Peugeot 106 1.1

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Peugeot 106 1.1

Kleinstwagen - Limousine mit Schrägheck

82% positiv

44 Erfahrungsberichte der Community

Erfahrungsbericht über "Peugeot 106 1.1"

veröffentlicht 15.06.2006 | Stephie120
Mitglied seit : 14.12.2005
Erfahrungsberichte : 12
Vertrauende : 3
Über sich :
Gut
Pro passt in (fast) jede Parklücke, gut für Fahranfänger
Kontra Sitze bieten keinen Seitenhalt, hohe Steuern, Spielraum beim Schalten zu groß, Pedale zu dicht beieinander (nichts für große Füße)
sehr hilfreich
Zuverlässigkeit
Fahreigenschaften:
Empfundene Qualität:
Bedienung
Platzangebot:

"Alter Peugeot 106 XN 1.1"

Von außen

Von außen

Zum 30. Geburtstag meines Freundes im Juni letzten Jahres schenkte ich ihm zusammen mit seiner Mama den PKW-Führerschein. Um seine Motivation, die Theorie- und Praxisstunden schnell durchzuziehen, überlegte ich mir, einen günstigen Gebrauchtwagen schon vorab für ihn zu kaufen. Das war natürlich ein Risiko.

Doch das mit der Motivation funktionierte tatsächlich. Also durchforsteten wir die Zweite Hand und das Internet nach einem kleinen Gebrauchtwagen unter 1000,00 Euro in akzeptablen Zustand. In Frage kamen dabei Renault Clio, Peugeot 106 und Opel Corsa A. Einige Autos besichtigten wir auch, aber der Richtige war noch nicht dabei. Nach zwei Wochen fiel mir eine Anzeige im Internet auf. Es war ein roter Peugeot 106 ganz in unserer Nähe. Wir nahmen den Vater meines Freundes mit, da der sich gut mit Autos und Verhandeln auskennt. Nach einer Probefahrt (natürlich auf dem Beifahrersitz) verliebte sich mein Freund sofort in das Auto. Auch sein Vater meinte, dass der Wagen ok wäre. Ich war jedoch etwas skeptisch, weil die Sitze schon sehr durchgesessen waren und der Kofferraum wohl mal als Schuttablage diente, so wie der aussah. Auch ein Unfall konnte nicht ausgeschlossen, aber auch nicht bestätigt werden. Dazu gab es einen Satz Sommerreifen (ohne Felgen), da noch Winterreifen drauf waren (im Juni?). Nachdem sich der Verkäufer (privat) dann auf 400,00 Euro runterhandeln ließ, unterschrieb ich etwas widerspenstig den Kaufvertrag. Was tut man nicht alles für seinen Liebsten....

Das Auto konnten wir erst eine Woche später abholen, da der Verkäufer es noch benötigte. Ich hatte erwartet, dass der Verkäufer den Wagen wenigstens nochmal wäscht. Stattdessen nahmen wir einen völlig verschmutzten (von außen und innen) Wagen mit. Schon als wir einstiegen fielen dem Verkäufer dann doch noch ein paar kleine Mängel ein, die er uns vor Vertragsabschluss verschwieg. Ach ja, der Lüftungsschalter ist kaputt, und das Radio funktioniert auch manchmal nicht und dann ist noch das und das und das. Ich war begeistert......

Da der Vater meines Freundes die Probefahrt machte, fuhr ich den Peugeot das erste Mal. Mit der Schaltung kam ich überhaupt nicht zurecht, da zwischen den Gängen viel zu viel Spielraum war. Genauso verhielt es sich bei der Lenkung. Auch das Gas wurde erst sehr spät angenommen. Ich fühlte mich wie eine Fahranfängerin, die zum ersten Mal ohne Fahrlehrer fährt.

Am nächsten Tag hieß es, das Auto wieder richtig auf Hochglanz zu bringen. Wir schrubbten, polierten, saugten, ließen die Reifen wechseln, kauften Radkappen, Lautsprecher für vorn und Sitzbezüge. Da sah der Kleine doch schon wieder viel viel besser aus. Selbst den schon ausgeblichenen Lack bekamen wir einigermaßen hin.

Die Wochen darauf, erledigte sein Vater die technischen Sachen wie: neue Handbremsseile (die alten waren so ausgeleiert, dass die Handbremse kaum noch griff), neue Bremsklötzer und neue Achsmanschetten. Außerdem stellte er das Schaltgetriebe neu ein. So ließ es sich auf jeden Fall schon besser schalten.

Als "Highlight" ließen wir hinten Lautsprecher und ein neues Radio mit CD (das vorher war mit Kassette) einbauen und die uralte Verkabelung austauschen. Endlich konnte man ordentlich die Musik aufdrehen, ohne dass nur schrabbelige Töne zu hören waren.

Der Peugeot wurde nur ab und zu genutzt, da ich mein eigenes Auto bevorzugte und mein Freund ja noch keinen Führerschein hatte. Damit er sich schon mal an das Fahrzeug gewöhnt, fuhren wir fast jedes Wochenende für zwei Stunden auf einen Fahrübungsplatz.

Leider entschied sich mein Freund nach drei Monaten doch für den Automatikführerschein, weil er sich mit Schaltwagen einfach nicht anfreunden konnte. Somit konnte er mit dem Peugeot nichts mehr anfangen, so dass wir ihn im September letzten Jahres verkauften. Immerhin machten wir keinen Verlust, denn wir bekamen wir ihn noch 600,00 Euro.
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Daten:

Typ: Peugeot 106 XN
Erstzulassung: 20.11.1992
Hubraum: 1.1
PS / KW: 60 / 44
Kilometerstand bei Kauf: 146.000 km
Farbe: rot
Kraftstoffart: Benzin
Verbrauch: ca. 8 - 9 l auf 100 km
Fassungsvermögen vom Tank: 45 l
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Ausstattung:

Glashubdach, CD-Radio, 4 Lautsprecher
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Fahrkomfort & Platzangebot:

Die Sitze waren für meinen Geschmack viel zu weich und boten überhaupt keinen Seitenhalt. In Kurven und beim Abbiegen hatte ich das Gefühl vom Sitz seitlich runterzurutschen. Auch die Rückenlehne ist für längere Fahrten (besonders bei Rückenproblemen) sehr unbequem.

Die Brems- und Gaspedale liegen sehr dicht nebeneinander. Selbst ich mit meinen kleinen Füßen tippte beim Gasgeben versehentlich das Bremspedal an. Für große Füße stelle ich mir das sehr ungünstig vor.

Der Peugeot hatte keine Servolenkung. Während der Fahrt ließ es sich recht leicht lenken. Das Einparken war dann schon etwas anstrengender, vor allem wenn man Servo gewohnt ist.

Das Platzangebot ist nicht allzu groß. Der Fußraum beim Fahrer ist ziemlich klein. Mein Knie stieß immer an die Mittelkonsole oder die Lenksäule. Der Abstand zum Beifahrer reichte mir nicht aus. Mein Freund ist sehr schmal, trotzdem berührten sich unsere Arme während der Fahrt sehr oft. Das Platzangebot hinten kann ich nicht großartig beurteilen. Für zwei Personen reicht es auf jeden Fall. Doch sollten diese nicht zu groß sein. Auch dort ist der Fußraum recht klein.
Der Kofferraum bietet ausreichend Platz für einen Wocheneinkauf, auch für Gepäck für eine Kurzreise. Mit dem Auto würde ich aber keine längeren Strecken fahren.
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Fahrverhalten

Nachdem alles soweit repariert war, wagte ich mich auf den Berliner Ring zum Ausfahren. Ich habe den Kleinen auf ca. 165 km/h bekommen.
Je schneller ich fuhr, desto lauter wurden die Motorgeräusche. Auf Dauer ist das für die Nerven anstrengend.

Beschleunigen konnte der Peugeot sehr gut. An der Ampel ließ ich so manche anderen Kleinwagen stehen.
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Kosten

Steuern: 181,00 Euro jährlich
Versicherung: bei 140 % SF 1/2 903,35 Euro jährlich (Haftpflicht und Teilkasko mit 150,00 Euro Selbstbeteiligung, Typklasse 14)
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Fazit

Ehrlich gesagt, war ich sehr froh, als wir das Auto wieder los waren. Wer weiß, was da noch an Reparaturen und Kosten auf uns zugekommen wären. Ich bevorzuge dann doch eher die neueren Fahrzeuge.

Für Fahranfänger ist der Peugeot sehr gut geeignet. So bekommt man erstmal Fahrpraxis und man ärgert sich nicht so über Beulen und Kratzer wie bei einem neueren Fahrzeug.

Für längere Strecken und Reisen kann ich es nicht empfehlen. Dafür ist es einfach zu unbequem und auch vom Motor her zu laut.

Als Stadtauto ist der Peugeot ok. Der Verbrauch ist mittelmäßig. Einen Parkplatz findet man damit allemal. Zum Einkaufen reicht er auch aus.

Natürlich kann man aus ihm auch einen heißen Tuningwagen machen. Nur bei dem Alter ist es oft schwierig noch Teile zu bekommen.

Zwar spart man bei der Anschaffung eines alten Gebrauchtwagens im Gegensatz zum Neuwagen. Aber ob sich das so rentiert ist fraglich. Die Steuern sind höher, der Verbrauch häufig auch, ebenso die Versicherung.
Ich spare lieber etwas länger für ein zuverlässiges und sicheres Auto, als am falschen Ende zu sparen.

Community Bewertungen

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Schoeneberg30 veröffentlicht 06.01.2013
    Dieser Bericht ist zwar schon etwas älter aber ich kommentiere trotzdem mal. Der Bericht ist von 2006, also war der Wagen beim Kauf mindestens 14 Jahre alt und die allermeisten Autos dieser Baujahre hatten nur Euro1 und kosteten dadurch viel Steuern. Ein 95er Peugeot kostet z.B. nur die Hälfte, rund 80 Euro. Als Fahranfänger mit 140% SF 1/2 o ist ja wohl klar, dass er viel Versicherung kostet. Wenn man 2-3 Jahre unfallfrei fährt, zahlt man kaum noch 400 Euro im Jahr dafür und wer braucht für so einen alten Wagen eine Teilkasko??? Der XN (Was Null Ausstatter heißt) ist für seine Gartenstühle bekannt und man stößt wirklich oft mit dem rechten Knie ans Armaturenbrett, auch der Schaltweg ist lang, da gebe ich dir Recht. Und 9 Liter in der Stadt, das wird eher am Fahrer liegen.
  • Cazanova veröffentlicht 15.06.2006
    wirklich nicht schlecht dein Bericht, muss ich schon sagen
  • Steinbock20 veröffentlicht 15.06.2006
    dein Bericht gefällt mir ziemlich gut, daher geb ich dir ein sehr hilfreich
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