Ich habe den H57 nun seit rund 6 Monaten unter meiner Decke hängen und seither schon an die 200 Betriebsstunden mit dem Gerät verbracht.
Der erste Aspekt, der an dem Gerät sofort positiv auffällt ist der geringe Geräuschpegel, der vom Hersteller mit 23 Dezibel angegeben ist. Somit gehört ... Bericht lesen
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Ich habe den H57 nun seit rund 6 Monaten unter meiner Decke hängen und seither schon an die 200 Betriebsstunden mit dem Gerät verbracht.
Der erste Aspekt, der an dem Gerät sofort positiv auffällt ist der geringe Geräuschpegel, der vom Hersteller mit 23 Dezibel angegeben ist. Somit gehört der H57 zu den leisesten DLP Beamern überhaupt und das ist bei leisen Filmpassagen wirklich sehr angenehm, da ein lautes Lüftergeräusch der Akustik doch einiges an Atmosphäre wegnimmt. Lediglich bei hohen Umgebungstemperaturen oder einem Wärmestau kann es vorkommen, dass der H57 seine Lüfter hochregelt, so dass die Lautstärke etwas anzieht. Diese prinzipbedingte Eigenschaft bringen aber eigentlich alle Geräte mit sich.
Das Gehäuse wirkt etwas klobig und die weiße Lackierung passt sicher nicht in jedes Wohnkonzept.
Als Zuspielung empfiehlt sich ein etablierter DVD Player mit DVI oder HDMI Ausgang, damit das Signal weitestgehend verlustfrei zum H57 übertragen werden kann. Selbstverständlich "versteht" der digitale DVI - Eingang des H57 auch den HDCP Kopierschutz. Mittels eines mitgelieferten Adapters lässt sich auch ein HDMI Kabel anschließen.
Ich nutze als Zuspieler den DENEN DVD-1910 Player. Als Leinwand nutze ich eine 1,6 Meter breite Rahmenleinwand. Grundsätzlich würde ich eine Rahmenleinwand auch empfehlen, da diese eine absolut plane Oberfläche bieten. Rolloleinwände dagegen neigen immer zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Wellenbildung, welche bei bewegten Bildern Verzerrungen verursachen.
Alle Aussagen bezüglich der Bildqualität sprechen also für das Gespann aus dem H57 Projektor, die Rahmenleinwand und dem DVD1910 Player.
Die Bildhelligkeit erzeugt mit bis zu 1100 Lumen ein sehr knackiges Bild. Provoziert der Filmemacher beispielsweise einen Blendeffekt, dann wird das vom H57 auch entsprechend hell in Szene gesetzt, so dass man sich tatsächlich geblendet fühlt. Ich würde sagen, dass man den H57 bis zu einer Leinwandbreite von 3 Metern ohne Bedenken einsetzen kann
Der Schwarzwert bleibt dabei auf einem guten, niedrigen Level, so dass auch dunkle Bildinhalte mit einer guten Durchzeichnung projiziert werden. Dies ist ein Aspekt, wo die DLP Technologie gegenüber der LCD Technologie einen Vorsprung genießt, weil bei vielen LCD Beamern dunkle Bildinhalte schlichtweg absaufen.
Die Farbwiedergabe war "out of the Box" etwas verfälscht, jedoch bietet der H57 alle nötigen Regler, um diesen Zustand zu verbessern. Ich bin da sogar einen Schritt weitergegangen und habe mit das Gerät von einem Fachmann kalibrieren lassen. Hierzu übernimmt ein Sensor die Funktion des menschlichen Auges, so dass ein möglichst genauer Weißabgleich über alle Helligkeitsbereiche erzielt werden konnte.
Interessant ist auch der gemessene On/Off Kontrast, der bei korrekter Farbwiedergabe bei knapp 2000:1 liegt, was bedeutet, dass die maximale Helligkeit der Projektion 2000 mal heller ist, als der Schwarzwert - ein sehr guter Wert in dieser Preisklasse.
Geräte aus dem LCD Lager versprechen bereits Kontrastwerte von über 10000:1 - leider spielt man hier mit dem Halbwissen der Kunden. Tatsächlich beträgt der reale "netto-Kontrastwert" dieser Geräte bei etwa 1000:1 - 1500:1.
Die Auflösung des H57 ist mit 576 x 1024 Bildpunkten ausreichend, um PAL DVDs sowohl in 16:9 als auch im 4:3 Format ohne Verluste darzustellen. Die horizontale Auflösung ist sogar noch um einiges höher, als der PAL Standart.
Dank der hohen Pixelfüllrate, die durch die DLP Technik ermöglicht wird, ist bei einem praxisgerechten Betrachtungsabstand kein Pixelmuster erkennbar.
HDTV kann der H57 natürlich auch projizieren und trotz der PAL Optimierung merkt man sofort einen deutlichen Zugewinn an Bildqualität.
Es gibt und gab auch zum Zeitpunkt der Anschaffung bereits auch HDTV optimierte Beamer "HD Ready genannt", die zum Teil günstiger (LCD Modelle) oder nicht viel teurer (DLP Modelle) waren als der H57. Ich spreche hier also von der Preisklasse bis etwa 2500€. Ich habe mich aber dennoch für den H57 entschieden, weil ein gutes Bild nicht allein durch eine hohe Auflösung bestimmt wird. Lassen wir die Auflösung außen vor, erreichte eigentlich keines der HDTV Alternativen den guten Kontrastwert des H57, gleiches gilt für die Qualität der Farbwiedergabe.
Und was bringt mir jetzt eigentlich HDTV?
Es dauert sicher noch 2-3 Jahre, bis sich HDTV wirklich zur Massenware gemausert hat und die DVD vom neuen HDTV Medium "Blue Ray Disc" abgelöst wird. Erst wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, halte ich die Anschaffung eines HDTV Beamers für sinnvoll. In diesem Zeitraum steht natürlich auch die technologische Entwicklung der Beamer nicht still, so dass man auch in dieser Hinsicht profitiert.
Widmen wir uns aber nun wieder dem H57.
Wie bei jedem DLP Projektor erzeugt auch der H57 den so genannten Regenbogen bzw. RBE Effekt. Bei starken Kontrastübergängen (z.B. weiße Schrift vor schwarzen Hintergrund) kann ein RBE empfindlicher Mensch in der Projektion regenbogenartige "Farbblitze" sehen.
Die Technik im H57 ist bereits darauf optimiert, das dieser Effekt für die meisten Menschen nicht oder nur sehr selten sichtbar ist. Ich selber habe glücklicherweise keine Probleme, würde aber jedem Projektor - Neuling einen Besuch beim Fachhändler nahe legen, damit man diesen Aspekt noch vor dem Kauf ausloten kann.
Die Fernbedienung des H57 ist hintergrundbeleuchtet, handlich und funktioniert auch, wenn man damit einfach auf die Leinwand zielt. Der H57 hat zwei Empfangsdioden, damit das Signal der Fernbedienung möglicht störunanfällig empfangen werden kann.
Leider besitzt der H57 keinen LensShift. Diese Funktion ermöglicht durch eine bewegliche Optik die Verschiebung der Projektion, was für mehr Flexibilität in der Aufstellung sorgt. Das Objektiv des H57 muss also immer mittig vor der Leinwand platziert werden. Dank eines Zoom Objektives hat man zumindest einen gewissen Spielraum, was den Abstand des Gerätes vor der Leinwand betrifft.
Es empfiehlt sich, bei Interesse die Herstellerwebseite aufzusuchen, dort finden sich Informationen bezüglich der erzielbaren Bildgrößen bei bestimmten Projektionsabständen.
Die Lebensdauer der Projektionslampe wird mit 3000 Stunden angegeben - ein völlig uninteressanter Wert, der mal wieder in die Kategorie Prospektblenderei fällt. Eine Projektionslampe verliert im Laufe der Zeit immer mehr an Helligkeit, worunter auch der Kontrast und die Farben leiden. Des Weiteren sind die Herstellerangaben auch keine garantierten Werte, denn eine defekte Lampe wird üblicherweise als Garantiefall abgelehnt. Lediglich wenn nach sehr wenigen Betriebsstunden bzw. kurz nach dem Kauf ein Lampendefekt auftritt, hat man gute Chancen auf Kulanz eine neue Lampe zu erhalten.
Die Bedienungsanleitung des H57 ist dem Laien keine große Hilfe, da sie nicht sonderlich gut übersetzt ist und die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten unzureichend erklärt.
Abschließend möchte ich noch die technischen Daten angeben: