. Für die Zeichnungen ist der renommierte Massimo de Vita verantwortlich, dessen Werk immer wieder schön anzuschauen ist und der gewiss zu den besten Disney-Zeichnern gehört.
Mit dem "Geheimnis der Dinosaurier" geht es glänzend weiter. Die Zeitmaschinen-Abenteuer von Micky und Goofy bilden stets ein besonderes Vergnügen. Hier wird ein wenig Hintergrundwissen über eine bestimmte Epoche mit einem gewöhnlich spannenden Abenteuer verbunden - und die Dinosaurierzeit hält natürlich einige Aufregung parat. Witzig wie immer sind die Streitereien zwischen Professor Marlin und Professor Zapotek, die zwar gemeinsam geniale Arbeit leisten, aber es nicht lassen können, einander auszuzanken.
Die Dinosaurier, mit denen Micky und Goofy Freundschaft schließen, sind sehr liebenswert geraten: Viel intelligenter, als man ihnen heute unterstellt und dazu ein süßer Kindersaurier namens "Dino", der Micky und Goofy Löcher in die Bäuche fragt, etwa warum Weiß weiß ist oder warum sich die Erde um die Sonne dreht. Früh erfährt man, dass die Dinosaurier ein Geheimnis hüten, aber welches Geheimnis das ist, wird erst am Schluss offenbar, sodass die Geschichte durchweg spannend ist - und noch mit einer kleinen Pointe aufwarten kann. Note 1 dafür.
Die dritte Geschichte "Das Zepter des Pharao" ist etwas schwächer als die beiden vorherigen. Der Anfang ist noch sehr gut, eine Schatzsuche, die nach Ägypten führt, verspricht viel Spannung. Bis zu der Stelle, an der die Ducks den Schatz finden, unterhält die Geschichte sehr gut - vor allem Donalds Angst vor der Mumie des Pharaos in der Pyramide ist lustig gestaltet. Danach aber beherrschen zuviele Zufälle das Bild und der positive Eindruck verblasst. Auch dass die Panzerknacker diesmal besonders skrupellos sind, weiß nicht zu überzeugen. Daher insgesamt nur eine 3.
5) Fazit:
Zwei sehr gute und eine durchschnittliche Geschichte reichen insgesamt locker für eine Empfehlung und vier Sterne. Das Taschenbuch bekommt heute leider nur noch gebraucht über Ebay und Co, für Disney- und Comicfans lohnt sich die Suche aber allemal.