Es gibt immer ein besseres Bild...
25.12.2003
Pro:
gutes Ergebnis
Kontra:
ein wenig Know How wird vorausgesetzt
Empfehlenswert:
Ja
 half.alien
Über sich:
Mitglied seit:01.10.2001
Erfahrungsberichte:68
Vertrauende:24
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo Leute, wie der eine oder andere von Euch ja vielleicht weiß, bin ich ein kleiner Heimkinofreak und als solcher natürlich stets auf der Suche nach Verbesserungen und Tuningmassnahmen für meine Anlage.Daher möchte ich Euch heute mal ein besonderes Werkzeug vorstellen, welches nur einem einzigen Zweck dient, nämlich der Optimierung des Bildes in einem Heimkino! ~~* Das Problem *~~Der Projektor ist angeschafft, der neue Fernseher ist endlich in den zweiten Stock gewuchtet, alle Geräte sind angeschlossen und zunächst ist man als stolzer Besitzer eines neuen Spielzeugs natürlich hin weg angesichts der vielen neuen Features oder des neuen, möglicherweise gigantischen Bildes. Aber eine Frage stellt sich jeder nach einer gewissen Zeit: Ist das, was bei mir steht, auch optimal justiert oder verschenke ich gar Potential, ohne es zu wissen?Wenn dieser Zweifel erst einmal an einem zu nagen begonnen hat, fängt man zwangsläufig an, sich nach Möglichkeiten umzusehen, die einem bei dieser Aufgabe helfen können. Nun gibt es mannigfaltige Möglichkeiten, an dieses Problem heranzugehen, angefangen über den Versuch, einfach anhand eines Fernseh- oder DVD-Bildes die Geräte zu konfigurieren über zahlreich zu erwerbende Test-DVDs bis hin zu sehr teuren computergestützten Lösungen wie z.B. die Software Colorfacts.~~* Die Lösung *~~ Eine sehr gute Möglichkeit, zudem noch recht preiswert, ist eine Test-DVD. Dabei gibt es ungezählte am Markt, mal mehr, mal weniger teuer und geeignet. Eine ganz besonders lobenswerte ist die Peter Finzel Test-DVD 2. Edition Diese DVD ist mit 20 Euro auch nicht zu teuer. Aber taugt sie auch was? Die DVD ist nur und ausschließlich zur Justage des Bildes gedacht, wer hier also div. Sounds zur Einstellung seiner Anlage erwartet, ist Fehl am Platze, da muss man dann z.B. zur Burosch-Refernenz-DVD für ca. 60 € greifen. Aber für das Bild hat Peter Finzel wirklich ein hervorragendes Werkzeug bereitgestellt.~~* Der Autor *~~ Peter Finzel ist seit vielen Jahren in der Heimkino-Szene journalistisch tätig und bekannt für seine sachliche und differenzierte Art und Weise, an die Tests gerade von Projektoren heranzugehen. Dabei ist er auf die Notwendigkeit gestoßen, bestimmte Testbilder zur Justage und Kontrolle zur Verfügung zu haben und da er ein für seine Zwecke geeignetes Produkt nicht fand, hat er halt selbst was gemacht….~~* Das Produkt *~~ Nun, hat man sich einmal entschieden, über die Homepage von Peter Finzel (www.peterfinzel.de) die Test-DVD zu bestellen, so erhält man schon nach kurzer Zeit ein Päckchen mit der Post, was die DVD nebst einem ca. 70-seitigen Booklet enthält.Auf der DVD finden sich, übersichtlich in Kategorien geordnet, 32 Testbilder verschiedenster Art, alle für verschiedene Einsatzzwecke geeignet. Nun weiß ja noch lange nicht jeder, was bei solchen Testbildern zu beachten ist, aber dafür liegt ja das Booklet nebst einem Blaufilter (blaue Spezialfolie) bei. In diesem Büchlein beschreibt Peter Finzel sehr ausführlich denn Sinn und Zweck jedes einzelnen Testbildes und gibt detaillierte Hinweise, worauf zu achten ist und was zu tun ist, damit man ein gutes Ergebnis erreicht.Die Testbilder sind teils von Peter Finzel selbst entworfen, teils von anderen Referenz-DVDs zusammengestellt. So findet man dort Bilder, die die Justage der Grundparameter wie Farbabstimmung, Weißabgleich, Schärfe, Gamma, Kontrast und Helligkeit ermöglichen, sowie „Multibilder“, welche auf einen Blick einen Überblick über die Gesamtperformance ermöglichen. In einer weiteren Sektion wird man dann mit weiteren technischen Leckerlis „konfrontiert“, die für Freaks recht interessant sind. So kann man mit einer Sequenz zum Beispiel die pal-progressiven Fähigkeiten und die Erkennung des sog. Filmmodes der Wiedergabekette testen. Schwachstellen werden hier sehr schnell offenkundig… In Verbindung mit der sehr eingängig und auch für Laien verständlich geschriebenen Anleitung ist es so mit ein wenig Zeitaufwand möglich, eine optimale Einstellung für seine Geräte zu ermitteln. ~~* Das Resultat *~~ Ganz wichtig ist bei einer solch zweckgebundenen Anschaffung natürlich immer die Frage, ob der Invest sich auch gelohnt hat! Nun, aus meiner Erfahrung kann ich dies nur bestätigen. Bei meiner Kette (harman/kardon DVD 25, Sanyo PLV Z2, Tests könnt ihr gerne bei mir nachlesen!) zeigte sich sehr schnell, dass die Einstellungen ab Werk alles andere als optimal waren! Der Rotwert war viel zu hoch, was sich gerade mit dem Testbild „Grautreppe“ sehr anschaulich aufzeigen lies. Auch Kontrast und Gamma waren einstellungswürdig. Nach gut 2 Stunden intensiven Testens konnte ich eine weitestgehend neutrale Einstellung für meine Kette ermitteln, welche zur Folge hat, das im direkten Vergleich das Bild im Film noch natürlicher und homogener wirkt. Natürlich hat mir das Bild auch vorher schon gefallen, aber mit dem Resultat bin ich mehr als zufrieden. Das Bild ist nochmals signifikant besser, so dass ich für mich sagen kann, dass sich die Anschaffung wirklich gelohnt hat! Außerdem konnte ich eine Schwäche in der Filmmodeerkennung des DVD25 ausmachen, welche in gewissen Szenen zu Klötzchenbildung führte. Dieses Problem lässt sich im Menü des DVD-Player durch festes Einstellen des Filmmodes beheben, nur dazu muss man natürlich erst einmal wissen, das man das Problem hat, oder? Jetzt wird sicherlich der eine oder andere sagen, dass man so erst auf Probleme gestoßen wird, die man vorher gar nicht hatte: Das ist ja auch richtig, aber im Endresultat wird der Filmgenuss durch eine gute Einstellung natürlich nochmals gesteigert.~~* Mein Fazit *~~ Ich kann jedem, dem daran gelegen ist, ein gute eingestellte Anlage zu haben, die Peter Finzel DVD nur empfehlen. Leuten, die den Unterschied zwischen DVD und VHS jedoch schon nicht wirklich wahrnehmen kann ich die DVD hingegen nicht empfehlen.Und auch wenn ich natürlich das Ganze aus der Sicht eines Projektorenbesitzers betrachte, so ist die DVD auch zur Einstellung von Fernsehern geeignet. Ein noch signifikant besser eingestelltes Bild erhält man nur mit der entsprechenden Software (wie Colorfacts) und Eingriffen in die Servicemenüs der Geräte, davon ist dem Laien jedoch unbedingt abzuraten, da man hier doch auch eine ganze Menge verschlimmbessern kann!Und gerade das sehr ausführliche Büchlein, welches auch eine ganze Menge technischen Hintergrund vermittelt, macht die DVD zu etwas sehr besonderem. Ich hoffe, ich konnte mit dieser doch eher untypischen DVD den einen oder anderen auf den Geschmack bringen und wünsche Euch viel Spaß beim justieren Eurer Gerätschaften,frohe Weihnachten Euch allen da draußen Euer Half.AlienP.S.: Dieser Bericht ist ein weiterer, der im Rahmen meiner eigenen Aktion, Heinkinothemen hier bei Ciao populärer zu machen, entstanden ist. Dazu war wieder einmal eine neue Kategorie erforderlich. Ich hoffe, dass viele sich daran beteiligen, denn ich denke, es gibt noch viel zu schreiben… Also Leute, lasst Euch nicht aufhalten! ;)
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03.01.2004 15:18
Toll, wuste gar nicht das es so etwas gibt. L.G.Manu
01.01.2004 21:49
Sehr guter Bericht!Kannte ich vorher auch noch nicht.Mfg chris112
26.12.2003 11:19
Wow, ich wusste bis jetzt nicht, dass es auch Test-DVD's gibt. Klasse und ausführlicher Bericht. Tolle Serie von dir. Liebe Grüße, Elmar