Our Idiot Brother (2011)

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Ein einfacher Mann

3  19.05.2012

Pro:
der Film ist einfach nur "nett" und will niemandem wehtun

Kontra:
"nett" ist bekanntlich die kleine Schwester von Scheiße .  .  .

Dr.Ed

Über sich: Auch dieses jahr fallen Ostern und Weihnachten wieder auf einen Tag: Der nächste Ciao-Stammi in HH f...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hallo Zielgruppe!
Spätestens seit Forrest Gump erfreuen sich Filme einer gewissen Beliebtheit, in denen die Hauptfigur intellektuell eher minderbegabt ist. Jetzt kommt ein Film in unsere Kinos, wo eine solche Figur im Mittelpunkt steht. Was davon zu halten ist, dazu mehr in diesem Bericht-

### INHALT ###

~~~ heute die „MissVega und Dr.Ed zählten schon immer zu den Intelligenz-Bestien“ - Mittelversion ~~~

Hippie Ned ist eine Seele von Mensch und einfach zu gut für diese Welt, aber leider auch nicht der hellste. Da verkauft er einem uniformierten Polizisten aus reiner Nächstenliebe etwas Haschisch zum Freundschaftspreis, weil dieser einen schweren Tag und wird „zum Dank“ dafür eingesperrt. Nach seiner vorzeitigen Entlassung wegen guter Führung will seine frühere Freundin Janet nichts mehr von ihm wissen. Sie verbietet ihm sogar den Umgang mit seinem über alles geliebten Hund Willie Nelson. Da er nicht weiß, wo er sonst hingehen soll, zieht er erstmal bei seiner Mutter ein. Die quartiert ihn erstmal in seinem alten Kinderzimmer ein. Allerdings hält es Ned dort nicht lange aus, weil seine Mutter ihn von vorne bis hinten betütert und ihm diese Art der Bemutterung ziemlich schnell auf den Keks geht.

Da er aber keine wirkliche Alternativ-Unterkunft hat, bringt ihn erstmal seine Schwester Liz bei sich und ihrer Familie unter. Eher durch einen dummen Zufall bekommt er mit, dass deren Mann, der als Dokumentarfilmer arbeitet, ein Verhältnis zu der Tänzerin Tatiana hat. Ned ertappt die beiden quasi in flagranti, aber denkt sich nichts dabei. Erst als er später Miranda in einem Nebensatz von der Situation erzählt, schrillen bei der sämtliche Alarmglocken und die erzählt Liz natürlich davon, was gleich eine schwere Ehekrise auslöst, für die sie Ned verantwortlich macht. Außerdem gefällt es ihr nicht, wie Ned den Sohn für Kampfsportarten begeistert, weil das ihrer Ansicht nach nicht politisch korrekt ist, auch wenn es dem Kind sichtlich Spaß macht.

Also muss sich Ned eine neue Unterkunft suchen und landet bei Miranda, die als Journalistin arbeitet. Auch deren Leben bringt er durcheinander, indem er ihrem freundschaftlich verbundenen Nachbarn brühwarm erzählt, was sie von ihm hält („nett, aber nicht gut genug für's Bett) und bei einer wichtigen Story die wichtigsten Informationen von einer Informantin mitgeteilt bekommt, weil die nur ihm und sonst niemanden vertraut, weshalb Miranda die Story nicht für sich verbuchen kann. Somit muss Paul sich eine neue Bleibe suchen und landet bei Natalie und deren Lebenspartnerin Cindy in deren Künstler-WG. Aber auch hier bringt er das Sozialgefüge durcheinander, weil er mitbekommt, wie Natalie einen positiven Schwangerschaftstest hat. Natalie hat nämlich mit einem Freund mehr als nur rumgeknutscht, was Cindy naturgemäß gar nicht lustig findet...

### MEINE MEINUNG ###

Es gibt Filme, die lassen einen etwas ratlos zurück, weil sie einfach nur nett sind, ohne echte Ecken und Kanten zu bieten. Das fängt schon bei den Figuren an. Die meisten wirken, als wären sie dem Klischee-Baukasten entsprungen, ohne dabei wirklichen Tiefgang zu haben. Da haben wir Miranda als kompromisslose Karriere-Frau, Liz als Muttertier und Natalie als kreative Lebenskünstlerin. Sie bieten zwar alle ein gewisses Identifikations-Potential, ohne es jedoch auch nur ansatzweise auszuschöpfen. Man findet die Leute irgendwie nett, aber damit hat es sich dann auch und wir wissen ja alle: Nett ist die kleine Schwester von Scheiße. Zwar können alle Beteiligten in ihren Rollen überzeugen, wobei sie jedoch auch nicht ernsthaft darstellerisch gefordert werden.

Auch inszenatorisch läuft hier vieles nach bewährtem Muster ab. Das Tempo ist gemächlich und kriegt meist noch so gerade eben die Kurve, bevor es zäh wird. Auch die Wendungen der Handlung sind relativ vorhersehbar. Erfahrene KinogängerInnen ahnen zumeist schon, was als nächstes passieren wird und diese Erwartungshaltung wird selten enttäuscht. Zwar gibt es genügend Situationskomik und das ganze wirkt auch einigermaßen authentisch, aber echte Überraschungen bleiben dann doch aus, also sowohl positive wie auch negative. Man hat ständig das Gefühl, die DrehbuchautorInnen wollten das Publikum nicht unnötig verstören und einfach nur im besten Sinne unterhalten. Vordergründig betrachtet, ist das ja alles ganz nett, aber wie oben schon gesagt...

Obwohl die meisten Lacher mehr oder weniger auf Ned's Kosten gehen, hat man dennoch nie das Gefühl, dass er hier vorgeführt wird. Stattdessen sind die Sympathien immer auf seiner Seite, weil er zwar eigentlich ein naiver Trottel ist, der aber Narrenfreiheit genießt und als Narr seinen Schwestern immer auch den Spiegel vorhält, ob ihrer teilweise moralisch zweifelhaften Lebensweisen. Es gelingt ihm immer wieder, dass er sie durch sein Verhalten quasi dazu zwingt, sich mit sich selber auseinanderzusetzen und zu hinterfragen. Nur geschieht das alles auf sehr seichte Weise: Selbst wenn die Wahrheit mitunter wehtut, hier wird bestenfalls mit verbalen Wattebäuschchen und nicht mit Messern geworfen. Auch hier schöpft der Film sein zweifellos vorhandenes Potential bei weitem nicht aus.

### FAZIT ###

Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht wirklich sicher, ob ich den Film empfehlen oder davon abraten soll. Einerseits hat er seine lustigen Momente, aber andererseits verläuft auch vieles nach Schema F und ist vorhersehbar. Außerdem fehlt dem Film an einigen Stellen der nötige Biss, so dass er keine echten Ecken und Kanten hat. Schlussendlich bleibt unterschwellig immer das Gefühl, dass der Film niemandem wehtun will und deswegen seine Möglichkeiten nicht voll ausschöpft. Deswegen vergebe ich 3 von 5 möglichen Hanfpflanzen und empfehle ihn nicht für einen Kino-, sondern allenfalls für einen DVD-Abend.

### ABSPANN ###

Spielfilm, USA 2011, 90 Min., FSK k.A.

Regie: Jesse Peretz
Buch: Evgenia Peretz und David Schisgall
Kamera: Yaron Orbach
Musik: Nathan Larson, Eric D. Johnson

~ Ned – Paul Rudd
~ Miranda – Elizabeth Banks
~ Natalie – Zooey Deschanel
~ Liz – Emily Mortimer
~ Dylan – Steve Coogan
~ Christian – Hugh Dancy
~ Cindy – Rashida Jones
~ Janet – Kathryn Hahn
~ Ilene – Shirley Knight
~ Terry – Peter Hermann
~ Jeremy – Adam Scott
~ Jeremy's Freundin – Kelly Briter
~ Billy – T.J. Miller
~ Tatiana – Lydia Haug
~ River – Matthew Mindler
~ Lady Arabella – Janet Montgomery
~ Officer Washburn – Bob Stephenson
u.v.a.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
brennecke

brennecke

05.08.2012 19:03

womit natürlich nicht Dein Bericht gemeint ist ... LG der brennecke

brennecke

brennecke

05.08.2012 18:54

... nett ist die kleine Schwester von scheiße ...

target1312

target1312

31.05.2012 06:13

neee...muß ich nicht haben!

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