(Nur) für Bild-und Ton Puristen
04.07.2007
Pro:
Top Bild - und Tonqualität
Kontra:
Austattungs - und Bedienungsmängel
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Bildqualität
Bedienung
Ausstattung
Verarbeitung
Zuverlässigkeit
Bedienungsanleitung
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 candyandy
Über sich:
Wer Schreib- und Grammatikfehler in meinen Berichten findet, darf diese behalten... ;-)
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 42 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Angetrieben durch den Kauf eines Plasma-TVs von Panasonic wollte ich auch meinen 3 Jahre alten Festplatten DVD-Recorder Philips HDRW-720 ersetzen und durch ein neues, zeitgemäßes Produkt ersetzen. Auch bedingt durch meine Erfahrungen mit dem alten Gerät, waren folgende Kriterien für mich beim Kauf wichtig: - Top Bild- und Tonqualität inkl. HDMI-Anschluss - integrierte Festplatte mit ausreichend Kapazität - universelles Lesen und Beschreiben verschiedenster Disc-Formate - einfache und komfortable Programmierung von TV-Sendungen - geringe Betriebsgeräusche (Festplatte, Lüfter) - und nicht zuletzt ein attraktives (Slimline-) Design, passend zum Panasonic TV
Nicht zuletzt auch wegen des neuen schlanken Designs, ist meine Entscheidung auf den brandneuen (Markteinführung: Juni 2007) Panasonic DIGA DMR-EX 77 EG-S in Silber (Gerät ist auch in Schwarz erhältlich mit dem Kürzel "EG-K") gefallen. Die Vorgängermodelle mit dem herausgezogenen Bedienfeld fand ich persönlich grotten-hässlich. Mit einem Listenpreis von 549,- Euro kein Schnäppchen, jedoch ist Panasonic (genauso wie andere Hersteller) pfiffig genug, dass sie eine HDMI-Schnittstelle zur Übertragung bester Bild- und Tonqualität derzeit nur bei den Top-Modellen einbauen. Für 100 Euro mehr erhält man übrigens das Modell DMR-EX 87 mit 250 statt 160 Gigabyte Festplattenspeicher. Mir reichen jedoch 160 GB, was rund 138 Stunden in DVD-Qualität entspricht. Hier eine Auflistung der wesentlichen Produktmerkmale des DMR-EX 77:
- Integrierter DVB-T & analoger Kombi Tuner - Festplatte mit 160 Gigabyte Kapazität - Aufnahme auf DVD-RAM,-RW,-R(DL),+RW,+R(DL) - HDMI-Anschluss für maximale HDTV Auflösung (1080 Zeilen) - Elektronischer Program Guide (EPG) - Secure Digital- (SD)-Karteneinschub
Im Folgenden beschreibe ich meine Erfahrungen mit den wichtigsten Funktionsmerkmalen.
Installation: --------------- Die Vorbereitungen umfassen das Einstecken von Netz-, HF-Antennenkabel sowie Verbinden des (wie üblich nicht im Lieferumfang befindlichen) Scart- und HDMI-Kabels zum TV. Nach dem ersten Einschalten erledigt das Gerät die Erstinstallation der Sender über den integrierten DVBT-Tuner und extern anliegende Antennensignale (terrestrisch oder Kabel) vollautomatisch. Im Falle eines vorhandenen Fernsehers mit "Viera-Link" kann praktischerweise die Reihenfolge der Sender direkt übernommen werden. Die Daten werden interessanterweise nur per Scart und nicht wie von mir angenommen über HDMI übermittelt. So werden also beide Kabel benötigt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die getrennte Speicherung von digitalen und analogen Signalen in zwei verschiedenen Gruppen. Möchte man die Sender mischen muss man anschließend manuell umsortieren. Panasonic geht hier offensichtlich (wahrscheinlich basierend auf dem deutlich stärkeren Digitalisierungsgrad im Ausland) von einer deutlich stärkeren Nutzung von digitalen (DVBT) Programmen aus, welche natürlich auch mehr Komfort bieten, wie etwa der Übertragung von Inhaltsinformationen, Programmlänge etc. Ansonsten kann man sagen, dass die durchaus vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten des Gerätes (Aufnahmequalität, Audio-Parameter, Signaleinstellungen etc.) schon alltagstauglich voreingestellt sind, so dass hier keine Änderungen notwendig sind und somit sofort mit dem Gerät losgelegt werden kann. Die 87 Seiten starke Bedienungsanleitung würde ich als 'okay' einstufen. Die Beschreibung der Funktionen ist ausreichend, man muss einige Passagen jedoch mehrfach lesen, um sie zu verstehen. Für technische Laien, dürfte es hier etwas knifflig werden.... Da ich eine lernbare Fernbedienung besitze, sind TV und Recorder vom gleichen Hersteller zwar nicht kriegsentscheidend, haben aber punktuell Vorteile, was einheitliche Begrifflichkeiten, Tastendesign oder auch das oben beschriebene Viera-Link, die einheitliche Kommunikationsschnittstelle des Herstellers, betrifft.Bild-, Ton- und Verarbeitungsqualität: --------------------------------------------------- Der Anschluss per HDMI hält, was er verspricht. Top Bild- und Tonqualität, selbst das Durchschleifen des Tuner-Signals zeigt auch (wie in meinem Falle) bei weniger starken Antennensignalen keine signifikanten Qualitätseinbußen. Lediglich die farbliche Abstimmung des Tuners würde ich als zu bunt bewerten. Das Gehäuse ist im Wesentlichen aus Metall mit Plastikfront, Plastikschublade und Plastikklappen. Einen sehr guten Eindruck macht der extrem leise und somit unauffällige Lüfter, welcher bei anderen Fabrikaten oftmals zu bemängeln ist. Die Fernbedienung ist etwas groß geraten, jedoch griffig und klar strukturiert untergliedert.
Ausstattung: ----------------- Hier kommt der Einbruch: Auf der Panasonic-Homepage des Herstellers steht zwar "Elektronischer Programmführer/EPG (digital)", ich bin jedoch dadurch nicht davon ausgegangen, dass die äußerst praktische und von mir bei meinem alten Philips-Recorder ausschließlich zur Programmierung von TV-Sendungen genutzte interaktive TV-Übersicht beim Panasonic ausschließlich bei TV-Sendungen mit Empfang per DVBT funktioniert! Da dies in meinem Falle gerade mal 5 Sender sind und ich somit ansonsten manuell oder per ShowView programmieren muss, war dies die erste herbe Enttäuschung meiner Neuerwerbung. Die Zweite folgte wenige Augenblicke später, als ich mich mit dem Aufzeichnen von Live-Sendungen beschäftigte. War ich doch von meinem Philips ebenfalls gewohnt, dass dieser nach dem Einschalten unaufgefordert den eingestellten TV-Sender im Hintergrund permanent aufzeichnet ("Time-Shifting"), musste ich beim DMR-EX 77 lernen, dass hier Sendungen immer erst programmiert oder per Aufnahmetaste gestartet werden müssen. Zudem kann man den Kanal nach Aufnahmestart nicht mehr wechseln, was beim Philips problemlos geht. Darüber trösten auch nicht die sehr guten Wiedergabefunktionen "Manual Skip" (30 Sekunden-Sprung pro Tastendruck) und "Time Slip" (individualisierter Zeitsprung mit Eingabe in Minutenschritten) sowie das übersichtliche Wiedergabe-Menü zur Auswahl der archivierten Sendungen hinweg. Ein nettes Gimmick ist der SD-Karteneinschub über welchen man Bilder auf das Gerät übertragen kann und später im Wiedergabearchiv anschauen, bearbeiten,betiteln und brennen kann. Ein Feature, welches ich persönlich nicht nutze, welches aber für den ein oder anderen Hobby-Fotografen vielleicht ganz interessant ist. Allerdings wäre hier sicher noch mehr drin gewesen, denn selbst mit einer Panasonic-Digitalkamera aufgenommene MPEG-Filmchen kann der EX 77 nicht erkennen, geschweige denn Abspielen - es wird nicht mal eine Fehlermeldung a la "nicht lesbares Dateiformat" o.ä. angezeigt.
Wichtiger sind sicher die vorhandenen DV- und AV-Anschlüsse, um externe Geräte wie Videorecorder oder Camcorder zum Übertragen von Filmen auf Festplatte und/oder DVD anzuschließen. Der Panasonic beherrscht dabei alle gängigen Disc-Formate wie auf DVD-RAM,-RW,-R(DL),+RW,+R(DL) und kann natürlich auch als CD-Player an der Stereoanlage eingesetzt werden (inkl. optischem Digitalausgang). Anschlusseitig bleiben also eigentlich keine Wünsche offen. Weitere Pluspunkte sammelt der Panasonic durch eine klar und im Wesentlichen selbsterklärende Menüstruktur, welche zudem äußerst brillant und messerscharf am dem TV-Bildschirm dargestellt wird. Leider erfährt das gut durchdachte Bediensystem jedoch auch hier eine deutliche Abwertung: Zwar kann man die Dauer der Anzeige von Systeminformationen auf dem TV-Bildschirm mehrstufig zwischen 3 und 10 Sekunden einstellen, ist die Zeitspanne jedoch abgelaufen und drückt man dann eine Taste, erscheint der Befehl nur auf dem, obendrein recht kleinen, Geräte-Display und NICHT auf dem TV-Schirm; dadurch entsteht eine Unsicherheit, ob der Befehl überhaupt vom Gerät angenommen wurde. Für mich eine klarer und kaum hinnehmbarer Konstruktionsmangel!
Alles in Allem mehr Schatten als Licht, was den ansonsten sehr guten Eindruck des Gerätes ziemlich vermiest. Für Jemanden, dem es im Wesentlichen auf top Qualität und weniger auf Ausstattung ankommt wahrscheinlich unkritisch, für mich jedoch gravierend in negativem Sinne.
Fazit: ------- Bild- und tonseitig ist der Panasonic DMR-EX77 ein Produkt ohne Fehl und Tadel. Auch das Design und die Verarbeitung sind gut bis sehr gut. Leider bin ich jedoch (zugegebenermaßen auch mangels ausreichender Vorinformation) von einer umfangreicheren Ausstattung ausgegangen. Wenn man sich einmal an den interaktiven TV-Guide gewöhnt hat, kommt man nur schwerlich ohne aus, zudem finde ich es mühsam, wenn man den wesentlichen Vorteil eines Festplattenrecorders - nämlich das Time-Shifting - erst konkret anweisen muss. Dies ist bei Konkurrenzprodukten deutlich besser gelöst. Die Schwäche bei der Befehlseingabe ohne Darstellung auf dem Bildschirm gab mir schließlich den Rest, daher habe ich mich entschlossen den Panasonic wieder zu verkaufen und mich im Markt nach anderen Festplattenrecordern umzuschauen.
Bilder von Panasonic DMR-EX 77 EG-S
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12.11.2007 12:13
Sehr, sehr guter Bericht mit Herausarbeitung (fast) aller Schwächen, die auch ich mit diesem Gerät entdeckt habe! Durch deinen Bericht habe ich sogar noch die ein oder andere Kleinigkeit gelernt, die so nicht oder nur fürchterlich verklausuliert aus dem (meiner Meinung nach völlig unübersichtlichen) Handbuch hervorgehen! Ich möchte noch einen gravierenden Nachteil des EX77 nennen: JPEGs können nur mit einer maximalen Zeilenzahl von 480(p) dargestellt werden -unabhängig von der gewählten Schnittstelle- was im Endergebnis schlichtweg unsansehnlich ist! Ich stimme Dir voll und ganz zu: Gutes Gerät mit diversen "Abers"! --------------------------------------------------------------------------- hochauflösende Grüße vom Digitalmeier ;-)
04.07.2007 17:43
ein guter bericht, dafür ein "sh" von mir. lg jonathan