Alles in allem ein gutes Auto
10.05.2003
Pro:
komfortabel, sparsam, ab BJ1994 günstige Steuern, zuverlässig
Kontra:
Verarbeitung im Detail, Versicherung beim Schrägheck teuer, schlechtes Fahrverhalten bei Nässe, Auspuff nicht lange haltbar
Empfehlenswert:
Ja
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Hallo, ich möchte hier meine Erfahrungen mit meinem Opel Astra Sondermodell "California" BJ 07/1994 schildern.
Technische Daten: 52kw/71PS, 128Nm, Kraftstoff: Super bleifrei, 5-Türer, violett-metallic. Zubehör: Fahrerairbag, manuelles Glasschiebedach, Colorverglasung, Servolenkung (diese war zu diesem Zeitpunkt allerdings bei allen Astra's serienmäßig), Anhängerkupplung.
Die Geschichte begann damit, dass mir im April 1999 leider jemand in mein Erstauto, einem 89er Opel Kadett 1,6i gefahren ist und ich ein neues Auto brauchte. Nach einigem stöbern in der 7000-8000 Mark-Klasse und Besichtigung von mehreren 90er und 91er Kadetten, entdeckte mein Vater Anfang Juni 1999 in der hiesigen Zeitung ein Angebot von einem 94er Astra mit gerade mal 29.500km auf der Uhr und 1.Hand für vergleichweise günstige 10.300 Mark.
Beim Autohändler angekommen, machten wir direkt eine Probefahrt, bei der auffiel, dass es innerhalb der Türverkleidung auf der Fahrerseite knackte. Das war jetzt nicht der einzige Mangel: dazu hatte der Wagen am linken, vorderen Kotflügel eine Beule sowie mehrere Kratzer.
Außerdem hatte das Motoröl, welches sich am Öldeckel befand, bereits eine caramel-ähnliche Farbe, welches bestätigte, dass der Wagen wohl bisher wirklich nur auf Kurzstrecken gefahren wurde. Zudem hat der Kofferraum und die hintere Rückbank einige Kratzer von den Kindern des Erstbesitzers abbekommen.
Diese Mängel haben uns aber soweit nicht gestört und wir haben den Wagen nach beauftragtem Ölwechsel und frischem TÜV gekauft. Zum Fahrbetrieb: Zu Beginn war es eine Haßliebe, denn ich war noch den Kadett gewohnt, der zwar mehr rappelte, aber irgendwie wollte kein Wohlgefühl aufkommen. (Das erste Auto ist, so denke ich, immer was Besonderes)
Mit der Zeit habe ich mich dann aber an das Auto gewöhnt und konnte ihm immer mehr Positives abgewinnen: da war z. B. die Haftpflicht, die von Typklasse 16 (damals mit dem Kadett) auf 14 fiel, oder die Steuer, die anstatt 211,-- DM nur noch 160,-- DM kostete und dazu lag der Verbrauch etwa einen halben Liter niedriger (6,5 zu 7 Liter). Mir fiel ausserdem eine bessere Straßenlage im Trockenen, eine bessere Geräuschdämmung und die etwas bessere Sitze auf.
Im Laufe der Zeit habe ich allerdings eine Zentralverriegelung schmerzlich vermisst (habe mich 2-mal aus Bequemlichkeit selbst ausgeschlossen, da man bei gezogenem Türgriff den Pin runterdrücken und die Tür ohne Schlüssel abschließen kann). Jetzt zu dem meiner Ansicht nach größten Manko: durch die komfortable Abstimmung, neigt das Auto bei zu schnell gefahrenen Kurven zum Aufschaukeln. Es geht im Verhältnis zu anderen Autos seiner Klasse stärker "in die Knie" und ist manchmal nur schwer wieder einzufangen. Diese Eigenschaft ist bei Nässe um so schwerwiegender und man muss das eigene Temperament schon erheblich zügeln.
Man könnte jetzt der Ansicht sein, dass, wenn man eine straffere Abstimmung braucht, einfach ein härteres Fahrwerk einbaut, doch so einfach ist es nicht: die Karosse ist von ihrer Struktur her nicht für harte (oder in dem Fall "normale" Fahrwerke) ausgelegt und verwindet sich. Dann wird aus dem an sich soliden Astra im Zeitraffer eine richtige "Klapperkiste". (habe selbst schon in welchen gesessen) Das war's aber auch schon mit der Kritik, denn ein weiterer großer Pluspunkt ist die Zuverlässigkeit. Ich bin jetzt über 100.000km mit dem Wagen gefahren und es war noch gar nichts besonderes kaputt. Weder Kupplung noch Steuergerät (wie bei meinem Kadett für fast 700,-- DM) oder die berühmte Wasserpumpe mussten getauscht werden.
Hierbei muss man sagen, dass der Motor mit den immerhin rund 1 Tonne Leergewicht nicht immer leichtes Spiel hat, aber man vergleiche das mal mit den neuesten Autos. Solange man ihn nicht bis "unters Dach" belädt, sind die Fahrleistungen für Otto-Normalfahrer allemal ausreichend (170km/h Spitze, 0-100 in 14 Sek.) Einzige Kosten: neuer Zahnriemen bei 85.000km und...o.k. es waren etliche Glühbirnen kaputt und ein Stabilisatoraufhänger sowie 2 Auspuffendtöpfe.
Und auch der bei Opel allseits bekannte Rost scheint bei Autos ab 1994 keine so grosse Rolle mehr zu spielen, meiner hat nur ganz zarte Ansätze in den beiden hinteren Radkästen. Die Versicherer scheinen das Auto übrigens von Jahr zu Jahr "aufzuwerten". HPF 17 ist nicht mehr so das Günstigste.
Tipp: auf den Kombi zurückgreifen, ist zwar nicht so hübsch, aber mit der gleichen Motorisierung immer jeweils um 3 Klassen günstiger! Ich kann das Auto nur für alle empfehlen, die ein Auto mit für diese Preisklasse sehr gutem Komfort möchten und dafür gerne auf das letzte Quentchen Temperament und Sportlichkeit verzichten und keine 10 Airbags mit ABS und ESP brauchen um sich in ein Auto zu trauen.
Gruß Drunkrunner2000
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15.05.2003 08:03
Der Astra "F" ist kein schlechtes Auto, ich habe selbst schon zwei Stück gefahren. Nach 92 sind die Rostprobleme nicht mehr ganz so schlimm, aber ein Blick in die hinteren Hohlräume, da wo Deine Radläufe von außen nur leicht rosten, schockt meistens trotzdem! Denn im Verborgenen sieht es fast immer ziemlich rostig aus, da man bei Opel mit der Hohlraumversiegelung gespart hat. Dieser Punkt stört mich sehr, obwohl ich eigentlich ein gtoßer Opelfan bin! Liebe Grüße Fire
11.05.2003 12:08
Hi @all, Danke für das Lob, @flashback - stimmt, ich habe das jetzt nur auf die "extrem"-Variante mit 60/40 tiefer und gelben Koni's usw. bezogen, habe aber auch noch nicht viel von "gemäßigten" Fahrwerken für den Astra gehört. Kennst du welche? Gruß Drunkrunner2000
11.05.2003 11:42
Schöner Bericht, aber wieso werden sportliche Fahrwerke immer gleich mit harten Fahrwerken verglichen? Also mein Bruder hat auch ein Fahrwerk drin aber die Karosse hat sich noch nicht verzogen. Gruss, Dominik