Pekka's Tube Factory - Various

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Pekka's Tube Factory - Various

1 - CD - Naxos Jazz - 27. Mai 1999 - 747313602827

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Erfahrungsbericht über "Pekka's Tube Factory - Various"

veröffentlicht 29.01.2017 | EndlichVerstehen
Mitglied seit : 17.03.2013
Erfahrungsberichte : 51
Vertrauende : 2
Über sich :
Wie wie immer geht es um Musik-CDs und Bücher, neuerdings auch um eigene Kurzgeschichten (SciFi). Yes!
Ausgezeichnet
Pro Elektrisch.akustischer Jazz, frisch
Kontra Nichts, sogar das Cover ist super
sehr hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Musik, die das Leben spielt / spiegelt! Super"

Naxos Jazz, ein bekanntes Label. Sehr schönes Gemälde. Digital aufgenommen und abgemischt.

Naxos Jazz, ein bekanntes Label. Sehr schönes Gemälde. Digital aufgenommen und abgemischt.

Supergut, superschön, superschräg...
Wer wollte nicht gerne Geschichten hören, die auf musikalische Weise "tönend" erzählt werden? Rund eine Stunde mit sieben langen und einem kurzen Stück, das bietet diese CD von 1998, die übrigens von einer einzigen Gruppe eingespielt wurde (Ciao hat sich geirrt, keine »div.Interpreten). Die Blasinstrumente (genau: Saxofon und Flöte u.a.m.) geben den Ton im Ensemble an, aber akustische und einmal auch eine elektrische Gitarre und Keyboards gesellen sich dazu. Bass, Trommeln und Schlagzeug bilden das Gerüst. Die genaue Besetzungsliste können Sie auf den Fotos aus meinem Archiv sehen, danke!

Stimmungen/meine Stimmungen

Ich habe die traurigen, schönen, bitter-süßen und auch befremdlichen Stimmungen, die diese Musik aussendet/evoziert, sehr genossen. Es muss nicht immer Kaviar/Pop sein, das rufe ich allen zu!
»Akseli and the 11th Dream« erzählt von einem Jungen, der viele kindliche Abenteuer gleichzeitig erlebt.
Der »Strawberry-Tree« entspringt dem süßen Wunsch nach einem solchen Gewächs, was besonders in Finnland interessant wäre.
Und »Fungi« berichte dramatisch von einem guten Essen mit anschließendem Krankenhausbesuch, denn die Pilze waren leider giftig.
Und so weiter...
Instrumentalmusik/Übersetzungen

Aber hoppla, diese Geschichten werden gar nicht erzählt, ich habe sie dem Booklet entnommen, in dem auf die Story hinter dem Song hingewiesen wird. Instrumentale Musik funktioniert eben nur in eine Richtung. Ich habe das giftige Pilzmenü durchaus gehört, nachdem ich auf die Spur gesetzt worden bin. Aber nur aus der Musik hätte ich hundert Geschichten ableiten können...
Denn Vokale, STIMMEN, die gibt es hier nicht!
Können Hörer mit dieser Multivalenz leben, dieser freien Assoziation? Ich denke, das kann der freie oder auch befreite Mensch durchaus. Wohlklang bleibt Wohlklang, harte Linien bleiben harte Linien, da gibt es Schnittmengen im Verständnis, die über Ländergrenzen, Sprachen und Traditionen hinweg ganz gut funktionieren.
Denn dies ist Jazz, der "große Bruder" des Pop.
Präzision/saubere Sounds

Ich kenne die Vorbehalte, denn ich habe selbst Vorbehalte. "Jazz - das ist doch diese grauenhafte Musik mit den vielen schiefen Tönen. Absolut nicht mein Geschmack!" So klagen viele Leute, die durch Zufall im Radio "diese komische Musik" gefunden haben. Doch Jazz ist nicht Musik für eine (selbst ernannte) intellektuelle Oberschicht, für Studenten oder den geschäftsführenden Typen am Feierabend beim sprichwörtlichen Glas Rotwein. Denn solche Jazz-Hörer können mir gestohlen bleiben.
Auch bietet der Finne (Jahrgang 1964) keinen Jazz aus verrauchten Clubs, dies ist Studio-Jazz! Die Aufnahme ist sehr sauber, die Instrumente werden sehr präzis gespielt, aber nicht steril. Ich weiß, Jazz-Puristen werden mich dafür schelten, aber dieser Jazz klingt »weiß«, technisch sauberer, abgezirkelter als die afroamerikanische Alte Schule.
Jazz kann jeder hören, gerade die wirklichen Jazz-Stücke erreichen jeden offenen Geist und rühren an jedes Herz, mag es in der Brust eines Maurers, Lagerarbeiters oder Kindes in der Grundschule schlagen. Redakteure im Kulturradio wissen aus Erfahrung, dass gerade Jazz und Neue Musik quer durch alle Bildungs- und Altersschichten verstanden wird! Das ist auch die ganz große Aussage dieses Beitrags, Pekka Pylkkänens CD kann auch zu Ihrer Musik werden, denn sie rührt an Saiten, die in Ihnen vielleicht schon lange vorgebildet wurden. Verstehen Sie dies also als Einladung, die ausgetretenen Pfade (Pop, Rock, Schlager) einmal zu verlassen und diese "komische Instrumentalmusik" zu hören.
Der Leiter/die Komposition

Wie der Name nahelegt, ist Pylkkänen Finne und hat für diese Aufnahme aus dem Jahr 1998 ein Sextett begabter Landsleute zusammengestellt. Wie weiland Miles Davis (oder Coltrane oder Ornette Coleman oderoderoder) führt ein Bläser die Combo an, hier ist es Pekka selbst, der als Saxofonist fast schon für diese Leiteraufgabe vorbestimmt ist.
Aber was gibt es im Jazz zu leiten, werden manche raunen? Das sei doch alles nur Improvisation, Zufallsmusik. Jazz, wie ich ihn höre, ist eben das nicht/nicht nur. Pekkas "Röhrenfabrik", wie der Titel auf Deutsch lauten könnte, orientiert sich an einem Noten-Plan, den der Bandleader vorher ausgearbeitet hat. und zwar unter Mühen und mit Spaß. Laut eigener Aussage fragte sich Pekka öfter, stimmt die Melodie und wohin geht sie, ist der Rhythmus zu einfach, zu schwierig, wie färben die Harmonien meine Musikstücke? Toll, das sich das einer überlegt, nur das »Bauchgefühl« ist manchmal zu wenig. Anders als manche Musiker aus dem Stammland des Jazz, den USA, besonders aber der "lockeren" Westküste, vertraut hier einer nicht allein der Eingebung des Augenblicks und vielleicht einem kleine Zettel mit ein paar Notizen, sondern seinem Fachwissen, der Komposition.
Und dennoch ist diese Musik dem Klang nach nicht akademisch, nicht steif, nicht elitär. Im Grunde »swingt« sie auch gewaltig, wenn auch nicht im Maße einer Kombination aus Bobby Hutcherson/Harold Land, die im superlässigen, superbeschwingten, mal auch superreduzierten, superexplorativen Jazz kaum zu schlagen sind/waren.
Komposition! Man merkt ihre Einfluss vor allem in den gemeinsamen Ensemble-Passagen. Anfang und Ende der meist sieben bis elf Minuten langen Stücke sind meistens sehr melodisch, ja träumerisch schön - zum Teil lautmalerisch, zum anderen Teil im althergebrachten Sinne stimmungsvoll (traurig, schön, verschlafen, keck und so weiter). In die meisten Stücke bricht jeweils in den Mitten etwas Eckiges, Kantiges, ja Brutales ein. Die Instrumente spielen gegeneinander, zwischen Piano und Blas-Instrumentalisten gibt es »Reibereien«, »Streit«. Nach längerem Ringen (und Frontenbildungen), das manchmal mit einem Bass, manchmal mit einer elektrischen Gitarre aufgefüllt ist, glätten sich die Wogen. Die Männer einigen sich wieder auf eines Melodie und kehren zurück. Ins immer zerbrechliche Idyll!
Die lieblichen Melodien sind nicht nur schön, sie sind auch schrecklich, von Anbeginn an. Immer schon lodert das Feuer der Zerstörung in ihnen. Es gibt immer genug jazzige Töne, blue notes, um zu sagen, dies Idyll wird keines bleiben.
Blubbernde, perlende Spezialsounds signalisieren Gefühl, Liebe, Einheit, aber auch Bedrohung, Zersägung, Attacke...ich möchte hervorheben, dass mir hier besonders der Einsatz des Keyboards mit seinen (bereits in den 1980ern von Prince ausgeloteten) Soundmöglichkeiten sehr gut gefällt, weil das Keyboard besonders kraftvoll gegen das (fast übermächtige, spielerisch extrem gute und hypersichere) Spiel der Blasinstrumente, die alle vom Bandleader beigesteuert werden, anrennt. Die unorthodoxe Linien-Führung, das "schräge" und doch tönende Aufeinanderspiel der Sounds und Melodie-Kürzel haben mich mehr als nur einmal an Prince (1958-2016) erinnert. Hier ist es "Strawberry Tree", der mich ganz stark an "Dopamine Rush" von Prince feat. Eric Leeds erinnert.
Dies ist auch die möglicherweise beste Komposition des Albums, welches von mehreren offiziellen Staatsstellen gefördert wurde und bei (absoluten, das muss gesagt sein) Insidern gut ankam.
Weitere Höhepunkte bilden die beiden Eröffnungsstücke, die neben lieblichen Passagen eben auch kraftvollere Stellen enthalten. Ganz nach dem Strukturprinzip, welches ich erwähnt habe, wonach ich die Mitten als "harscher" empfunden habe.
Die anderen Stücke (4 bis 7) fallen durchaus nicht ab. Lediglich Fungi (das jene wahre[!?] Pilzvergiftung in Töne packt, jaja!) kommt mir in der Mitte, in der wohl die Mägen ausgepumpt werden (?), zu zerdehnt und brutal vor.
Klang

Die Abmischung der einzelnen Instrumente ist sehr ausgewogen. Endlich einmal ein akustischer Bass, der nicht im Rauschen versinkt, eine E-Gitarre (ich finde an sich, dass dies Instrument im Jazz wenig verloren hat, aber hier passt es einmal), die nicht alles zudrückt, und ein Saxofon, das nicht die totale tonale Diktatur anstrebt.
Ja!

Diese Musik klingt erfreulich uneitel, ich bin kein Musiker und habe nur Wörter, um diese Leistung zu erfassen. Aber allen sei diese inzwischen ziemlich preiswerte und sehr gut gestaltete CD aus dem Hause Naxos ans Herz gelegt.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Ciaochsi veröffentlicht 05.07.2017
    sh
  • manuelmama veröffentlicht 15.05.2017
    sh
  • Fredericke07 veröffentlicht 03.05.2017
    sh
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Produktdaten : Pekka's Tube Factory - Various

Produktbeschreibung des Herstellers

1 - CD - Naxos Jazz - 27. Mai 1999 - 747313602827

Haupteigenschaften

Titel: Pekka's Tube Factory

Künstler: Pekka Pylkkänen; u.a.

Komponist: Pekka Pylkkänen

Genre: Jazz

Medium: CD

Set-Inhalt: 1

Veröffentlichungsdatum: 27. Mai 1999

Label: Naxos Jazz

EAN: 747313602827

Titel auf CD 1

1.: Akseli and the 11th Dream

2.: 13 Seagulls

3.: The Strawberry Tree

4.: Fungi (Gyromitra Esculenta)

5.: See How She Sleeps

6.: Sans Blagues (No Kidding)

7.: Le Petit Pingouin

8.: Oona

Ciao

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