Opel Vectra GTS 2.2

Bilder der Ciao Community

Opel Vectra GTS 2.2

Mittelklasse - Limousine mit Schrägheck - Benzin

> Detaillierte Produktbeschreibung

80% positiv

1 Erfahrungsberichte der Community

Es gibt leider keine Angebote

Erfahrungsbericht über "Opel Vectra GTS 2.2"

veröffentlicht 04.07.2017 | Rocko321
Mitglied seit : 17.04.2017
Erfahrungsberichte : 7
Vertrauende : 3
Über sich :
Ich freue mich sehr über den Diamanten! Vielen Dank!
Sehr gut
Pro Sehr gutes Reiseauto, viel Ausstattung für wenig Geld
Kontra Fahrwerk
besonders hilfreich
Zuverlässigkeit
Fahreigenschaften:
Empfundene Qualität:
Bedienung
Platzangebot:

"Viel Auto für wenig Geld?"

Opel Vectra GTS 2.2 Lenkrad und Instrumente

Opel Vectra GTS 2.2 Lenkrad und Instrumente

Hallo zusammen,

mein heutiger Bericht soll von meinem aktuellen Fahrzeug handeln. Da ich es bald gegen ein neueres eintauschen werde, wollte ich vorher nochmal meine Erfahrungen mit euch teilen.

Mein Vectra C 2.2 GTS wurde 2002 gebaut und ist nun bisher 190.000 km gelaufen. Die letzten 20.000 davon bin ich gefahren und kann daher einiges über dieses Fahrzeug sagen.

Der Vectra C GTS 2.2 ist im Jahr 2002 auf den Markt gekommen und wurde bis 2008 gebaut. Der 147 PS Vierzylindermotor treibt über ein 5-Gang manuelles Schaltgetriebe die Vorderachse an. Die Höchstgeschwindigkeit liegt offiziell bei 216 km/h. Den Sprint auf 100 schafft der Vectra in 9,6 Sekunden. Im Schnitt verbraucht der Wagen 8,6 Liter. Das Kofferraumvolumen beträgt 500 Liter.

Gekauft habe ich das Auto für etwa 3.000 Euro. Der Grund für diese Entscheidung war besonders das Gefühl hier viel Auto für vergleichsweise wenig Geld zu bekommen. Viele haben von Opel ein etwas angestaubtes und eher billiges Image. Besonders der Opel Vectra war für viele immer das klassische Rentnerauto.


Design

Von außen wirkt der Vectra zunächst etwas unauffällig. Der GTS hat im Vergleich zur Limousine eine Coupé Silhouette. Die Dachlinie fällt somit weniger steil ab und verleiht dem Wagen mehr Dynamik und ein sportlicheres Aussehen.

Die Front des Vectra wirkt relativ lang, durch die vorne etwas rundlich abfallende Motorhaube. Die Scheinwerfer ziehen sich ebenfalls von der Motorhaube herunter bis zur Stoßstange und haben eine etwas rundliche Form. Daran vorbei ziehen sich zwei Sicken von der Frontscheibe, bis zur Stoßstange, die für zusätzliche Dynamik sorgen.

Dazwischen befindet sich der Kühlergrill. Dieser wird von einer schmalen silbernen Chromlinie umrandet. Durch die Mitte und durch den Opel Blitz zieht sich eine breitere Chrom Spange.

Unten an der relativ klobig wirkenden Stoßstange befinden sich zudem noch rundliche Nebelscheinwerfer, die sich neben zwei schmalen Plastiklippen befinden und dem Vectra noch etwas mehr Sportlichkeit verleihen.

Ein weiteres Designelement zur Verleihung von mehr Sportlichkeit, sind die angedeuteten Luftauslässe vor den relativ breit ausgestellten Radhäusern vorne. Dazu passen die ebenfalls zur GTS Ausstattung gehörenden, breiteren Seitenschweller.

Wenn man von der Seite auf das Fahrzeug schaut, fällt zudem auf, dass der Vectra relativ breite Säulen hat. Das Auto wirkt dadurch sehr sicher und stabil.

Wie die klobige Stoßstange wirkt auch das Heck sehr breit. Nicht zuletzt auch durch die hohen und breiten Heckleuchten. Auf der Heckseite wurde dem Vectra GTS außerdem auch im Gegensatz zur Limousine mehr Sportlichkeit verliehen. Die Heckleuchten sind etwas abgedunkelt und auf der Heckklappe befindet sich eine schmale Spoilerlippe, die allerdings kaum auffällt. Ein silberner „GTS“ Schriftzug auf dem Kofferraum verrät dem nachfolgenden Verkehr, dass es sich hier um die Sportversion des Vectras handelt.

Der Vectra besitzt zudem ein Sportfahrwerk, welches etwas niedriger liegt als das Standardfahrwerk dieses Modells.

Die Unterschiede zwischen der Vectra Limousine und dem GTS sind relativ dezent und kaum auffällig. Wenn man die beiden nebeneinander sieht, erkennt man jedoch direkt die sportlichere Version. Das auffälligste dabei ist die Coupé Linie. Ansonsten fällt auch der GTS trotz seiner sportlichen Elemente im Straßenbild kaum auf.

Innenraum

Beim Einsteigen in den Vectra wird man bereits mit Zierleisten und den silbernen Buchstaben „GTS“ im Einstieg begrüßt.

Mein Vectra GTS hat noch die Sonderausstattung „Le Mans“ und somit die Teilleder-Sportsitze, welche einen sehr edlen und schicken Eindruck machen. Die Stoffsitzfläche hat eine helle blaue Farbe mit kleinen schwarzen Punkten. Der Rest der Sitze ist in schwarzem Leder gehalten. Dieses sieht auch nach vielen Jahren noch recht gut aus. Lediglich die linke Backe auf der Fahrerseite ist vom Ein- und Aussteigen etwas abgewetzt.

Ebenfalls in Leder sind die recht großen aber gut zu den Sitzen passenden Kopfstützen.

Auf der Rückseite der Vordersitze befinden sich zudem noch Taschen für die Passagiere auf der Rückbank.

In der Mitte der zweiseitig teilbaren Rückbank befindet sich zudem eine große ausklappbare Armstütze, die ebenfalls aus Leder besteht. Darin findet sich widerrum Stauraum.

Ein sehr praktisches Extra ist der Becherhalter unter der mittleren Sitzbank, der sich ausfährt, wenn man darauf drückt und Platz für zwei Getränke bietet.

Eine weitere Armlehne findet zwischen den beiden vorderen Sitzen Platz. In der hinteren Position kann man sie öffnen und ebenfalls als Stauraum nutzen. Man kann sie aber auch bis nach vorne schieben um den ganzen Arm darauf zu platzieren.

Weiteres Leder befindet sich an den Türverkleidungen, wo sich ebenfalls eine Ablagemöglichkeit für den Arm befindet. Der hochwertige Eindruck den das Leder macht, wird leider durch die Plastikgriffe an den Türen wieder zunichtegemacht. Dort ist nach 15 Jahren nun schon sehr stark der schwarze Lack abgeblättert. Das sieht sehr unschön aus.

An diesen Griffen befinden sich außerdem die Schalter für die elektrischen Fensterheber Dies ist erst mal nichts Besonderes. Auf der Fahrerseite hat Opel jedoch etwas Besonderes daraus gemacht. Das Bedienfeld könnte auch einem Flugzeug entstammen. Ganz oben befindet sich ein 4-Richtungs-Schaltfeld für die Einstellung der Rückspiegel. Um diese einzustellen, muss man jedoch vorher eine der darunter liegenden Tasten betätigen um Rechts oder Links auszuwählen. Zwischen diesen beiden Tasten liegt aber auch nochmal eine Taste, die die Verstellung der Fensterscheiben sperren kann. Für die Fensterheber sind darunter wieder rechts und links jeweils zwei Tasten zum Hoch- und Herunterfahren der Fensterscheiben. Da sich hiermit allerdings zur die Fenster vorne betätigen ließen, befindet sich zwischen beiden Feldern ein Kippschalter mit dem man zwischen vorne und hinten wechseln kann. Darunter befinden sich wiederum Schalter für die Türverriegelung und einer für die Kofferraumentriegelung. Das ganze System wirkt unausgereift und viel zu kompliziert. Intuitiv bedienbar ist das nicht.

Nun kann man sich außerdem die Frage stellen, wozu man unbedingt die beiden Entriegelungstasten benötigt. Dazu muss man sich die Fernbedienung für die Zentralverriegelung anschauen. Hier befinden sich drei Knöpfe: Einer zum Entriegeln, einer zum Verriegeln und einer für die Kofferraumentriegelung. Wenn man den Türöffner Knopf nur einmal betätigt, öffnet sich nur die Fahrertür. Um alle zu öffnen, muss man zwei Mal den Knopf betätigen. Dann ist aber noch immer der Kofferraum nicht geöffnet. Dieser lässt sich nur durch den dritten Knopf öffnen und dann bleibt er auch nur für 30 Sekunden entriegelt.

Nun zur „Schaltzentrale“ des Fahrzeugs. Insgesamt spiegelt sich das Außendesign auch im Inneren des Fahrzeugs wieder. Eigentlich sehr unauffällig, aber mit einigen sportlichen Elementen.

Angefangen beim Lenkrad, sieht man direkt den ersten sportlichen Akzent. Im Gegensatz zur Limousine hat man im GTS ein 3-Speichen Lederlenkrad. Ein Teil links und rechts besteht sogar aus genopptem Leder. In der Mitte des Lenkrads befindet sich der Opelblitz und darunter der Fahrerairbag. Rechts und links davon lässt sich die Hupe betätigen. Die Verbindungsstücke zwischen Mittelteil und dem Rad selber bestehen aus hellblauen Plastik und ähneln dem Blau auf den Sitzen. Es ist oben leicht abgeflacht und soll wohl der Ablage des Daumens dienen. Das rechte Verbindungsstück besitzt zudem drei Tasten zur Verstellung der Lautstärke vom Radio. Mit den Tasten auf dem linken, lassen sich die Radiostationen bzw. die CD-Titel wechseln.

Aufgrund der Sonneneinstrahlung und der starken Beanspruchung ist das Lenkrad leider am oberen Rand schon etwas abgegriffen. Der Rest hat aber die vielen Jahre gut überstanden.

Links vom Lenkrad befindet sich wie gewohnt der Blinker Hebel. Dieser stellt beim Vectra allerdings zunächst mal eine Herausforderung dar. Während man von anderen Fahrzeugen gewohnt ist, dass der Blinker Hebel einrastet und dann wieder zurückspringt, bleibt der Vectra Hebel immer in der gleichen Position. Tippt man ihn leicht in die gewünschte Richtung, blinkt er dreimal. Drückt man stärker blinkt er dauerhaft und springt nach dem Abbiegen zurück. Um den gewünschten Druckpunkt zu finden, braucht man jedoch erst mal etwas Gefühl und Eingewöhnung. So passiert es häufig, dass man auf der Autobahn nur dreimal blinken will, aber den Druckpunkt verpasst. Um das dauerhafte Blinken nun abzustellen, muss man den Hebel sanft in die andere Richtung betätigen. Es kommt jedoch oft vor, dass man dann genau in die andere Richtung blinkt.

Obwohl ich den Wagen nun lange fahre, passiert mir dies immer noch. Hier ist die Bedienung aus meiner Sicht viel zu kompliziert geworden.

Die Instrumententafel des Vectra ist sehr schlicht gehalten, dafür ist sie aber gut ablesbar. Wie es sich für ein auf sportlich getrimmtes Auto gehört, sind die Zeiger natürlich Rot.

Zwischen Drehzahlmesser und Geschwindigkeitsanzeige befindet sich noch ein kleines Display. Sollte das Fahrzeug einen Fehler diagnostizieren, wie beispielsweise zu wenig Öl, wird dieser hier angezeigt. Bei mir blieb dieses Display zum Glück bisher immer schwarz.

Von diesem Display nun zum Display in der Mittelkonsole. Im „Startmenü“ werden hier Außentemperatur, Uhrzeit, Temperatureinstellung der Klimaautomatik und eine Zusatzinfo, die man selber auswählen kann, angezeigt. Bei der Zusatzinfo habe ich mich für den momentanen Verbrauch entschieden. Drückt man auf einen der zwei Knöpfe auf dem Scheibenwischerhebel, gelangt man ins nächste Menü und sieht hier weitere Daten, wie Restreichweite oder Durchschnittsverbrauch.

Unter dem Display zieht sich zunächst eine Leiste in dem bekannten hellen Blau durch das gesamte Cockpit. Darunter befindet sich das CD-Radio und dessen Bedienung, sowie die Bedienung der Klimaanlage.

Hier ist glücklicherweise nicht alles mit Knöpfen überfrachtet, sodass die Bedienung beider Anlagen recht intuitiv ausfällt.

Das Radio hat für eine Opel Standard Anlage einen sehr guten Klang. So etwas habe ich beispielsweise in einem VW Fahrzeug in dieser Qualität noch nicht wahrgenommen. Auch meine Mitfahrer haben mir die tolle Leistung des Soundsystems bestätigt.

Neben der Soundanlage verrichtet auch die Klimaautomatik einen sehr guten Dienst. Hier wird einem die kalte Luft nicht direkt ins Gesicht gepustet, sondern die Lüftungsregelung erlaubt es die Klimaanlage auf eine angenehme niedrige Stufe zu stellen. Sie springt zudem recht zügig an. Ich finde sie lediglich etwas laut auf einer höheren Stufe, aber das ist wohl Meckern auf hohem Niveau.

Unter der Klimaeinstellung befindet sich dann noch ein kleines Ablagefach. Zwischen diesem und dem Schaltknüppel sind dann Aschenbecher und Zigarettenanzünder.

Der Schaltknüppel ist zweifarbig designt und enthält somit neben dem schwarzen Leder auch noch das bekannte Blau. Trotz der dauerhaften Nutzung, halten sich die Verbrauchsspuren hier noch im Rahmen. Lediglich das Leder an der Schaltmanschette ist ein wenig abgewetzt.

Vor dem Schalthebel befinden sich noch zwei Becherhalter. Diese sind für mich jedoch eine klare Fehlkonstruktion. Ich habe noch keine Flasche/Becher gehabt, die vom Durchmesser her gut reingepasst hätten. Selbst wenn, wäre das Fach zu niedrig, sodass der Behälter in einer schärferen Kurve hinausfallen würde. Zudem ist die Platzierung so ungünstig, dass ein Becher in dem Halter das Schalten sehr umständlich macht.

Leider passen auch noch nicht einmal 0,5 Liter Flaschen in die seitlichen Ablagefächer. Hat man eine längere Fahrt vor sich, kann man seine Getränke nur im hinteren Halter verstauen und muss somit während der Fahrt hinter sich an die Rückbank fassen. Leider sehr umständlich.

Der Vectra hat außerdem eine sehr gute Sicherheitsausstattung an Board. Die vorderen Passagiere werden bei einem Unfall durch Fahrer-, Beifahrer-, Seiten- und Kopfairbags, sowie aktive Kopfstützen geschützt. Die hinteren Beifahrer werden ebenfalls durch Kopfairbags vor Verletzungen bewahrt.

Damit es erst gar nicht zu solchen Unfällen kommt, gehört zur Ausstattung dieses Fahrzeugs außerdem ESP, ABS und Traktionskontrolle. Zu meinen Erfahrungen hierzu, komme ich gleich noch.

Zunächst möchte ich noch etwas zu den Sitzen sagen. Als ich die ersten Male im Vectra saß, empfand ich den Sitzkomfort noch als etwas Gewöhnungsbedürftig. Das liegt daran, dass die Sitze im Bereich der unteren Wirbelsäule sehr hart sind und gefühlt sehr weit rausstehen. An einem seitlichen Hebel kann man diese Unterstützung im Bereich der Lendenwirbelsäule sogar noch stärker einstellen.

Inzwischen kann ich jedoch sagen, dass ich mit dem Sitzkomfort überaus zufrieden bin. Auch nach längeren Autofahrten hatte ich nie Schmerzen. Das bin ich von teils neueren Fahrzeugen nicht so positiv gewohnt. Auch der Seitenhalt und die gut verstellbare Sitzposition sind sehr positiv.

Darüber hinaus sind die Platzverhältnisse sehr angenehm. Sowohl vorne als auch auf den hinteren Sitzen hat man ausreichend Platz um auch längere Fahrten gut zu überstehen. Auch eine fünfte Person passt ohne größere Probleme rein. Im Gegensatz zu vielen Coupés kann man hinten außerdem gut einsteigen ohne sich den Kopf zu stoßen. Das liegt auch an den Türen, die sich angenehm weit öffnen lassen.

Auch der Kofferraum ist größer als man von außen vielleicht erwartet. Für das Verreisen mit der Familie ist der Wagen ausreichend dimensioniert.


Das Fahren

Nachdem ich nun schon viele Kilometer mit diesem Wagen gefahren bin, kann ich relativ genau sagen, was mir beim Fahren mit diesem Auto gefällt und was nicht.
Der Motor

Der Vectra GTS wird von einem 2,2 Liter Benzinmotor angetrieben, der 147 PS leistet. Der Motor ist damit ausreichend um das Auto angemessen voranzutreiben. Nicht mehr und nicht weniger.

Im Stadtverkehr hat man den Vorteil, dass man angenehm im fünften Gang bei 50 km/h mitschwimmen kann. Allgemein lässt sich der Wagen durch sein Drehmoment im niedrigen Drehzahlbereich recht schaltfaul fahren. Leider schenkt sich der Vectra im Stadtverkehr dennoch recht gut ein. Ich komme bei einer normalen Fahrweise und 70% Stadtverkehr, der Rest Land- und Autobahn, auf einen Durchschnittsverbrauch von etwa 9,6 Litern.

Das Beschleunigen an der Ampel meistert der Vectra ganz ordentlich. Man merkt jedoch, dass es sich immer noch um eine recht schwere Limousine handelt. Mit den leichten Sportcoupés kann man also nicht mithalten.

Interessanter ist da schon eher das Motorverhalten auf der Autobahn. Vor Tempo 130 ist die Beschleunigung zwar noch recht schwach, aber ab 130 km/h im fünften Gang kommt der Vectra richtig gut in Fahrt und man kann vergleichsweise zügig Tempo 200 erreichen. Mit ein bisschen Geduld und einer ebenen Fahrbahn können sogar bis 230 km/h laut Tacho erreicht werden. Bei diesen Geschwindigkeiten merkt man jedoch, was Opel hier versäumt hat. Ein sechster Gang hätte den Spritverbrauch auf der Autobahn um einiges senken können. Ärgerlich ist dies vor allem bei längeren Fahrten, denn der Tank des Vectras ist mit 55 Liter nicht besonders groß dimensioniert. Bei einer langen Fahrt muss man so unter Umständen noch die teure Autobahntankstelle anfahren.

Positiv bei dem Motor ist der Ölverbrauch. Hier bin ich mit etwa 1 Liter auf 10.000 km hingekommen.

Getriebe

Nun zum Getriebe: Wie bereits geschrieben, lässt sich der Vectra sehr schaltfaul fahren. Dies ist auch sehr angenehm, da man die Gänge schon sehr sportlich „reinkloppen“ muss. Zwar merkt man sofort, ob der Gang drin ist, allerdings geht ein Gangwechsel schon sehr ruppig vonstatten.

Positiv ist, dass nach fast 200.000 km noch immer die erste Kupplung verbaut ist. Zwar merkt man, dass es bald Zeit für eine neue ist, allerdings ist damit der Verschleiß recht niedrig.

Bremsen & ESP

Damit zu den Bremsen: Ich habe selten ein Auto mit so guten Bremsen gefahren. Zu der GTS Ausstattung gehören sportlichere Bremsen und das merkt man auch. Trotz des Gewichts verzögert der Wagen sehr gut und das ABS arbeitet sehr zuverlässig.

In Verbindung zu den Bremsen steht das ESP. Hiervon bin ich leider sehr enttäuscht. Ich war eigentlich noch nie in einer Situation, in der ich das ESP gebraucht hätte. Trotzdem habe ich eigentlich täglich das Flackern von der ESP Leuchte im Tacho.

Bei jeder holprigen Straße kann man schon davon ausgehen, dass das ESP anspringt, wenn man durch ein etwas größeres Schlagloch fahren muss.

Auch wenn man runter schaltet und etwas zügiger beschleunigen möchte, kann es vorkommen, dass das ESP Licht blinkt. Dazu muss man sagen, dass Traktionskontrolle und ESP beim Vectra als gemeinsames System arbeiten. Man hat also eine Kontrollleuchte für beides.

Zwar lässt sich das System ausschalten, dann hätte ich aber auch Bedenken, da man ja doch mal ein eine Situation geraten könnte, in der das System gebraucht wird.

Fahrwerk

Unglücklich bin ich auch beim Thema Fahrwerk. Der GTS besitzt ja ein Sportfahrwerk. Dieses ist ein bisschen härter, als das der Limousine, aber keinesfalls zu hart.

Einzelne Bodenwellen und auch tiefere Unebenheiten in der Straße schluckt das Fahrwerk sehr souverän und unaufgeregt.

Nervig wird es jedoch bei holprigen Straßen mit vielen Unebenheiten. Hier ist das Fahrwerk nur am poltern und wirkt komplett überfordert. Zudem gibt es die Schwingungen weiter und gerade bei höheren Geschwindigkeiten spürt man sehr stark die Auf- und Abbewegungen des Fahrzeugs.

Ein weiteres Problem ist, dass man als Fahrer oft das Gefühl hat, dass die Vorderachse mit der Leistung überfordert ist, da es sich bei dem Wagen um einen Fronttriebler handelt.

Gerade bei nasser Fahrbahn kann es hier gefährlich werden. Auch in eigentlich harmlosen Kurven muss die Geschwindigkeit mit Bedacht gewählt werden. Sonst merkt man schnell, wie die Lenkung weich wird und die Reifen an Haftung verlieren. Auch ein neuer, besserer Reifensatz hat dieses Problem nur marginal verbessert.

Auch das Anfahren und Beschleunigen auf nasser Fahrbahn ist unangenehm. Wenn man nicht mit viel Gefühl und langsam anfährt, drehen die Reifen sofort durch und das ESP greift ein. Selbst beim zügigen Beschleunigen im zweiten oder dritten Gang tritt dies noch ein. Hier merkt man dann auch wieder, dass die Lenkung weich wird und man für einen kurzen Moment kaum Kontrolle über den Wagen hat.

Geräuschkulisse

Nun aber wieder zu etwas Positivem. Die Geräuschkulisse in dem Fahrzeug ist großartig. Motorgeräusche sind nur in hohem Drehzahlbereich zu vernehmen. Anfangs schaute ich an der Ampel immer auf den Drehzahlmesser, um zu überprüfen, ob der Motor noch läuft.

Auch bei hohen Geschwindigkeiten ist der Wagen so ruhig, dass einem 200 km/h absolut nicht schnell vorkommen.

Trotzdem macht der Sportauspuff von außen einen ganz vernünftigen Sound. Mit einem Sportwagen kann er allerdings bei weitem nicht mithalten.

Wartungskosten

Zuletzt noch zu den Wartungskosten. Hier liegt der Vectra eigentlich im Durchschnitt. Teile wie Bremsen, die ja nun mal etwas leistungsfähiger als die Standardmodelle sind, sind allerdings auch etwas teurer als gewöhnlich. Da der Motor eine Steuerkette hat, fällt hier aber wenigstens der Zahnriemenwechsel weg.

Gerne hat der Vectra GTS allerdings Elektronikprobleme. So kommt es bei meinem hin und wieder vor, dass die Lüftung nicht funktioniert und auch das Anzeigenfeld im Display hierfür ausfällt. Nach dem Ausschalten und wieder Einschalten des Motors funktioniert dies aber wieder. Dennoch kann es hier immer wieder zu Ausfällen kommen.


Fazit

Eingangs habe ich die Aussage in Frage gestellt, dass es sich bei dem Vectra um ein klassisches Rentnerauto handelt. Ich denke es ist klar geworden, dass der Vectra zwar auf sportlich macht, diese Aussagen, die das Design macht, aber nicht so ganz einhalten kann.

Der Wagen ist gut motorisiert und bringt solide und angenehme Fahrleistungen. Mankos sind dabei lediglich das nervige ESP System und das Fahrwerk.

Im Gegensatz hierzu kann der Vectra dafür allerdings als Reisewagen absolut überzeugen. Dazu laden vor allem die guten Sitze und die großzügigen Platzverhältnisse ein. Aber auch die vergleichsweise hohe Höchstgeschwindigkeit und die niedrige Geräuschbelastung im Innenraum tragen dazu bei, dass sich der Wagen vor allem für lange Reisen eignet.

Das Gefühl hier viel Auto für wenig Geld zu bekommen, hat mich also nicht getäuscht.

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.


Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 401 mal gelesen und wie folgt bewertet:
93% :
> Wie bewertet man einen Erfahrungsbericht?
besonders hilfreich

Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • JanineBra veröffentlicht 19.11.2017
    BH und alles Liebe!
  • eixen0 veröffentlicht 18.09.2017
    ** BH nachgereicht & LG SANDRA **
  • Gundo57 veröffentlicht 15.09.2017
    Hier ist jetzt meine angekündigte und versprochene Höchstwertung ;-)! LG Gundo
  • Haben Sie Fragen? Loggen Sie sich auf Ihr Ciao-Konto ein, um dem Autor einen Kommentar zu hinterlassen. Sich anmelden

beliebteste ähnlich Produkte

Produktdaten : Opel Vectra GTS 2.2

Produktbeschreibung des Herstellers

Mittelklasse - Limousine mit Schrägheck - Benzin

Haupteigenschaften

Serie: Vectra

Leistung (kW): 114

Leistung (PS): 155

Hubraum (ccm): 2198

Türen: 4

Kraftstoff: Benzin

Aufbau: Limousine mit Schrägheck

Klasse: Mittelklasse

Hersteller: Opel

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 06/03/2009