Ostsee, Segelhafen Damp

Ostsee, Segelhafen Damp

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Der Damper Segelhafen ist unsere erste Station auf dem Weg nach Norden. Oft sind Wind und Wetter so gut, daß wir an ihm vorbeifahren. Bei verspätetem Absegeln oder schlechtem Wetter kehren wir dort ein. Von weitem sieht man futuristische Hochhäuser die so garnicht in die milde, holsteinische ... Bericht lesen





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Zwischen Pommes und Pyramiden
Erfahrungsbericht von Libertas über Ostsee, Segelhafen Damp
18.04.2001


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Viele Liegeplätze, nette Leute
Kontra: Menschengewimmel, ziemlich unpersönlich

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Der Damper Segelhafen ist unsere erste Station auf dem Weg nach Norden. Oft sind Wind und Wetter so gut, daß wir an ihm vorbeifahren. Bei verspätetem Absegeln oder schlechtem Wetter kehren wir dort ein.
Von weitem sieht man futuristische Hochhäuser die so garnicht in die milde, holsteinische Landschaft passen wollen. „Manhattan“ sage ich jedes Mal und schüttele mich. Urlaub stellt der Segler sich anders vor. Beim Näherkommen wird das ganze dann etwas aufgemildert von den witzigen Pyramidenbauten. Besonders von dem Gedanken, daß sich darin gute Restaurants befinden mit hervorragenden Fischgerichten. Aber so weit sind wir ja noch nicht. Lange, weiße Strände locken den Badefan, meist jedoch sieht man schon von weitem das Menschengewimmel und kann nur hoffen, daß es an den Stegen nicht genauso voll ist.

Die Hafeneinfahrt ist relativ eng ( der Hafen dafür im Innenbereich gut geschützt) und es kribbelt etwas im Bauch, wenn einem ausgerechnet an dieser Stelle ein Ausflugsdampfer entgegenkommt. Man könnte sich als Gast auch an die Außenmole legen, das sieht für Neulinge herrlich idyllisch aus, hat aber den Nachteil, nur von einem flachen Steinwall geschützt zu sein. Bei ungünstigem Wind und Schwall arbeiten die Schiffe hier nachts so sehr, daß man in der Koje kein Auge zutut und in ständiger Angst lebt, es könne dem Boot etwas zustoßen. Auf den Innen-Gästeplatzen ist es zwar schon ruhiger, aber wir fahren in letzter Zeit eigentlich immer ganz in den Hafen rein und sehen nach, ob nicht von den Einheimischen welche unterwegs sind und uns ihren Platz überlassen. Dort schläft man dann wie in Morpheus Armen, es sei denn...
...man landet aus Versehen vor der Diskothek! Alles schon dagewesen. Aus den verschiedenen Kneipen torkeln zu mitternächtlicher Stunde öfter mal sonderbare Gestalten, die zu den Klängen von „Schatzilein“ und ähnlichen musikalischen Genüssen ihren Heimweg suchen.

Hat man schließlich seine Box gefunden, geht der erste Weg zum Hafenmeister. Davon gibt es in Damp ganze drei, alle außergewöhnlich nette und erfahrene Seeleute. Sie haben ihr Büro ebenfalls in einem chicen Pyramidenbau, der allerdings von den Gästeplätzen unsinnig weit entfernt liegt. Das ist nachteilig, weil man erst hier die Toilettenschlüssel ausgehändigt bekommt und diesen Gang öfter unter besonderem Leidensdruck antritt...Hier zahlt man seine Hafengebühr (DM 20,- bis DM 25,- pro Nacht) und schnackt ein wenig über Wind und Wetter.

Die Waschräume sind in Damp ein Kapitel für sich. In den meisten Häfen bilden die Segler ja eine „geschlossene“ Gesellschaft und haben ihre Sanitäranlagen in der Nähe ihrer Liegeplätze. Da guckt keiner komisch, wenn man abends mit einem Handtuch über der Schulter und dem Kulturbeutel in der Hand durch die Gegend trabt. In Damp muß man sozusagen den offiziellen Campus zwischen Hotels, Apartmenthäusern und der Ostseeklinik überqueren und trifft immer irgendeinen überraschten Touristen aus Wuppertal, der einem nachdenklich hinterher schaut wenn man frischgeduscht mit Fön und Zahnbürste bewaffnet seinen Weg kreuzt. Nachts gehe ich als Frau da natürlich auch nicht beliebig gerne hin, weil immer irgendwelche torkelnden Gestalten umherschwirren.
Die Sanitäranlagen selber sind merkwürdig karg gehalten und bestimmt schon recht betagt.
Aus mancher Dusche kommt ein gar trauriges Rinnsal. Während in den meisten Segelhäfen die Anlagen mehrmals täglich aufgeräumt werden, quellen in Damp oftmals Berge von benutzten Papierhandtüchern aus den Behältern.

Ansonsten ist die Stimmung in Damp zwischen leutselig und surrealistisch. Man muß einfach wissen, daß dort in den Sommermonaten rund um die Uhr Hullygully angesagt ist. Da werden Touristenhorden in Reisebussen angekarrt, kriegen eine sonderbare Kopfbedeckung ausgeteilt (mit Hörnern) und feiern dort „Wikingerfeste“(?!) . Die laufen dann auch durch den Hafen und bestaunen die Segler mit eher glasigen Augen. Daneben fahren Rekonvaleszenten der großen orthopädischen Klinik mit Rollstühlen durch die Gegend und tausende von Badegästen wimmeln von Pommesbude zu Pommesbude. Neben diesen und vielen anderen Gruppen gibt es Tagesgäste oder Restaurantbesucher, denn in Damp kann man gut und nicht überteuert essen. Das ist dann auch Seglers Trost am Abend, schmecken tut es irgendwie immer.

Am Sonntagmorgen läuft der verschlafene Segler auf dem Weg zu seiner Dusche erst einmal über einen Flohmarkt, ob er will oder nicht. Das ist überraschend. Der muß irgendwie in den späten Nacht- oder frühen Morgenstunden dort entstanden sein. Die guten Brötchen trösten ihn über alles hinweg...

Summa summarum würde ich über Damp sagen: es ist besser, als sein Ruf. Nebelt man dort gleich mehrere Tage ein, kann man ja eine Tour durch die Einrichtungen machen. Langweilig wird es auf keinen Fall! Das beliebte Aqua Tropicana ist allerdings nur etwas für sehr kleine Kinder, aber die Schwimmhalle ist okay, der Minigolfplatz und die sonstigen vielfältigen Unterhaltungsangebote. Für Spazierengeher und Radfahrer gibt es herrliche Wege um die Gegend auszukundschaften. Das Wichtigste ist aber, daß man nett empfangen wird und trotz des Durcheinanders eigentlich gute Stimmung herrscht. Nobody is perfect.
   

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18.02.2009


Ostsee, Segelhafen Damp

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Sportart: Segeln

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