Schicke Spaßknipse
01.04.2006
Pro:
sehr gut verarbeitet / gute Bildqualität / schickes Design
Kontra:
Lieferumfang
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 DigicamClub
Über sich:
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 42 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Zuletzt berichtete ich über die Pentax Optio S60. Das Testergebnis fiel nicht so positiv aus, was vor allem am schlechten Lieferumfang und der schlechten Verarbeitung gelegen hat. Zeitgleich bekam ich auch die Optio S6 zur Verfügung gestellt. Mein erster Eindruck: 2 Welten prallen aufeinander… absolut nicht zu vergleichen, die beiden Kameras. Die S6 kam im Oktober 2005 auf den Markt als direkter Nachfolger der S5i, die ich auch bereits testen konnte (siehe Testbericht). Nun kommt eben dieser Testbericht über die S6. Für Rückfragen stehe ich gerne unter info@digicamclub.de zur Verfügung.
+ Lieferumfang +
Im Prinzip hat die S6 den gleichen (schwachen) Lieferumfang wie die Optio S60. Die Kamera selbst, eine kleine Trageschlaufe, ACDSee und Treiber. Anders als bei der Optio S60 ist lediglich die Stromversorgung, denn die S6 arbeitet mit einem Li-Ionen Akku und nicht mit herkömmlichen Batterien.
Als Folgekosten kommen bei den meisten Nutzern noch hinzu: - mindestens 1 x SD-Karte, 512MB empfohlen - vermutlich einen zweiten Akku - ggf. eine kleine Tasche für die Aufbewahrung
In Sachen Lieferumfang habe ich bei Pentax ehrlich schon besseres gesehen. Punkte: 4 von 10
+ Preis +
Ich halte nichts von Angaben der Herstellerpreise, ich orientiere mich immer am günstigsten Onlineshop, den ich mir hier suche: http://www.getprice.de/affil/?ref=223742
Am 29.10.2005 betrug der Preis dort für eine Optio S6 259,99 Euro. Der Preis von knapp 260 Euro geht mehr als in Ordnung. Für eine Kamera mit einem 2,5 Zoll Display (ohne optischen Sucher) ist das ein normaler Preis. Vor allem aufgrund der sehr guten Verarbeitung und dem schicken Design.
Punkte: 7 von 10
+ Aussehen + Ui ui ui… zuletzt noch die nicht so schicke S60 in der Hand, kommt die S6 doch gleich viel freundlicher und besser verarbeitet daher. Der Auslöseknopf ist zwar lang (und das ist nicht mal verkehrt!), aber dafür schmaler als der der S60. Die ganze Kamera an sich wirkt viel besser verarbeitet; die Fn-Taste fehlt nur auf den ersten Blick, denn die Taste für den "Papierkorb" zum löschen der Bilder ist nun grün metallic eingefärbt und kann als Fn-Taste dienen wie auch weitere Funktionen übernehmen.
Kommen wir einmal zu den Details: Das Display ist mit 2,5 Zoll schön groß und löst mit starken 232.000 Pixel auf. Es passt sich der Helligkeit automatisch an, dies dauert etwa eine Sekunde. Dann hat man eine sehr starke Auflösung, die wirklich Spaß macht. Diese Auflösung braucht man auch, denn auf einen optischen Sucher hat Pentax auch bei diesem Kameramodell wieder verzichtet (wie auch schon bei der S5n und S5z).
Ein Menürädchen gibt es nicht mehr, alles stellt man direkt über das Menü selbst oder über die Fn-Taste ein. Der An/Aus-Knopf ist neben dem Auslöser angebracht; er ist sehr klein geraten, lässt sich aber deutlich besser drücken als noch bei der S60. Die Bedienknöpfe sind alle sehr gut zu erreichen und lassen sich angenehm drücken. Das Steuerkreuz ist hier deutlich besser in die Kamera eingelassen als bei der S60 - da lohnen sich alleine deswegen schon die Mehrausgaben. Zu erwähnen wäre dann noch das vorhandene Stativgewinde. Dieses ist netterweise diesmal mittig angebracht, sodass es viel stabiler auf dem Stativ Platz findet.
Die Maße betragen 85 mm x 54 mm x 19 mm bei nur 120 Gramm Gewicht, wenn Speicherkarte und Akku eingelegt sind. Punkte: 9 von 10
+ Allgemeiner Eindruck +
Wie ich schon schrieb, ist die Verarbeitung und das Aussehen mehr als gelungen. Aber wie sieht es mit den "inneren Werten" aus? Das möchte ich nun näher erläutern. Die Kamera kann mit folgenden Auflösungen arbeiten:
2.816 x 2.112 Pixel 2.560 x 1.920 Pixel 2.048 x 1.536 Pixel 1.600 x 1.200 Pixel 640 x 480 Pixel Die Farbtiefe beträgt 36 Bit, das ist praktisch Standard. Der Sensor ist ein 1/2,5" RGB-CCD-Chip mit 6.000.000 Pixel - eigentlich ein Garant für Bildrauschen, soviel Pixel auf einen recht kleinen Chip. Dazu aber später mehr.
Der interne Speicher beträgt immerhin 23 Megabyte, welcher mit SD-Karten natürlich aufgerüstet werden kann. Als Schnittstelle für die spätere Bildübertragung schafft die S6 USB 2.0 - klasse! Der Akku hat leider nur 710 mAh - das reicht für etwa 200 Bilder, dann ist Feierabend. Von wegen Optik: Die Kamera hat einen 3fach optischen Zoom, welcher einen Brennweitenbereich von 37-112mm abdeckt. Damit fehlt leider ein echtes Weitwinkelfeeling, was man bei der Kamera aber sicher verschmerzen kann. Zusätzlich kann man ein 4fach digitalen Zoom hinzufügen, aber auch ausschalten, was ich aufgrund der dann schlechter werdenden Bildqualität empfehlen würde. Der Schärfebereich liegt bei 40cm bis unendlich, Nahaufnahmen/Makroaufnahmen sind von 15cm bis 50cm (Weitwinkel) möglich. Ein Supermakro fehlt leider, sodass sich diese Kamera für Makros sicher nicht unbedingt eignet.
Der ISO-Wert kann natürlich auch von Hand eingestellt werden. Da stehen 64, 100, 200 und 400 zur Verfügung. Bei ISO 200 fängt es leicht an zu rauschen, bei ISO 400 sieht man dann schon deutlicher den Qualitätsverlust. Die Belichtungssteuerung funktioniert nur über Programmautomatik. Manuelle Eingriffsmöglichkeiten in Blende oder Zeit sind leider nicht möglich. Die Belichtungszeiten liegen bei 4 Sekunden bis 1/2.000 Sekunden. Damit lassen sich schon eher Nachtaufnamen machen als noch mit den 2 Sekunden bei der S60. Die Anfangsblende liegt im Weitwinkelbereich bei F2.7; das ist vernünftig. Dafür aber mit F5.2 im schlechteren Bereich, wenn es um Tele geht. Da braucht man dann schon mehr Licht für eine vernünftige Aufnahme. Die Blitzreichweite liegt bei 0,15 Metern bis 5,10 Metern im Weitwinkel und 0,40 Metern bis 2,70 Metern im Tele-Bereich. Der Blitz lässt sich hier sogar dimmen (der so genannte Soft-Blitz), was sich bei Porträtaufnahmen immer sehr anbietet. Der Selbstauslöser kann nach 2 oder auch nach 10 Sekunden auslösen.
Die Kamera hat verschiedene Motivprogramme zu bieten: Vollautomatik, Landschaft, Nahaufnahme/Blumen, Porträt, Sport/Action, Strand/Schnee, Nachtaufnahme, Text, Food, Tiere sowie Kerzenlicht. Auch wenn ich nicht viel von Videos mit einer Digicam halte: Die S6 hat bei Videos eine Bildstabilisierung… das kenne ich sonst nur von Panasonic. Videos werden zudem im MPEG4-Format aufgezeichnet mit bis zu 30 Bildern in der Sekunde. Zum Abschluss sei gesagt, dass Pentax auch wieder bei der S6 auf mehrsprachige Menüs setzt, sofern gewünscht. Zur Verfügung stehen folgende Sprachen: Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch.
Punkte: 8 von 10
+ Fotos + Ich habe Fotos in verschiedenen Aufnahmesituationen gemacht, in denen meist Einsteiger fotografieren. Ich halte nichts von Siemenssternen oder Kurven - das würde in der Freizeit eh keiner fotografieren. So mache ich Testfotos "aus dem Leben heraus" und kann daher recht gut beurteilen, wie sich die Digicam verhält.
Die S6 hat einen Verwacklungswarner, soll heissen: Wenn die Belichtungszeit zu kurz wird, erscheint eine kleine gelbe Hand neben der Belichtungszeit und warnt so, dass es sehr wahrscheinlich zu Verwacklungen kommen wird, wenn man ohne Stativ fotografiert. Außenaufnahmen
Außenaufnahmen gelangen sehr gut. Die Kamera macht schön scharfe und gut gesättigte Bilder, was man aber auch über das Menü steuern kann. Die Kanten sind ideal scharf, zu Vignettierungen kam es bisher nicht. Bis ISO 100 vernimmt man absolut kein Rauschen, ab ISO 200 kann man leichtes Rauschen vernehmen, ab ISO 400 sieht man es schon deutlicher. Mittels EBV kann man da später aber noch nachhelfen.
Innenaufnahmen Der automatische Weißabgleich funktioniert sehr gut, die Bilder werden wirklich nicht schlecht bei den Innenaufnahmen, was man ja leider nicht bei jeder Kamera sagen kann. Aber die S6 meistert Kunstlicht sehr gut.
Makroaufnahmen Makros… nicht gerade eine Stärke der S6. Man muss mindestens 15 cm Abstand halten, was bei einer Kompaktkamera doch schon recht viel ist. Schade, dass auf den Supermakromodus verzichtet wurde.
Nachtaufnahmen Die 4 Sekunden Belichtung machen sich schon bemerkbar, allerdings nimmt dann das Rauschen auch merklich zu. Die S6 ist eher eine Tageslicht-Kamera als eine geeignete Kamera für Nachtaufnahmen, das muss man beachten.
Punkte: 7 von 10
+ Akku + Der Akku schafft nur etwa 200 Bilder, das ist etwas zu wenig, wie ich finde. 710 mAh reichen einfach nicht aus, wenn man auf einen optischen Sucher verzichten muss, da es nur ein wenn auch großes TFT-Display gibt.
Man möge meinen, Pentax würde leistungsstärkere Akkumulatoren einsetzen, aber dem ist leider nicht so. Punkte: 4 von 10
+ Bedienungsanleitung + Die Bedienungsanleitung ist vorbildlich. Sehr hilfreich und sehr ausführlich. Typisch Pentax!
Punkte: 10 von 10
+++++ FAZIT +++++ Wo ich noch über die S60 meckerte, kann bei der S6 keine Rede mehr von sein. Eine sehr gut verarbeitete Spaßkamera mit guter Bildqualität, netten kleinen Extras und einem einfach schicken Design. Stylish fotografieren? Kein Problem!
Gesamtpunktestand: 49 von 70 Empfehlung: 70 %
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01.04.2006 22:47
Top Bericht! LG
01.04.2006 22:40
K L A S S E!! Sehr informativ und ausführlich geschrieben. LG, Manuela :o)
01.04.2006 22:31
Wie immer ein sehr informativer Bericht; ich steh lieber aus Sony und bin mit meiner W15 total zufrieden... Grüße Carsten