Orkney Islands

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Erfahrungsbericht über "Orkney Islands"

veröffentlicht 12.10.2017 | Mogli2309
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Über sich :
Wenn das so weiter geht, werde ich in knapp 4 Jahren gold, und schwarz wahrscheinlich im Jahr 3000
Ausgezeichnet
Pro tolle Landschaft, viele Sehenswürdigkeiten
Kontra nichts
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"Moglis Besuch auf den Orkney Inseln"

Herrenhaus Balfour Castle auf der Insel Shapinsay

Herrenhaus Balfour Castle auf der Insel Shapinsay

Da die Orkney Inseln vielleicht nicht jedem ein Begriff sind, hier erst einmal etwas über die Geografie der Inselgruppe. Die Orkney Inseln gehören zu Großbritannien, genauer gesagt zu Schottland und liegen vor der schottischen Nordküste. Die südlichsten Inseln der Inselgruppe liegen recht nah, ja sogar in Sichtweite des schottischen Festlandes. Noch etwas weiter nordwestlich liegen die ebenfalls zu Schottland gehörenden Shetland Inseln. Die Inseln liegen ungefähr auf der gleichen Höhe wie der Süden von Grönland und Sankt Petersburg.

Die Inselgruppe besteht aus ungefähr 70 Inseln und Inselchen, wobei Mainland die weitaus größte ist. Auf sie allein entfällt ungefähr die Hälfte der Gesamtfläche der Inseln die ca. 990 km² beträgt. Auf den 20 bewohnten Inseln leben ca. 21.000 Einwohner (2011).

Besiedelt wurden die Inseln wohl im 9. Jahrhundert von Norwegen aus. Und auch heute ist der norwegische Einfluss immer noch spürbar. So erinnert die heutige Flagge der Orkneys doch recht stark an die des Königreichs Norwegen. Zusätzlich zu dieser ist bei der Flagge Orkneys das blaue Kreuz auf rotem Grund noch gelb umrandet.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden die Inseln dann vom schottischen Königreich vereinnahmt.

Während unser Kreuzfahrtschiff von Norden kommend auf Mainland und den Hafen von Kirkwall zufuhr, konnte ich sehen, dass die Küsten zum Teil steil ins Meer abfallen, dass es aber durchaus auch Stellen gibt, an denen das Land flacher abfällt und Wiesen bis nahe an die Küste heranreichen.

Mainland ist nicht nur die flächenmäßig größte der Inseln, sondern hier liegen mit Kirkwall und Stromness auch die wichtigsten Städte. Kirkwall hat als Verwaltungssitz ungefähr 7.000 Einwohner und Stromness mit ca. 2.000 Einwohnern ist auf Grund des Fährhafens mit Verbindungen zum Festland wichtig.


Die die Inselgruppe anfahrenden Kreuzfahrtschiffe laufen meist wohl Kirkwall an. Da der Hafen etwas außerhalb der Stadt liegt, werden von der Tourismuszentrale Shuttlebusse einsetzt, die die gut 2 Kilometer Entfernung betragende Strecke zur Touristeninformation und zum sich dort auch befindlichen Busbahnhof kostenlos während der Liegezeiten der Schiffe bewältigen und regelmäßig hin- und herpendeln.

Die Fährgesellschaft Orkney Ferries betreibt die Verbindungen zwischen den Inseln.
Mainland

Mainland ist unterteilt in den östlich gelegene East Mailand und das nach Westen reichende West Mainland. Wenn man sich die Karte der Insel ansieht verengt sich der "Grenze" der beiden Teile das Land in eine Art Taille. Und genau hier liegt Kirkwall.

Stromness liegt auf West Mainland dort nicht weit von der Westküste entfernt.

Hoy

Südlich von Stromness liegt die kleine Insel Graemsay und noch etwas weiter südlich davon Hoy. Hoy ist mit 143,18 km² die zweitgrößte Insel des Archipels. Zwischen Hoy und Mainland liegt der Hoy Sound. Hoy hat ca. 420 Einwohner. Der Name der Insel bedeutet "Hohe Insel" und rührt wohl daher, dass sich hier die höchste Erhebung der Inselgruppe befindet. Ansonsten sind die Inseln recht flach. Der Berg Ward Hill ist 479 m hoch.

Rousay

Außer den vielen kleinen und ganz kleinen Inseln und Inselchen will ich hier noch Rousay nennen, der mit 48,4 km² drittgrößten Insel. Die Einwohnerzahl von Rousay beträgt nach einer Zählung von 2011 ungefähr 220. Rousay ist durch den Eynhallow Sound von Mainland getrennt. Bekannt ist die Insel für ihre Seen und Hochmoore, die dafür sorgen, dass es hier große Natur- und Vogelschutzgebiete gibt. Diese kann man auf markierten Wegen bewandern und Vögel sehen, die es sonst auf den Britischen Inseln nur noch selten beobachten kann.

Shapinsay

Shapinsay ist die nördliche Nachbarinsel von Mainland und liegt direkt vor der Nordostküste von Mainland. Sie ist mit 29.48 km² und ungefähr 300 Einwohnern eine der größeren Eilande.

Gerade an der Südküste von Shapinsay wird gut die Topografie an der Küste ersichtlich. Steil in Meer abfallende hohe Felsen und direkt daneben flache Weiden die fast bis den Meeressaum heran reichen . Dann wiederum gibt es Stellen, an denen sich zwischen dem Meer und dem Weideland Felsbrocken liegen, die ins Wasser hineinreichen. Hier liegt auch das schloßähnliche mit vielen Türmen versehene Herrenhaus Balfour Castle, dass heute als Schlosshotel betrieben wird, aber in Teilen zur Besichtigung freigegeben ist. Auch der Hafen der Insel, von dem aus man in ungefähr einer halben Stunden von Kirkwall fahren kann, befindet sich in der Nähe. Gut sichtbar war für uns der hinter dem Herrenhaus aufragende Wald.


Meine Meinung (Erfahrungen)

Außer den Eindrücken, die ja schon weiter oben im Bericht geschildert habe, kann ich sagen, dass die sowohl die Durch- und Vorbeifahrt an den Inseln des Archipels sehr genossen habe, als auch den Aufenthalt auf Mainland.

Dort haben wir uns zuerst die Hauptstadt Kirkwall angesehen.

Sehr hilfreich dabei war für uns das Touristenzentrum, wo wir uns kostenlose Prospekte und Informationsbroschüren mitnehmen konnten. Schon nach dem Anhalten des Shuttlebuses, der wie schon erwähnt auch kostenfrei war, erhielten von eine netten Dame einen Stadtplan, der uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigte. Und so konnten wir die sehenswerte Sankt Magnus Kathedrale, sowie den Earl's Palace und auch den Bishop's Palace sehr gut finden. Alle diese Sehenswürdigkeiten Kirkwalls sind sehr gut in wenigen Minuten vom Busbahnhof aus erreichbar. Dabei bekommt man schon einen guten Eindruck von der Stadt, mit meist schmalen Straßen und den dort stehenden Häusern. In der Einkaufsstraße llegen nette Geschäfte in denen man außer den typischen touristischen Angebote auch typisch schottische Waren findet. Dabei darf der Wiskey natürlich nicht fehlen. Aber auch sehr schöne Wollwaren in guter Qualtität sind zu finden.



Bei unserem Spaziergang kamen wir auch durch eine nette Gartenanlage und sahen recht alte, aber gut erhaltene Wohnhäuser. So konnte ich über dem Türsturz eines Hauses die Jahreszahl 1743 lesen. Und an einer Ecke stand sie auch noch, die wohl in Großbritannien auch aus der Mode kommende, typische rote Telefonzelle mit einem ebenso roten kreisrunden Briefkasten daneben.

Auch eine Wiskybrennerei, die Highland Park Wiskybrennerei gibt es in Kirkwall. Obwohl sie die nördliste Wiskeybrennerei Schottlands sein soll, haben wir auf einen Besuch verzichtet, denn wir hatten noch von anderen Sehenswürdikgkeiten auf Mainland gelesen und die wollten wir uns unbedingt noch ansehen. Und wir würden auch, was wir aber hier noch nicht wussten, noch eine Gelegenheit zur Besichtigung einer Wisky Brennerei haben und diese auch nutzen.

Jetzt aber galt es herauszufinden, wir zu den Standing Stones of Stennes, zum Watch Stone, zum Ness of Broadgar, zu den Lochs Harray Loch und Stennes Loch und vor allen Dingen zum Ring of Broadgar kommen würden.

Zu Fuß war es zu weit, einen Mietwagen hatten wird nicht und ob, wo und wie am Sonntag Busse fahren würden, dass mussten wir erst herausfinden. Außerdem war es schon kurz nach 14:00 und um 18:00 würde unsere Tischzeit beginnen. Na ja, wenn wir das nicht schaffen würden, dann würden wir eben im Buffet Restaurant essen, denn erst um 20:30 müssten wir pünktlich zur Abfahrt um 21:00 wieder auf dem Schiff sein. Aber zuerst einmal sehen, ob und wie man überhaupt hinkommen würde.

Und so sind wir, vorbei am Fischereihafen wieder zum Busbahnhof und zur Touristeninformation gelaufen. Dort sagte man uns, dass sehr wohl Busse fahren würden. In den Busfahrplan den man uns gab, zeichnete man die Abfahrtszeiten für Hin- und Rückfahrt ein und umkreiste die Haltestelle die für uns zutreffend war. Zum Schluss erklärte man uns noch wie wir von der Haltestelle zu den Sehenswürdigkeiten kommen würden, zeigte uns das auch auf dem Inselplan und sagte uns die Busnummer und auf welchem Bussteig der Bus hier in Kirkwall abfahren würde.

Dem Fahrplan konnten wir dann entnehmen, dass Sonntags die Busse leider nur zweistündlich fahren. So hätten wir endweder nur ein halbe Stunde Zeit oder würden halt nicht rechzeitig zum Abendessen zurück sein. Wir würden sehen.

Wir stellten uns also an die Plattform 2 und fuhren umd 15:20 los. Der Busfahrer, dem wir die Haltestelle an der wir aussteigen wollten gesagt hatte, sagte, dass er uns Bescheid geben würde, wenn wir aussteigen sollten. Auf der Fahrt die 25 Minuten dauerte fuhren wir zuerst durch einige Wohnviertel und dann hinaus aufs Land. Wir sahen viele Weiden, die durch Steinmauern voneinander abgetrennt waren. Auf ihnen weideten viele Schafe und hin und wieder oft auch dunkle Rinder.

Als der freundliche Fahrer uns Bescheid gab, sind wir an der Haltestelle Tormiston Mill ausgestiegen und sahen dann auch schon die Hinweisschilder zu den Sehenswürdigkeiten. Dazu mussten wir lediglich die Stichstraße nach Nordwesten hinunterlaufen. Alles was wir besuchen wollte, war auf dem Übersichtsplan von West Mainland eingezeichnet und alles lag an dieser Straße.

Die Straße führte fast von Anfang an am östlichen Ufer des Stennes Loch entlang. Und auf der anderen Straßenseite konnten wir in einiger Entfernung schon das Harray Loch sehen.

Beide Seen sind zusammen 19,3 km² groß sind damit die größten See der Orkey Inseln. Loch Harray ist ganz leicht brackig, denn es ist an einer vielleicht 100 m breiten Stelle mit dem Loch Stennes verbunden, das wiederum bei Brig O'Waithe an seiner Südspitze mit dem Atlantik und der Bay of Ireland verbunden ist. Dadurch ist es das größte Brackwassergewässer Großbritanniens. Das die Seen ziemlich groß waren, konnten wir sehen und noch etwas ist uns aufgefallen. Sie mussten recht flach sein, denn in einem der beiden sahen wir ein Schaf stehen und in dem anderen einen Fischer.

Wir haben also Loch Stennes sozusagen links liegen lassen und sind einige hundert Meter am Straßenrand die Straße auf der rechten Seite (denn auch in Schottland gilt der Linksverkehr) hinunter gelaufen und sahen dann schon den Eingang zu den Standing Stones of Stennes.

Bei den vor dem Ufer zum Harry Loch stehenden Steinen handelt sich um den ältesten Steinkreis der Britischen Inseln, den man auf das Jahr 3100 v. Chr. und damit in die Jungsteinzeit datiert hat. Von ursprünglich wohl 12 Steinen des inneren Kreises stehen heute noch vier bis zu 5,70 m hohe Steine.





Mir ist aufgefallen, dass einige recht dick, andere aber wiederum erstaunlich schmal sind. Zwischen den Steinen liefen nur wenige Besucher herum, obwohl der Eintritt kostenlos ist und auch der Parkplatz ist nicht kostenpflichtig.

Wir sind, nachdem wir uns dort umgesehen hatten, ein Zeitrahmen von 20 Minuten sollte dabei vollkommen ausreichend sein, wieder zur Straße zurückgekehrt. Bald schon hatten wir die Brücke erreicht, die die Enge zwischen den beiden Lochs überspannt. Direkt vor der Bridge of Brodgar aber stand auf der linken Seite der Straße, die hier so schmal über die Brücke führt, das immer nur ein Auto nebeneinder fahren kann, noch ein einzeln stehender Stein, der Whatch Stone, schmal und hoch steht er unmittelbar an der Straße. Bald nach der Brücke konnten wir den Weg auf einem Fußweg fortsetzen und der teilweise rechts, teilweise links an der Straße entlang führt.

Mich fazinierte die Weite der Landschaft die unter einem blauen Himmel lag. Dioe Sonne strahlte und nur wenige weiße Wolken waren zu sehen. Dann das Gefühl auf geschichtsträchtigem Boden zu wandeln, ob schon vor über 5.100 Jahren Menschen gelebt und gesiedelt haben. Auch wenn man davon ausgeht, dass die Steine, wenn überhaupt nur wenig bearbeitet wurden, stellt sich einem immer noch die Frage, wie man sie transportiert und dann aufgestellt hat.

Auf Mainland gehören weitere Menhire (Comet Stone, Bridge Stone und der Barnhouse Stone) zu dem gesamten Ensemble.

Auch an anderen Stellen der Orkneys gibt es noch Menhire, so den '''Mor Stein
Standing Stone''' auf der Insel Shapinsay der deshalb auch The Standing Stone of Shapinsay.


Als nächstes kamen wir zum Ness of Broadgar, einer 2,5 ha großen archäologischen Grabungsstätte aus der Zeit von 3200 v. Chr.. Leider konnten wir uns auf dem Gelände nur kurz umsehen, denn im Gegensatz zu den anderen Sehenswürdigkeiten ist diese nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. Und als wir dort ankamen, wurde es gerade geschlossen. Allerdings sind auch hier sowohl der Parkplatz als auch das Ausgrabungsgelände kostenlos.


Danach ging weiter und schon von weitem konnten wir die beeindruckend große Anlage des Ring of Broadgar sehen. Dieser Ring ist mit einem Durchmesser von 104 m sogar größer, als der bekannte von Stonehenge und der drittgrößte in Großbritannien. HIer in diesem Ring stehen heute noch 27 von ehemals wohl 60 Steinen. Das Alter der Anlage wird auf ungefähr 3.700 Jahre geschätzt,

Ich konnte lesen, dass die Steine des Rings wie auch die der Standing Stones wohl aus einem Steinbruch stammen, der nördlich von Skara Brae liegt und damit fast 7 Kilometer (Luftlinie) entfernt ist. Auch der Ring of Broadgar kann immer kostenlos besichtigt werden. Ein recht großer Parkplatz, auf dem ich auch einen Reisebus stehen sah liegt am nördlichen Eingang zum Gelände. Wir haben den am südlichen Ende genutzt. Auf einer Art Rundweg geht man direkt an den Menhiren vorbei. Dabei fällt wieder die enorme Höhe auf.

Alle hier von mir beschriebenen Sehenswürdigkeiten einschließlich der beiden Lochs stehen schon seit 1906 unter staatlichem Schutz und gehören seit 1999 zum UNESCO-Welterbes (The Heart of Neolithic Orkney).

Dann sind wir zurück zur Haltestelle gelaufen (ungefähr 4 km) und sind dann mit dem Bus wieder zum Busbahnhof in Kirkwall gefahren. Unterwegs ging es wieder durch kleine Ortschaften wie Finstown, das direkt an der Bay of Firth liegt auf die wir einen schönen Blick hatten.





Fazit

Mich hat sowohl die Innenstadt von Kirkwall mit der Kathedrale, dem Earl's Palace und dem Bishop's Palace als auch das Herz der Neolitischen Orkney begeistert. Auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Schotten will ich hier nicht unerwähnt lassen.

Auch die Busfahrt, die uns einen kleinen Eindruck der Orte und der Landschaft auf Mainland vermitteln konnte und der Spaziergang entlang der Lochs bei wirklich tollem Wetter, hat uns gut gefallen.


Es ist mir jetzt gelungen Fotos Bericht hochzuladen. Ich musste sie dafür aber verkleinern, keine Ahnung warum, denn die die ich bisher hochgeladen habe, waren auch recht groß. Sorry, wenn dadurch die Qualität gelitten hat, aber besser so als gar nicht.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Camilla23 veröffentlicht 22.10.2017
    bh
  • sun66 veröffentlicht 20.10.2017
    bh
  • dik1609 veröffentlicht 20.10.2017
    BH
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