Opel Corsa B 1.4i (ab 1993)

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Opel Corsa B 1.4i (ab 1993)

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der blaue Sauser

5  05.08.2001

Pro:
-

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Vampire-Lady

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 47 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Mein Corsa Nr. 2 war der „blaue Sauser“. Etwa ein Jahr bevor ich – Corsafahrer aus Überzeugung – ihn kaufte, ging ich mit einer Arbeitskollegin (auch Corsa) zum Parkplatz und dort stand einer in neuer Lackierung, ardenblau wie ich später erfuhr. BOAH! 1998 dann, gab ich meinen 45PS-Corsa für einen neuen in eben diesem blau her.
Es wurde ein Corsa Advantage, ein gerade auslaufendes Sondermodell: Metalliclack, 60 PS, Leichtmetallfelgen, Schiebedach, CD-Radio und weil ich das so absolut stark fand: ein Heckspoiler. Ein Zusatzteil, daß meinen etwas schwerhörigen Vater zu folgender Frage Veranlassung gab: wozu brauchst man denn heißes Wasser im Auto? Für ihn war ein Spoiler noch jahrelang ein Boiler. Was zwar optisch schön war, aber eigentlich unpraktisch: Opel lackierte auf einmal die Stoßfänger komplett in Wagenfarbe.

Der Wagen stand bis auf den Spoiler fix und fertig beim freundlichen Opelhändler und ich konnte ihn nach einer Woche endlich mitnehmen – was mir die Trennung vom Vorgängercorsa leichter machte. Rein optisch war dieses Auto wirklich mein ganzer Stolz, die Antenne schmückte ich mit zur Wagenfarbe passendem Geschenkband, der Auffindbarkeit auf dem Parkplatz halber. Gerade zu Anfang erntete dieses Autochen einige bewundernde Blicke. Und dann fand ich noch den passenden Nagellack bei Margret Astor.

Was hatte sich geändert? Erst mal die Grundausstattung. Ich lernte die Vorzüge einer Servolenkung kennen, die mich in jede noch so kleine Parklücke einfädelte. Serienmäßig waren auch Fahrer- und Beifahrer-Airbag, sowie ABS und Wegfahrsperre. Der stärkere Motor war mit 165 km/h Höchstgeschwindigkeit angegeben, ich schaffte mit allen gezogenen Registern mal 190. Der Verbrauch blieb bei 6-7 Litern im allgemeinen.

Während ich aus dem runden Vorgängercorsa einen fast eckigen gemacht hatte, blieb mein Corsa Nr. 2 rund und beulenlos – er erlegte eine Kunststoffparkbank als ich auf vereister Fahrbahn in dieselbe hineinrutschte – und blieb unverletzt. Das Bild aber blieb unvergeßlich: die zerschmetterte Parkbank und darüber, der Corsa, der mit seinem Grinsegesicht so aussah als stelle er, wie ein Jäger, seinen rechten Vorderreifen auf die erlegte Beute. Dieses Auto hat mir wirklich immer nur Glück gebracht.

Der Schwerpunkt dieses Wagens liegt immer noch eher im Stadtverkehr. Er lässt sich sehr gut anfahren und ist fix auf Zielgeschwindigkeit. Aber auch auf der Bahn fühlt man sich wesentlich wohler als in einem Corsa mit 45 PS. Man hat genügend Spielraum für Überholvorgänge und kann seine Grundgeschwindigkeit besser halten, fühlt sich so weniger als Störfaktor – was mich nicht davon abgehalten hat auch weiterhin kleine Minischumis zu piesacken. Schließlich will man auch in einem kleinen Auto seinen Spaß haben... ich mußte auf jeden Fall feststellen, daß ich meine Standardstrecke von 140 km Länge so wesentlich schneller und entspannter hinter mich bringen konnte.

Im großen und ganzen hat sich aber in den vier Jahren, die zwischen meinen beiden Corsas lagen nicht viel geändert. Der Innenraum blieb gleich praktikabel. Er reichte, um so an die 40 CD’s darin zu verteilen und wiederzufinden. Ablageflächen boten die Türen, das Handschuhfach und ein Fach darunter, aber auch der Bereich unter dem Beifahrersitz und um die Handbremse herum. Im Handschuhfach gab es auch Getränkehalter, allerdings eher uneffektiv wenn der Beifahrersitz besetzt war.

Der Kofferraum konnte zwei Getränkekisten und zusätzlich einen Wocheneinkauf beherbergen, was einen Opelmitarbeiter in die Verzweiflung trieb, und das ging so: vorfahren, und als Frau behaupten, einen neuen Reifen zu benötigen – unter gleichzeitiger Erwähnung, der Wagen hätte Leichtmetallfelgen, nicht aber das Reserverad. Genau letztere Tatsache wurde mir (also Frau) wohl nicht geglaubt, weshalb der Mitarbeiter des freundlichen Opelhändlers, sich lieber selbst überzeugen wollte. Nun befindet sich das Reserverad ja bekanntlich unter der Kofferraumabdeckung – und darüber der (von mir gerade vergessene) Großeinkauf bei REAL. Ich werde nie den Blick des Opelmenschen vergessen, als er die Kofferraumtüre öffnete und ihm ein gefrorenes Hähnchen zur Begrüßung entgegensprang... er hat mir dann trotzdem geglaubt. Die Rückbank ließ sich natürlich wegklappen – also im Notfall Platz satt. Auch der Fahrer hat vorn mindestens genauso viel Platz wie z. B. im Astra, den ich noch von der Fahrschule her kannte.

Was leider auch nicht verbessert wurde, war die Heizung. Immer noch waren kalte Füße angesagt – im wunderbaren Zusammenspiel mit beschlagenen Scheiben, und nicht zu überhörender Lautstärke ab Gebläsestufe 3, obwohl das auch ein Vorteil sein konnte, wenn gar grausame Töne dem Radio entwichen (Modern Talking und so...). Auch das fröhliche Wirken an der Schaltung war weiterhin gegeben. Anscheinend will Opel aus welchen Gründen auch immer verhindern, daß seine Autos im Rückwärtsgang fortbewegt werden.

Der Heckspoiler hatte ebenfalls einen Nachteil. Der Heckscheibenwischer ist uneinstellbar intervallgeschaltet. Leider kommt aber durch den Spoiler nie genug Wasser auf die hintere Scheibe. Betätigt man also den Scheibenwischer trotzdem folgt ein fröhliches Quietschkonzert.

Probleme reparaturtechnischer Art gab es nicht wirklich. Lediglich nach dem ersten Jahr quietschten die Stabilisatorgummis, die im Sommer aufgrund der mangelnden Feuchtigkeit eingetrocknet waren. Diese mussten nachgefettet werden, was mich DM 110,- kosten sollte. Auf meinen Hinweis auf das geringe Alter und die geringe Fahrleistung des Autos, wurden 80% der Kosten von Opel übernommen. ACHTUNG! Merken! Für solche Umstände gibt es bei Opel extra eine Liste, die besagt was die Werkstatt auf Kulanz machen kann, also in solchen Fällen nachfragen!

Er teilte mein Leben etwa dreieinhalb Jahre – dann belatscherte mich mein Vater mir den neuen Corsa C zuzulegen, solange ich für den alten Wagen noch einigermaßen Kohle bekommen würde... rein rational betrachtet hatte Väterchen wohl nicht unrecht. Auf der Homepage meines Händlers wurde mein kleiner blauer Sauser dieses Jahr für DM 14500,- angeboten.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
realRIP

realRIP

10.04.2005 12:58

Hat Spaß gemacht zu lesen.

mirjana23

mirjana23

13.03.2005 19:14

trotz deines zweiten Berichtes kann ich Opel noch immer nichts abgewinnen ,wenn ich denn irgendwann mal wieder ein Auto haben sollte ,dann entweder wieder ein Suzu, weil mein Suzuki Swift den hab ich total gemocht oder nen Seat oder nen Golf ,was anderes kommt mir nicht mehr ins Haus

utanicki

utanicki

03.08.2003 23:00

Hi ! Habe einen Corsa B Atlanta, bin eigentlich auch zufrieden, allerdings habe ich noch keine 195 km/h geschafft. Aber kann ja noch werden. Guter Bericht LG

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