Fantasie und Franco
30.12.2008
Pro:
Bilder, Story, Wesen, Schauspieler
Kontra:
- -
Empfehlenswert:
Ja
 Gnislew
Über sich:
Andere über von mir gesehen Filme und Spiele informieren und aufklären und ein paar Film und Videosp...
Mitglied seit:28.01.2001
Erfahrungsberichte:772
Vertrauende:15
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 43 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Guillermo del Toros (Hellboy, Mimic) Film "Pans Labyrinth" ist mehr als nur ein Fantasyfilm. Neben seiner Fantasiewelt existiert nämlich ein dunkles Spanien zur Zeit des faschistischen Franco-Regimes. [STORY]
Spanien 1944. Der Bürgerkrieg im Land ist vorbei, doch in den Bergen Nordspanien herrschen immer noch Kämpfe zwischen zwischen den republikanischen Partisanen und den Mannen von Franco. Die elfjährige Ofelia (Ivana Baquero) zieht mit ihrer schwangeren Mutter Carmen (Ariadna Gil) in genau diese Region Spanien. Der Grund ist der, dass der Stiefvater von Ofelia, Hauptmann Vidal (Sergi Lopez) in dieser Region stationiert ist und seine neue Frau bei sich haben will, wenn diese ihr gemeinsames Kind bekommt.
Vidal ist von der Regierung damit beauftragt worden den Rebellenaufstand in der Region niederzuschlagen und geht dabei nicht zimperlich mit den Aufsässigen um. Um den Grauen zu entkommen, flüchtet Ofelia in die Fantasiewelten ihrer Bücher die von Elfen und anderen sonderbaren Kreaturen bewohnt werden. Eines Tages wird eine dieser Welten allerdings zur Wirklichkeit. Ganz in der Nähe des Landsitzes von Hauptmann Vidal gibt es ein Labyrinth, dass von einen Pan (Doug Jones) bewohnt wird. Dieser offenbart dem Mädchen, dass sie eigentlich eine Königstochter ist und drei Prüfungen bestehen muss um in das Königreich ihres Vaters zurückkehren zu dürfen. Trotz der widrigen Umstände will Ofelia diese Aufgaben zu bestehen. Dabei muss sie nicht nur gegen gefährliche Fantasiewesen bestehen, sondern auch gegen ihren gemeinen Stiefvater.
[MEINE MEINUNG] Einige Menschen sind auf Grund des Trailers zu "Pans Labyrinth" vielleicht der Meinung, dass der Film einfache Fantasykost ist. Nach wenigen Minuten des Films wird allerdings sofort klar, dass dies nicht der Film ist. Der Film ist zum einen recht düster gehalten und zum anderen ziemlich rau inszeniert. Mit Hauptmann Vidal hat man einen Figur geschaffen die man als Zuschauer regelrecht hasst nur um auf der anderen Seite mit Ofelia einen Charakter hinzustellen, mit dem man mitfiebert und dem man wünscht, dass ihm kein Leid geschieht. Nur wenigen Regisseuren gelingt es solch intensive Gefühle beim Zuschauer zu erzeugen, was alleine schon diverse Preise für den Film rechtfertigen würde.
Doch del Toros meisterliche Inszenierung geht weiter. Wie bei den Charakteren treffen auch bei der Umgebung zwei Welten aufeinander. Zum einen ist hier die faschistische Welt voller Gewalt. Wenn die Partisanen und die Soldaten im Kampf zusammen stoßen, dann wird auch nicht davor zurückgesteckt noch einmal einen Schuss in eine Leiche abzugeben, nur um wirklich sicher zu gehen, dass der Gegner auch tot ist. Auf der anderen Seite steht die Fantasiewelt in die Ofilia hineingerät. Hier sind es vor allem die Wesen, die dafür sorgen, dass diese Welt so anders ist als die dunkle Welt des Franco-Regime. Düster ist es zwar auch in der der Welt des Pans, doch zeigt sich die Bedrohung hier anders als bei den Partisanenkämpfen. So kommt es, dass man trotz der Gefahren in der Fantasiewelt, das Gefühl hat, dass Ofelia hier sicher ist.
Viele Punkte sammeln kann "Pans Labyrinth" auch bei der Besetzung einfahren. Die junge Ivana Baquero (Rottweiler, Fragile - A Ghost Story) versprüht mit ihren strahlenden Augen eine schöne Grundstimmung und zeigt mit ihrem Körperspiel, dass sie sie sehr wohl in der Rolle der Ofilia fühlt. Und auch Sergi Lopez (Malen oder Lieben, Worte in Blau) als Hauptmann Vidal ruft eine beeindruckende Leistung ab. Spontal fällt mir niemand anderes ein, der die Rolle dieses fiesen Menschen besser verkörpern könnte als Lopez. Meiner Meinung nach hat "Pans Labyrinth" seine drei Oscars völlig zu recht gewonnen. "Pans Labyrinth" ist mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack, aber meinen Geschmack hat Guillermo del Toro mit diesem Werk in jedem Fall getroffen. Selten zuvor habe ich ein fesselnderen Film gesehen.
[FAZIT] "Pans Labyrinth" ist kein Kinderfilm und mit Sicherheit auch kein fröhlicher Fantasyfilm. Guillermo del Toros Film ist allerdings ein Meisterwerk. Fesselnd verbindet der Regisseur die Schrecken des Krieges und die Abenteuer eines jungen Mädchens in einer Fantasywelt. Fantastisch!
[FACTS] Titel: Pans Labyrinth Originaltitel: El Laberinto del fauno Alternativtitel: Pan's Labyrinth, The Labyrinth of the Faun Jahr: 2006 Regie: Guillermo del Toro Drehbuch: Guillermo del Toro Darsteller: Sergi López - Vidal Maribel Verdú - Mercedes Doug Jones - Fauno / Pale Man Ariadna Gil - Carmen Álex Angulo - Doctor Manolo Solo - Garcés César Vea - Serrano Roger Casamajor - Pedro Ivan Massagué - El Tarta Gonzalo Uriarte - Francés Eusebio Lázaro - Padre Francisco Vidal - Sacerdote Juanjo Cucalón - Alcalde Lina Mira - Esposa del alcalde Land: Mexiko / Spanien / USA Länge: 119 Minuten Genre: Drama, Fantasy, Thriller Altersfreigabe: FSK freigegeben ab 16 Jahren Vertrieb: Senator
Diese Filmkritik ist ursprünglich auf www.sneakfilm.de erschienen
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Pan's Labyrinth
|
|
08.01.2009 09:33
Ein toller Film! Liebe Grüße, Rike
31.12.2008 19:01
Das ist wirklich ein sehr schöner Film.
30.12.2008 16:19
Eine sehr schöne Rezension, die mein vorhandenes Grundinteresse daran nun noch gesteigert hat. Ich gebe Dir gerne die Bestnote dafür.