Opel Tigra 1.6

Erfahrungsbericht über

Opel Tigra 1.6

Gesamtbewertung (45): Gesamtbewertung Opel Tigra 1.6

65 Angebote von EUR 800,00 bis EUR 11.990,00  

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Der Mädchen-Manta und ich

4  19.04.2006

Pro:
Design, Beschleunigung, Preis (gebraucht), Extras, übersichtliche Armaturen

Kontra:
Innenausstattung (getupft), Lack (magmarot) bleicht aus, Platzangebot

Empfehlenswert: Ja 

shinestra

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:30

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 71 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Knapp 14 Monate war ich stolze Besitzerin eines Opel Tigra 1.6 Liter 16V.
Mit ihm, meinem Tigger, trat ich in einen Opelclub ein, mit ihm, meinem Tigger, erfuhr ich, was Spaß auf der Straße bedeutet. Leider kam uns beiden so einiges dazwischen, sodass wir uns leider wieder trennen mussten…


Übersicht
===========
1.) Motorisierung / Ausstattung / Sonderausstattung
2.) Optik
3.) Platzangebot
4.) Fahrgefühl
5.) Mängel / Reparaturen
6.) Preis
7.) Fazit

Motorisierung / Ausstattung
+++++++++++++++++++++++++++++

Mein Tigra war Baujahr 1995 und dafür beim Kauf in 2003 wirklich noch sehr gut in Schuss.
Der Motor war ein 1,6 Liter 16-Ventiler mit leckeren 106 PS. Eine niedrigere Motorvariante und auch die einzig mögliche Auswahl wäre der 1,4 Liter gewesen, jedoch wusste ich, dass ich mit 90 PS nicht allzu glücklich sein würde.

Der Motor selbst ist robust und leichtgängig, startet sofort ohne Aussetzer und ist eigentlich gar nicht zu hören, wenn man in der Kabine sitzt. Man könnte sagen, er schnurrt wie ein Kätzchen, aber wenn man das Gaspedal streichelt, wird er zum brüllenden Löwen.

Die ursprüngliche Serienausstattung beinhaltet Sportsitze, Airbags für Fahrer und Beifahrer, automatische Gurtstraffer, Grünkeil in der Frontscheibe, elektrische Fensterheber, elektrisch beheizbare Außenspiegel und Zentralverriegelung mit Diebstahlsperre, Alufelgen in 15 Zoll, klappbare Rücksitzbank, Nebelscheinwerfer, Klimaanlage, Servolenkung.

Als besondere Ausstattung hat der Vorbesitzer den Wagen 60/40 tieferlegen lassen und einen Bösen Blick von Mattig angeklebt (welchen ich nach dem Kauf sehr schnell wieder entfernt habe, da dies die Optik sehr angegriffen hat - wenn, dann schweißen, sage ich immer).
Leider hat er keinerlei Achsvermessungen noch Eintragungen vornehmen lassen. Bei ihm handelte es sich um einen Polizisten. "Wenn ich in eine Kontrolle komme, zeige ich kurz meinen Ausweis und bin durch." Naja.

Desweiteren habe ich wie folgt montiert:
K&N Sportluftfilter-Kit, Schroth-H-Gurte, Domstrebe Motorraum, Supersprint Komplettanlage ab Kat Gruppe N Edelstahl, Musikanlage im ausgeräumten Kofferraum, Kurzstabalu-Antenne, Irmscher Frontspoiler-Lippe aus ABS-Kunststoff…


Optik
++++++++++++

Das Sportcoupé steht für ein sehr sportliches Design. Er ist sehr schnittig und jung designed und seit Jahren eines der vielversprechendsten Designs, die Opel entwickelt hat. Ich finde persönlich, dass der Tigra B (Twin Top) nicht an das schnittige Design der ersten Serie herankommt.

Der Tigra erreicht laut Studien wie z.B. AutoBild u.a. einen der besten CW-Werte im Windkanal aller Fahrzeugmodelle, die markenübergreifend zu erwerben sind.

Die Front läuft spitz zu und weist keine

Bilder von Opel Tigra 1.6
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Opel Tigra 1.6 Bild 11124499 tb
mein Tigger in magmarot
unschönen Kanten auf, wirkt gleichzeitig nicht zu rund. Die Scheinwerfer lassen den Tigra etwas grimmig drein schauen; besonders bei Nacht lehrt einen dieser Wagen das Fürchten. Von weitem könnte man nachts glauben, ein BMW verfolgt einen, da die Nebelscheinwerfer eine ähnliche Stellung wie bei den gängigsten BMW-Modellen aufweist. Tagsüber erkennt man jedoch, dass diese rund bzw. oval geformt sind und sehr viel moderner wirken als die der BMWs. Ganz anders halt.

Der Wagen ist durchgehend in rundem Design gehalten, nur das Heck fällt besonders heraus mit seiner Kante, an der auch individuell ein Spoiler ab Werk montiert werden kann. Übrigens eignet sich das Heck sehr gut, um Einkäufe oder Getränke darauf abzustellen. Ehrlich gesagt habe auch ich diese Kante oft und gerne genutzt, natürlich mit gebührender Vorsicht.

Ein weiteres optisches Schmankerl ist die große, von Werk aus schwarz getönte Heckscheibe, welche den gesamten Heckdeckel ausmacht. Laut Opel hat solch eine Scheibe einen Wert von 1.600 €. Ein Grund, weshalb man immer gut aufpassen sollte, was man transportiert und gegen die Scheibe schlagen könnte. Die Scheibe ist ein tragendes Teil des Wagens.
Sie ist sehr gut in die Optik des Wagens integriert und macht das von Opel vorgegebene Logo aus. Wahrscheinlich ist dies das Geheimnis der Sportlichkeit !
Eine C-Säule gibt es bei diesem Wagen nicht.

Durch die Formgebung der Front und die leichte Keilform von Vorder- zu Hinterachse wird der Tigra optisch näher an den Boden gepresst und verschafft ihm zusätzlich sportliches Aussehen. Hier fällt jedoch negativ auf, dass das Serienfahrwerk viel zu hoch ausgelegt worden ist. Der Wagen wirkt stokelig und unruhig.

Der Innenraum wirkt ebenso sportlich und chic wie einfach. Die Armaturen sind sehr übersichtlich und ohne Ecken gestaltet, die Verarbeitung ist gut. Das Radio ist gut erreichbar und kann auch während des Sitzens bedient werden, ohne den Blick von der Frontscheibe nehmen zu müssen. Der Schaltknauf ist perfekt ausgerichtet und auf angenehmer Höhe montiert.
Der Himmel ist in hellen Farben gehalten, grau und natur (wie Leinen). Die Formgebung (geschwungen, rund) und Farbe (schwarz) der Türgriffe passt sehr gut in das Gesamtbild des Innenraumes.

Der Kofferraum wirkt sehr klein. Die Abdeckung ist, anders als üblich, kein mit Stoff bespannter Holzdeckel, sondern ein Stück Kunststoff-Gewebe, welches mit zwei langen Stäben in entsprechende Halterungen eingeklipst wird.

Die Farbe der Sitze und Türpappen sind sehr gewöhnungsbedürftig. Das Design besteht aus bunten Punkten (rot, grün, lila, orange) auf schwarz. Das ganze wirkt sehr unruhig und störend.


Platzangebot
+++++++++++++++++++

Der Innenraum ist nur für kleine Menschen wirklich angenehm ausgerichtet.
Ich selbst bin gerademal 1,60 m groß oder klein, man möchte es sehen, wie man will. Ich selbst habe keinerlei Probleme. Anders sieht das bereits bei meinen Beifahrern aus. Ab einer Größe von 1,78 m wird es ungemütlich. Auf holpriger Straße ist es nicht auszuschließen, dass man sich leicht den Kopf an der Decke stößt. Ab 1,85 m ist man in diesem Wagen restlos verloren und kann sich nur in die breiten Sportsitze pressen.

Beinfreiheit ist stattdessen zur Genüge gegeben, aber auch hier möchte ich meine Stellungnahme mit Fahrern bis zu einer Größe von 1,78 m begründen und verweise wieder darauf, dass ab einer gewissen Größe Schwierigkeiten bestehen können.

Die Rückbank ist als solche kaum zu gebrauchen. Die Sitze sind maximal als Notsitze zu bezeichnen, da sie aus zwei karg bepolsterten Sitzkissen bestehen, welche per Klettverschluss (unsichtbar unter der Schale) ablösbar sind. Ihr hört richtig: zwei Sitze, nicht drei, somit handelt es sich nicht einmal um eine Rücksitzbank. Kopflehnen sind nicht vorhanden.

Die Scheibe führt innen steil zum Himmel hinauf, sodass hinten keine Menschen sitzen sollten, die über 1,65 m groß sind. Wenn ich mich recht erinnere, ist dies sogar im Fahrzeugschein serienmäßig vermerkt ! Allerdings stoße auch ich mir generell den Kopf, wenn ich bei einer Bekannten mit im Tigra sitze, hinten, und wir über ein ebenes (!) Kopfsteinpflaster fahren. Ich betone noch einmal: ICH bin 1,60 m groß.

Die Beinfreiheit für Hintensitzer ist sehr gering und führt schnell zu eingeschlafenen Beinen. Man kann die Beinfreiheit gut und gerne mit der Economy Class im Flieger oder im Reisebuss nach Spanien vergleichen.

Der Kofferraum ist klein und bietet Platz für 2 Wasserkisten (Bierkisten für Männer ;)
Allerdings kann man, wenn man die Rücksitzbank umlegt, erstaunlich viel mitnehmen.
Ich sage es, wie es ist: 4 Umzugskisten, einen Koffer, eine Reisetasche, zwei große Kerzenständer, zwei Pflanzen und noch einiges an Kleinkram habe in bei meinem Umzug von Schwenningen nach Hannover in den Tigra hinein bekommen. Ich war überrascht, aber freudig überrascht.

Für die Bastler unter uns sei gesagt:
Der Motorraum selbst bietet wenig Platz für weitere Spielereien. Sowohl Domstreben als auch Rotkäppchen, Motoren und Luftfilter (Pilze) sind nur schwer im Tigra verstaubar. Zwischen Motorhaube und Motor ist nur wenig Luft, auch neben dem Motor herrscht Enge, besonders, wenn man eine Klimaanlage und Servo hat.


Fahrgefühl
++++++++++++++

Wenn man sich in die gemütlichen Sportsitze kuschelt und dann den Motor schnurren lässt, kann man schon ahnen, dass der Tigra Spaß machen wird. Das tut er auch.
Er zieht gut und lässt sich leicht schalten. Die Beschleunigung ist mehr als angemessen, wenn es natürlich auch keinen Turbo gibt, der den finalen Schub leisten könnte. Das Gewicht liegt bei ca. 1.000 kg, die Leistung ist mit 106 PS gut gewählt.

Die Lenkung ist manchmal sogar etwas zu leichtgängig, dafür aber für Parkmanöver optimal.
Leider stellt sich dort bereits eines der größten Probleme ein:
Der Tigra lässt sich von innen kaum überblicken, da das Heck hochgezogen ist und die Kante des Heckdeckels jeglichen Blick auf eine wissentlich dort befindliche Parkbucht versperrt. Anfangs schob ich das auf meine geringe Körpergröße, bis mir auffiel, dass große Menschen diesen Wagen gar nicht fahren können, siehe oben.

Auch am Berg kommt man zügig voran und kann dort sogar beschleunigen (im 5. Gang).

Ohne Tieferlegungsfahrwerk fühlt er sich etwas schwammig an, in den Kurven könnte man manchmal denken, dass er umkippt, was selbstverständlich nicht passieren kann. Manche Fahrzeuge brauchen einfach etwas Sportlicheres auf den Dämpfern.


Mängel / Reparaturen
++++++++++++++++++++++++++

Bisher festgestellte Mängel waren:
- Defekter Kabelbaum (ABS-Stecker)
- Defekter ABS-Sensor
- AGR-Ventil (Abgasrückführventil) leicht verstopft (Serienfehler)
- Lack (das berühmte Magmarot von Opel) bleicht schnell aus
- Klarlack an der Heckstoßstange löst sich leicht (kommt sicher vom Vorbesitzer)

Reparaturen (entsprechend):
- Austausch des Kabelbaums
- Auspuff laut Vorbesitzer durchgerostet gewesen (nach 8 Jahren gang und gebe)

Weitere Maßnahmen:
- AGR-Ventil muss regelmäßig freigefahren werden (V-Power und ab auf die Autobahn)
- ist das AGR verstopft, tauschen lassen (Werkstatt: jeweils 450 € / Durchlauf)
- für Bastler: ausbauen und über Nacht in Benzin legen (großer Aufwand)
- den Lack ständig polieren, wachsen, polieren, wachsen…also Lack erhalten !

Hinweis:
Der Serienfehler beim 1,6 Liter ist das AGR-Ventil. Rückstände lagern sich immer wieder ab.
Der Serienfehler beim 1,4 Liter ist ein Wärmeproblem. Der Motor überhitzt zu stark. Dies kann zu plötzlichem Motorschaden führen.


Preis
++++++++++++
Für mein 8 Jahre alten Tigra habe ich 5.200 EUR gezahlt, also gute 10.000 DM.
Der Neupreis lag damals bei ca. 34.000 DM. Für diesen Wagen sicherlich nicht zuviel.
Heute kostet ein Tigra BJ 95 etwa 1.800 EUR.
BJ 99/00 (die letzten) gibt es für max. 6.000 EUR.


FAZIT
+++++++++++++++++

Der Tigra ist ein kleines Sportcoupé mit allen Schikanen wie elektrischen Sonderausstattungen, Klima, ABS und Airbags. Hierdurch liegt er in der Sicherheit für sein Baujahr ganz vorne.
Der Fahrkomfort ist eher mäßig mit Serienfahrwerk. Einfach zu schwammig. Opel hätte hier eine Irmscher-Tieferlegung von 20-30 mm wie beim A-Corsa einbauen sollen. Dennoch fährt er sich angenehm und komfortabel.
Die Fahrgeräusche sind eher gering, das Abrollgeräusch der Reifen vernehmbar, aber nicht penetrant. Dafür heult der Motor bei hohen Geschwindigkeiten doch sehr auf.
Das Design ist sehr sportlich, jung und dynamisch. Die Formen innen und außen sind harmonisch und frisch. Kurz: sehr ansprechend.
Der Verbrauch war überraschend gering, wenn auch kein 3-Liter-Auto:
Auf der Autobahn lag er bei etwa 4,8 bis 7,0 Litern, in der Stadt zwischen 6,3 und 8,4 Litern.
Mit einer Tankfüllung (45 Liter) habe ich bereits 640 km geschafft.

Deutliches Manko ist das Platzangebot und die schlechte Manövrierbarkeit in Parklüchen durch die hohe Heckklappe.

Sicherheit…….: 5 Sterne *****
Fahrkomfort….: 3 Sterne *****
Fahrgeräusche: 2,5 Sterne **/*
Design…….….: 5 Sterne *****
Platzangebot…: 3 Sterne ***
Verbrauch.……: 4 Sterne ****
Preis……….….: 4 Sterne ****


Insgesamt erhält der Tigra von mir 4 Sterne.
Eine gute Gebrauchwagen-Alternative und von mir noch weit vor dem Nachfolger Twin Top gewählt.


Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten!
Eure zurückgekehrte
Rena


P.S.:
Innerhalb von wenigen Tagen hatte der Tigra einen Auffahrunfall, eingeschlagene Seitenscheiben durch versuchten Einbruch und Diebstahl und einen großen Parkrempler mit Fahrerflucht auf einem Polizeiparkplatz.
Dann beschloss ich, dass sich unsere Wege trennen müssten.

Mein neuer ist ein Opel Corsa B.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
EarlSneedSinclair

EarlSneedSinclair

25.02.2008 21:09

Hier erkennt man, dass den Bericht jemand geschrieben hat, der das Auto gekannt und erlebt hat. Allerdings finde ich es sehr gewagt, einen Tigra mit einem BMW (vermutlich E36?) zu vergleichen. Außerdem fiel mir auf, dass du 5 Sterne für die Sicherheit vergeben hast, ohne irgendeinen Hinweis auf Crashtest oder Airbags angibst. Ich drück mal noch ein Auge zu und gebe ein b.h. - viele Grüße, Earl

VyloX

VyloX

28.07.2006 11:17

Schade um den Tigra, aber der Corsa B ist in seiner Klasse unerreichbar zuverlässig und auch schön. Wollte selber immer Tigra fahren, hab aber leider einen Astra Caravan. In meinem Job brauch ich halt mehr Platz und Zugkraft (1,8 Ecotec) für Anhänger.

Piercing_w

Piercing_w

15.05.2006 12:46

Selbst für nen Tigra-Besitzer wie mich noch sehr informativ.

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