Erfahrungsbericht über

Opel Speedster 2.0 Turbo

Gesamtbewertung (57): Gesamtbewertung Opel Speedster 2.0 Turbo

 

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Opel Speedster 2.2

4  25.07.2008

Pro:
Leicht, Wendig, Schnell, Kompromisslos

Kontra:
Kompromisslos ; - )

Empfehlenswert: Ja 

tricky_nation

Über sich: Ich bin ein 23 Jähriger junger Mann, bin humorvoll, sportlich, exakt in der arbeitsweise, stehe auf ...

Mitglied seit:01.09.2006

Erfahrungsberichte:7

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 27 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich bin auf der Such nach einem Sportwagen. Dabei stand der Speedster 2.2 auch auf
meiner Wunschliste. Mittlerweile habe ich zwei Exemplare für längere Zeit fahren dürfen
und erlaube mir einen Erfahrungsbericht zu verfassen.

Technik:

Es handelt sich vom Konzept her um eine Lotus Elise, jedoch sind nur 10% Gleichteile
Im Speedster zu finden. Genau wie die Elise baut auch der Speedster auf einem extrem
leichten, nur geklebten und verschrauben Aluchassis auf. Dadurch ist die
Karosseriesteifigkeit sehr hoch und das Fahrzeuggewicht bleibt mit ca. 1000 Kg niedrig.
Die leichte Aussenhaut aus Kunststoff hilft bei der Gewichtseinsparung natürlich auch enorm.
Der Motor ist aus Familienkutschen der Opelfamilie bekannt. Es ist ein 2.2 Liter mit 147 PS
und 206 Nm Drehmoment. Letzteres liegt ab etwa 2000U/min immer zu mindestens 90%
zur Verfügung. Das ermöglicht auch ein entspanntes Cruisen im fünften Gang bei 60 Km/h.
Durch die Mittelmotortechnik, der Motor befindet sich nämlich zwischen den Achsen,
ist eine gute Balance (63% des Gewichtes lasten auf der HA) und ein sehr niedriger
Schwerpunkt möglich.
Das Fahrwerk wurde so viel ich weiss aus der Lotus übernommen. Es beinhaltet
Dreiecksquerlenker, Sportstabilisatoren, Sportdämpfern und Schraubfedern.
Das Getriebe ist glaube ich von Opel und wurde bestimmt modifiziert. Es lässt sich kurz, knackig
und mit leichtem Nachdruck schalten. Vor allem die dabei entstehende Geräuschkulisse
verwöhnt die Ohren, es klackt metallisch beim Gangwechsel. Die versprochene Beschleunigung
von 5,9 Sek. auf 100 km/h ist nur mit sehr geübter Hand zu schaffen da die Schaltung
etwas hakelig ist. Realistischer sind Werte um die 6,5 Sek.
Ach ja die Lenkung hätte ich fast vergessen. Sie ist alte Schule, direkt, hart, ohne Servo.
Im Grossen und Ganzen reden wir hier nicht von einem Allerweltsauto, sondern von einem
Rennwagen.

Design und Ausstattung:

Was soll man da noch sagen wenn man vor so einer Flunder steht? Einfach geil, Punkt!
Flach, aggressiv, breit. Genau so stelle ich mir Sportwagen vor. Nicht wie RS4, M3 und SL55AMG.
Diese Möchtegern Sportwagen mit Ihren fetten V8 Motoren wiegen locker das Doppelte des
Speedsters, kosten locker das Doppelte und haben fast das Dreifache an Leistung,
sehen aber auf der Rennstrecke ziemlich blass aus gegen den Speedster.
Innen gibt es nicht viel zu sehen. Zwei enge Ledersportsitze, Sportlenkrad, Lüftung und ein
paar Knöpfe. Die Aufpreisliste ist ebenfalls sehr kurz, so können ein Radio, ein Hardtop und
Nebelscheinwerfer bestellt werden. Die Liste der fehlenden Extras ist dafür endlos,
so sucht man zum Beispiel, elektrische Aussenspiegel, elektrische Fensterheber, Klima,
Lenkradverstellung, Sitzneigungsverstellung, Handschuhfach und Ablagemöglichkeiten vergebens.
Von Rundumsicht, Navi und Bewegungsfreiheit will ich hier gar nicht anfangen.
Wobei beweglich sollte man trotzdem sein. Um in das, nennen wir es mal Auto, einzusteigen,
braucht es ein gewisses Mass an Mut und Geschicklichkeit. Ohne Dach, das übrigens aus etwas
Stoff und Plastik besteht, kommt man noch einigermassen gut in die Sitze. Ist jenes aber drauf
könnten der Einstieg und besonders der Ausstieg zu einer peinlichen Angelegenheit werden.
Ist man mal drin will man nicht mehr raus. Die Sitze passen perfekt, das kleine Lenkrad fühlt
sich super an und der Ganghebel ist genau dort wo man in braucht. Man sollte in diesem Wagen
keine feinen und edlen Oberflächen erwarten, denn das meiste ist Plastik und Alu.

Fahreigenschaften:

Nun geht es los, das Dach ist im Kofferraum verstaut, der Einstieg ist geglückt, die Vorfreude
ist gross, man steckt den Schlüssel rein, dreht, nix passiert?! Mist, Starterknopf!
Der Erfinder dieser Dinger gehört kräftig in den Arsch getreten! Also gut, Knopf drücken,
Motor läuft, endlich kann's los gehen.
Hier merkt mal leider nicht viel vom Rennwagenfeeling, es ist ja schliesslich ein Zafiramotor.
Klingt nicht übel, aber auch nicht berauschend.
Nach wenigen Minuten ist man eins mit dem Fahrzeug. Die anfängliche Scheu hat man
bei Seite gelegt und man traut sich endlich auch mal die Kurven nicht so zu nehmen wie
in einem Golf. Denn am Anfang wird man das Gefühl nicht los zu langsam zu sein,
obwohl keiner in Rückspiegel zu sehen ist. Die möglichen Kurvengeschwindigkeiten sind
weit aus höher als bei all den anderen Autos, die ich bisher gefahren bin.
Darunter auch MX5, Z3, MR2, MGTF.
Die Steifigkeit, die Gewichtsverteilung und der tiefe Schwerpunkt lassen sich fast greifen.
Man fühlt jeden Millimeter des Fahrzeugs und der Strasse. In Kurven kleben die Reifen
am Asphalt wie Kaugummi an der Schuhsohle, die Bremsen beissen super zu und Leistung
gibt es nie zu wenig.
Die Lenkung ist extrem präzise und direkt ausgelegt und auf einmal auch nicht mehr
schwergängig wie vorhin auf dem Parkplatz. Langgezogene Landstrassenkurven umfährt
der Speedster wie auf Schienen. Der gefürchtete gefährliche Grenzbereich von
Mittelmotorsportwagen ist sehr, sehr hoch oben angesiedelt und von Laien kaum erreichbar.
Während der Fahrt interessiert es keinen, dass es keine Bose-Sound-Boxen gibt, es ist auch
unwichtig, dass die Sitze eng sind, ebenso wenig vermisst man die Klimaanlage,
denn alles dreht sich ums fahren, fühlen und hören.
Wenn das mechanische Sperrdifferential erklingt, es aus allen Ecken knistert und knarrt und
die Gänge nur noch Klack, Klack, Klack machen, dann ist man im wahren Autohimmel!
So sollen Sportwagen sein und nicht anders. BASTA !!!
Nachdem ich wieder in meinem nicht besonders unsportlichen Corolla TS sass, hatte ich
das Gefühl ich fahr mit einer 2 Tonnen schweren Matratze in der Gegend rum.
Alles war so leichtgängig, indirekt und weichgespült, echt deprimierend.

Fazit:
Ein echter Leckerbissen für Fans von echten Sportwagen ohne Warmduscher Ausstattung
und Schattenparker Sonderwünschen. Der Kofferraum ist so gut wie nicht vorhanden,
die Rundumsicht ist grässlich schlecht, der Komfort erst gar nicht an Bord und die Kosten
sind enorm: Viele Ersatzteile kommen direkt von Lotus und die Versicherungen mögen
diesen Wagen auch nicht besonders.
Als Gegenleistung kriegt man einen Wagen, der unheimlich viel Spass macht und so gut
wie alles was auf vier Rädern unterwegs ist in Grund und Boden fährt.

Ich habe mir schlussendlich keinen gekauft. Der Gebrauchtwagenpreis ist gemessen an
den Fahrleistungen sehr gering, jedoch darf man niemals die Unterhaltskosten,
die Versicherungen und den nicht vorhandenen Alltagsnutzen vergessen.

Ps. Habe mich für einen Audi TT Roadster entschieden: Quattro, 225 PS, 1600 Kg ;-)
Erfahrungsbericht folgt!!

Grüsse von Tricky

Ihre Bewertung dieses Fahrberichtes

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
t.schlumpf

t.schlumpf

25.07.2008 19:19

Moment nur zum Verstehen. Du besitzt das Auto nicht tun hast es nur Probe gefahren?? Also stehen Langzeiterfahrungen noch aus?? Sorry - genau hier habe ich dann ein Problem!

Fun-Buster

Fun-Buster

25.07.2008 18:20

Das Auto würde ich mir auch nicht kaufen... Grüße Ronny

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Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 2210 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (96%):
  1. jockel2001
  2. pyragoon
  3. AramisDK
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"hilfreich" von (4%):
  1. t.schlumpf

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