Grey's Anatomy
18.04.2009
Pro:
ähm
Kontra:
geschnittene Fassung unzumutbar, kaum Spannung, unwürdiges Ende
Empfehlenswert:
Nein
 KleenerApfel
Über sich:
Ich bin schwierig. Ich bin schüchtern. Ich bin arrogant. Ich bin anders. Ich bin chaotisch. Ich bin ...
Mitglied seit:07.08.2001
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Halbgötter in Weiß, das sind sie unsere Pathologiestudenten um den jungen Dr. Jake Gallo. Dr. Ted Grey bekommt durch seinen Schwiegervater in spe die Chance eine Aus- (oder Weiter-?)bildung am Universitätsklinikum anzufangen, mit dem ihm danach alle Türen offen stehen werden und er ganz oben sein wird. Zwar muss er dafür ersteinmal seine Verlobte Gwen kurzerhand zurücklassen, aber es steht ja fest, dass sie ihm nach ihrem Anwaltdiplom (oder was auch immer die Gute vorhat) folgen wird. Braves Weibchen. Teds Ankunft im Krankenhaus sorgt nicht gerade von Freudensprüngen bei seinen Kollegen. Es entbrennt ein regelrechter Schwanzvergleich zwischen Ted und Jake, weil beide ständig ihr Können unter Beweis stellen müssen. Nachdem Dr. Gallo jedoch festgestellt hat, dass sein Konkurrent bei der Auffindung von Todesursachen doch etwas draufzuhaben scheint, lädt er in kurzerhand in ihren geheimen Zirkel ein. Ziel dieser tollen Vereinigung ist der perfekte Mord. Jeder der jungen Leute ist mal mit dem Morden dran und die anderen sollen herausfinden, wie das Opfer getötet wurde. Wenn keiner drauf kommt, steht der Sieger fest. Grey stürzt immer tiefer in den Zirkel, bis er merkt, dass die Kollegen auch nicht vor internen Morden halt machen und jeder der Nächste sein kann. Trotz aller Warnung war ich so mutig und habe mir den Film angetan. An sich klingt die Story gar nicht mal so schlecht und grausame Filme habe ich in letzter Zeit sowieso zu genüge gesehen und meine Erwartungsschwelle ist dementsprechend niedrig. Allerdings scheitert der Film auf ganzer Linie, fragt sich nur was die Faktoren dafür sein können. Zum einen liegt es sicherlich daran, dass man keine Nähe oder Sympathie zu den Figuren aufbauen kann. Seltsamerweise klappt das bei vielen anderen aber. So bin ich heute noch ein großer Fan von "Otis" aus Haus der 1000 Leichen, einfach der Typ absolute Granate ist. Im Gegenzug sind die Figuren in "Pathology" absolute Verecker. Kennt ihr die Silverknaller, die sich "Brummende Biene" oder "Fettes Bienchen" nennen? Diese kleinen Knaller für Kinder, die sich nur dämlich und dumpf klingend am Boden im Kreis drehen? Auf dem Niveau befinden wir uns bei diesem Film. Dabei sehen die Schauspieler gar nicht mal so scheiße aus. Allerdings nervt die Überheblichkeit, die dämlich klugen Diagnosen der Morde (die man irgendwann echt nicht mehr hören kann) und wenn ich ehrlich bin: die Leute auch. Bei "Sieben" empfand man Mitleid mit der Frau/Freundin von Brad Pitt. Hier wird die Zurückgelassene bzw. Alleingelassene von Alyssa Milano gespielt, die zickige Hexe aus "Charmed" bzw. die Tochter von Tony aus "Wer ist hier der Boss?". Und ehrlich gesagt ist dem Zuschauer vollkommen egal, was aus all diesen Leute wird bzw. mit ihnen passiert. Man verspürt nicht einmal Mitleid wenn einer von ihnen selbst aufgeschnitten auf dem Tisch liegt. Warum sollte man auch? Man hat sich ja redlich bemüht, alle Leute dort so befremdlich wie möglich zu präsentieren. Ein weiterer Grund ist die fehlende Spannung. Waren "Anatomie" und seine Fortsetzung auch nicht gerade der Brüller, waren dort jedoch mehr Spannung vorhanden, als dieser Film jemals haben wird. Auf eine gewisse Art und Weise ist sogar "Bambi" spannender (Schaffts das arme kleine Rehlein oder nicht? Und was wird aus der armen Mutti?), was insgesamt ein trauriges Fazit für "Pathology" sein sollte. In der Tat werden wir zu keinem Zeitpunkt annähernd gefordert, weder geistig, noch körperlich. Die einzige geistige Forderung besteht eventuell darin, dem Film weiterhin zu folgen und die körperliche, trotz aller geistigen Qualen auch weiterhin im Sessel sitzen zu bleiben. Und weil die Spannung fehlt, muss erst einmal ganz tief in die Klischee-Kiste gegriffen werden: Böse Ärzte/Pathologen, die einem geheimen Zirkel angehören (ist ja auch etwas ganz neues), der Hippokratische Eid wird dabei völlig unter den Teppich gekehrt, Sex in der Leichenhalle bzw. vor einer Leiche (ZzzZzzzzz), Fremdgehen, Morde innerhalb der eigenen Gruppe und und und. Mal ganz ehrlich, aber das kennen wir doch schon alles! Ehrlich gesagt musste ich mir den Film 2x ansehen. Beim ersten Mal empfand ich meine Rauhfasertapete spannender und habe somit den Faden des Films verloren. Beim zweiten Mal habe ich gedacht, dass der Film nun vielleicht besser wird, weil ich nun meine vollste Konzentration darauf richte, aber irgendwie ..... nö. Der letzte und wohl auch zum Teil entscheidende Punkt, warum dieser Film auf ganzer Linie versagt, ist die geschnittene Fassung, die man nur erhält. Auf Schnittberichte.com gab es wiedereinmal sämtliche Szenen, die man mir genommen hatte: 208 Sekunden bei 12 Schnitten! Die Szenen, die den Film vielleicht gerettet haben könnten, hat man einfach rausgekickt. Wenn die Story versagt, kann oftmals nur ein hoher Blutfaktor das Ganze retten, aber die einzigen paar blutigen Szenen, hat man herausgeschnitten und somit bleibt dem Film wirklich rein gar nichts! Das (eher enttäuschende) Ende wird uns durch den Schnitt nur zu einem Drittel präsentiert. Der Film endet irgendwie abrupt, was bleibt ist ein großes Fragezeichen. Wahrscheinlich soll einen das Ende zum Nachdenken anregen, da irgendwie die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt, allerdings muss man erst 5x darüber nachdenken, um überhaupt zu der Erkenntnis zu gelangen, dass da Grenzen verschwimmen. Wohl kein Pluspunkt für Regisseur und Drehbuchautor.
Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist mir gegen Ende des Films "Bambi" wieder eingefallen und ich habe mich gefreut, dass er nun Papa und ein großer toller Hirsch geworden ist. Es macht schon Eindruck, wenn einem dann einfällt, dass man ja eigentlich gerade den tollen Showdown eines (zu Unrecht) hoch angepriesenen Thrillers guckt und seine Gedanken darauf richten sollte. Showdown hin- oder her, der wird einem durch die Zensur sowieso genommen und wenn ich ehrlich bin, hatte ich auch gar keinen Bock mehr auf einen krönenden Abschluss, ganz einfach, weil der Film genervt hat ohne Ende. Wofür der Darsteller des Dr. Grey wohl nichts kann (er allerdings da durch muss) ist die Tatsache, dass er einem Dozenten von mir ähnlich sieht, der mich mal hat durchfallen lassen. Somit hat der Gute eigentlich schon von Anfang an seinen "Luschen"-Stempel auf die Stirn gedrückt bekommen, trotzdem habe ich ihm eine Chance gegeben (oder zumindest versucht). Was bleibt also vom Film übrig? Der Soundtrack. Und leider muss ich sagen, ist die Musik auch das Einzige, was mir am Film gefallen bzw. was mich dazu bewogen hat, ihn weiter zu gucken. Die musikalische Untermalung ist nämlich teilweise ganz fetzig und spritzig (wenigstens etwas am Film).
Neben der Enttäuschung des Films hat mich die DVD Ausstattung auch maßlos enttäuscht. Auf Amazon.de verspricht man mir neben rotzdoofen Trailern wenigstens ein "Making Of" und "Vorbereitungen in der forensischen Pathologie L.A. County". Tatsächlich hat meine DVD gar nichts davon. Mir bieten sich 3 unglaubliche Programmtipps: "Der unglaubliche Hulk", "Doomsday - Tag der Rache" und "The Fighters". Welche Tastenkombi muss ich bitte drücken, um an die richtigen Extras heranzukommen? Verarsche auf der ganzen Linie und wenn ich sehe, dass die DVD gute 17 Euro kostet (wir fassen zusammen: geschnitten, langweilig, dämlich, ohne Extras und überhaupt grottenschlecht), dann weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Wohl eher lachen, weil ich den Film mit bestem Gewissen wieder abgeben kann und mich das Ganze nicht mal annähernd soviel gekostet hat.
Alles in allem bietet "Pathology" viel und dennoch nichts. Man bekommt viel Schwachsinn, massenweise Klischees, nervige Dialoge, uninteressante Sexszenen & Fremdgepoppe, langweilige Beziehungskonstellationen, uninteressante Charaktere, kein Blut und eine verstümmelte DVD ohne jegliche Extras hinterher geschmissen. Der Spannungsbogen ähnelt einem schlaffen Glied und zeigt auch keinerlei Ambitionen, nach oben zu gehen. Wie man die im Grunde interessante Story so dermaßen versauen kann, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Sogar eine Putzfrau ohne Filmerfahrung könnte diesen Mist besser in Szene setzen als es Marc Schoelermann getan hat.
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21.10.2009 23:49
Gut berichtet.. da schein ich ja nichts zu verpassen.
28.09.2009 16:04
den hab ich auch gesehen ;-) lg anja
08.09.2009 20:52
sehr hilfreiche warnung... vielen dank und liebe grüsse