Pentastisch!
18.07.2004
Pro:
Klein + leicht, grosser Zoombereich, ausgezeichnete Fotos
Kontra:
etwas lange Einschaltverzögerung
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Danny4711
Über sich:
Mitglied seit:30.08.2003
Erfahrungsberichte:1
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 29 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Besser spät als nie, dachte ich mir, und habe daher beschlossen, einen Erfahrungsbericht über die Pentax Optio 550 zu schreiben. Die Optio 550 ist zwar mittlerweile durch die Optio 555 abgelöst worden; die beiden Cams sind sich aber so ähnlich, dass fast alles, was ich hier schreibe, auch für die 555er gilt. Ich bin seit einem Jahr Besitzer einer Optio 550 und hoffe, mit meinen Erfahrungen dir vielleicht eine Entscheidungshilfe geben zu können. Das wichtigste vorweg: ich bin mit der Kamera - trotz kleiner Schwächen - rundum glücklich und habe den Kauf bisher noch keine Minute bereut. Aber mal schön der Reihe nach.
- Meine wichtigsten Einsatzbereiche
Ich verwende die Cam für alles Mögliche, die meisten Fotos entstehen aber auf Reisen und Ausflügen sowie bei gesellschaftlichen Anlässen. Und ich brauche sie oft, so oft eigentlich wie nur möglich, denn das Fotografieren hat mich wieder richtig gepackt. Ich habe mittlerweile über 3500 Fotos mit der Cam "geschossen", wobei ich vielleicht etwa 40% nach dem Aussortieren behalte und weiter verarbeite.
Vor der Optio 550 habe ich ca. 15 Jahre mit einer Spiegelreflex fotografiert (eine Canon A1, wem das noch was sagt...) und einige Jahre auch mit einer Kleinbildkamera. Meine bevorzugten Motive sind: Natur und Landschaften, Menschen und Portraits sowie Makrofotografie, hier vor allem Pflanzen und Blumen, Flechten und Insekten.
- Spezielle Merkmale und Features
Auf eine Auflistung der technischen Daten verzichte ich, andere Autoren haben hier bereits vorzügliche Arbeit geleistet. Dass die Cam klein, leicht und trotzdem sehr leistungsfähig ist, habt ihr ja sicher längst mitgekriegt - ich kanns nur bestätigen.
Das handliche und kleine Format, der optische 5x Zoom sowie die vielen Möglichkeiten und Features waren für mich denn auch die wesentlichen Kaufkriterien. Die für mich wichtigsten und nützlichsten möchte ich hier detaillierter vorstellen.
- Zoom
Was ich sehr schätze und auch ausnütze, ist der grosse 5x Zoombereich; der Tele-Bereich geht bis 39mm (entspricht 187.5mm im Kleinbildformat), und es ist natürlich gerade bei der Portrait-Fotografie enorm hilfreich, die Person bildfüllend heranzoomen zu können. Sehr selten hingegen brauche ich das Digital-Zoom, da die Bildqualität hier sehr schnell nachlässt und Verwackler leicht passieren. Ich habe die besseren Erfahrungen damit gemacht, Bildausschnitte nachträglich im Photoshop zu vergrössern, was - in vernünftigen Grenzen - dank der 5MP-Auflösung auch sehr gut möglich ist. Trotzdem, schlecht ist auch das Digitalzoom nicht, und damit gemachte Fotos erreichen damit durchaus annehmbare Qualität.
Der Weitwinkelbereich hingegen ist mit 7.8mm (entspricht 37.5mm) nicht gerade eine Wucht, vor allem bei Gebäude- und Landschaftsaufnahmen wäre ich hier schon sehr oft um mehr Reserve froh gewesen.
- Makrobereich
Erste Klasse hingegen sind die Makro-Funktionen, von denen bin ich echt begeistert. Es gibt zwei Makro-Bereiche: einen Normal-Makrobereich für den Objekt-Abstand von 15 bis 65cm sowie einen Super-Makrobereich für den Abstand von 2 bis 65cm. Im Normal-Makrobereich sind Zoom und Blitz verfügbar, im Super-Makrobereich ist die Brennweite fest (Weitwinkel) und es ist kein Blitz möglich. Mit den Makro-Modi lassen sich Details aufnehmen, die weit über der Auflösungskraft des menschlichen Auges liegen. Anders gesagt: auf den Bildern kommen Details zum Vorschein, die von blossem Auge nicht erkennbar sind.
Trotz aller Begeisterung soll aber auch gesagt sein, dass im Makrobereich der Autofokus nicht immer ganz reibungslos funktiert: manchmal erkennt er das zu fokussierende Objekt überhaupt nicht, oder aber - ein häufiger Fehler des Fotografen - der Hintergrund statt das Objekt im Vordergrund wird fokussiert. Abhilfe schafft hier nur die Möglichkeit, die Fokussierung manuell durchzuführen, was aber nicht immer einfach ist, da die Schärfentiefe (optisch bedingt) im Makrobereich relativ gering ist.
- Panoramafunktion
Habe ich vorher das schwache Weitwinkel etwas bemängelt, so benütze ich dafür umso häufiger die Panoramafunktion. Sie unterstützt einen prima bei der Aufnahme von mehreren sich überlappenden Bildern und zwar indem auf dem LCD-Display nach jeder Aufnahme halbtransparent jener Bereich dargestellt wird, welcher auf der nachfolgenden Aufnahme als Überlappung wieder vorhanden sein muss. Per Software werden diese Einzelbilder dann am Computer zu einem ganzen Panoramabild zusammen gesetzt, besonders bei der Landschaftsfotografie lassen sich so echte "Wow"-Resultate erzielen. Tipp am Rande: Als Software habe ich mit "Canon PhotoStitch" die besten Erfahrungen gemacht (die Software lag einem Scanner bei).
*- Motivprogramme
Sehr oft, wenn nicht in 90% aller Fälle, verwende ich eines der Motivprogramme. "Portrait", "Landschaft" und "Blume" sind die drei wichtigsten für mich, die anderen (Sonnenuntergang, Surf & Snow, Text, Herbstfarben, Nachtaufnahme und Feuerwerk) brauche ich nur selten und in speziellen Situationen. Schon mehrfach vermisst habe ich dagegen ein Motivprogramm "Gebäude" - da ist den Pentax-Entwicklern wohl was durch die Latte gegangen... Anyway, in den Resultaten unterscheiden sich (die meisten!) dieser Motivprogramme jedoch nicht frappant; die wichtigsten Auswirkungen bei der Wahl eines Motivprogramms sind die sanfte Beinflussung der Farben, Sättigung, Kontraste, Belichtung und der Schärfe. Wer nicht gerne dauernd das Motivprogramm ändern will, kommt im übrigen aber auch im Modus Programmautomatik zu sehr guten Resultaten.
*- Bilder betrachten
Die bisher gemachten Aufnahmen können mit bis zu 8-facher Vergrösserung auf dem Display angezeigt werden; so lassen sich schon recht zuverlässig misslungene Aufnahmen unterwegs aussortieren. Ausserdem können in einer Art Katalog-Ansicht jeweils 9 Bilder auf dem Display angezeigt werden; schliesslich gibt es auch diverse Funktionen für die Reduktion der Bildgrösse oder Wählen eines Ausschnitts, die ich aber kaum je brauche - dafür habe ich den PC. Sehr nützlich finde ich die Möglichkeit, nachträglich bis zu 30sec Audio zu einem Bild aufnehmen zu können; auf Reisen kommentiere ich so häufig, wo das Bild gemacht wurde und ev. unter welchen Bedingungen.
Ein mitgeliefertes Kabel ermöglicht es, die Cam direkt an ein TV-Gerät anzuschliessen und so die Bilder grossformatig anzuzeigen. Ich habe auf Reisen so schon oft im Hotel Bilder betrachtet und aussortiert. Man muss sich aber bewusst sein, dass die Bilder nur in recht grober Auflösung (der gleichen Pixel-Auflösung wie auf dem LCD-Display) am TV angezeigt werden; unscharfe Bilder lassen sich somit nicht immer eindeutig erkennen (schade).
- Weitere Features, die ich oft verwende
- Selbstauslöser (nur 1 Aufnahme) sowie Intervallaufnahmen (z.B. 5x alle 10sec eine Aufnahme - z.B. als Selbstauslöser für Gruppenfotos praktisch) - Beinflussung von Kontrast, Farbsättigung und Schärfe (jeweils 3 Stufen möglich: wenig / normal / mehr) - gezielte Unter-/Überbelichtung - Umschaltung des Autofokusbereichs (Breit / Punkt) sowie manuelles Fokussieren - etwas seltener verwende ich auch Blendenvorwahl oder Vorwahl der Belichtungszeit; die Belichtungsautomatik funktioniert eigentlich in fast allen Lichtsituationen zuverlässig.
*- Selten verwendete Features
Hier noch einige Features, die ich nur selten oder nie verwende: - Video: Die Qualität des Videofilms in 320x200 Pixeln Auflösung kann nicht überzeugen und ist bestenfalls mal als Gag brauchbar - Voll manueller Modus, wo sowohl Blende wie auch Belichtungszeit können manuell eingestellt werden. Da die Automatik in 99% aller Fälle perfekt funktioniert, hatte ich bisher nie das Bedürfnis, gleichzeitig Blende und Belichtungszeit manuell einzustellen; Blenden- respektive Zeit-Vorwahl hingegen benütze ich gelegentlich. - 3D Funktion: mit der Optio 550 können zwei leicht verschobene Bilder gemacht werden, dann ausgedruckt und mit der mitgelieferten 3D-Brille entsteht ein Bild mit räumlicher Tiefe. Ein netter Gag, für mich aber kein Kaufkriterium. - Optischer Sucher: den verwende gelegentlich unter extremen Lichtverhältnissen, z.B. wenn Sonne von hinten auf das Display fällt - Digitale Filter (verschiedene Farbfilter, Weichzeichner, Sepiafilter etc) verwende ich auch kaum je, da sich solche Effekte ebensogut mit Photoshop realisieren lassen. - Doppel- / Mehrfachbelichtung: auch dieses Feature brauche kaum je, da ich auch hier wieder die Bilder lieber am PC nachbearbeite
*- Bedienung und Handhabung
Die Bedienung ist meiner Ansicht nach - trotz der vielen Funktionen und Möglichkeiten - sehr gut, intuitiv und es gibt kaum etwas zu bemängeln. Die Optio 550 liegt gut in der Hand, Knöpfe sind dort, wo man sie erwartet und unabsichtliches Verdecken von Blitz und Sensoren passieren praktisch nicht. Übersichtlich und gut gelöst finde ich auch das Menu für alle möglichen Einstellungen (bis hin zu Weltzeit und überflüssiger Weckerfunktion...).
Sehr praktisch ist auch die Möglichkeit, vier Einstellungsfunktionen auf das Wippkreuz (Joystick) zu konfigurieren. Ich habe hier Einstellung von Kontrast, Sättigung, Schärfe und Umschaltung des Autofokusbereichs konfiguriert, die ich so mit 2 Clicks jederzeit blitzschnell ändern kann.
- Bildqualität
Die Qualität der gelieferten Bilder ist - nach meiner Beurteilung - 1A. Wie erwähnt, ich habe zuvor 15 Jahre mit einer Spiegelreflex fotografiert - die Resultate, die ich mit der Optio 550 erziele, sind in fast jeder Hinsicht um eine Klasse besser. Die Bilder sind scharf, detailreich, die Farben und Belichtung stimmen, und ich bin z.B. noch nie in Versuchung geraten, den Weissabgleich manuell zu machen (er funktioniert einfach so, wie man sich das wünscht). Kurz: mit der Cam gelingen einfach gute Bilder!
Viele Bilder drucke ich selbst aus, oft bis Format A4, Panorama-Fotos auch schon grösser. Die Resultate sind beeindruckend. Ausdrucke auf Fotopapier sind scharf, detailreich und sehen überraschend realitätsnahe aus; Ausdrucke aus dem Fotolabor (Photocolor Kreuzlingen) sind schlichtweg spitze! Bevor ich mich aber mit Lob überschlage, will ich doch auch erwähnen, dass Bildrauschen bei schlechter Beleuchtung zum Vorschein kommen kann - nicht gravierend, aber bei entsprechender Vergrösserung sichtbar. Trotzdem, das Thema wird meiner Ansicht nach besonders in Fachzeitschriften oftmals überbewertet - ich hatte bisher ganz wenige Bilder, auf welchen Bildrauschen sichtbar wurde, störend wirkte es aber nie. Ausserdem gibt es gute Tools, mit welchen nachträglich am Computer Bildrauschen reduziert werden kann, ohne dass das Bild sichtbar leidet.
- Einschaltverzögerung / Auslöseverzögerung
Die Einschaltverzögerung (Einschalten bis bereit für das erste Bild) ist eine Eigenschaft der Optio 550, mit der sie nicht punkten kann, sie dauert glaub ich etwa 3.5 Sekunden. Fix und schnell hingegen die Auslöseverzögerung (Schnappschuss-tauglich) und auch mehrere Bilder hintereinander lassen sich dank einem internen Puffer sehr schnell schiessen.
*- Akku und Speicherkarte
Ein für mich wichtiges Kriterium ist die Akkulaufzeit, hier ist Optio 550 im Vergleich zu vielen anderen Kameras Klassenbeste. Meine Faustregel: bei fleissigem Gebrauch in den Ferien hält eine Akkuladung etwa 3 bis 4 Tage. Trotzdem würde ich jedem empfehlen, einen Zweitakku gleich mitzukaufen, dann ist man einfach flexibler. Eine andere Erfahrung noch: Fotografieren verbraucht relativ wenig Strom, hingegen ist das Betrachten, Zoomen und Löschen der bereits gemachten Bilder ein Stromfresser.
Als kleines Manko sei noch vermerkt, dass die Ladeanzeige für den Akku recht schnell von "voll geladen" auf "Akku leer" abfällt; bei der Anzeige von "Akku teilweise geladen" lassen sich vielleicht noch etwa 20-30 Bilder machen.Im Lieferumfang ist eine 16MB SD-Karte dabei, was natürlich nirgendwohin reicht. Der Fall ist klar: eine 256MB oder noch besser eine 512MB SD-Karte gleich mitkaufen, die kosten mittlerweile ja wirklich nicht mehr alle Welt.
- Display
Das 1.5" Display ist scharf, fein auflösend und soweit o.k. Trotzdem stösst es bei Sonnenlicht an seine Grenzen, sprich: es dürfte noch etwas heller, grösser und brillanter sein, denn davon hat man einfach nie zuviel (wann endlich kommen OLEDs??)
Über eine Taste lässt sich sowohl im Aufnahme- als auch Betrachtungsmodus in mehreren Stufen einstellen, wie viele Zusatz-Informationen angezeigt werden sollen: Display aus / nur das Bild / Bild mit den wichtigsten Infos (Blende, Belichtungszeit, Fokusbereich) / Bild mit sehr vielen Infos (Histogramm!, Qualitätsstufe, Auflösung, Weissabgleichsmodus, Empfindlichkeit, Datum+Zeit etc) / Bild mit Fadenkreuz-Gitter für die Bildgestaltung.
- Fazit
Pro: Die Optio 550 begeistert durch ihre kleinen Ausmasse, ihr geringes Gewicht und bietet auf der anderen Seite an Leistungsfähigkeit, Qualität und Funktionalität weit mehr als der Durchschnitt. Trotzdem ist sie sehr einfach zu bedienen. Für ihre Grösse hat sie einen einmaligen Zoombereich und ein hervorragendes Macro. Die Bilder mit dieser Kamera gelingen und beeindrucken mich immer wieder durch ihre Qualität, Schärfe und Farbtreue.
Wer eine Kamera mit solchen Eigenschaften sucht, dem kann ich dieses kleine Wunderding nur empfehlen.Kontra: Die Optio 550 ist etwas träge beim Einschalten bis betriebsbereit. Ein etwas grösseres und lichtstärkeres LCD-Display könnte auch nicht schaden, obwohl sie gegenüber anderen Cams hier nicht schlechter dasteht.
Ich hoffe, es hat dir Spass gemacht, diesen Erfahrungsbericht zu lesen und freue mich über deinen Feedback! Daniel
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19.07.2004 00:12
WOW was für ein toller erster Bericht! Willkommen hier!
18.07.2004 23:50
Klasse ERstbericht :-) Aber bist ja auch schon lange dabei ;-) lg, Arti
18.07.2004 23:39
wow, und das ist dein erster bericht???? da kann man wohl nur gratulieren! LG