Montagsauto... und es gibt sie doch..
01.07.2001
Pro:
Design
Kontra:
Service, fachliche Kompetenz
Empfehlenswert:
Nein
 Knudjo
Über sich:
Mitglied seit:30.06.2001
Erfahrungsberichte:100
Vertrauende:61
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Knapp 2 Jahre fahre ich nun einen Vectra 1,6i Caravan. Sollte ich heute wieder ein Auto kaufen, dann bestimmt keinen Vectra von Opel. Hier mein Erfahrungsbericht vom Kauf bis zum abschließenden Fazit.
... die Entscheidung der Kauf: + eine Probefahrt war schnell vereinbart und konnte pünktlich durchgeführt werden + eine Preiseinigung mit dem Vertragshändler war schnell erzielt + Nutzraum, Preis für das Neufahrzeug und Design überzeugten (Modell Edition 100) + der Händler führte eine brauchbare freundliche Kundenberatung durch + zahlreiche serienmäßige Extras des Edition-Modells überzeugten Klimaanlage, ABS, elektr. Fenster + Händler nahm Altfahrzeug in Zahlung (Opel Astra Caravan Club 1,6) - lange Wartezeit auf das Neufahrzeug - Extras waren nur durch einen tiefen Griff in die Brieftasche realisierbar.
... die Lieferung + der Termin für die Lieferung konnte eingehalten werden + die Fahrzeugübergabe erfolgte durch eine ausreichende Einführung + ein tolles Gefühl mit einem neuen Wagen vom Hof zu fahren. - die Fensterscheiben waren stark verschmutzt, in den ersten Stunden hatte ich ständig das Gefühl, die Scheiben wären beschlagen - Wachsrückstände auf dem Amaturenbrett vielen sofort ins Auge
... die ersten Tage mit dem Vectra - die Sitzhöhenverstellung (Fahrersitz) gab bereits nach ca. 1h den Dienst auf - ein nervendes Pfeifgeräusch, nicht besonders laut aber beim Gasgeben lästig störte zunehmend die Fahrfreude - die Heckklappe ließ sich nur mit hohem Kraftaufwand schließen und musste nachgestellt werden ... die ersten Wochen/Monate mit dem Vectra - das nervtötende Pfeifgeräusch sorgte für zahlreiche Werkstattaufenthalte. Neben einem Benzinentlüftungsventil und einem Aktivkohlefilter wurden zahlreiche Versuche seitens der Werkstatt unternommen um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Dabei wurden allerhand Testkilometer verfahren. Schließlich wurde die Ausgleichsleitung zwischen Kohlefilter und Entlüftungsventil ausgetauscht und siehe da, das Pfeifen war erledigt. - das Knacken in der Lenkung war nicht mehr akzeptabel. Auch hier waren mehrere Werkstattaufenthalte erforderlich. Schließlich wurden mehrere Teile an der Lenkung ausgewechselt. (so z.B. 2 x die Lenksäule) - die Verbrauchsanzeige des Bordcomputers lag regelmäßig um rund 1 Liter daneben. Vielen Dank liebe Opelkonstrukteure, schätzen kann ich selber! Auch dieses Problem bekam erst eine weitere Werkstatt in den Griff ebenso wie die noch immer knackende Lenkung. - Besonders bemerkenswert bei dieser Opelwerkstatt: Ein Werkstattmeister gab Anweisung, die Mutter unter dem Airback mit einer Ratsche ohne Drehmoment- Einstellmöglichkeit anzuziehen. Hierdurch wurde später festgestellt, dass weitere Teile mechanisch zerstört wurden. - Die Tachoscheibe wurde durch das Ein- und Ausbauen verkratzt. Als das Glas erneuert wurde, wurde leider die Armaturenverkleidung an der Decke verschrabbelt. - die Ausbuchtung für das Reserverad wurde nicht richtig lackiert. Wer hinter einem fährt, der sieht einen unschönen Sprühnebel, der Punktweise aufgetragen wurde.
... Allgemeine Erfahrungen + das mit 1,6 Liter lässt sich sparsam fahren. Der Verbrauch bei gemischter Strecke, also Kurzfahrten, Autobahnfahrten, Stadt u. Landstraße: Sparsame Fahrweise: ca. 7,5 l/100km zügige Fahrweise: ca. 8,2 l/100km sportlich rasante Fahrweise: ca. 9,5 l/100km + reichlich Stauraum (eigentlich bei einem Caravan selbstverständlich) + gute Handhabung des Fahrzeuges, leicht erreichbare Bedienelemente + die Klimaautomatik sorgt für die richtige Temperatur und hält diese konstant + das Fahrverhalten ist ausgewogen und sorgt auch bei etwas sportlicherer Fahrweise für ausreichend Sicherheitsreserven. + die Motorhaube muß nicht mehr durch eine unsinnige Stange oben gehalten werden. Die Mechanik verdient an dieser Stelle ein kleines Plus. - eine Steckdose im Heck des Fahrzeuges fehlt leider, eine Kühlbox im Kombi sorgt also leider für lästigen Kabelsalat - die Anbringung der Laderaumabdeckung ist oftmals eine fummelei, hier könnte Opel etwas dran verbessern (gleiches gilt für das Gepäcknetz) - das Ablagefach unterhalb des Radios ist etwas klein geraten, wer hier noch einen Getränkedosenhalter einbauen lässt, der hat nur noch Türablage und Handschuhfach zur Verfügung - die Klimaanlage hat die Eigenschaft beim Start furchtbar muffig und stinkig zu reagieren. Hoffentlich lässt sich dieser Fehler bei der nächsten Inspektion beheben. - die Inspektionsintervalle mit 15000 km/1 Jahr sind zu klein bemessen. Bei Folgemodellen sieht dies zum Glück besser aus. - die Windschutzscheibe quittiert bereits kleine Steinchen mit hässlichen Steinschlägen. Hier kann es sich meiner Meinung nach eigentlich nur um minderwertiges Glas handeln. - die Scheinwerfer sind mit minderwertigen Glühlampen bestückt. Im ersten Jahr mussten bereits beide Glühlampen vom Abblendlicht erneuert werden.
Fazit nach einem Jahr und 10 Monaten: Opel sollte mehr in den Service der Werkstätten investieren und eine vernünftige Qualitätskontrolle in der Endfertigung einführen anstatt aufwendige Werbekompanien im Fernsehen zu starten. Nach über 20 Fahrten zu verschiedenen Werkstätten habe ich einiges dazugelernt: 1. Niemals das Fahrzeug unbeaufsichtigt in der Werkstatt abgeben. Ruhig daneben stehen bleiben und gleich einschreiten, wenn Murks im Verzug ist. 2. Bei viel Ärger rechtzeitig einen kompetenten Rechtsanwalt hinzuziehen. Insbesondere bei Fahrzeug- und Werkstattverträgen kann man viele Fehler machen 3. Insgesamt habe ich im Bereich Köln / Bonn 7 Werkstätten kennen gelernt. In jeder Werkstatt gab es Grund zu Beanstandungen. Diese reichten von vergessenen Schutzkappen, liegengelassenem Werkzeug, Übergabe des Fahrzeuges mit nicht richtig verschlossener Motorhaube bis hin zu Mängeln in der Fehlerbehebung. Nach einem Aufenthalt musste das Fahrzeug gewaschen werden, weil die Motorhabe und die Kotflügel mit Fettfingerabdrücken übersäht war. Leider konnte das Knacken in der Lenkung bis heute nicht zu 100% beseitigt werden. Erst nach Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes wurde die Lenkradstellung korrigiert und die Spur neu eingestellt. Die Opelhotline in Rüsselsheim musste sich mehrfach meine Beschwerden telefonisch und auch in schriftlicher Form anhören. Brauchbare Erklärungen oder eine Entschädigung für entstandene Werkstatttestkilometer und Fahrten zur Werkstatt (Ges. ca. 1000 km !!!) wurden bis heute nicht erbracht.
Weiterhin auffällig war für mich der hohe Wertverlust. Bereits nach einem Jahr betrug dieser ca. 15.000,-- DM, das ist einfach zu viel und spiegelt die Situation dieses Fahrzeuges auf dem Markt wieder. Ein kleiner Trost, für die Tage, in denen das Fahrzeug in der Werkstatt bleiben musste (schließlich wollte ich nicht meinen Jahresurlaub komplett opfern) wurde mir jeweils ein Leihwagen zur Verfügung gestellt. (leider nur Corsa+Astra)
Einige Mängel waren auf Herstellerseite, andere auf Werkstattseite zu beklagen.
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14.01.2004 19:32
guter sehr hilfreicher Bericht. Gruß Werner
07.03.2002 20:36
Ich kann es kaum glauben was ich lese. Ich dachte nur ich wäre so eine "arme Sau" die so ein Pech mit seinem vectra hat. *lach* ich reiche dir die Hand. Bei mir sieht es nicht anders aus. nach 60TDK neuen Motor nach 70TD neues Getriebe ohne die ganzen kleinen anderen Sachen. Gruss Pak
28.10.2001 23:59
Wir haben leider ähnliche Erfahrung mit einem Astra Caravan Bj. 98 gemacht. Auffällig ist, daß z.B. die Lackierung bei diesem Fahrzeug sehr empfindlich ist. Ein sehr informativer Bericht von Dir.