Peter Rasmussen "Blue Label"

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Nordische Waldfrüchte für die Pfeife

5  31.08.2004

Pro:
sehr interessante Komposition aus Virginia - Tabak, Black Cavendish und Essenzen nordischer Waldfrüchte  |  für alle Pfeifen geeignet  |  ideal auch für Anfänger

Kontra:
die 50g Dose lässt sich nicht aromasicher verschließen  |  Rauchen gefährdet die Gesundheit

Empfehlenswert: Ja 

larshermanns

Über sich: Watch out... I'm back! :-)) Bei so manchem Bericht hier (und den Schnellklicker-SHs) kann man nur d...

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Liebe Leserinnen und Leser,

vor mehr als zwei Jahre habe ich mir bereits einen Pfeifentabak gekauft, der meiner damaligen Freundin sehr gut von der Beschreibung her gefallen hat. Da es sich um eine Dänische Mischung handelte und mir die Beschreibung ebenfalls zusagte, holte ich ihn mir natürlich auch, um ihn zu probieren.
Bei Tabak unterscheidet man grundsätzlich zwei Stilrichtungen:

· English Mixture
· Danish Mixture

Bei der Englischen Mischung handelt es sich ausschließlich um naturbelassene Tabake, bei denen der eigentümliche Geschmack des Tabaks im Vordergrund steht. Dieser wird oftmals mit Würztabaken (z.B. Latakia) versetzt, um den Geschmack des Tabaks selbst noch zu verstärken. Wenn überhaupt, werden diese Tabake höchstens mit Whiskey verfeinert.

Die Dänischen Mischungen legen sehr großen Wert auf Süße und Aromen, die nicht unbedingt im Tabak selbst zu finden sind. So verzichtet man nahezu auf die Beigabe des strengen Latakia und legt vielmehr großen Wert auf unterschiedliche Soßen, die den Dänischen Mischungen ihren unbeschreiblichen Charakter verleihen. Vanille, Fruchtessenzen und viele andere Aromen finden hierbei Anwendung und machen den Tabak zu einem Genuss der besonderen Art.

Bei dem nun vorgestellten PETER RASMUSSEN BLUE LABEL handelt es sich nun um eine solche Dänische Mischung, die mir persönlich am besten gefällt. Mir gefallen eben gerade diese ungewöhnlichen Aromen, die bei der Englischen Mischung fehlen. Viel Spaß daher mit meinem Erfahrungsbericht.

***** DER KAUF

Heutzutage gibt es diesen Tabak in drei verschiedenen Größen/Mengen zu kaufen:

· 50g Hochdose: € 6,70
· 100g Grip-Beutel: € 11,30
· 250g Sparpack: € 26,60

Als ich mir den Tabak im Jahre 2002 bei danpipe.de gekauft habe, hat die 50g Dose schon genauso viel gekostet wie heute. Die einzige Unterscheid bestand damals darin, dass die größte erhältliche Menge aus einem 100g Acrylglas-Topf zu €13,10 bzw. einem 100g Nachfüllbeutel zu €10,30 bestand. Da ich mir am liebsten 50g Portionen kaufe, hat sich für mich also per dato nichts geändert.

Angeboten wird dieser Tabak auch heute noch im Dan Pipe Katalog auf Seite 82.

***** DAS VERSPRECHEN DES HERSTELLERS

„Heller und rotbrauner Virginia mit Flake-Anteilen und einem Hauch Black Cavendish bilden die Basis dieser Mixture. Sie wird zusätzlich angereichert mit einer wundervollen Flavour-Komposition aus Essenzen nordischer Waldfrüchte. Es erwartet Sie ein herrlich aromatisches Geschmackserlebnis bis zum letzten Zug“.
(Quelle: Dan Pipe Katalog 2004, Seite 82)

***** MEINE VORSTELLUNG

Wie gesagt, es war meine damalige Freundin, die diesen Tabak ausgewählt hat. Sie mochte es immer, wenn ich fruchtige Tabaksorten in meinen Pfeifen geraucht habe und wollte dabei eben auch einmal mitbestimmend sein. Die Beschreibung dieses Tabaks klang sehr vielversprechend, so dass wir ihn dann natürlich auch sofort bestellt haben.

Folgende Aspekte waren für mich dabei ausschlaggebend:

Es handelte
Bilder von Peter Rasmussen "Blue Label"
Peter Rasmussen
Quelle: www.danpipe.de
sich um eine Dänische Mischung. Die bestand zwar mit aus Flake-Anteilen (die nicht unbedingt zu meinen Präferenzen gehören), doch die Basis sollten eben die Virginia-Blätter bilden. Diese waren mir schon damals aus äußerst mild und aromatisch bekannt, da sie einen sehr hohen natürlichen Zuckeranteil beinhalten (durchschnittlich bis zu 20-25%). Der zusätzliche Hauch Black Cavendish versprach zusätzlich eine Milde, wie ich sie bei den Dänischen Mischungen so sehr schätze. Nicht zuletzt war aber auch die Komposition mit den Essenzen nordischer Waldfrüchte ausschlaggebend, die wir uns auf jeden Fall einmal antun wollten.

Der Preis von €6,70 für die 50g Dose war zwar schon etwas teurer als viele andere 50g Portionen, doch war der Preis andererseits auch nicht überteuert, da der Tabak dafür immerhin in einer Dose statt in einem Pouch angeboten worden ist.

***** DER HERSTELLER

Hergestellt wird dieser Tabak durch DTM, die Deutsche Tabak Manufaktur, die dem Hause Dan Pipe angehört. Dies erklärt auch, weshalb dieser Tabak im Katalog so ausführlich angepriesen wird. Zudem kann man im Katalog nachlesen, dass diese Mischungen zusammen mit dem Pfeifenmacher Peter Rasmussen hergestellt worden sind und eben nicht nur seinen Namen tragen.

Dan Pipe – Cigar & Company
Deutsche Tabak Manufaktur (DTM)
Hafenstraße 30
D-21481 Lauenburg a.d. Elbe
Deutschland
http://www.danpipe.de

***** DAS AUSSEHEN

Die Beschreibung aus dem Katalog ließ mich schon erahnen, wie der Tabak vermutlich aussehen würde. Virginia mit einem bisschen Black Cavendish und einem Anteil aus Flake. Eine Mischung, wie man sie sich für wirklich alle Pfeifengrößen wünschen würde.

Und tatsächlich entsprach der Tabak äußerlich vollkommen meinen Vorstellungen. Den absoluten Hauptteil bilden die Virginia-Blätter, die ihm auch die eigentliche Farbe verleihen. Ein wunderschönes helles Braun, durchsetzt mit schwarzen Stückchen, die man eindeutig als Black Cavendish erkennen kann. Der Anteil an „Ready Rubbed Flakes“ ist hierbei dermaßen gering, das man sich schon sehr anstrengen muss, um ihn überhaupt zu erkennen. Und für mich war dies natürlich sehr erfreulich.

***** DIE VERPACKUNG

In meinem Fall wurde der Tabak also in einer 50g Hochdose geliefert. Diese hat einen Zip-Verschluss, wie man sie von manchen Konserven und Trinkdose kennt. Dies hat den Vorteil, dass sich die Dosen kinderleicht öffnen lassen. Dabei entsteht noch nicht einmal ein scharfer Rand, an dem man sich schneiden könnte. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass man diese Dosen nicht mehr aromadicht verschließen kann. Die Dosen besitzen zwar noch einen zusätzlichen Plastikdeckel, doch ist dieser nicht wirklich ausreichend, um die Feuchtigkeit im Tabak zu erhalten.

***** KLEINE TABAKKUNDE

Um denjenigen, die sich mit Pfeifentabak so gar nicht auskennen, einen groben Überblick zu verschaffen, worüber ich überhaupt berichte, möchte ich euch nun kurz einige der Tabaksorten mit ihren Eigenschaften vorstellen:

· Virginia
„Ursprünglich nur in Virginia, USA, beheimatet, wächst diese berühmte Tabaksorte heute in allen wichtigen Anbaugebieten. Seine goldgelben Blätter haben einen leichten, süßen Charakter. Die besten Virginia-Tabake kommen aus Virginia, Brasilien und Zimbabwe. Sie werden dort in beheizten Schuppen heißluftgetrocknet.“

· Latakia
Latakia ist ein Würztabak, auch Beimischung genannt. Latakia ist ein dunkler Würztabak, der über der schwelenden Glut aus speziellen Hölzern geräuchert wird.

· Black Cavendish
„Auch Danish Dark Cavendish genannt. Tiefschwarz, aber extrem mild. Nach dem Befeuchten, Mischen und Saucieren wird der Tabak unter hohem Druck und mit sehr viel Hitze gepresst. Während dieser zweiten Fermentation nimmt das Blattgut seine tiefdunkle Farbe an und große Mengen an Aromastoffen auf.“

· Flake
„Ein gepresster Tabakkuchen, der in Riegeln und anschließend in dünne Scheiben (Flakes) geschnitten wird. Sie sind besonders mild und müssen vor dem Einfüllen in die Pfeife gelockert werden.“

(Quelle: Stanwell’s Pfeifentabak / Von der Plantage bis zum Rauchgenuss)

***** MEINE MEINUNG UND FAZIT

Durch die Beschreibung im Dan Pipe Katalog, sind wir natürlich ungeheuerlich neugierig auf diesen Tabak geworden. Mir ging es dabei natürlich in erster Linie um den Rauchgenuss, meiner damaligen Freundin um den angenehmen Duft des Tabaks in ihrer Wohnung. Die Menge von 50g war für meine Zwecke mal wieder ideal.

Wie zuvor schon erwähnt, habe ich mir das Aussehen des Tabaks im großen und ganzen so vorgestellt, wie ich ihn letztendlich auch vorgefunden habe. Eben Virginiatabak als Basis mit ein wenig Flake-Anteil und Black Cavendish. Allesamt also milde Komponenten mit einem verlockenden Top-Flavour. Die Konsistenz des Tabaks ist sogar noch feiner, als man es sich aufgrund des Flake-Anteils hätte vorstellen wollen. Dachte ich zunächst an meine Pfeifen mittlerer Größe, so durfte ich erkennen, dass man diesen Tabak auch durchaus in kleineren Pfeifen rauchen kann. Und dies habe ich auch mehrmals mit größtem Genuss getan.

Die Dose habe ich nach dem Öffnen jedoch schnell durch einen Acryltopf ersetzt, da ich diesen durch einen speziellen Deckel nahezu luftdicht verschließen kann. Nach etwa einem ¼ Jahr habe ich dann noch die mit einem Küchentuch abgetrocknete Scheibe einer Zitrone in den Topf gelegt, um die Feuchtigkeit hoch genug zu halten. Da ich immer nur sehr unregelmäßig Pfeife rauche (mal mehr, mal weniger) und auch nur selten einen einzigen Tabak, habe ich auch heute noch etwas von diesem Tabak. Dabei gibt die Zitrone nur sehr wenig Eigenaroma an den Tabak ab.

Das Aroma des Tabaks ist eine Wucht. Schon beim Öffnen der Dose durchströmt ein süßlicher Duft die Nase, der einem mehr als nur Lust auf ein Pfeifchen macht. Es ist mir jedoch nicht möglich, den Duft einer bestimmten Frucht zuzuordnen. Daher weiß ich leider auch nicht, welche nordischen Waldfrüchte für diesen Tabak Verwendung gefunden haben mögen. Das Geruchserlebnis ist jedoch einzigartig.

Das Stopfen der Pfeife mit diesem Tabak ist wahrlich ein Kinderspiel. Selbst ungeübte Pfeifenraucher werden diesen Tabak ohne Probleme korrekt in die Pfeife stopfen können. Ich fülle die Pfeife bei diesem Tabak immer erst ganz locker bis zum Rand und drücke ihn dann auf gut ⅓ herunter. Dann fülle ich den Pfeifenkopf erneut locker bis zum Rand und drücke den Tabak dann vorsichtig soweit herunter, bis ich durch die untere Lage einen leichten Gegendruck verspüre. Das wird sooft fortgesetzt, bis die Pfeife die gewünschte Menge an Tabak enthält. Ein gelegentliches Ziehen an der Pfeife signalisiert einem dann, ob man den Druck erhöhen oder ggf. vermindern sollte. Ist der Druck zu niedrig, brennt der Tabak zu heiß ab; ist der Druck hingegen zu hoch, wird die Pfeife sehr häufig ausgehen. Auch wird man dann versucht sein, durch sehr starkes Ziehen die Pfeife am Glühen zu halten, wodurch die im Kopf befindlichen Temperaturen sehr schnell sehr stark ansteigen können. Man läuft dann Gefahr, dass die Pfeife dadurch überhitzt und kaputt geht. Also sollte man sich sehr viel Ruhe und Zeit gönnen, um die Pfeife richtig zu stopfen. Viele Pfeifenraucher zelebrieren dies fast schon wie ein Ritual.

Die Oberfläche dieses Tabaks lässt sich sehr leicht durch ein Streichholz entzünden. Nach wenigen Minuten sollte man dann schon die oberste Ascheschicht leicht andrücken, ehe der eigentliche Genuss beginnen kann. Und dieser ist wirklich fast unbeschreiblich.

Der Tabak hat eine sehr angenehme Süße, wie ich sie bei den Dänischen Mischungen so sehr schätze. Er lässt sich wirklich sehr schön kühl und angenehm rauchen. Die Süße des Virginiatabaks wird dabei sehr schön durch die Milde des Black Cavendish unterstützt. Das Highlight besteht aber zweifelsfrei in den äußerst angenehmen Aromen der nordischen Waldfrüchte, die mir schon beim Geruch des Tabaks selbst so positiv aufgefallen sind. Eine fruchtige Frische, an die man sich sehr schnell gewöhnen möchte.

Und auch die Nase kommt nicht zu kurz. Um einigermaßen nachvollziehen zu können, wie der Pfeifentabak auf Außenstehende wirkt, habe ich mir angewöhnt, den Rauch langsam durch die Nase auszublasen. Zwar nicht immer, aber doch ab und an, um mir ein Bild vom Top-Flavour bilden zu können. Und dieser Duft ist wirklich sehr, sehr angenehm süßlich und fruchtig. Nicht verwunderlich, dass dieser BLUE LABEL der Lieblingstabak meiner damaligen Freundin war.

Trotz des Flavours, lässt sich dieser Tabak sehr trocken rauchen. Es bildet sich kaum Kondensat, was das Rauchen bis zum Ende wesentlich erleichtert. Man sollte aber auch darum bemüht sein, möglichst langsam und ruhig zu rauchen, um in en vollen Genuss dieses Tabaks zu kommen. Ein zu hektisches Rauchen führt nur zu unnötig großer Hitzebildung, wodurch zum einen der Geschmack negativ beeinträchtigt werden kann und andererseits die Kondensatbildung begünstigt würde. Und letztere sollte man doch vermeiden (Gaumen und Pfeife werden es einem danken).

Wie man meine Ausführungen zweifelsfrei entnehmen kann, ist dieser Tabak also wirklich für alle geeignet, die Dänische Mischung mögen. Unabhängig, ob es sich um Pfeifenveteranen oder um Anfänger handelt. Der Tabak sieht gut aus, lässt sich leicht stopfen und sehr angenehm rauchen. Was braucht man mehr?

Folglich empfehle ich diesen PETER RASMUSSEN BLUE LABEL sehr gern mit einem „sehr gut“ weiter und hoffe, dass ich ihn euch ein wenig näher bringen konnte. Wer ihn einfach nur testen möchte, der sollte bei seiner nächsten Bestellung bei Dan Pipe einfach mal anfragen, ob er nicht eine Probe mitgeliefert bekommen könnte. Da es sich um eine Hausmarke handelt, dürfte dies durchaus zu bewerkstelligen sein.

***** BEMERKUNG

Sollte meinem Bericht über den PETER RASMUSSEN BLUE LABEL noch irgendetwas Wichtiges fehlen, so lasst es mich doch bitte wissen. Mich würde natürlich auch sehr freuen zu hören, ob vielleicht der eine oder anderen diesen Tabak ebenfalls kennt und wie seine Meinung dazu aussieht.

Vielen Dank für euer Interesse!!!

© 2004 Lars Hermanns

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Philosoph

Philosoph

24.01.2005 07:00

Tja, hier hat man aber auch so ziemlich alle Infos über einen Pfeifentabak zusammen, die man sich wünschen kann. Sehr schön! Hm, ob ich die Sorte auch mal probieren sollte... Werde wohl mal versuchen, den Tip mit der Probe umzusetzen - oder ich komm zum nächsten Stammtisch und klau Dir etwas davon. *bg* Hm, empfehlen, ja nun: was sind denn so Deine bevorzugten Geschmäcker (Whisky, Brandy, Gin, Tropische/Heimische Früchte, Nuß, Honig, Vanille)? Klär mich mal auf, dann kann ich Dir vielleicht was raten. Frohes Schmauchen wünscht der PhiloSchmauch - ach ne -Soph

powerhummi

powerhummi

06.09.2004 16:38

Ich finde deinen Bericht klasse, daher auch ein "bh" von mir!

rider-of-apocalypse

rider-of-apocalypse

03.09.2004 22:22

klares bh

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