Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Exquisites Umfeld; gut erreichbar; Übungsmöglichkeiten |
| Kontra: |
z . T . übler Pflegezustand des Platzes; Platz ideenlos angelegt |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Der 9-Loch Kurs namens „Resort-Course" ist ein Teil des Komplexes „LE MERIDIEN Penina Golf&Resort" und neben dem kurzen 9-Loch Academy-Couse nur ein Ableger des Vorzeigeobjektes schlechthin, dem 18-Loch ChampionshipCourse „Penina".
Er ist leicht zu finden, fährt man die N 125, Hauptstraße der Algarveregion, von Osten kommend einige Kilometer hinter der Ausfahrt Portimao entlang, liegt die 5*-Hotelanlage „Le Meridien" direkt links an der Straße.
Die Rezeption, der Proshop und die Clubhaus-Räume sind rechts unten in den Hotelbau integriert. Die Aura und das edle Ambiente spürt man schon bei der Ankunft, wobei die dezent umherschwirrenden Mitarbeiter trotzdem eine nette Ausstrahlung haben.
Da ich, auch hier, wieder eine von OLIMAR bestätigte Startzeit samt Voucher hatte, war ich auch schon im modernen Buchungscomputer verzeichnet. Die Handtrolleymiete liegt hier bei ca. 9.-DM, ein immerhin voller Ballkorb für die DrivingRange bei 7,50 DM. Geht man dann zur DrivingRange, kommt man an einem der drei hier vorhandenen PuttingGreens und einem ChippingArea vorbei. Die Oberfläche des Übungsgrüns ähnelt stark der eines hochwertigen Wohnzimmerteppichs, allerdings in sattem und fleckenfreiem Dunkelgrün. Die DrivingRange selbst ist sehr großflächig angelegt und mit vielen Abschlagplätzen versehen, wohl auch deshalb, weil viele der Hotelgäste des Golfs wegen diesen Standort wählten.
Zum 9-Loch ResortCourse gelangt man dann durch einen Tunnel unter der N 125 hindurch, eine Überquerung wäre wohl auch äußerst todesmutig. Am 1.Abschlag war zwar, trotz eines kleinen Starterhäuschens, kein Starter anwesend, der mir die Quittung abnahm, aber immerhin war ein Startzeitenplan ausgehängt, in dem mein Name schon verzeichnet war.
Die Bahn 1 (PAR4) knickt nach ca. 180 m deutlich nach links ab, Fairwaybunker in Schlagreichweite, eine Freileitung und die seitlich stehenden Bäume könnten den Ballflug stören. Nach leichtem Abfall der Spielbahn liegt dann das Grün, links und rechts von Bunkern geschützt, in Sichtweite. Ein langer und präziser 2.Schlag ist gefragt.
Schon das 1.Green wie auch das Fairway war in, vorsichtig ausgedrückt, zweifelhaftem Zustand. Manche DrivingRange macht einen besseren Pflegeeindruck.
Bei der 2 wieder ein leichtes Dogleg, diesmal nach rechts, wobei das Green erst nach einem sehr geraden 1.Schlag sichtbar wird. Die Bahn 3, wie sollte es anders sein, ein 329 m langes PAR4, das beim 2.Schlag etwas Lockerheit erfordert, will man das unschöne, aus Beton gegossene, Wasserauffangbecken, das als Wasserhindernis fungiert, sicher überqueren. Das 4.Loch, endlich mal ein PAR3, ist mit 140 m zwar nicht sehr lang, aber gemein von Bunkern umrahmt sowie durch in die Flugbahn ragende Baumwipfel doch nicht ganz leicht.
Die Bahn 5 ist ein schnurgerades PAR5, das aber an den richtigen Stellen mit Fairwaybunkern gespickt ist sowie rechts einen langen Graben als seitliches Wasserhindernis für Slicer bereithält. Trotz knapp 500 m Länge ist ein Par hier bei zwei guten und langen Schlägen im Rahmen des Machbaren.
Am Abschlag 6 werden von jungen Portugiesen Reservebälle feilgeboten - nicht ohne Grund. Mit StrokeIndex 1 das schwerste Loch des Platzes, ein PAR4. Es führt in leichtem Rechtsbogen, optisch schmal durch zwei umrahmende Baumreihen, an der westlichen Platzgrenze entlang. Für ein Par sind schnurgerade Schläge in richtiger Länge nötig.
Die 7, als relativ kurzes PAR4, bietet, trotz eines Teiches rechts neben dem erhöhten Grün, wieder eine faire Par-Chance. Was beim folgenden PAR3, dem Loch 8, nicht ganz leicht erscheint, da es in der ersten 9er-Runde 202 m lang ist, wobei die letzten 50 m zum Grün links und rechts mit Bunkern, als eine Art Gasse, gespickt sind.
Das Abschlußloch der ersten 9 ist ein gerades und breites PAR4, das, wieder von Bäumen und Rough gesäumt, in der 2.Runde als Loch 18 zum PAR5 mutiert. Denn dann ist der Abschlag von 27 m weiter hinten aus zu spielen.
Insgesamt ist der ResortCourse als einfallslos geplant einzustufen und zeigt keine optischen Highlights. Hat man schon auf anderen Plätzen an der Algarve gespielt, ist man natürlich verwöhnt durch Qualität und Challenge. Der Platzzustand, besonders der der Fairways, ist mitunter als unzumutbar zu bezeichnen - sehr viele vertrocknete Stellen, Maulwurfshügel, ungleichmäßige Grashöhen, fast kein Unterschied zwischen Fairway und SemiRough.
Scheinbar wird bei der Platzpflege, eigentlich eine Domäne der GreenKeeper im Süden Portugals, das Hauptaugenmerk auf den 18-Loch ChampionshipCourse gelegt, der auch in diesem Jahr wieder Austragungsort der Portugese Open war.
Den ResortCourse werde ich mit Sicherheit nicht wieder aufsuchen, sollte ich die Algarve das nächste Mal bereisen. Der 18-Loch Platz fordert allerdings Handicap 28, was aber, wie ich mehrmals bemerkte, im Sommer kein Hinderungsgrund sein dürfte. Das GreenFee liegt in der Nebensaison (hier ist sie im Sommer!) bei 60.-DM für den Resort Course, der Champ.-Course kostet 90.-DM - das wäre ein gut angelegter Aufpreis gewesen.
Das Einzige, was entschädigt, ist die schöne Aussicht von der dem Hotelrestaurant angeschlossenen Clubhaus-Terrasse aus. Der Milchkaffee war der beste, den ich bisher getrunken habe, doch 2 Eistee und der besagte Kaffee wollen auch mit 17.- DM(!) bezahlt werden - 5* Zuschlag eben...