Ich fahre nun seit ca. 1 ½ Jahren eine Peugeot Speedfight II LC „X-Race“, in den Farben blau und orange, und kann den Roller einfach nur weiterempfehlen.
1. Optik
Der Roller macht vor allem optisch einiges her und stehlt den meisten anderen Rollern die Show! Die Speedfight besticht durch ihr kantiges und sportliches Design, die schönen spitzzulaufenden Scheinwerfern, dem hochgezogenem, einer Rennmaschinen ähnliches, Heck und dem darauf befindlichen Heckspoiler. Außerdem ist die Speedfight in vielen verschiedenen Farben und Sonderlackierungen erhältlich. Gegenüber dem Vorgänger (Speedfight I) wurde einige Verkleidungsteile verändert und meiner Meinung nach verbessert.
2. Motorleistung
Die Speedfight ist in zwei Motorvarianten, luft- oder wassergekühlt, erhältlich. Die wassergekühlte Version besitzt etwas mehr Leistung und ist nur für Leute, die lange Strecken mit ihrem Roller zurücklegen, öfters im steilen Gelände fahren oder ihren Roller tunen wollen. Wer nur kurze Strecken zurücklegt und meistens nur in der Staat unterwegs ist empfehle ich jedoch die luftgekühlte und preiswertere Version. Abgesehen von der Kühlung sind beide Modelle genau gleich, außerdem sind die Motorleistungen von beiden Modellen, im Gegensatz zu den meisten andern Rollern, extrem gut für einen 50 cm2 Roller. Die Speedfight zieht in jeder Lage extrem gut durch und hängt die meisten anderen Roller leicht ab. Im gedrosselten Zustand fährt der Roller ca. 60 bis 65 km/H, was für mich eigentlich schnell genug gewesen wäre, doch obwohl es nicht legal ist, habe ich bei meiner Speedfight alle Drosseln entfernt. Der Grund war der, komischerweise brauchte meine Speedfight mit den Drosseln mehr Benzin als ohne (weiteres beim Punkt „Benzinverbrauch“). Der Grund: Durch die Drosselung fuhr mein Roller immer extrem hochtourig, da er die gleiche Leistung als im ungedrosselten Zustand besaß und der Motor nur ab einer bestimmten Geschwindigkeit gebremst wird. Jetzt läuft meine Speedfight sage und schreibe 85 bis 90 km/h schnell. Im großen und ganzen ist Motorleistung der Speedfight für einen 50er Roller extrem gut! Außerdem sprang er egal bei welchem Wetter immer verlässlich an!
3. Benzinverbrauch
Verbrauch ist wie bei den meisten 50er Rollern recht hoch (ausgenommen Aprilia SR 50 Di-Tech), doch er geht aufgrund der guten Leistung in Ordnung. Verbrauch liegt bei ca. 3 bis 3,5 Litern/100 km. Die meisten anderen Sportroller brauchen gleichviel oder sogar mehr. Wie oben schon erwähnt verbrauchte mein Roller komischerweise mit Drosselung mehr als ohne.
4. Ausstattung
Vor allem das Licht kann sich sehen lassen, die Speedfight verfügt über halogenes Abblend- u. Aufblendlicht, mit jeweils einer 35 W Halogenlampe – bemerkenswert für einen Roller, da die meisten Roller nur über extrem schlechtes 15 W Licht verfügen und daher in der Nacht nicht zu empfehlen sind. Außerdem kann ein Standlicht zusätzlich eingebaut werden.
Das Gepäcksabteil ist zwar nicht besonders groß, aber reicht völlig aus, um einen Helm, das Verbandszeug, den Führerschein und ein paar andere Kleinigkeiten unterzubringen. Außerdem befindet sich unter dem Gepäcksabteil eine kleine Öffnung, durch die man bequem an den Motor gelang, um z.B. die Zündkerze auszutauschen.
An Anzeigen bietet die Speedfight natürlich eine Tacho, eine Tankanzeige und eine Wassertemperaturanzeige (nur bei wassergekühlter LC Version). Das reicht völlig aus, einen Drehzahlmesser oder sonstiges benötigt man nicht, obwohl eine Uhr wünschenswert wäre.
Ansonsten bietet die Speedfight, je nach Modell, einen schönen Heckspoiler, silberne Drittbleche und sonstigen gutaussehenden Schnickschnack.
Achtet vor dem Kauf auf die montierten Reifen, viele Speedfight Modelle besitzen hochwertig Markenreifen (z.B. Dunlop, Michelin, usw.), viele besitzen jedoch auch irgendwelche Noname-Billig-Reifen. Obwohl meine serienmäßigen Reifen auch Nonames waren (Sawa) hatte ich keine Probleme mit ihnen, im Gegenteil sie leisteten ihren Dienst recht gut.
5. Bremsen
Die Wassergekühlte Version bietet hinten und vorne Scheibenbremsen, die Luftgekühlte hat hinten eine Trommelbremse, was jedoch kaum Nachtteile bring. Die Bremsen meiner Speedfight packen kräftig zu und lassen sich gut dosieren. Was jedoch stört ist, das sie bei Kälte etwas quietschen.
6. Komfort
Viele bemängeln den schlechten Komfort, vor allem die Sitzhaltung. Ich hingegen habe keine Probleme, bin ca. 1,80 groß und finde die angenehm große, weiche Sitzbank recht bequem. Bei den meisten Rollern sitz der Sozius (Beifahrer) recht unbequem auf einer extrem engen Sitzfläche. Nicht jedoch bei der Speedfight, hier sitz der Sozius recht bequem auf einer großen, weichen Sitzfläche und findet aufgrund des Heckspoilers angenehmen halt. Auffallend ist die Einarmschwingen-Federung am Vorderrad der Speedfight, welche nur bei sehr wenigen Rollern montiert ist. Ihr Vorteil: Ein schnelleres und präziseres Einlenkverhalten (spitze) und beim abbremsen in Kurven entsteht kein sogenanntes aufbocken, wie es bei den herkömmlichen Federungen der Fall ist. Doch für meinen Geschmack ist die Federung am Vorderrad zu weich, die Hinterfederung hingegen ist angenehm straff. Schlaglöcher spürt man jedoch deutlich. Doch auf langen, geraden Strecken ist die Federung sehr angenehm, man fühlt sich als würde man über die Straße schweben.
7. Kosten
Der Verbrauch ist recht niedrig und Öl muss nur ganz selten nachgefühlt werden.
Außerdem brauchte meine Speedfight bis jetzt noch nie einen Werkstattbesuch, da alles extrem stabil ist und lange hält – sehr gute Qualität.
Neupreise:
Speedfight II LC (wassergekühlt) ca. € 2.500,00.
Speedfight II AC (luftgekühlt) ca. € 2.200,00
Sondermodelle (X-Race, WRC, usw.) über € 2.500,00.
Ich finde die Preise gehen in Ordnung, da die Speedfight einfach ein super Roller ist, außerdem kosten viele Roller, die weniger bieten mehr! (z.B. Aprilia SR 50 hat nichtmall ein Aufblendlicht bei einem Preis von fast €3.000,00)!
Noch zu erwähnen ist, dass die Speedfight, aufgrund der Nachfrage, einen sehr hohen Wiederverkaufswert besitzt.
Ich kann die Speedfight jedem empfehlen, da sie extrem gut aussieht, super Motorleistungen und angenehmen Komfort bietet, extrem zuverlässlich und stabil ist, die Ausstattung samt Superlicht gut ist und vor allem weil der Roller von sehr hoher Qualität ist. Doch nur Vielfahrer kommen auf ihre Rechnung.
Alternativen:
Piaggio NRG:
Vorteile: gute Motorleistungen, Tuning, Optik, Preis
Nachteile: Licht, Komfort,
Yamaha Aerox (sehr empfehlenswert):
Vorteile: gute Motorleistungen, Tuning, Optik, Preis, Licht, Qualität, Zuverlässlichkeit,
Nachteile: Komfort (keine richtige Soziussitzfläche)
Aprilia SR50 (besitzte selbst eine Di-Tech):
Vorteile: gute Motorleistungen, Tuning, Optik, Komfort, Verbrauch (nur Di-Tech),
Nachteile: Preis, katastrophales Licht, Qualität, Verbrauch (außer Di-Tech), Tuning (Di-Tech),
Gilera Runner:
Vorteile: Komfort, recht gutes Licht, Optik (mir gefällt sie nicht), Tuning,
Nachteile: Motorleistung, Verbrauch, Preis,
Derbi Predator:
Vorteile: Komfort, Optik, Preis (Schnäppchen),
Nachteile: Licht, bedingt schlechte Motorleistung,
08.01.2006 16:30
Hat mich weiter gebracht! mfg butterfly90
19.09.2004 13:34
Ein echt besonders hilfreicher Bericht, der mir sehr weitergeholfen hat! Viele Details und interessant geschrieben! Weiter so!
25.08.2004 17:39
Also ich finde deinen Bericht auch im Großen und Ganzen sehr gut, es sind zwar ein paar Rechtschreibfehler drin, aber die stören nicht, außer der im Titel vielleicht. ; ) Dann würde mich mal interessieren wie du auf "die Speedfight" kommst, seit wann ist ein Roller weiblich? ^^