Pentax K-5, gute Kamera mit einem erheblichen Makel.
13.02.2011 (14.02.2011)
Pro:
Wenn intakt, ist die Pentax K - 5 eine gute Kamera
Kontra:
Erhebliche Zweifel hinsichtlich der Langzeitstabilität der Kamera
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 prinzheinrich
Über sich:
Mitglied seit:22.03.2008
Erfahrungsberichte:12
Produktvideos:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet
Die digitale Spiegelreflexkamera Pentax K-5, eine 16 MP DSLR und Top-Modell des Herstellers, wurde im Oktober 2010 auf den Markt gebracht. Der Body kostet seitdem ca. 1150 €. Die Nachfrage ist aufgrund des hohen Dynamikumfangs und des guten Rauschverhaltens bei höheren ISO-Werten groß und es gab zunächst Lieferengpässe. Ab Mitte November 2010 konnte die Pentax K-5 endlich auch von deutschen Geschäften geliefert werden. Die Kamera ist bautechnisch nahezu ein Zwilling der Pentax K-7. Doch hat die Pentax K-5 eine erheblich bessere Bildqualität bei mittleren und hohen ISO-Werten. Der Unterschied ist schon ab 400 ASA sichtbar und wird mit steigenden ISO-Werten immer größer. Die Bilddateien der Pentax K-5 können selbst mit ISO 3200 noch einer kritischen Betrachtung standhalten. Der Unterschied zur gar nicht mal so alten Pentax K-7 ist frappierend. Alles in allem ist Pentax mit der K-5 eine super Kamera gelungen.
Ich fotografiere gerne Tiere in der freien Natur. Dafür brauche ich gute Teleobjektive und kurze Belichtungszeiten. Die Pentax K20D und Pentax K-7, die Vorgänger der Pentax K-5, sind keine schlechten Kameras, doch ist ihr Rauschverhalten in den Schatten enttäuschend. Es gibt kaum Spielraum zum Aufhellen der dunklen Partien ohne schnell auf Grenzen zu stoßen. Fotografiert man einen Greifvogel über sich vor einem blauen Himmel, hat man selten die Zeit, um für die bestmögliche Belichtung an den Einstellrädern zu drehen. Bis man damit fertig ist, ist der Vogel verschwunden. Es muss schnell gehen. Und dabei gibt es bei der K20D und K-7 reichlich Datenmüll, weil die Bilder nach dem notwendigen Aufhellen einfach zu sehr rauschen. Sie zeigen eine farbsprenklige Struktur. Die Anwendung einer digitalen Rauschkorrektur vernichtet zu viele Details, um befriedigende Korrekturen zu ermöglichen. Die Pentax K-5 ist in dieser Hinsicht sehr viel besser. Es ist ohne weiteres möglich, mit ISO 800 als Standardempfindlichkeit auf die Fotopirsch zu gehen. Selbst ISO 3200 bringt noch keine übermäßig ausgefressenen verrauschten Bilder. Die Dateien der Pentax K-5 lassen viel Spielraum zum Aufhellen der Schatten. Um mal ein wenig zurückzublicken: ISO 800 benötigt zur korrekten Belichtung nur ein Viertel der Lichtmenge, die unsere guten alten ISO 200 Farbfilme gebraucht haben. Um das zu verdeutlichen, habe ich diverse Vergleichsfotos mit der Pentax K-7 und Pentax K-5 gemacht und die Ergebnissen auf folgender Webseite eingestellt: http://www.photoinfos.com/Fototechnik/Kameras/Pentax-K-7-versus-K-5.htm
Ich möchte hier nicht weiter auf die technischen Daten der Pentax K-5 eingehen; sie werden erschöpfend auf der Website von Pentax (pentax.de) aufgeführt. Nur so viel sei hier noch angemerkt: Die Pentax K-5 ist im Umfeld ihrer Schwestern und Brüder von Canon, Nikon, Sony und Olympus eher kompakt geraten, aber kein Leichtgewicht. In Punkto Auflösung und technischer Möglichkeiten gehört sie zur Spitze der semiprofessionellen DSLRs mit APS-Sensor und repräsentiert den State of the Art dieser Technik. Wer vor der Kaufentscheidung für eine DSLR steht, sollte über ein ungewöhnliches Problem bei der Pentax K-5 informiert sein. Bei der Markteinführung gab es nämlich eine peinliche Panne:
Etliche frühe Besitzer der Pentax K-5 entdeckten Stippen auf den Bildern, die zunächst den Verdacht auf eine Verunreinigung des Sensors mit Staub aufkommen ließen. Das sollte bei einer neuen Kamera eigentlich nicht vorkommen, ist aber für Fotografen, die den Umgang mit der DSLR gewohnt sind, nichts Ungewöhnliches. Staub lässt sich durch die kamerainterne Sensorreinigung abschütteln. Falls das nicht geht, wird er von Hand mit Hilfe eines Blasebalgs und/oder eines kleinen nicht fusselnden Wischer gereinigt. Doch alsbald tauchten in den Foren Meldungen auf, demnach einige der Flecken nicht zu beseitigen waren. Es stellte sich heraus, dass Pentax weltweit erhebliche Mengen von Pentax K-5 Gehäusen mit einem ärgerlichen Mangel auf den Markt gebracht hatte: Unter dem Glas über dem Sensor befand sich tröpfchenähnlich eine Substanz, die sich vom Fotografen nicht beseitigen ließ. Ihr Erscheinungsbild auf den Bildern gab ihr den Namen 'Perlenketten'. Dieser Produktmangel, über den weltweit in vielen Foren Diskussionen begannen, hat die Freude an der Pentax K-5 rasch getrübt. Pentax erkannte das Problem und versprach den Austausch der mangelhaften Kameras, wenn mittels eines Bildes, das nach den Vorgaben von Pentax aufgenommen wurden, nachgewiesen wurde, dass das sogenannte “Staines-Issue” vorhanden war.
Diese Erscheinung hat der ersten Euphorie über die ansonsten sehr überzeugende Kamera erst mal einen Dämpfer versetzt, denn die Händler und Pentax standen dem Problem anfangs ratlos gegenüber. Sie konnten keine einwandfreien Ersatzgehäuse liefern. In den Foren verbreitete sich die Ansicht, dass Kameras, deren Seriennummern mit 38 oder 39 begannen, betroffen sind. Im Januar 2011 berichteten einige Leute, dass ihnen im Tausch gegen ihre betroffene Kamera ein neues Gehäuse geschickt wurde, das ebenfalls diese Stippen aufwies. Inzwischen tauchten immer mehr Meldungen auf mit der Botschaft, dass die Flecken nicht stabil waren und zum Teil erst Wochen nach dem Kauf der Kamera auftauchten. Einige Autoren vermuteten, dass die Erwärmung des Sensors beim Filmen oder beim LiveView zum späteren Auftauchen und den Veränderungen der ‘Perlen’ beitrug. Unter der Annahme, dass dies zutraf, wurde klar, warum solchermaßen betroffene Sensoren die Qualitätskontrolle nach der Herstellung unbeanstandet passieren konnten. Dieser Vorfall war umso peinlicher als viele Käufer der nicht gerade billigen Pentax K-7, die sie kaum ein Jahr hatten, auf die Pentax K-5 umgestiegen waren, weil sie mit der Bildqualität der K-7 bei ISO-Werten ab 400 nicht wirklich zufrieden waren. Das kräftige Rauschen und frühe Tonwertabrisse in den tiefen Schatten waren (sind) Makel des Vorgängers der K-5. Die Pentax K-5 ist der K-7 in dieser Hinsicht weit überlegen.
Die in den Fachforen mittlerweile als anerkannt geltende Tatsache, dass die 'Perlenketten' veränderlich sind und/oder erst nach einiger Zeit erstmals auftauchen, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Als Besitzer einer Pentax K-5 kann man sich nicht sicher sein, dass diese Perlenketten nicht doch irgendwann auftauchen. Nachtrag wegen der Kommentare: Ich bin der Webmaster sowohl von photoinfos.com als auch von Oxly und Oxly2. Daher kopiere ich hier nicht irgendwelche fremden Infos sondern verwende meine eigenen. Das gilt auch für das Bild. Wer daran Zweifel hat, kann sich gerne über Oxly an den Webmaster wenden und sich meine Aussage bestätigen lassen.
Es freut mich, dass kritische Leser die Übereinstimmung feststellen, weil mir dies zeigt, dass auch meine weniger bedeutsamen eigenen Websites Beachtung finden. Ich habe im November eine Pentax K-5 gekauft, die mit dem Makel behaftet war. Sie wurde nach etlichen Emails mit der Pentax Hotline, der Werkstatt Rüdiger März und Foto Koch am 11.2.2011 ausgetauscht. Ich stand in den zwei Monaten zwischen der Feststellung des Problems und dem Austausch mit etlichen Leuten, die in derselben Lage waren, in Kontakt. Daher mag der Bericht etwas allgemein wirken. Doch spiegelt er die von mir empfundene und über Kontakte mit anderen Betroffenen erlebte Situation wider.
Thema verfehlt? Ich möchte mit diesem Bericht auf ein Problem aufmerksam machen, das Kaufinteressenten kennen sollten. Immerhin kostet die Pentax K-5 eine Menge Geld. Ich wäre für einen entsprechenden Hinweis dankbar gewesen.
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17.02.2011 21:51
ich schließe mich dem Kommi von @Oberlisbler und @hajowito an, lg Alan
14.02.2011 09:46
Hilfreich ja, aber da hier nur ein Aspekt der Kamera wirklich beleuchtet wird, reicht es meiner Ansicht nach nicht für ein SH. Diese Zeilen passen besser in ein Forum, denn eine echte Kaufentscheidungshilfe bieten sie meiner Meinung nach nicht. Von dem Ärger über einen möglichen Produktfehler mal abgesehen.
13.02.2011 21:12
Dann werte ich gerne wieder auf "hilfreich" um! Eine höhere Wertung ist aus meiner Sicht nicht drin, da es für Tipps, Tricks und andere Hilfen extra Kategorien auf CIAO gibt. Hier wird nun mal ein "Gesamtbericht" zum Thema erwartet und das ist dieser Bericht leider nicht! Aber ein "hilfreich" kann ich - denke ich - rechtfertigen ....! Selbstverständlich können Webmaster auch Berichte auf CIAO schreiben. Aber es wäre immer gut, gleich auf evtl. weitere Veröffentlichungen hinzuweisen! Denn wenns tatsächlich ein Plagiat wäre, dann ist das Geschrei auch gross (ein Thema was bei CIAO schließlich nicht unbekannt ist)! Weiterhin viel Erfolg! LG Günter