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Die Paraderolle des Steve McQueen

5 10. Mar 2001

Pro:
ein faszinierendes Beispiel für die Freiheitsliebe des Menschen

Kontra:
McQueen starb 1980 an Krebs

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor:

Spannung:

Anspruch:

Action:

Romantik:

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bojorix

Über sich: Steve Winwood goes electro: http://www.youtube.com/watch?v =K2OJ3-Pckpo; heute sogar in Halle - boj...

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Der französische Gauner Henri Charierre(Steve McQueen) wird in einem Prozeß (Mord an einem Zuhälter) für schuldig befunden. Lebenslange Strafarbeit in der Kolonie Französisch-Guayana, lautet das vernichtende Urteil des deutlich voreingenommenen Gerichtes. Der unschuldige Henri weiß gar nicht so recht, wie ihm geschieht. Eine Schmetterlingstätowierung auf der Brust (Papillon ist die französische Vokabel für Schmetterling) hatte ihm den Namen eingebracht, den auch der 1973 unter Regie von Franklin J.Schaffner gedrehte Film trägt.
Bald findet sich der Mann auf einem Transportschiff wieder, das ihn und Dutzende anderer Leidensgenossen an die Nordküste Südamerikas bringen soll. Ein großer Teil der "Mitreisenden" hat das auch durchaus verdient. Berüchtigte Mörder und Kriegsverbrecher sehen ein Leben vor sich, dessen Verlauf zu hundert Prozent von Vater Staat kontrolliert wird. Papillon zeigt gleich, daß mit ihm aber nicht zu spaßen ist.
Als zwei Schwerverbrecher den schwächlichen Louis Dega (Dustin Hoffmann) um Geld und Leben bringen wollen, schreitet Papi entschlossen und berechnend ein - er demontiert die Tunichtgute. Er avanciert im weiteren Verlauf zum Bodyguard des Betrügers und Geldfälschers, der im Ersten Weltkrieg Tausende Franzosen mit manipulierten Kriegsanleihen um ihr Vermögen gebracht hatte.
Die Strafkolonie, sich aus mehreren Inseln vor der Küste Guayanas zusammensetztend, offenbart ihr grausames Antlitz gleich nach der Ankunft: Eiskalte Wärter, die Flüchlinge wie tolle Hunde abknallen, drakonische Strafen für leichte Vergehen(so z.B. jenes Gerät, das der Arzt Dr. Guillotine während der Französischen Revolution erfand) und absolut mangelhafte Ernährung lassen das Leben für die Gefangenen zur Hölle werden.
Clusieaut, ein Freund von Papillon, verletzt sich wissentlich so, daß er ins Lazarett verlegt wird, doch verliert auch der sein Leben bei einem Fluchtversuch.
Auch Papillon wird zum ersten Mal flüchtig, als einer der sadistischen Aufseher nach der Mißhandlung Degas von ihm niedergeschlagen wird. Doch wird er bald gefaßt und in Einzelhaft gesteckt. Die Wächter verschärfen diese, von Papillon, der ein sehr loses Mundwerk hat, permanent provoziert, sogar zu Dunkelhaft.
Inzwischen hat Dega sein bedeutendes Vermögen und die herrschende Korruption dahingehend genutzt, daß er unter den Häftlinge eine Führungsposition einnimmt und Privilegien aller Art genießt.
Papillon läßt sich deshalb nach dem Ende seiner Einzelhaft eine neuerliche Flucht finanzieren. Sein zögerlicher Mäzen folgt auf dieser sogar, ebenso ein homosexueller Mitgefangener. Sie versuchen als Trio, mit einem Segelboot die Küste Mittelamerikas (Panama oder Honduras) zu erreichen.
In Venezuela aber werden Dega und der Komplize gestellt, nur Papi gelingt die Flucht in den Dschungel.
Ein Kubaner hilft ihm, verliert aber sein Leben in einer von den Kopfgeldjägern plazierten Spießfalle.
Papillon dagegen hat Glück: Er findet freundliche Aufnahme bei Indios, doch gerät er wieder in die Hände der Justiz, als er sich in Vertrauen an ein Kloster wendet.
Nach jahrelanger Einzelhaft verlegt man ihn auf die gefürchtete Teufelsinsel, von der Flucht unmöglich scheint, da sie von haushohen Wellen umstürmt wird, die alles Schwimmende an die Felsen schmettern.
Der verbitterte Dega ist auch dort, doch will er nie wieder fliehen, läßt er verlauten.
Papillon denkt da aber anders. Er überlistet die Gezeiten und läßt sich auf einem Floß aus Kokosnüssen auf die See treiben...
Nach der Autobiographie des Filmhelden Henri Charierre schuf Schaffner hiermit einen Kassenschlager der 70er.
Das Duo Hoffmann-McQueen brilliert in allen Lagen. Ihre beispeilhafte Freundschaft, von Vertrauen und Aufopferungsbereitschaft für den anderen geprägt, wird zum Symbol (Papillon verrät den ihn in Einzelhaft versorgenden Dega nicht, obwohl man ihn schwer mißhandelt). Krasse Bildfolgen und ein skuriller Humor (ein Wärter zu Papi:"Mann, sehen Sie elend aus." - Papi, von Keuchhusten geplagt:"Ich war als Kind schon so dünn.") sowei beklemmende musikalische Untermalung lassen das Leben in den Straflagern unter solch menschenunwürdigen Bedingungen lebendig werden. Besonders subtil ist Schaffners Eingehen auf den Sadismus der Wachen.
Die Vorbereitungen dauerten zwei Jahre und verschlangen immense Summen, immerhin mußte der Gefängnistrakt in der Karibik kopiegetreu nachgebaut werden.
Natürlich hat McQueen in vielen tollen Rollen gespielt. Frank "Bullit", "Gesprengte Ketten" und "Die Glorreichen Sieben" seien hier nur als Auswahl genannt. Nie aber erreichte er jene Nachdrücklichkeit, mit der er Papillon verkörpert. 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
JakobineZM

JakobineZM

03.10.2001 11:23

Ups,ich hatte doch einen ganz anderen Film im Kopf,wollte Dir schon eine Rüge erteilen,als ich die überschrift gelesen habe,dachte er wird von jemand anderem gespielt. Trotzdem ein guter Bericht.Lg.Jakobine

ClubCola

ClubCola

29.03.2001 16:57

Hi, einen schönemn Filmbericht hast du dort abgeliefert. papillon ist auch einer meiner Lieblingsfilme-hätte ich nicht besser verfassen können! :-) ClubCola...man ließt sich

Die_Buchhaendlerin

Die_Buchhaendlerin

20.03.2001 22:14

ewig her, dass ich diesen Film gesehen habe, aber ich habe einzelne Szenen noch genau vor Augen, das spricht ja für den Film.

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