Pro:
man kann sich mit der Hauptfigur identifizieren und mag sie richtig gerne, viele Infos über die Anfänge des Christentums und dem Leben im Rom vor 2000 Jahren, leicht zu lesen
Kontra:
kaum Spannung, zu viel Gerede über Beziehungsstress, teilweise etwas langatmig, man braucht Vorkenntnisse der anderen Bücher der Vampirchroniken
Über sich:+++ CIS- und Aus-Interesse-Leserin +++ Kein Interesse an Leserunden +++ BH-Umbewertungswünsche, -auf...
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Letzte Woche habe ich damit begonnen, die Vampirchroniken von Anne Rice zu lesen und mein erster Bericht zu dieser Reihe dreht sich um den letzten Teil, worauf ich beim Kauf allerdings keinen Wert legte. Die Geschichte, die in der Inhaltszusammenfassung beschrieben wurde, machte mich einfach neugierig. Ja,ja… schlauerweise habe ich mit diesem letzten Teil angefangen; doch letztendlich ist das nicht so ein großes Problem beim Lesen gewesen, da die Handlung wiederum doch ganz gut in sich geschlossen ist und ich einiges auch schon aus den Filmen weiß. Dazu kommt, dass viele Handlungsstränge aus den vorherigen Büchern noch mal aus Sicht der Hauptfigur in Kurzfassung wiedergegeben werden, wodurch zwar auch ein paar Fragen beim Lesen aufgekommen sind, man aber dennoch noch alles ganz gut verstehen kann… Aber nun mal ganz von vorne.
Das Buch & die Autorin: *~*~*~*~*~*~*~*~*~*~* Der Roman „Pandora“ von Anne Rice hat mich in einer Taschenbuchausgabe des Fischer-Verlages (limitierte Sonderausgaben März 2004) gerade mal 6 Euro gekostet; was wirklich sehr günstig ist! Das Cover ist recht schlicht in mittlerem Blau gehalten und vorne sieht man auf einem kleinen Bild eine Statue, die von Feuer umgeben ist. Ansonsten gibt es auf dem Buchrücken die übliche – in diesem Fall wirklich extrem kurze – Inhaltszusammenfassung. Im Buch selbst kann man neben einer etwas ausführlicheren Inhaltszusammenfassung, auch einige Kritiken/Anmerkungen der Presse gegeben sowie die Information, dass Anne Rice – welche im Übrigen irische Ursprünge hat und heute in New Orleans lebt – bereits mehr als 20 Romane geschrieben hat; die meisten davon gehören zu den sogenannten Vampirchroniken. Damit hat Rice, wie ich finde, ein eigenes kleines Universum erschaffen; in dem es Vampire mit den verschiedensten Charakteren gibt und deren Geschichten alle irgendwie miteinander verknüpft sind und beinahe jedem von ihnen ist ein eigener Roman gewidmet. „Pandora“ hat 335 Seiten und unterteilt sich in 11 Kapitel.
Infos: ------- Erschienen im Fischer-Verlag www.fischerverlage.de ISBN: 3-596-50697-2
Die Geschichte: *~*~*~*~*~*~*~* Die heutige Zeit: In Paris am Ufer der Seine treffen sich die seit über 2000 Jahren existierende Vampirin Pandora und der sehr junge Vampir David durch Zufall. Schnell sind sie sich sympathisch und dadurch, dass David früher Mitglied der Talamasca – einer Vampir-Forschergruppe in London – war, kennen sich die beiden auch. Es kommt zu einem Treffen in einem Café, bei dem David Pandora bittet, ihre Lebensgeschichte zu Papier zu bringen, damit er selbst „verstehen“ kann. Und nach kurzer Überlegung tut Pandora dies auch. Sie erzählt, wie sie in eine Familie reicher und angesehener Römer geboren wurde und eine gute Bildung in ihrer Jugend genossen hatte. Hierbei schildert sie auch schon die ersten Treffen mit dem gutaussehenden Marius, der sich viele Jahre später zum Vampir machen soll. Durch politische Veränderungen und einen Machtwechsel an der Spitze des römischen Reiches kommt es schließlich dazu, dass die Familie Lydias – denn so hieß Pandora, bevor sie „untertauchen“ musste – getötet wird und sie selbst durch das schnelle Handeln ihres Vaters flüchten kann. Allein wird sie innerhalb einiger Wochen von Freunden ihres mittlerweile toten Vaters nach Antiochia verschifft und bezieht dort ein Haus. Nachdem sie die größte Trauer überwunden hat, sich Sklaven gekauft und sich einigermaßen häuslich eingerichtet hat; beschließt Pandora, in einen Tempel des sogenannten Isis-Kult zu gehen, um dort von den Priestern Rat zu erhalten. Denn seitdem Pandora Rom verlassen hat, quälen sie schreckliche und grausame „Blutträume“, in denen sie die Göttin Isis zu sehen glaubt. Im Tempel erfährt Pandora außerdem, dass ich Antiochia eine Art „schwarzer Mann“ umhergeht, der Menschen das Blut aussaugt und die Leichen dann auf die Stufen des Tempels legt. Ganz so sehr ins Detail gehen will ich nun nicht mehr, da ich sonst wahrscheinlich die ganze Spannung nehme, es sei nur gesagt, dass Pandora bald wieder auf den Schwarm ihrer Jugend – Marius – trifft, welcher zu einem Vampir geworden ist und Pandora zu ihrer Überraschung dazu auffordert, dass sie erneut flüchten soll…
Meine Meinung: *~*~*~*~*~*~*~* Das Buch beginnt – neben einer Widmung - mit einigen Zitaten, welche Rice wohl passend für den folgenden Roman hielt.
Zuerst einmal werde ich zur Sprache dieses Romans kommen. Diese ist recht anspruchsvoll und ausschmückend, vermittelt zugleich jedoch das Gefühl, umgangssprachlich zu sein; das kann man irgendwie schlecht beschreiben. Ein Grund dafür könnte jedoch sein, dass „Pandora“ sehr mit den verschiedensten philosophischen Ansichten spielt und immer wieder Überlegungen von Seiten der Protagonisten dies betreffend angestellt werden. Hin und wieder werden römische Dichter wie Ovid oder Lukrez zitiert, was ich immer für ein bisschen verwirrend hielt, da mir vorher außer den Namen nichts von diesen Dichtern bekannt war und auch durch das Buch wird man nicht unbedingt schlauer. Des weiteren versucht Rice, die alten Umgangsformen wieder aufleben zu lassen; in dem die einzelnen Figuren oft sehr gewählt und gehoben sprechen. Vor allem Pandora klingt oft wie eine richtige Philosophin und hat ein großes rhetorisches Talent. Trotzdem dass jetzt eventuell nach ziemlich komplizierter Sprache klingt, ist es keineswegs so: Der Roman lässt sich fließend und sehr gut verständlich lesen und eine Phase des Einlesens – wie es bei manchen sehr anspruchsvollen Büchern oft der Fall ist – fällt, was „Pandora“ betrifft, praktisch weg. Ein weiterer Vorteil ist – und was gerade zu dieser Geschichte sehr gut passt – dass in der Ich-Perspektive erzählt wird; Pandora selbst schildert ihre Erfahrungen und lässt diese dadurch lebendiger und spannender erscheinen.
Was mir vor allem zu Anfang des Romanes gefallen hat, als Pandora vordergründig über ihre Kindheit und Jugend spricht, ist die Beschreibung der alten römischen Bräuche und Zeremonien. Man erfährt als Unwissender so Einiges über das damalige Leben und die Ansichten der Römer vor gut 2000 Jahren. Denn ich gehe einfach mal davon aus, dass dieser Teil der Geschichte nicht der Fiktion des Restes entspricht. Hier wurde wirklich gute Recherche von Seiten Rice betrieben. Man erfährt beispielsweise, dass man als Römer aufgrund einer Abkehr dem Herrscher gegenüber nicht nur selbst umgebracht wurde, sondern auch die gesamte Familie, alle Nachfahren mit eingeschlossen; was ich vorher nicht wusste (… und was mich ehrlich gesagt auch ziemlich schockiert hat!). Dazu muss ich aber noch sagen, dass es sich bei alldem vor allem um das Leben der reichen Römer dreht, denn die ärmere Bevölkerung wird in diesem Roman beinahe vollkommen außer Acht gelassen.
Das Leben der Pandora bevor sie zu einem Vampir gemacht wurde, wird wirklich sehr ausführlich und detailgetreu erzählt. Seitenweise werden Gespräche zwischen ihr und diversen Menschen wie beispielsweise einem römischen Soldaten oder ihrem späteren Sklaven Flavius wiedergegeben. Was mich dann jedoch störte, ist, dass dem ab dem 11. Kapitel ein abruptes Ende gesetzt wird, in dem von da an alles nur noch im Zeitraffer erzählt wird. Plötzlich werden Jahrhunderte auf 2 Seiten zusammengefasst und öfters wird man durch die Vielzahl geschichtlicher Ereignisse und historischer Namen verwirrt. Das Ganze hat dann eher etwas von einem Geschichtsbuch. Parallel dazu wird die Liebesbeziehung zwischen Pandora und Marius erzählt, welche jedoch irgendwann für den ein oder anderen Leser etwas nervig werden könnte. Denn die beiden haben eigentlich den ganz normalen Beziehungsstress, nur eben in anderen Dimensionen ;-) Nach und nach habe ich von da an die Beziehung zu den Figuren verloren und die Spannung war so gut wie verschwunden.
Die Figur der Pandora möchte ich noch einen eigenen kleinen Abschnitt widmen, denn diese war für mich wirklich sehr sympathisch. Sie ist eine selbstbewusste Frau Mitte 30, die sich ausdrücken kann und weiß, wie man mit anderen Menschen umgehen muss, damit sie bekommt, was sie will. Sie ist hochintelligent und belesen, im selben Maße aber auch ein absoluter Gefühlsmensch, der an Götter glaubt und dieser verehrt. Der sich nicht viel Gedanken um die Zukunft macht und ihren Marius von Herzen liebt. Zudem ist mir persönlich aufgefallen, dass sie sehr direkt ist, was diverse Forderungen etc. angeht. So stellt sie beim Kauf ihres Sklaven Flavius beispielsweise sofort klar, dass sie auch von ihm erwarten würde, dass er mit ihr schläft. Sozusagen sei es die Pflicht ihr gegenüber, wenn sie schon für ihn bezahlt ;-)
Das Ende werde ich an dieser Stelle mal nicht verraten, aber an sich ist der Roman ja auch nicht spannend, man fiebert keinem Ende entgegen, da „Pandora“ eher eine Autobiografie darstellt; man weiß ja schon von den ersten Seiten an, dass die Protagonistin es bis in die heutige Zeit geschafft hat und auch, dass Marius noch lebt, wird zu Beginn angeführt.
Letztendlich muss ich jedoch sagen, dass ich mich doch etwas getäuscht hatte, als ich dachte, dass ich mit dem Buch auch sehr gut klar kommen würde, wenn ich die Vorgänger nicht gelesen habe. Denn „Pandora“ baut eigentlich nur auf diesen auf und höchstwahrscheinlich ist dieser Roman für die meisten Rice-Fans kaum mehr als eine Ergänzung, um einige ungeklärte Fragen klarzustellen. Ich hingegen hatte an der ein oder anderen Stelle doch schon so meine Probleme, den Gesprächen der Figuren zu folgen genauso wie mit der Tatsache, dass für die Filme wohl einiges geändert wurde. Ich kam zum Beispiel nicht so gut klar damit, dass Marius und Lestat ständig als blond bezeichnet wurden, da sie in dem Film „Die Königin der Verdammten“ beide braune/schwarze Haare haben. Oder dass Pandora in demselben Film als Inderin dargestellt wurde. Ok, der ein oder andere mag jetzt vielleicht denken, ich ziehe mich an Kleinigkeiten hoch, aber solche Dinge sind eben dafür verantwortlich, dass ich stellenweise in dem Buch ein wenig verwirrt war.
Fazit: *~*~* Ich gebe diesem Roman 3 Sterne. Empfehlen werde ich ihn aber auf jeden Fall – allerdings bedingt. Das Hauptproblem war für mich, dass ich viele Vorkenntnisse von den vorhergehenden Büchern der Vampir-Chroniken einfach nicht hatte und somit manchmal das Gefühl hatte, ein paar Seiten überlesen zu haben. Des Weiteren muss ich sagen, dass man bei diesem Roman nicht in Spannung oder gar Horror rechnen darf, denn letztendlich handelt es sich um eine Biografie ohne viel Drumherum. Trotzdem gibt es aber auch viel Positives, da wäre einmal die Figur der Pandora, die von ihrer modernen Einstellung her auch heute leben könnte, und des weiteren fand ich Teile der Geschichte doch sehr interessant und gerade beim Zusammentreffen mit Marius kam bei mir zumindest ein klein wenig Spannung auf, auch wenn es eher wie bei einem Liebesroman war, welche ich noch nie gelesen hab. Das Lesen hat mir trotz einiger Schwierigkeiten bezüglich der Vorkenntnisse Spaß gemacht. Wahrscheinlich wäre es zu übertrieben, zu sagen, dass es sich bei „Pandora“ um einen gut getarnten Liebesroman handelt, aber was dran ist da schon :-)
Doch wie ihr ja wisst, will ich demnächst noch die anderen der Rice-Romane lesen und falls ich meine Meinung über „Pandora“ dann noch ändern sollte, gibt es natürlich ein Update!
Die Anee Rice Bücher hat meine Schwester immer total verschlungen ... sie ist super begeistert von ihr, aber ich glaub Pandora hat sie noch nicht gelesen. lg steffi
pir-Chroniken, stürzen wie die Vampirgemeinde auf einen unberührten Hals. Die Heldin unserer Geschichte, Pandora, ist die Tochter eines römischen Senators zurzeit Kaiser Au...
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04.03.2005 14:00
Schöner Bericht. Gruß Tina
28.02.2005 23:17
Die Anee Rice Bücher hat meine Schwester immer total verschlungen ... sie ist super begeistert von ihr, aber ich glaub Pandora hat sie noch nicht gelesen. lg steffi
28.02.2005 16:55
Vorkenntnisse erforderlich? Dann ist das nichts für mich. gruß, carmen