Pawlowsk, Pawlowsk

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Erfahrungsbericht über "Pawlowsk, Pawlowsk"

veröffentlicht 16.03.2017 | dik1609
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Sehr gut
Pro Sehenswertes Palais, wunderschöne Gärten
Kontra Der Besuch ist zeitlich reglementiert
sehr hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

"Was die Zaren so bauen ließen"

Sehenswert: Der Palast von Pawlowsk.

Sehenswert: Der Palast von Pawlowsk.

Während einer Reise ins russische St. Petersburg im November 2016 unternahm ich gemeinsam mit meinem Freund Wolfgang auch einen organisierten Ausflug, der uns rund 30 Kilometer aus der Stadt heraus brachte. Ziel war der Ort Pawlowsk, der inzwischen aber rein administrativ zu St. Petersburg gehört, aber ehe ländlich geprägt ist und alles andere als wie eine Millionenstadt wirkt. Im Zentrum des Ausflugs stand die Besichtigung des Pawlowsk-Palais. Und genau davon soll hier die Rede sein.

Der Ort des Geschehens

Pawlowsk ist eine klassizistische ehemalige Sommerresidenz der russischen Zaren, nebst der gleichnamigen Stadt mit rund 16.000. Sie liegt etwa 30 Kilometer südlich von St. Petersburg und fünf Kilometer südöstlich von Zarskoje Selo. Seit 1998 ist sie administrativ Sankt Petersburg unterstellt und gehört zum Stadtbezirk (Rajon) Puschkin.
Die Stadt

Mit der Thronbesteigung Pauls I. 1796 wurde die Ansiedlung an der Residenz zur Stadt erhoben. Vor der Oktoberrevolution war Pawlowsk eine beliebte Sommerfrische für die reichen Hauptstädter. Fjodor Dostojewskis Roman "Der Idiot" spielt teilweise in der das Schloss umgebenden Stadt. 1837 wurde die erste Eisenbahnlinie Russlands zwischen St. Petersburg und Pawlowsk eröffnet. Das Bahnhofsgebäude, das unmittelbar neben dem Palast errichtet wurde, diente gleichzeitig als eine Art Kursaal und Konzertgebäude, in dem neben anderen musikalischen Berühmtheiten Johann Strauß (Sohn), Franz Liszt und Robert Schumann auftraten. Trotz der Umspurung der Eisenbahnlinie auf die russische Breitspur und die Verlegung des Bahnhofsgebäudes 1897 an die heutige Stelle wurde der „Musikbahnhof“ weiterhin künstlerisch genutzt.


Pawlowsk wurde im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht erobert und erlitt während der Besatzung von 1941 bis 1943 schwere Schäden. Auch der Musikpavillon wurde niedergebrannt. Der Wiederaufbau des stark beschädigten Palastes, der erst 1978 offiziell beendet wurde, begann bereits 1944. Vereinzelte Restaurierungsarbeiten im Park dauern bis heute an. Das einzigartige Ensemble, bestehend aus dem Schloss, einer großen Zahl von Pavillons, dem größten Schlosspark Europas sowie der historischen Altstadt, wurde 1990 von der UNESCO in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen. (Quelle: Wikipedia)
Der Palast

Wir mussten zu einer ganz bestimmten Zeit am Pawlowsk-Palais ankommen, denn hier war ein einger Zeitplan für Gruppen gestellt, die sich während der Besichtigung nicht ins Gehege kommen sollten. Gemeinsam mit unserer Reiseleiterin Irina betraten wir also den rund um einen großen Platz gebauten Palast, ließen eine kleine Sicherheits-Kontrolle über uns ergehen, gaben unsere Jacken und Mäntel wie vorgeschrieben an der Garderobe ab und stülpten uns bereit gestellte Überschuhe über, um den Fußboden nicht zu beschädigen. Und dann begann die Besichtigung des schon von außen beeindruckenden gelb-weißen Gebäudes mit seinen vielen klassizistischen Elementen, wobei wir auch davon hörten, dass Katharina II. diesen Palast einstmals erbauen ließ, um ihren unzufriedenen Sohn, den späteren Zaren Paul I., ein wenig ruhig zu stellen. Schon erstaunlich, welche netten kleinen Geschenke die Zaren einst ihrer Verwandtschaft machten . . .

Das Innere des Palastes wurde uns von Irina erklärt und erwies sich als sehr eindrucksvoll. Wunderschönes Geschirr, noch sehenswertere Wandteppiche, antike Uhren klassizistische Möbel und vor allem die Bücherei sowie der Speisesaal zogen die Blicke auf sich, wobei die Innenräume nicht betont auf absolute Repräsentation und Machtentfaltung angelegt sind, sondern offenbar nur das enthalten, was den einstigen Nutzern wirklich gefiel, wobei auffallend viele Deko-Elemente Geschenke aus Frankreich sind. Die Führung durch den Palast dauerte rund eine Stunde - und dann hatten wir vor Ort noch etwas Freizeit. Anzumerken ist noch, dass unser Besuch im Palais zeitlich reglementiert war, weil sich die einzelnen Gruppen nicht ins Gehege kommen sollten. Dafür hatten nicht alle Besucher Verständnis, so dass es zu Beschwerden kam, wenn ein wenig zur Eile gedrängt wurde. Aber: Eigentlich konnten wir uns alles Sehenswerte auch ausgiebig genug anschauen.

Im November mag es nicht ganz so reizvoll sein, den das Palast umgebenden Park zu besichtigen, in Ansätzen aber taten wir auch das, wobei selbst wir feststellen durften, dass Gebäude und der im englischen Stil angelegte Park von rund 650 Hektar Größe eine wunderbare Symbiose eingehen. Wie muss das erst im Sommer aussehen, wenn hier alles blüht und grünt und nicht wie in unserem Fall von einer weißen Schneedecke übertüncht ist?

Meine Meinung

Der Pawlowsk-Palais mag nicht der prachtvollste in und in der Nähe von Sankt Petersburg sein, einen Besuch aber ist er allemal wert. Irgendwie sorgen die Gebäude, die ja nur eine kleine Sommerresidenz darstellen sollen, die übrigens vom Beschenkten praktisch gar nicht genutzt wurde. Und auch das Innere lässt staunen, auch wenn das nicht darauf ausgelegt ist, den Besucher mit seiner Pracht zu beeindrucken. Es sind viele kleine Details, die auch einen zweiten Blick wert sind. Und mir verdeutlichte der Besuch in Pawlowsk - und der am gleichen Tag folgende im Katharinen-Palais von Puschkin noch mehr -, wie die Zaren mit ihrer Geldverschwendung doch die Oktoberrevolution im Grunde genommen selbst einleiteten.


Wunderschön ist schließlich auch der Park von Pawlowsk, der übrigens auch ohne Eintrittsgeld besucht werden kann und der in weiten Teilen den Eindruck einer unberührten Naturlandschaft wiederspiegelt. Ein wenig lächeln musste ich dagegen hinsichtlich der vielen kleinen Verzehrstände im Park und am Palast: Irgendwie boten die allesamt das gleiche Warenangebot an - aber eben nicht das, was ich eigentlich suchte. Und so kehrten Wolfgang und ich noch in das in einem Seitenflügel des Palastes zu findende Restaurant ein, wo wir uns ausgesprochen wohl fühlten. Auch hier gibt es zwar einfache Sitzmöbel, aber dafür wunderschöne Lüster und Decken. Eine ausreichend große Auswahl an Speisen und Getränken zu absolut bezahlbaren Preisen sorgte dafür, dass wir uns hier stärken konnten; ein Besuch in den sehr sauberen und kostenfrei zu benutzenden sanitären Anlagen verschaffte zudem Erleichterung.


Wolfgang und ich waren uns auf jeden Fall einig: Der Besuch in Pawlowsk war sinnvoll. Und wir raten ihn auch Jedem an, der nach Sankt Petersburg reist und ein wenig Zeit mitbringt. Sehr gern hätten wir uns übrigens noch das Bahnhofsgebäude angeschaut, in dem sich der Sage nach einst Robert Schumann unsterblich verliebte. Das aber sah unser Ausflugs-Programm leider nicht vor, so dass wir uns mit einem Blick von außen auf dieses Gebäude begnügen mussten.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Babyengel1 veröffentlicht 25.03.2017
    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Babyengel1 .•:*¨ ¨*:•.
  • pinkdawn veröffentlicht 25.03.2017
    bh - schöner Bericht und ebensolche Fotos
  • Sydneysider47 veröffentlicht 24.03.2017
    dieses Bauwerk habe ich jetzt nicht gesehen - aber bei meinem Aufenthalt von zweieinhalb Tagen in St. Petersburg blieb auch nicht Zeit für alles....
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