Eine Knutschkugel, die Spaß macht!
26.11.2003 (17.11.2004)
Pro:
durchzugsstarker Motor, gute Sitzposition, gute Rundumsicht, viel Platz, flexibel
Kontra:
Cockpit wirkt etwas billig, vorn unübersichtlich, etwas hakelige Schaltung
Empfehlenswert:
Ja
 Meriva-Fan
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:21
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 108 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Aktuelle Ergänzungen vom 02.07.04 und vom 17.11.2004 am Ende des Berichts! Kurz und knapp: nach bis jetzt knapp 1500km im Großen und Ganzen ein höchst positiver Gesamteindruck. Dieses Auto macht ausgesprochen viel Spaß! Man hat Power unterm Hintern. Man sitzt gut und hat alles gut im Blick. Man fühlt sich auf Anhieb wohl. Es paßt viel rein. Und er macht auch finanziell Spaß.
Von welchem Meriva reden wir? Meine Frau und ich sind seit Angang November 2003 Besitzer eines Opel Meriva Enjoy 1.7 CDTI (der Common-Rail-Diesel mit 100 PS). Zur Serienausstattung (siehe bei Opel) haben wir uns folgende Extras geleistet: - Kopfairbags - CD-Radio CDR2005 mit Lenkradfernbedienung - Anhängekupplung - Klimaanlage - von innen verstellbare, beheizbare Außenspiegel Wir haben für diesen Wagen bei einem großen Opel-Händler in Norddeutschland inkl. Überführung etwa 18.500,- € bezahlt. Unsere Meinung:
Motor und Getriebe: Der CDTI war in unseren Augen die goldrichtige Entscheidung! Er ist spritzig, zieht auch im niedrigen Tourenbereich (unterhalb 2000 UpM) gut an und hat auch nicht das vom älteren ISUZU 1.7 DTI-Motor (der zum Beispiel in meinem alten Astra 1.7 DTI eingebaut war) gewohnte krasse "Turboloch". Dank serienmäßigem TracControl braucht man sich an der Ampel beim Anfahren keine Sorgen über durchdrehende Räder machen, und es beeindruckt, wieviel da noch kommt, wenn man auf der Autobahn bei 140 km/h im 5. Gang das Gaspedal durchdrückt. Die Lautstärke des Motors hält sich erfreulich in Grenzen, bei 160 km/h - eine beim Meriva durchaus angenehme Reisegeschwindigkeit - kann man sich noch problemlos in normaler Lautstärke unterhalten. Lediglich beim kräftigen Beschleunigen röhrt der Motor etwas kernig. Zum Verbrauch kann ich im Moment noch keine seriöse Aussage machen. Das Getriebe ist etwas hakelig. Zweimal bin ich schon an der Ampel statt im 1. Gang im 3. angefahren. Ansonsten kommt man mit der Schaltung aber zurecht. Muss man auch. Denn die Easytronic-Automatik gibts für den CDTI ja leider nicht. Fahrwerk, Karosserie, Lenkung: Das Fahrwerk ist recht straff, will nicht sagen hart gefedert. Über Bodenwellen hoppelt der Meriva mehr als beispielsweise der Astra. Im Ganzen geht der Fahrkomfort aber in Ordnung. Schnelle Kurvenfahrten sind kein Problem, bis 60 km/h (z.B. an einer Autobahnauffahrt) hatte ich bisher nicht den Eindruck, dass der Wagen ausbrechen will oder die Neigung zu extrem wird. (ESP haben wir übrigens nicht.) Warum der CDTI 5-Loch-Felgen (übrigens die vom Zafira) anstelle der beim 1.6l-Meriva üblichen 4-Loch-Felgen benötigt, hab ich noch nicht verstanden. Diese Tatsache hat aber bei der Bestellung von Winterrädern für einige Verwirrung gesorgt. Hat da jemand eine plausible Erklärung für? Die Karosserie ist optisch gewöhnungsbedürftig, besonders der Motorhaubenbuckel
Bilder von Opel Meriva 1.7 CDTI
sieht irgendwie ulkig aus. Weniger ulkig ist dafür die fehlende Übersicht vom Fahrersitz aus nach vorn, man sieht die Haube einfach nicht mehr und muss beim Einparken Gefühl für die Wagenlänge mitbringen. Ansonsten sind wir der Meinung, dass die neuen, trapezförmigen Scheinwerfer von Opel beim Meriva endlich mal "ins Gesicht passen". Die find ich beim Vectra oder Signum irgendwie weniger passend. Das Heck erinnert an einen aufgeblasenen Corsa, ist aber von innen heraus gut übersichtlich. Schade, dass das Nummernschild nicht auf der Heckklappe, sondern auf dem Stoßfänger sitzt. Deshalb gibts keine fest angebaute Anhängerkupplung, sondern die muss man bei Nichtgebrauch sofort abnehmen, damit das Nummernschild optisch schön frei bleibt. Das find ich unpraktisch. Die Lenkung ist präzise und direkt. Die serienmäßige dynamische Servolenkung ist ein sinnvolles Feature. Auch in der Kunststoffausführung ist das Lenkrad sehr griffig und vermittelt den positiven Eindruck des "im Griff habens". Noch nie gut fand ich bei Opel diese lächerlichen Hupe-"Pads" an den Lenkradspeichen. Im Bedarfsfall sucht man diese hektisch. Sehr gut dagegen gefällt mir die Lenkradfernbedieung fürs Autoradio. Die 50 € Aufpreis sind gut angelegt und sehr zu empfehlen.
Sitze, FlexSpace-Konzept: Die Vordersitze sind angenehm und bieten guten Seitenhalt, sind aber meinem persönlichen Empfinden nach etwas kurz. Das liegt aber vielleicht auch an der sehr aufrechten Sitzposition. Außerdem gefällt mir die serienmäßige mittlere breite Armlehne sehr gut, auch wenn ich dann mehr aus dem Handgelenk schalten muss. Meine Frau mit ihren etwas kürzeren Armen stört die Armlehne beim Schalten und klappt sie deshalb weg, womit sie dann aber auch mir als verwöhntem Beifahrer die komfortable Ellenbogenablage nimmt. Das FlexSpace-Konzept der Rücksitze ist genial! Der Mittelsitz ist bei uns meist in der Versenkung, die Travel-Assistent-Box als mittlere Armlehne aufgesteckt. Mein 2,10m großer Kollege stieß bei vollständig zurück geschobenen Rücksitz weder mit den Knien noch mit dem Kopf an. Also schon mächtig viel Platz hinten. Schon beim Astra fand ich es hinderlich, die Kopfstützen zum vollständigen Umklappen der Rücksitze abmontieren zu müssen. Das ist leider beim Meriva nicht anders, es sei denn, ich nehme als Fahrer eine engere Sitzhaltung zum Lenkrad in Kauf. Komfortaussagen zu den Rücksitzen bei längeren Fahrten und Erfahrungswerte zum Platzangebot bei umgeklappten Sitzen können noch nicht genannt werden. Die Ausstattung: Passend zum starsilbernen Lack haben wir uns die anthrazit-chromfarbene Ausstattung der Polster und es Interieurs gewählt. Dabei rettet unserer Meinung nach die chromfarbene Leiste quer vorn am Cockpit und an den Türen die ansonsten etwas billig wirkende Optik des Amaturenbretts ein wenig. Armaturenbrett und Lüftungsaustritte sehen sehr nach billigem Plastik aus, das solide, hochwertiger wirkende Flair vom Astra stellt sich hier nicht ein. Dennoch ist die Verarbeitung im Ganzen recht gut, auch wenn wir die dunklen Fingerabdrücke am Wagenhimmel und eine sich immer wieder lösende Plastikabdeckung an der kleinen rechten vorderen Seitenscheibe noch reklamieren werden. Die Heizung hat Power! Wo man beim 1.7 DTI im Winter erst einmal lange auf halbwegs warme Luftströme warten musste, wird der 1.7 CDTI recht schnell warm. Die Lüftung hat ebenfalls mächtig Kraft und läßt Beschlag und kalte Luft relativ schnell verschwinden. Die Klimaanlage haben wir noch nicht gebraucht. Das Autoradio CDR2005 ist kein Luxus, aber für unsere Zwecke ausreichend. Sicher, der Soundfreak kommt hier nicht auf seine Kosten, aber dem Durchschnitts-Radiohörer wird die Akkustik einigermaßen gefallen. Und wer mehr braucht, Platz für satte Soundnachrüstungen im Auto hats ja genug. Raffiniert finden wir die Ablage zwischen der Ladefläche und dem Reserverad, sozusagen eine Zwischenetage für Warndreieck, Verbandskasten, Anhängekupplungskugel etc. Naja, klar hab ich immer den Horror davor, dass mir ein Reifen mal genau dann platzt, wenn der Kofferraum richtig voll ist und ich den Wagen ausladen muss, um ans Reserverad zu kommen. Aber mit der Angst mussten wir auch schon beim Astra leben. Die einfach nur aufliegende Laderaumabdeckung in Schulterhöhe der Rücksitze dagegen wirkt billig, da vermisse ich die stabile Jalousie des Astras schmerzlich. Nicht einmal ein Gepäcknetz kann ich hinter die Rücksitze montieren. Ob die Rücksitz-Kopfstützen im Zweifelsfalle nach vorn fliegende Gepächstücke aufhalten, weiß ich (noch) nicht. Und welchen Schaden die Fondpassagiere dabei nehmen... Immerhin kann man bei umgeklappten Rücksitzen direkt hinter den Vordersitzen ein (optional erhältliches) Gepäcknetz einhaken. Sehr gut.
Und sonst? Eine zwischen 2 und 7 Sekunden frei programmierbare Intervallschaltung für die Scheibenwischer - feine Sache! Ernsthaft! Eine automatische Lautstärkenanhebung des Autoradios bei lauter werden Fahrgeräuschen - hatte ich nicht erwartet, gefällt mir aber. Man kann sie aber auch ausschalten. Sehr gelungen auch die von der Mitte nach außen wischenden Scheibenwischer. Endlich mal als Beifahrer keine rechte obere verregnete Ecke mehr, für die ich mich bücken musste, um unten drunter herzusehen. Sonstige gefällige Details: zahlreiche Ablagemöglichkeiten, Dosenhalter, Kartenfach unterm Beifahrersitz, 3 12-Volt-Steckdosen (eine davon im Kofferraum - endlich!), Follow-Me-Lichthupenfunktion - Summa summarum stimmige, nützliche Dinge, bei denen man tatsächlich den Eindruck gewinnen kann, dass bei Opel auch mal jemand praktisch gedacht hat. Fazit? Reinsetzen, Losfahren, Wohlfühlen! Unsere Knutschkugel wollen wir mittlerweile nicht mehr hergeben! Aber: Unter 100 PS würd ich ihn persönlich auch nicht mehr nehmen. Und nach unserer Rechnung, die wir vor dem Kauf gemacht haben, rechnet sich der 1.7 CDTI gegenüber dem 1.8er schon bei etwa 12tkm im Jahr. Aber auch bei geringfügiger Unterschreitung dieser Jahres-km-Leistung werde ich mich nicht ärgern. Denn gefühlsmäßig ist mir der Schock einmal im Jahr bei der Diesel-Steuer lieber als die permanenten Tränen in den Augen beim Tanken von Superbenzin. Ach ja, sagte ich schon, dass der CDTI-Motor Euro 4 und damit bis Ende 2005 steuerbefreit ist? Übrigens auch ohne Rußfilter.
Nur die Werbung mit den Giraffen und den Prozenten, die hab ich immernoch nicht verstanden.... (Am 30.11.2003 ein paar kleine Korrekturen in der Formulierung und Ergänzungen vorgenommen)
Ergänzungen am 02.07.2004 = Mittlerweile kann ich nun einige Erfahrungsdetails ergänzen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Bei feuchter Innenraumluft (wenn man beispielsweise mit nassen Haaren oder Jacken ins Auto steigt) beschlagen die Fensterscheiben recht schnell. Insbesondere die hinteren Seitenscheiben sind schnell dicht. Das kann nur mit einer sehr gezielten Lüftung verhindert werden, bei dem übrigens die Klimaanlage (mit dem Vortrocknen der Außenluft) sehr gute Dienste leistet. Diese bewährt sich damit also nicht nur bei warmen Wetter. Deshalb mein Tipp: man sollte auf keinen Fall auf die Klimaanlage verzichten! Mehrmals hatten wir nun schon Gelegenheit, den Innenraum und insbesondere die hinteren Sitze für Transporte diverser Art umzubauen. Dieses oben schon erwähnte FlexSpace-Konzept hat sich dabei als wirklich alltagstauglich und praktisch erwiesen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man aus diesem Auto einen "Kleintransporter" machen kann - und wieviel dann auch wirklich reinpasst!
Der Verbrauch liegt übrigens derzeit nach etwa 9000km Gesamtlaufleistung bei mittlerweile unter 6,5 Litern auf 100km. Das finde ich insofern akzeptabel, dass ich eine recht sportliche Fahrweise habe und der Wagen derzeit zu einem großen Anteil innerstädtisch bewegt wird. Ich habe die Hoffnung, dass wir uns mittelfristig im Verbrauch vielleicht noch den von Opel auf deren Internetseite veröffentlichten Verbrauchsdaten (6,7l innerstädtisch, 4,5l außerstädtisch, 5,3l gesamt) annähern.
Ergänzungen am 17.11.2004 = Es gibt weitere Details zu ergänzen.Mittlerweile habe ich mit dem Wagen etwa 15.000km abgespult und freue mich noch wie am ersten Tag über den Kauf.
Der Diesel-Verbrauch hat sich mittlerweile (bei oben schon angesprochener sportlicher Fahrweise und überwiegend Stadt- und Autobahnverkehr) bei etwa 6,1 bis 6,2 Liter auf 100km eingependelt. Damit bin ich hochzufrieden! Der Ölverbrauch ist dabei kaum messbar. Und der Wagen hat nun seine erste (Jahres-) Inspektion hinter sich. Es gab hier erst einmal keine Überraschung oder außerplanmäßige Auffälligkeit. Für den kompletten Check nach Serviceheft (inkl. vollsynthetischem Öl und einem Filterwechsel) habe ich exakt 235,- Euro bezahlt. Mit enthalten war dabei ein halber zusätzlicher Liter in einer praktischen Nylontasche als Präsent meines Autohauses. Der Preis kommt mir persönlich etwas hoch vor, vor der nächsten Inspektion werde ich deshalb noch einmal Preise recherchieren.
Ein Phänomen macht uns allerdings beinahe schon seit dem Kauf ein wenig Kopfzerbrechen: Beim Beschleunigen aus einem niedrigen Tourenbereich heraus "krümelt" es aus dem Motorraum, d.h. ich höre Geräusche, als ob feine Partikel im Auspuff gegen das Rohr schlagen. Bei einem früheren Wagen von mir (ein Ford Focus) hörte ich dieses Geräusch schon einmal, es stellte sich heraus, dass der Keramik-Einsatz im Katalysator zerbröselt war. Nun ist unser jetziges Auto ein Diesel, der allenfalls einen Rußpartikelfilter besitzt, deshalb konnte ich mir nicht erklären, woher das Geräusch rühren kann. Die Werkstatt hat mir das Geräusch bestätigt und auch als nicht normal bezeichnet. Aber gefunden haben sie während der Inspektion nichts. Deshalb wird es demnächst noch einmal einen Termin dafür geben. Ich werde das Ergebnis hier veröffentlichen. Gruß Christian
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26.06.2007 10:19
sh
18.01.2005 16:34
meine mom will auch einen meriva, so eine "knutschkugel" adoptieren wir vielleicht in einem jahr, wenn der tüv von ihrem jetzigen abgelaufen ist ;) man liest sich! gruß, schalkman!
15.12.2004 15:29
Mein Traum als Erstwagen wäre ein Zafira OPC, als Zweitwagen ein Meriva 1.8. 16V.... LG Patrik