Nahe dran an der Wollmilchsau...
18.05.2009
Pro:
brillante Bilder, kompakt, sehr guter Stabilisator, super Zoombereich
Kontra:
zu langsam für Action - Fotos, Rauschverhalten gut, aber nicht umwerfend
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
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Über sich:
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Damals, als Panasonic die TZ5 auf den Markt brachte und ich sie 4 Wochen lang testen durfte, da war ich schon schwer angetan. Ziemlich gute Bilder, Rauschverhalten für eine Kompakte echt okay, nur bei voller Brennweite etwas Probleme mit hellen Flächen. Lila Artefakte waren das Ergebnis, aber nur in wirklich ganz bestimmten Lichtsituationen. Im März 2009 hat Panasonic mit der TZ6 und der TZ7 nachgelegt, mir wieder für mehrere Wochen die TZ7 geschickt, welche ich auch (wie in deren Werbung) live in New York City testen konnte, hatte mich dort 7 Tage lang aufgehalten und knapp 1000 Bilder gemacht (alleine in NYC). Die TZ7 ist -wenn man in der Größenklasse sucht- für mich die derzeit beste Kamera mit großer Brennweite. Die TZ7 (in Amerika heisst sie übrigens ZS3, wieso auch immer) kostet derzeit online rund 350 Euro – sicherlich ein stolzer Preis, aber jeden Cent wert. Sie hat 10,1 Megapixel und löst somit maximal mit 3.072 x 2.304 Pixeln auf. Die Farbtiefe liegt bei 24 Bit, der Sensor ist ein 1/2,33" großer RGB-CCD-Chip. Bilder werden in JPEG aufgenommen,Videos in QuickTime-Movie, AVCHDlite-Movie oder WAV. Der interne Speicher beträgt 40 MB, durch SD-Speicherkarten (auch SDHC) kann man kräftig nachlegen. Ich selber hatte mir in NYC eine Sandisk Ultra II SDHC-Karte mit 4GB gekauft (B&H Photo Video ist ein so genialer Laden... war schon mehrfach dort). Somit konnte ich mit maximaler Auflösung fast 600 Bilder machen. Das passt. Die TZ7 kann man direkt an den Fernseher anschließen, hat einen Audioausgang sowie eine miniHDMI Schnittstelle, was vor allem den Videos zu Gute kommt.
Das alles braucht Kraft. Panasonic hat einen 895 mAh starken Akku beigelegt, mit dem ich um die 300 Bilder gemacht habe, ehe einer von drei Akkustrichen verschwand. Da ich nur diesen einen Akku hatte, hab ich ihn in NYC unterwegs natürlich nicht leer laufen lassen :) Geschätzt schafft die Kamera aber sicher 450 Bilder mit einer Ladung. Der Brennweitenbereich ist sehr interessant, denn es geht bereits bei weitwinkligen 25mm los und endet bei guten 300mm entsprechend dem 35-mm-Kleinbildformat.Der Schärfebereich geht ab 50 cm los und dann -wie gewohnt- bis unendlich (Weitwinkel) oder ab 200 cm bis unendlich (Tele)
Auf einen manuellen Fokus muss man verzichten, dafür arbeitet der Autofokus sehr präzise, ziemlich schnell und treffsicher. Auch die automatische Gesichtserkennung ist blitzschnell, wenn man das Programm „iA“ wählt, also die intelligente Automatik. Manuelle Einstellmöglichkeiten sind nämlich nur sehr begrenzt möglich, Blende und Zeit von Hand gar nicht. Es muss alles über die Motivprogramme gehen oder „iA“ eben. Dafür kann man sehr schnell auf weitere Settings wie ISO, Belichtungskorrektur oder Blitz und Makro zugreifen. Ich hatte das nachher so gelöst, dass ich immer mit „iA“ fotografiert hatte und den normalen Modus auf „Makro“ eingestellt hatte. So konnte ich das Einstellrad einfach einen weiterdrehen und war sofort im Makromodus, ohne dies erst einstellen zu müssen. Das Rad dann wieder zurück auf „iA“ und schon konnte man makrofrei weiter fotografieren. Die Makroaufnahmen werden gut, jedoch ist der Mindestabstand mit 3cm schon recht groß; andere Hersteller bieten bereits 1cm an. Die ISO erwähnte ich bereits. Hier geht es ab ISO 80 los und kann von Hand auf bis zu 1600 angehoben werden. Zum Rauschverhalten komme ich weiter unten. Die Lichtstärke ist gut, aber nicht umwerfend. Von Panasonic ist man sehr gewöhnt daran, bereits bei F2,8 loslegen zu können. Die TZ7 startet mit F3,3 im Weitwinkel und dunklen F4,9 im Tele.
Angenehm ist der große TFT-LCD-Monitor, welcher mit 460.000 Bildpunkten auflöst und wirklich gute Farben und scharfe Details liefert, auch noch bei Sonne recht gut ablesbar ist. Die Kontraste stimmen. Der integrierte Blitz hellt angenehm natürlich auf, hatte mir in so manchen Situationen treue Dienste geleistet. Standardmäßig habe ich ihn aber deaktiviert gehabt, da der Bildstabilisator hervorragend arbeitet und ein Blitzen teilweise gar nicht nötig machte. Wer ihn denn doch einsetzt, der kann etwas mehr als 5 Meter (Weitwinkel) weit kommen, im Tele sind es etwas weniger als 4 Meter.
Die von mir erwähnten Motivprogramme sind Panasonic typisch recht umfangreich. Zur Verfügung stehen Porträt, Nachtporträt, Sport, Landschaft, Landschaft bei Nacht, Feuerwerk, Party, Strand/Schnee, schöne Haut, Speisen, Kerzenlicht, Sternenhimmel, Baby 1/2, Hochempfindlichkeit, Selbstporträt, Luftaufnahme, Unterwasseraufnahmen, Sonnenuntergang sowie Tiere. Wie schon bei der FX550, welche ich auch testen durfte, sind Serienbildaufnahmen nicht unbedingt ein Kaufgrund ;-) Maximal 2.3 Bilder pro Sekunde bei hoher Auflösung sind drin, der High-Speed Modus mit 6 B/s oder 10 B/s (Speed Priorität) löst dann nur mit maximal 3 Megapixel auf.
Sehr gut gefiel mir der zuschaltbare optische Bildstabilisator (O.I.S.), welcher wahlweise permanent oder beim Auslösevorgang aktiv wird. Ich hatte ihn permanent an, sodass man auch bei großer Brennweite noch schön stabilisiert das Motiv suchen konnte. Kostet natürlich mehr Akku, hatte aber wunderbar funktioniert. Wenn die TZ7 der Meinung ist, dass die Belichtungszeit zu lang ist, gibt es eine optische Verwacklungswarnung. Auch die wirklich gute Gesichtserkennung hat Spaß gemacht – es ist die bisher beste, die ich in einer Kompaktkamera gesehen habe. Wer gern auf Langzeitbelichtung setzt, der wird sich sicher über die fehlenden manuellen Einstellmöglichkeiten ärgern. Das Motivprogramm „Sternenhimmel“ sorgt zumindest dafür, dass man mit 15, 30 oder 60 s belichten kann.
Auch von den Maßen her kann sich die TZ7 wirklich sehen lassen. Gerade mal knapp 230 Gramm Gewicht bei 103 mm x 60 mm x 33 mm (B x H x T) sorgen für die ideale Immer-dabei-Kamera it guter technischer Ausstattung.
Fotografieren
Das Fotografieren mit der TZ7 – es hat wirklich Spaß gemacht. Wie schon bei der TZ5 hat mir die TZ7 fast von Anfang an gefallen. Auch meiner Frau, die die TZ7 mindestens genauso oft im Einsatz hatte in der fast 5 wöchigen Testphase wie ich. Kurz die in meinen Augen wirklichen 2 Schwachpunkte (denn sonst hat die TZ7 keine Schwächen):
1.Blende und Zeit sind nicht manuell wählbar, man muss sich auf die Automatiken verlassen, was vor allem viele DSLR-Besitzer abschreckt, die eine kompakte Cam als Zweitcam suchen. Daher habe auch ich die TZ7 nicht übernommen aus der Testphase. 2.Das Rauschverhalten ist halt wie bei fast jeder Kompaktkamera nicht sooo toll. Zugegeben, mit der TZ7 kann man noch locker mit ISO 400 fotografieren, auch ISO 800 sind meist noch vertretbar – also auch kein schwerwiegender Negativpunkt. Dann vielleicht eher das Fotografieren von sehr schnellen Motiven wie zum Beispiel bei einem Pferdederby oder beim Formel 1. Wobei: Da sollte man dann eh schon auf DSLR setzen ;) Kommen wir zu den positiven Merkmalen der TZ7.
Die Ein- und Ausschaltzeit ist kurz, die Kamera ist sehr schnell schussbereit.Wir hatten oft auf iA gesetzt, die intelligente Automatik. Der „normale“ Modus erlaubt hingegen noch weitere Einstellungen wie ISO und dergleichen. Alternativ wählt man eines der zahlreichen Motivprogramme aus, die aber durch „iA“ schon sehr gut bedient werden. Die TZ7 kam eine Woche lang in New York City zum Einsatz und 4 Wochen lang in alltäglichen Situationen. Somit konnte ich einen sehr guten Gesamteindruck erlangen und stellte fest, dass die Bildqualität das Urteil „sehr gut“ verdient. Die Bilder sind kontrastreich, scharf, haben super Farben und machen Lust, mit der TZ7 auf Fotopirsch zu gehen. Man muss natürlich bedenken, dass die Anfangsbrennweite von 25mm schon sehr kurz ist; dementsprechend kommt es zu mehr oder wenige starken Verzeichnungen in den Linien, was bei meinen Wolkenkratzeraufnahmen in Manhattan stark zum Vorschein kam. Dies lässt sich aber mit dem PC beheben oder als Stilmittel ins Bild einarbeiten. Nach hinten raus kommt man auf 300mm, dort verliert sich die Schärfe zu den Rändern hin minimal, ist aber immer noch gut. Die Belichtungszeit kann relativ lang bleiben, da der Stabilisator wirklich hervorragend funktioniert. Makroaufnahmen wurden gut, allerdings ist die TZ7 halt kein „Makromonster“ - mit der Art und Weise, wie sie gebaut wurde, sollte man sie eher als Allrounder zum Immer-dabei-haben einsetzen und nicht gezielt auf Makrojagd gehen; da ist sie nicht die beste Kompaktkamera im Segment.
Der kontinuierliche Autofokus ist eine Wohltat; er stellt blitzschnell das Motiv auf dem Display scharf, anschließend kann von Hand fokussiert und abgedrückt werden. Ohne Witz: Das Fotografieren hat eine Menge Spaß gemacht, zumal alle wichtigen Funktionen über das Quickmenü blitzschnell verfügbar waren. Schwächen zeigte die TZ7, wenn schnelle Motive verfolgt werden sollten. Ich wollte einen Ferrari fotografieren, welcher bei Dämmerung durch die 7th Avenue düste; blitzschneller Ampelstart, hatte ich mit dem Fahrer so besprochen (war sogar Deutscher... Sachen gibt’s...). Dummerweise lag die Canon 40D im Hotelzimmer, sodass ich hier auf die TZ7 zurückgreifen musste. Und hier versagte sie. Serienbilder gehören eh nicht zu ihrer Stärke, aber auch das Mitziehen klappte bei dieser Geschwindigkeit (binnen 3,5 Sekunden auf nahezu 90 km/h – Polizei war keine zu sehen ;-)) nicht; der Wagen konnte vom AF nicht mehr korrekt erfasst werden. Wasserflugzeuge und Hubschrauber hingegen waren kein Problem.
Doch dafür würde ich mir die TZ7 auch nicht holen. Sie ist der perfekte Begleiter, wenn man einen großen Brennweitenbereich mit guter bis sehr guter Bildqualität abdecken möchte. Wo wir auch schon gleich beim Fazit wären...
Fazit
Die TZ7 ist derzeit für mich der beste Allrounder auf dem Markt, wenn man etwas Kompaktes in der Hand haben möchte und auf manuelle Einstellungen von Blende und Zeit verzichten kann. Die Kamera macht sehr gute Bilder, ist einfach zu bedienen, hat einen sehr guten Zoombereich und kostet nicht die Welt. Wer nicht gerade auf Action-Fotografie setzt, wird mit der TZ7 definitiv seinen Spaß haben!
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