Vorbemerkung
Lange habe ich nach einer neuen Kamera gesucht, die in allen folgenden Kriterien besser sein sollte als meine alte HP PS 618:
-Auflösung
-Zoombereich
-Größe
-Gewicht
-Geschwindigkeit
-Akkuverbrauch
Eine Kamera zu finden, die höher auflöst und weniger Strom frißt als die HP, ist nicht schwer; jede Kamera der heutigen Brot- und Butter-Klasse tut das. Will man mehr als einen optischen 3-fach-Zoom, wird die Auswahl kleiner und die Kamera größer; die extrem kompakte Pentax Optio 555 stellte daher für mich die einzige Wahl dar, da ihre 5 Megapixel ausreichen, um auch mal eine Ausschnittvergrößerung zu machen (bzw. den Digitalzoom zu benutzen, was prinzipiell ja auf das Gleiche hinausläuft). In Verbindung mit dem optischen 5-fach-Zoom ist man dann schon fast so flexibel wie mit einer "echten" Megazoom-Kamera.
Spezifikationen und Ausstattung
Das Wichtigste in Kürze:
5 Megapixel, 5-fach optischer und 4-fach digitaler Zoom, Speicherung auf SD/MMC, proprietärer Li-Ion-Akku, alle Funktionen automatisch oder manuell, 100x59x39,5mm, 250g betriebsbereit. Genauere Angaben schenke ich mir, da man die auf den einschlägigen Seiten wie z.B. digitalkamera.de bekommt. Schaut man direkt auf der Pentax-HP, so fällt auf, daß man ins Produkt-Archiv muß, um die 555 zu finden: offenbar wird sie nicht mehr produziert. Im Handel bekommt man sie aber noch zwischen 450 und 500 €.
-UPDATE: Pentax hat die Optio 750Z angekündigt, die optisch/mechanisch weitgehend baugleich mit der 555 zu sein scheint, aber mit Schwenkdisplay, AF-Hilfslicht und 7-MP-Auflösung aufwartet./UPDATE-
Insgesamt ist die Ausstattung der Kamera umfassend aber geschlossen: Blitzschuh oder -anschluß sucht man genauso vergeblich wie Gewinde für Objektivvorsätze. Beides würde auch am Konzept einer Ultrakompaktkamera mit diesem Leistungsspektrum vorbeigehen. So gesehen bleiben keine Ausstattungswünsche offen.
Zur mitgelieferten Software kann ich nichts sagen, da ich sie nicht benutze (fürs Betrachten und Sortieren nehme ich stattdessen FotoAlbum und für Panoramabilder Panorama Factory).
Verarbeitung
Das Metallgehäuse ist grundsolide. Die Tasten sprechen relativ schwer, aber präzise (bis auf die Zoomwippe, siehe Bedienung) an. Besonders angenehm sind die 2 deutlichen Druckpunkte des Auslösers. Das Objektiv wackelt auch voll ausgefahren praktisch nicht, das (sehr leise) Ein- und Ausfahren fühlt sich allerdings etwas rauh und hakelig an.
Die merkwürdige Abdeckklappe des USB-Anschlusses, ein Kunststoffteil an einer Art Weichplastikscharnier, lasse ich lieber in Ruhe und hole mir die Bilder via Kartenleser in den Rechner. An der Kunststoffklappe für Akku und Karte gibts hingegen nix auszusetzen.
-UPDATE: Für den Einsatz als Repro-Kamera mußte ich doch das USB-Kabel bemühen und hatte mit der Klappe keine Probleme./UPDATE-
Tja, und dieser Objektiv"schutz": Irgendwie haben sich diese Lamellen, die sich vor der Linse öffnen und schließen, bei Kompaktkameras allgemein eingebürgert, ohne wirklich zu irgendwas nütze zu sein. Was gerade bei einer so kleinen und ansonsten soliden Kamera wie der Optio 555 unverständlich ist, da man sie, hätte sie einen vernünftigen Objektivschutz, ohne Weiteres in die Jackentasche schieben könnte.
Bedienung
Daß die Optio 555 nicht so gut in der Hand liegt wie z. B. eine Canon PowerShot A... oder andere, größere, Kameras, deren Batteriefach nach außen als Griff gestaltet ist, liegt an der letzendlich ja erwünschten Kompaktheit. Die Bedienelemente und das Display sind dafür so angeordnet, wie es günstiger kaum geht. Praktisch die einzigen Funktionen, die sich nicht mit der Griffhand bedienen lassen, sind die, für die man ohnenhin 2 Finger braucht.
Die Steuerung über Wahlrad, Menü, Funktionstasten und Steuerkreuz ist logisch, übersichtlich und weitgehend intuitiv. Auch an manuelle Schärfe- oder Belichtungseinstellungen kommt man so schnell und einfach dran, daß man schnell Spaß am Experimentieren findet. Die Bedeutung einiger Symbole muß man 1mal im Handbuch nachschlagen, und evtl. den Zugang zu Spezialfunktionen - mehr nicht. Auf die Frage, ob Benutzereinstellungen beim Ausschalten gespeichert werden sollen oder nicht, kann jeder Anwender für fast jede Funktion seine eigene Antwort finden - besser gehts nicht! Einzig die relativ tief im Menü verborgene Aktivierung der Belichtungsreihe (die an sich eine tolle Funktion ist) muß man jedesmal neu vornehmen - vielleicht gibts dafür mal ein Firmwareupdate? Super ist auf jeden Fall, daß man mit einem Knopfdruck die Belichtung korrigieren kann - so kommt man auch ohne Automatik schnell zu einer Belichtungsreihe.
Häufig benutzte Menüfunktionen lassen sich auch auf das Steuerkreuz legen, so daß man schneller drankommt. Am Modus-Wählrad läßt sich die Position "User" mit den eigenen bevorzugten Schärfe-, Zoom- und Belichtungseinstellungen programmieren.
Der optische Zoombereich umfaßt 11 Stufen. Das erscheint wenig, ist in der Praxis aber völlig ausreichend. Wenn er sich nur etwas weniger pfriemelig anfahren ließe. Will man nämlich nur eine Stufe weiter, insbesondere in Richtung kürzerer Brennweite, überspringt man oft ungewollt eine Stufe. Die Zoomwippe so lang zu drücken, daß sie anspricht, aber so kurz, daß nur um eine Stufe weiter gezoomt wird, ist, sagen wirs nett, Übungssache. Ein kurzer Quercheck mit einer Canon PowerShot A70 ergab allerdings, daß die genau das gleiche Manko hat; da war ich offenbar von meiner alten HP, die optisch auch eine Pentax war, verwöhnt...
Im entspiegelten Display setzt sich die durchdachte Bedienung fort: Sinnvolle Einblendungen, automatische Ausschnittvergrößerung beim manuellen Fokussieren, Warnungen wenn Autofokus oder Belichtung fehlschlagen, Panorama-Assistenz, alles hell, scharf und ruckelfrei. Und an bleiben kann es auch immer: Der Akku läßt einen nicht so schnell im Stich. Ich werds sogar riskieren, ohne Zweitakku in Urlaub zu fahren, denn für einen Tag "draußen" reicht es nach meinen bisherigen Erfahrungen locker.
-UPDATE: Der Akku ist einfach nur geil. Während des besagten Urlaubs, in dem ich ca. 600mal "auf den Knopf gedrückt" habe, habe ich den Akku genau einmal nachgeladen./UPDATE-
Insgesamt hat man den Eindruck, die Optio 555 wurde von Leuten gemacht, die etwas vom Fotografieren verstehen und wissen, worauf es ankommt.
Bildqualität
Schon mit Vollautomatik bekommt man gute bis hervorragende Ergebnisse; werden die Lichtbedingungen schwieriger, oder will man das Besondere, kann man manuell alles Nötige tun, oder eines der 9 Belichtungsprogramme einsetzen. Was ich mir von der 5-MP-Auflösung versprochen habe, hat sich voll erfüllt: Ausschnittsvergrößerungen, um virtuell den Zoombereich zu vergrößern, machen Spaß. Und das, obwohl ich aus Platzgründen bisher immer mit mittlerer Kompression fotografiert habe. Die Makrofähigkeit ist bei Digitalkameras bauartbedingt ausgezeichnet, auch bei der Optio 555.
Als ich mich vorab über die Kamera informiert habe, las ich öfter über sichtbare Vignettierung (dunkle Ecken) der Bilder bei bestimmten Blenden-/ Brennweiten-Kombinationen. Auch Beispielfotos dazu habe ich gesehen - aber bisher selber keine gemacht. Aber auch bei den vignettierten Beispielbildern wird deutlich, daß die dunklen Ecken um so störender sind, je kleiner die Bildansicht ist. Wer seine Digitalfotos auf 9x13 ausbelichten läßt, für den könnte Vignettierung (wenn sie denn auftritt) ein Thema werden; für den, der sie lieber Full-Screen am Monitor anguckt, eher nicht.
-UPDATE: Nach besagtem Urlaub habe ich einen Teil der Bilder ausbelichten lassen, und auch da keine Vignettierungen gesehen./UPDATE-
Da machen sich die Kissen- und Tonnenverzeichnungen schon eher bemerkbar, zumal die Kissenverzerrungen bei mittlerer Brennweite sogar deutlicher ausfallen als im Telebereich. Offenbar ist das auch ein Tribut, den der 5-fach-Zoom an die kompakte Bauform zu leisten hat. Wie störend das letztlich ist, hängt vom Motiv und vom Betrachter ab. Ein Bild von einem Gebäude mit leicht gebogenen Vertikalen ist mir aber allemal lieber als eines, das ich gar nicht gemacht habe, weil ich mir den dicken Brocken von Kamera nicht ans Bein binden wollte.
In diesem Zusammenhang sei auch auf die Zeiten hingewiesen: Schließlich wirken die sich ja unmittelbar darauf aus, ob man ein Motiv erwischt oder nicht. Also: Ein-, Ausschalt (ca. 3sec) und vor allem Speicher- und Verarbeitungszeiten sind angenehm kurz (ich bin aber auch durch die HP vorgeschädigt), freilich nicht so kurz wie bei einer 3-fach-Zoom / 3-MP-Kamera. Der Autofokus scheint mir relativ langsam. -UPDATE: Man vermißt in lichtarmen und/oder kontrastschwachen Umgebungen ein AF-Hilfslicht. Beim 7-MP-Nachfolger der Optio 555 ist das behoben./UPDATE- Das wird teilweise dadurch ausgeglichen, daß der 2. Druckpunkt im Auslöser das Vorfokussieren einfach und angenehm macht; was dann an Auslösezeit übrig bleibt, ist kaum der Rede wert. Offenbar verfügt die Kamera auch über einen Zwischenspeicher, so daß rasend schnelle Serienbilder und Belichtungsreihen möglich sind.
Insgesamt würde ich die Bildqualität bisher als sehr gut bezeichnen. Ach ja: Eine Videofunktion gibt es auch. Quicktime 320x240 halt. Ganz nett, aber für mich nichts, was für oder gegen eine Digitalkamera spräche.
Unterm Strich macht die Pentax Optio Spaß und sehr gute Bilder. Durch die geringe Größe kann man sie wirklich immer dabeihaben, und mit dem -UPDATE sensationellen /UPDATE- Akku lassen sich mehrere foto-intensive Tage überbrücken.
23.05.2004 21:28
Die DigiCam ist wirklich super, vor allen das Objektiv ist sehr gut und sorgt für tolle Bilder! Ciao T_Goose
23.05.2004 21:19
Hab ne Canon.. und die ist auch ziemlich gut..Wobei ich nicht der große Fotograf bin..;) LG. me
23.05.2004 21:00
klasse Testbericht