Others, The

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Unheimliche Ereignisse?!

4  17.01.2002

Pro:
Kameraführung, Sound, Schauspieler, Geschichte in sich schlüssig

Kontra:
teilweise etwas langatmig, einige überflüssige Szenen

Empfehlenswert: Ja 

Sokrates78

Über sich:

Mitglied seit:18.04.2001

Erfahrungsberichte:58

Vertrauende:49

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 190 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo Freunde !!


Vor kurzem war wieder mal Kinozeit und da meine Freunde und ich uns keinen wahren Psychoschocker im Kino entgehen lassen wollen und wir eigentlich bisher fast ausschließlich gute Kritik dahingehend vom neuen Film mit Nicole Kidman gehört bzw. gelesen haben, haben wir uns schnurstracks ins nächste Kino aufgemacht und uns auf einen recht furchterregenden Abend eingestellt, der uns im schlimmsten Falle sogar noch die eine oder andere unangenehme Nacht bescheren würde *g*.
Tja und was uns da so alles widerfahren ist, will ich euch natürlich nicht vorenthalten:


Daten des Filmes:
**************

Titel: „The Others“
Drehort, Länge: USA 2001, 101 Minuten
Regie: Alejandro Amenábar
Darsteller: Nicole Kidman als GRACE, Alakina Mann als ANNE, James Bentley als NICHOLAS, Fionula Flanagan als MRS. MILLS, , Eric Sykes als MR. TUTTOLE, Elaine Cassidy als LYDIA und Christopher Eccelston als CHARLES


Zum Inhalt:
*********

Wir schreiben das Jahr 1945. Blende über eine recht öde Landschaft, tief eingehüllt in Nebel, der sich unnachgiebig in dieser Gegend breit gemacht hat. Inmitten dieser Landschaft findet man ein riesengroßes Domizil mit einem von aussen gesehen schon recht gespenstisch (da alt und modrig) anmutenden Haus, auf welches drei Gestalten hinmarschieren, wobei nicht klar ist, was diese drei Personen mit dem Haus gemeinsam haben.

Szenenwechsel: Schreiend wacht Grace in ihrem Bett auf und merkt doch schon bald, dass sie wahrscheinlich nur einen bösen Traum hatte und begibt sich hernach aus dem Bett, um nach ihren Kindern zu sehen. Doch da läutet es grade an der Türe und die drei Personen machen sich als die neuen Hausbetreuer vorstellig. Eine ältere Frau, ein älterer Mann und ein stummes Mädchen, alle drei recht ruhig und anständig, aber doch schon von Anfang an irgendwie eigen in ihrer Art. Doch Grace ist um jede Hilfe froh, seitdem die letzten Hausbetreuer einfach bei Nacht und Nebel das Haus verlassen hatten. Sie bittet die neuen Gäste rein und stellt sie nach einem kurzen Gespräch sofort ein. Alleine würde sie das alles nicht schaffen, ist doch ihr Mann in den Krieg gezogen und noch immer nicht zurückgekehrt. Die Alliierten hatten ihr dazu geraten ihren Gatten für Tod zu erklären.

Nach kurzen Besprechungen und Einführungen werden dann den neuen Betreuern die beiden Kindern vorgestellt. Das Problem dabei ist: Man muss extrem sorgfältig mit den Kindern umgehen, denn beide leiden an einer extrem schlimmen Form der Lichtallergie, die nach wenigen Minuten schon zum Tode führen würde. Deshalb müssen immer alle Türen geschlossen und versperrt werden, weil man nie wissen kann ob im nächsten Zimmer die Vorhänge geschlossen sind oder nicht. Klingt ein wenig verwirrend, aber das Ziel der Sache ist einfach, dass die Kinder keinem Licht ausser ganz schwachem Kerzenlicht ausgesetzt werden sollen und dürfen.

Mit der Zeit lernt man sich besser kennen und baut ein gutes Verhältnis zu den neuen Mitbewohnern auf. Doch dann beginnen erste eigenartige Vorkommnisse ein wenig Unruhe in das Haus zu bringen. Anne erzählt immer öfters von einem Jungen den sie immer wieder sieht und man schenkt ihr anfangs keinen Glauben. Nur das neue Kindermädchen Mrs. Mills hält sich anfangs ein wenig bedeckt und neutral. Das Bild wendet sich aber schon bald, als auch Grace beginnt Stimmen zu hören. Immer mehr unheimliche Dinge gehen in dem Haus vor. Türen waren plötzlich wieder geöffnet, wo man sich sicher war, dass sie verschlossen war. Eines Abends hört Grace jemand am Klavier spielen und immer öfter wiederholt sich ein bestimmtes Poltern im oberen Stockwerk. Langsam beginnt sie an sich selbst und ihrem Verstand zu zweifeln – auf der anderen Seite beginnt sie langsam aber sicher auch ihrer kleinen Tochter zu glauben, die immer wieder betont, dass sie diese Anderen auch sehen kann.

Langsam aber sicher verstärkt sich dann auch der Verdacht, dass die neuen Mitbewohner nicht ganz unschuldig in dieser Sache sind. Öfters werden sie bei privaten Gesprächen gezeigt, in denen sie darüber sprechen, dass das Mädchen eine Art Spur entdeckt hat und die Mutter auf dem richtigen Wege sei. Doch alles ist ziemlich verschwommen und total unklar.

Eines Tages entschließt sich Grace dann den Pfarrer aufzusuchen, doch sie findet den Weg nicht durch den dichten Nebel. Doch dann passiert etwas Überraschendes … sie trifft ihren Mann wieder, den sie an der Front als gefallen geglaubt hatte. Er kehrt mit ihr nach Hause zurück und es scheint sich anfangs die Lage ein wenig zu entspannen.

Doch schon bald geht der Spuk weiter und wird noch schlimmer, als ihr Charles die Familie nach wenigen Tagen wieder verlässt, da er noch mal zurück in den Krieg ziehen müsse.

Dann eines Tages geschieht das was Grace wohl am meisten gefürchtet hatte. Nachdem der Spuk kein Ende genommen hatte und sich statt dessen verstärkt hatte, wachte sie eines Morgens auf, da sie ihre beiden Kinder schreiend in deren Schlafzimmer gehört hatte. Schnell lief sie in deren Zimmer und was sie entdeckte war etwas, was sie verzweifeln ließ: Die Vorhänge wurden aus dem Zimmer entfernt, was zur Folge hatte, dass die Kinder der Lichteinstrahlung ausgesetzt waren – eine Katastrophe. Doch noch schwieriger wird die Lage als sie bemerkt, dass dem ganzen Haus die Vorhänge entwendet worden sind.

Was sollte sie nun tun? Wer hat all die Vorhänge versteckt? Was geschieht mit den Kindern? Sieht sie ihren Mann wieder? Was geschieht mit dem Haus? Und was für ein Ende wird der Film nehmen?
Fragen über Fragen, die ich euch nun offen lassen will, da sie eigentlich das sind, was dann den Film wirklich ausmachen und ich will euch ja nicht die ganze Freude am Kinogehen nehmen *g*.
Nur eines kann ich euch schon versprechen: Das Ende wird euch extrem überraschen und es ist im Prinzip das, was dann im Nachhinein den Film wirklich verständlich macht. Von der Genialität des Abschlusses kann man den Film sicherlich mit Filmen wie „6th sense“ vergleichen und ich denke nicht, dass es viele Leute gibt, die auch nur im Ansatz erahnen können, wie sich das ganze Rätsel um „die Anderen“ dann auflöst!! ;-)


Fazit:
****

Damit tue ich mich diesmal echt schwer. Zum Ersten weil ich nicht mehr der Hintergründe des Filmes verraten will (z.B. sind da auch schon einige tiefere Gedanken dahinter wie die Offenheit der Welt gegenüber und das damit verbundene Problem der selektiven Wahrnehmung, aber die will ich nicht verraten, denn sonst würde ich auch einiges mehr verraten als ich vor hatte *g*) und zum Zweiten weil ich dem ganzen Film mit etwas geteiltem Gefühl gegenüberstehe.

Ich habe vorher eigentlich fast ausschließlich geniale Kritik über diesen Film gehört und in einigen Punkten kann ich das auch wiederholen, andererseits aber muss ich sagen, dass der Film doch über lange Strecken ziemlich langatmig war und eigentlich auch nicht so viele Schocker geboten hatte, wie ich mir erwartet hatte. Ist aber immer so eine Sache mit den enttäuschten Erwartungshaltungen – an denen sollte man ja nicht die Qualität eines Filmes messen. Deshalb versuch ich es mal ein wenig objektiver und da auch meine eigene Meinung verstärkt einzubringen:

Also die Umsetzung der Geschichte ist inkl. dem ganzen „Setting“ (Sound, Bildqualität, Kameraführung) großartig gelungen und steigert die Spannung auch in einigen Momenten so richtig ins Unermessliche (einige haben sogar den Film vorzeitig verlassen, als es grade dem extrem spannenden Ende zuging?!). Das verdiente also mal meinen großen Respekt. Allerdings wurde mir auf einigen Szenen einfach zu lange „rumgekaut“ und auch einige meiner Meinung nach recht überflüssige Szenen ziehen den Film v.a. in der Mitte doch in die Länge. Das hätte nicht sein müssen denke ich … da gibt’s mal sicherlich die größten und wahrscheinlich auch einzigen Abstriche, die aber wiederum den Film einiges an Qualität nehmen, weil schließlich sollte es ja nicht Sinn der Sache sein sich eine Stunde im Kino schon fast zu langweilen, auch wenn der Rest dann gut gelungen ist.

Tja, der Rest?! Der Rest ist in diesem Falle vor allem der Schluss des Filmes. Mit der Ankunft und der plötzlichen Flucht ihres Mannes beginnt dann das ganze doch ziemlich spannend zu werden (das zieht sich etwa über einen Zeitraum von 30 – 35 Minuten). Und der Abschluss ist ohnehin famos und hat wirklich unheimlich viel Potential – das ist wohl der größte Pluspunkt des Filmes.

Aufgrund der genannten Punkte war für mich der Film dann doch recht gut gelungen und ich kann ihn euch auch guten Gewissens weiterempfehlen – ist sicherlich einer der Filme, die man gesehen haben sollte. Andererseits ist es nicht der unheimliche Topfilm, den ich mir fast ein wenig erhofft hatte. Ich denke, ich gebe dem Film 4 von 5 Sternen (mit Tendenz zu eher 3 Sternen – also sagen wir einfach sehr gutes Mittelmaß!).


!!!!! ACHTUNG !!!!!
Abschließend werde ich dann noch zum Ende meines Berichtes ein paar Worte über das verlieren, was ich einfach genial gelungen an dem Film fand. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte das mal vorerst noch nicht lesen, weil es auch etwas vom Ende verrät und wen es interessiert, der kann es ja doch schon mal jetzt lesen oder der kann auch später nach Begutachtung des Filmes noch mal reinschauen:

Hintergründiges: ! verrät Teile vom Ende !
*************

Nun, da ihr euch entschlossen habt, nicht zu warten wie der Film ausgeht, kann ich euch ja einiges vorweg verraten. Es stellt sich ja dann schlussendlich heraus, dass alles was man im Film gesehen hat nur eine Seite des Spiegels ist. Sprich – man sieht eine Welt und vermutet hinter der anderen Welt einfach das Dasein „der Anderen“, die ihren Spuk im Haus treiben. Doch es gibt noch eine andere Seite – die Seite, in der wahrscheinlich du und ich uns befinden. Die Seite des Spiegels, auf dem sich die Lebenden befinden. Das heißt nichts anderes, als dass alles was wir im Film gesehen habe die Welt der Toten ist – alle: Neue Bedienstete, Ehemann und auch Grace, Anne und Nicholas sind bereits gestorben und wollen einfach das Haus nicht verlassen (Hintergründe werden im Film dann geschildert). Ganz zum Schluss bemerkt man dann auch, dass sich eine ähnliche Situation über denselben Zeitraum auch auf der anderen Seite zugetragen haben muss.

Unheimlich gut gelungen – auch wenn der Gedanke des Endes an sich ja schon einiges geniales aufweist – finde ich vor allem die Betonung der Komponenten der selektiven Wahrnehmung, der wir im alltäglichen Leben gegenüberstehen ohne sie wirklich wahrnehmen zu wollen. Ich meine damit das Faktum, dass im Film Grace und auch ihr Junge irgendwie (aus unterschiedlichen Gründen) nur das wahrnehmen wollen, dem sie sich öffnen können. Lange Zeit glaubt Grace nicht an die Geschichten ihrer Tochter, doch mit der Zeit wird sie selbst verrückter und beginnt an sich und allem zu zweifeln – sie löst sich von allen Dogmen und erweitert ihre Wahrnehmung. Die von ihr wahrgenommenen „Anderen“ werden in ihrem Sinnesapparat immer stärker, auch wenn sie sich nicht ganz öffnen kann wie ihre kleine Tochter (wieso auch immer sie das mehr kann) oder auch die alte Miss Mills, die auch die Anderen sehen konnte.
Ebenso ergeht es, wie man am Schluss bemerkt auch den Leuten auf der anderen Seite des Spiegels. Es gibt den kleinen Jungen und die alte, hexerische angehauchte Oma der Familie, welche durch erweiterte Wahrnehmung, durch mehr Glaube, durch Loslösung von Dogmen, auch sehr intensiven Kontakt mit der Welt von Grace und ihren Angehörigen hatten.

Mir gefällt dabei vor allem diese Idee des Loslösens von steifen Gedankenmustern wie „das ist möglich“ und „das ist nicht möglich“ – weil würden wir heute viele solcher Gedankenmuster hinter uns lassen können, wer weiß, welche neuen Erkenntnisse wir für uns gewinnen könnten – und dies wiederum auf den verschiedensten Gebieten. Kommunikation und Interaktion würde zwischen Personen, zwischen Gruppen, ja vielleicht sogar zwischen ganzen Völkern und Kulturen ganz anders funktionieren können, wenn wir einige Vorurteile und Dogmen über Bord werfen würden. Was könnten sich wohl in der Wissenschaft für neue Perspektiven auftun? Sind Naturgesetze tatsächlich existent oder sind sie einfach nur ein Trugbild der modernen Wissenschaft?!
Tja, bevor ich jetzt aber in andere Sphären von Träumereien und Illusionen abhebe *gg* lass ich es dann doch besser gut sein.
Ich wollte nur damit zum Ausdruck bringen, wie sehr es möglicherweise unser Leben verändern könnten, wenn wir mehr als den von uns vermuteten Horizont beleuchten können – es ändert sich von der Wahrnehmung bis hin zum Handeln sicherlich einiges und eben den Aspekt fand ich am Schluss des Filmes unheimlich gut zum Ausdruck gebracht!


Somit beschließe ich denn diesen Filmbericht und hoffe, dass ich euch den Film trotz einiger Mängel ein wenig schmackhaft machen konnte.

In diesem Sinne
Peace geht raus
Euer Soki


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
samwise1988

samwise1988

14.11.2004 18:58

Isn bisschen lang aber ok

Knaeckie

Knaeckie

14.11.2004 16:59

Find den Inhalt richtig spannend geschrieben, bin schon gespannt, wenn der Film heute Abend kommt

M_Coli

M_Coli

29.02.2004 13:35

Also wenn ich den Film nicht selbst schon einmal gesehen hätte, dann wüsste ich glaube ich nicht, was deine merkwürdigen Andeutungen bedeuten

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