Opel Speedster 2.2
25.07.2008
Pro:
Leicht, Wendig, Schnell, Kompromisslos
Kontra:
Kompromisslos ; - )
Empfehlenswert:
Ja
 tricky_nation
Über sich:
Ich bin ein 23 Jähriger junger Mann, bin humorvoll, sportlich, exakt in der arbeitsweise, stehe auf ...
Mitglied seit:01.09.2006
Erfahrungsberichte:7
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Ich bin auf der Such nach einem Sportwagen. Dabei stand der Speedster 2.2 auch auf meiner Wunschliste. Mittlerweile habe ich zwei Exemplare für längere Zeit fahren dürfen und erlaube mir einen Erfahrungsbericht zu verfassen. Technik:
Es handelt sich vom Konzept her um eine Lotus Elise, jedoch sind nur 10% Gleichteile Im Speedster zu finden. Genau wie die Elise baut auch der Speedster auf einem extrem leichten, nur geklebten und verschrauben Aluchassis auf. Dadurch ist die Karosseriesteifigkeit sehr hoch und das Fahrzeuggewicht bleibt mit ca. 1000 Kg niedrig. Die leichte Aussenhaut aus Kunststoff hilft bei der Gewichtseinsparung natürlich auch enorm. Der Motor ist aus Familienkutschen der Opelfamilie bekannt. Es ist ein 2.2 Liter mit 147 PS und 206 Nm Drehmoment. Letzteres liegt ab etwa 2000U/min immer zu mindestens 90% zur Verfügung. Das ermöglicht auch ein entspanntes Cruisen im fünften Gang bei 60 Km/h. Durch die Mittelmotortechnik, der Motor befindet sich nämlich zwischen den Achsen, ist eine gute Balance (63% des Gewichtes lasten auf der HA) und ein sehr niedriger Schwerpunkt möglich. Das Fahrwerk wurde so viel ich weiss aus der Lotus übernommen. Es beinhaltet Dreiecksquerlenker, Sportstabilisatoren, Sportdämpfern und Schraubfedern. Das Getriebe ist glaube ich von Opel und wurde bestimmt modifiziert. Es lässt sich kurz, knackig und mit leichtem Nachdruck schalten. Vor allem die dabei entstehende Geräuschkulisse verwöhnt die Ohren, es klackt metallisch beim Gangwechsel. Die versprochene Beschleunigung von 5,9 Sek. auf 100 km/h ist nur mit sehr geübter Hand zu schaffen da die Schaltung etwas hakelig ist. Realistischer sind Werte um die 6,5 Sek. Ach ja die Lenkung hätte ich fast vergessen. Sie ist alte Schule, direkt, hart, ohne Servo. Im Grossen und Ganzen reden wir hier nicht von einem Allerweltsauto, sondern von einem Rennwagen. Design und Ausstattung:
Was soll man da noch sagen wenn man vor so einer Flunder steht? Einfach geil, Punkt! Flach, aggressiv, breit. Genau so stelle ich mir Sportwagen vor. Nicht wie RS4, M3 und SL55AMG. Diese Möchtegern Sportwagen mit Ihren fetten V8 Motoren wiegen locker das Doppelte des Speedsters, kosten locker das Doppelte und haben fast das Dreifache an Leistung, sehen aber auf der Rennstrecke ziemlich blass aus gegen den Speedster. Innen gibt es nicht viel zu sehen. Zwei enge Ledersportsitze, Sportlenkrad, Lüftung und ein paar Knöpfe. Die Aufpreisliste ist ebenfalls sehr kurz, so können ein Radio, ein Hardtop und Nebelscheinwerfer bestellt werden. Die Liste der fehlenden Extras ist dafür endlos, so sucht man zum Beispiel, elektrische Aussenspiegel, elektrische Fensterheber, Klima, Lenkradverstellung, Sitzneigungsverstellung, Handschuhfach und Ablagemöglichkeiten vergebens. Von Rundumsicht, Navi und Bewegungsfreiheit will ich hier gar nicht anfangen. Wobei beweglich sollte man trotzdem sein. Um in das, nennen wir es mal Auto, einzusteigen, braucht es ein gewisses Mass an Mut und Geschicklichkeit. Ohne Dach, das übrigens aus etwas Stoff und Plastik besteht, kommt man noch einigermassen gut in die Sitze. Ist jenes aber drauf könnten der Einstieg und besonders der Ausstieg zu einer peinlichen Angelegenheit werden. Ist man mal drin will man nicht mehr raus. Die Sitze passen perfekt, das kleine Lenkrad fühlt sich super an und der Ganghebel ist genau dort wo man in braucht. Man sollte in diesem Wagen keine feinen und edlen Oberflächen erwarten, denn das meiste ist Plastik und Alu. Fahreigenschaften:
Nun geht es los, das Dach ist im Kofferraum verstaut, der Einstieg ist geglückt, die Vorfreude ist gross, man steckt den Schlüssel rein, dreht, nix passiert?! Mist, Starterknopf! Der Erfinder dieser Dinger gehört kräftig in den Arsch getreten! Also gut, Knopf drücken, Motor läuft, endlich kann's los gehen. Hier merkt mal leider nicht viel vom Rennwagenfeeling, es ist ja schliesslich ein Zafiramotor. Klingt nicht übel, aber auch nicht berauschend. Nach wenigen Minuten ist man eins mit dem Fahrzeug. Die anfängliche Scheu hat man bei Seite gelegt und man traut sich endlich auch mal die Kurven nicht so zu nehmen wie in einem Golf. Denn am Anfang wird man das Gefühl nicht los zu langsam zu sein, obwohl keiner in Rückspiegel zu sehen ist. Die möglichen Kurvengeschwindigkeiten sind weit aus höher als bei all den anderen Autos, die ich bisher gefahren bin. Darunter auch MX5, Z3, MR2, MGTF. Die Steifigkeit, die Gewichtsverteilung und der tiefe Schwerpunkt lassen sich fast greifen. Man fühlt jeden Millimeter des Fahrzeugs und der Strasse. In Kurven kleben die Reifen am Asphalt wie Kaugummi an der Schuhsohle, die Bremsen beissen super zu und Leistung gibt es nie zu wenig. Die Lenkung ist extrem präzise und direkt ausgelegt und auf einmal auch nicht mehr schwergängig wie vorhin auf dem Parkplatz. Langgezogene Landstrassenkurven umfährt der Speedster wie auf Schienen. Der gefürchtete gefährliche Grenzbereich von Mittelmotorsportwagen ist sehr, sehr hoch oben angesiedelt und von Laien kaum erreichbar. Während der Fahrt interessiert es keinen, dass es keine Bose-Sound-Boxen gibt, es ist auch unwichtig, dass die Sitze eng sind, ebenso wenig vermisst man die Klimaanlage, denn alles dreht sich ums fahren, fühlen und hören. Wenn das mechanische Sperrdifferential erklingt, es aus allen Ecken knistert und knarrt und die Gänge nur noch Klack, Klack, Klack machen, dann ist man im wahren Autohimmel! So sollen Sportwagen sein und nicht anders. BASTA !!! Nachdem ich wieder in meinem nicht besonders unsportlichen Corolla TS sass, hatte ich das Gefühl ich fahr mit einer 2 Tonnen schweren Matratze in der Gegend rum. Alles war so leichtgängig, indirekt und weichgespült, echt deprimierend. Fazit: Ein echter Leckerbissen für Fans von echten Sportwagen ohne Warmduscher Ausstattung und Schattenparker Sonderwünschen. Der Kofferraum ist so gut wie nicht vorhanden, die Rundumsicht ist grässlich schlecht, der Komfort erst gar nicht an Bord und die Kosten sind enorm: Viele Ersatzteile kommen direkt von Lotus und die Versicherungen mögen diesen Wagen auch nicht besonders. Als Gegenleistung kriegt man einen Wagen, der unheimlich viel Spass macht und so gut wie alles was auf vier Rädern unterwegs ist in Grund und Boden fährt.
Ich habe mir schlussendlich keinen gekauft. Der Gebrauchtwagenpreis ist gemessen an den Fahrleistungen sehr gering, jedoch darf man niemals die Unterhaltskosten, die Versicherungen und den nicht vorhandenen Alltagsnutzen vergessen. Ps. Habe mich für einen Audi TT Roadster entschieden: Quattro, 225 PS, 1600 Kg ;-) Erfahrungsbericht folgt!!
Grüsse von Tricky
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25.07.2008 19:19
Moment nur zum Verstehen. Du besitzt das Auto nicht tun hast es nur Probe gefahren?? Also stehen Langzeiterfahrungen noch aus?? Sorry - genau hier habe ich dann ein Problem!
25.07.2008 18:20
Das Auto würde ich mir auch nicht kaufen... Grüße Ronny