Ein sporlicher Flitzer
01.06.2004
Pro:
Sporliches Aussehen, Fahrspaß
Kontra:
Verbrauch
Empfehlenswert:
Ja
 Gregor510259
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:16
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Da ich schon seit einiger Zeit einen Peugeot Speedfight 2 fahre, habe ich beschlossen, mal einen Bericht darüber zu schreiben. Hier beschreibe ich das Aussehen, die Technik, das Fahrverhalten und gebe noch ein paar Tipps für Besitzer und solche, die es werden wollen. --Aussehen—
Ein Speedfightfahrer wird immer gleich erkannt. Das liegt sehr stark an der typischen Gestaltung dieses Motorrollers. Das Aussehen hat einen eigenen Wiedererkennungswert. Die Merkmale sind Sportlichkeit, Komfort und Schlichtheit. Die Front hat zwei Scheinwerfer, ein Abblendlicht und ein Fernlicht. Während der Fahrt merk mal aber nicht, dass das eine Licht eher links und das andere eher rechts angeordnet ist. Der Lichtkegel wird optimal auf die Fahrbahn zentriert. Typisch ist auch das große Lüftungsgitter mit einer Klappe zum Nachfüllen der Kühlflüssigkeit (bei wassergekühlten Modellen). Die Bordinstrumente sind gut angeordnet und sehr gut auf einen Blick überschaubar. Mittig findet sich der Tacho, links und etwas kleiner die Benzinfüllstandanzeige und rechts die Kühlwassertemperaturanzeige. Unter dem Tacho finden sich außerdem 4 ausgeleuchtete kleine Fensterchen für den Blinker, das Fernlicht und Ölstandswarnlämpchen. Das vierte Fensterchen ist leer, d.h. da kann man bei Bedarf was nachrüsten. Die beiden Spiegel passen sich sehr gut in die Front ein und die Griffe liegen auch gut in der Hand. Der Fußraum bietet genug Platz und ist mit einem Riffelblech ausgestattet (modellabhängig). Es gibt außerdem noch 2 ausklappbare Fußrasten für den Beifahrer. Das Heck wirk sehr aerodynamisch geformt und schmiegt sich eng an den Sitz an. Da ein Speedfight normalerweise 2-farbig ist, gibt es einen guten Farbüberlauf auf der Sitzoberfläche und auch auf der Karosserie selbst. Die Lüftungsgitter an den Seiten wirken auch zusätzlich dekorierend und lassen die Karosserie sportlicher erscheinen. Die beiden Lackfarben sind immer sehr gut getroffen und ergänzen sich gegenseitig, sodass keine störenden Kontraste entstehen. Es sind Front- und Heckblinker vorhanden, die sehr gut in die Komplettansicht passen. Genauso ist es auch bei der Heckleuchte. Sie ist sportlich geformt und bietet optimale Sicht für den nachfolgenden Verkehr. Das ganze wird noch durch den Heckspoiler sportlich abgerundet. Bei der Komplettbetrachtung wirkt der Roller auch etwas eckig, was ich positiv finde. Die ganze Rollerverkleidung ist aus einzelnen Kunststoffverkleidungsteilen zusammengesetzt, was die Restaurierung nach einem Unfall erheblich erleichtert, weil man nur das betroffene Teil zu lackieren braucht. Der besondere Clou bei diesem Roller sind die Einarmschwingen am Fahrwerk., d.h. das Vorder- und Hinterrad haben jeweils nur eine Schwinge und sind rechts verbaut aber links offen. Das verbessert das Aussehen, stört aber gar nicht beim Fahren. Man merkt keinen Unterschied zu Rollern mit 2 Schwingen. --Technisch Angaben-- (in ungetuntem Zustand)
Getriebe: Automatik Leistung: 3.6kW Drehzahl: 6800 U/min Zylinder: 49,13 cm³ Höchstgeschw.: 60km/h Lautstärke: 78dB im Stand (3400 U/min) 70dB während der Fahrt Gewicht: 96kg (leer) 270kg (zul. Gesamtgewicht) Reifen: Vorne 120/70-12“ Hinten 130/70-12“ oder 140/70-12“ Anzahl der Sitze: 2 --Fahrverhalten--
Schon beim Anlassen merkt man, dass mehr im Motor drin steckt, als zuvor angenommen. Der Komfort macht sich besonders beim Hinsetzen bemerkbar. Der Sitz ist sehr weich und ausgepolstert und ist aufgrund der carbonartigen Strukturierung des gummiähnlichen Bezuges absolut rutschfest. Im unteren Drehzahlbereich leistet der Speedfight ganze Arbeit. Man merkt förmlich, wie der Roller „zieht“. Wenn er allerdings 2/3 seiner Maximalgeschwindigkeit erreicht hat, beschleunigt er nur noch langsam. Das kann man mit etwas Motor- oder Auspufftuning wieder hinbiegen. Weil das Gewicht bei dem Roller nach unten in den Heckbereich verlagert ist, kann man sich sehr gut in die Kurven hineinlegen. Bei höheren Geschwindigkeiten merkt man aber, dass das Hinterrad etwas droht, wegzurutschen. Ist mir allerdings noch nie passiert. Die Lenkung läuft sehr gut. Dabei kann man sich bei niedrigen Geschwindigkeiten und engen Kurven auch die Fliehkraft sehr gut zunutze machen, wenn sich das Fahren zur Routine geworden ist. Die Positionen des Lenkers und des Sitzes bieten eine optimale Fahrhaltung, wobei man sich auch ruhig wie ein Rennfahrer nach vorne lehnen kann, um den Luftwiderstand zu verringern. Bei Fahrten auf Schotter (speziell mit Schlaglöchern) sollte man generell aufpassen und langsam fahren. Die Federung ist etwas hart, daher kann der Roller Schlaglöcher nicht so leicht ausfedern und neigt dazu leicht mit dem Vorderrad abzuheben, was zu Gripverlust und einem Sturz führt. Der Roller ist eigentlich von der Konstruktion aus sicher gebaut, doch er bietet bei Stürzen nur wenig Schutz (wie viele andere Roller auch), deshalb immer Schutzkleidung tragen. Noch was für kleine Rowdys: ein durchdrehen des Hinterrades ist aufgrund der Gewichtsverlagerung sehr schwer möglich (wenn überhaupt, dann auf Schotter). Man kann allerdings schön an der Ampel mit dem Gas spielen, wenn man ganz leicht am Gas dreht. Profis schaffen sogar Wheelies oder Endos, das ist aber nur für Profis zu empfehlen. --Tuningmöglichkeiten—
Beim Speedfight gibt es diverse Tuningmöglichkeiten, von optisch bis technisch. Optisch kann man (wie bei jedem Roller) den Roller höherlegen und ein BCD Heck montieren. Unterbodenbeleuchtungen und andere Beleuchtungsmöglichkeiten gibt es auch. F1 Rennspiegel, Renngitter und Sportgriffe lassen auch die Front sportlicher erscheinen. Beim optischen Tuning sind der Fantasie keine grenzen gesetzt. Wer seinen Speedfight technisch verbessern will, kann die Variomatikscheibe entfernen und das Resonanzrohr am Auspuff entfernen. Diese Methoden sind kostenlos und lassen den Roller bis zu 85 km/h (auf der Ebene) schnell werden. Man kann sich aber auch Tuningteile kaufen, z.B. bei eBay. Es gibt Sportauspuffe, Renngetriebe, Sportlüftung oder auch ganze Motorblocks. Wenn man richtig Geld investiert, kann man die Maschine auf über 130km/h hochzüchten. Das ist aber nur die Theorie, denn so was ist im Straßenverkehr verboten und sollte nicht nachgemacht werden. Ich habe es nur wegen der Vollständigkeit angegeben. --Was Ihr beim Kauf beachten solltet—
Wenn Ihr einen gebrauchten Roller kauft, achtet vor allem auf mögliche Hinweise auf einen Unfall. Der Speedfight hat typische Stellen, die immer bei einem Unfall verkratzen. Das wären die Spiegel, die seitliche Frontverkleidung und die herausstehenden Ecken der Heckverkleidung. Ansonsten solltet Ihr schauen ob am Motor Ölspuren zu erkennen sind. Das würde bedeuten, dass eine Dichtung defekt ist. Es sollte auch die Elektronik, also jedes einzelne Licht überprüft werden. Eine Probefahrt ist auch sehr zu empfehlen. Dabei müsst Ihr besonders auf den Bereich zwischen 10 und 20 km/h achten. Wenn der Roller da nicht spürbar zieht, muss der Vergaser neu eingestellt werden. Nehmt auf jeden Fall eine zweite Person mit, die sich da auskennt. Wer einen Neuroller kaufen will, bekommt zwar gute Ware aber es hat doch einen hohen Preis (ca. 2400€). --Eigene Erfahrung—
Ich habe mit diesem Roller nur gute Erfahrungen gemacht. Er bringt mich immer ans Ziel. Der Verbrauch von 3,5 l/100km ist akzeptabel und eine Ölfüllung (ca. 0,8 l) reicht für 400 km. Ich verwende vollsynthetisches Zweitaktöl, weil da der Auspuff nicht so verrußt. Die Fahrten machen so richtig Spaß, besonders im Sommer, wenn es warm ist und es nicht regnet. Ich habe mit diesem Roller schon einen Sturz hinter mir. Die Verkleidung ist wirklich sehr leicht zu reparieren und zu lackieren. Das Kaufen von neuen Verkleidungsteilen stellt sich als äußerst kostspielig heraus, denn man bezahl für eine Heckverkleidung ohne Aufkleber an die 150€. Da lohnt es sich mal bei eBay vorbeizuschauen. Dort gibt es oft Gebrauchtteile für einen Bruchteil des Neupreises. Ich kann diesen Roller nur jedem Empfehlen. Es lohnt sich auf jeden Fall. Es ist ein temperamentvoller Roller mit reichlich unter der Haube. Wenn Euch der Bericht bei einer Kaufentscheidung geholfen hat oder wenn Ihr den Bericht gut findet, würde ich mich über eine Bewertung sehr freuen. Gruß Gregor
Bilder von Peugeot SpeedFight2 50
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23.06.2006 10:42
Hab ihn auch seit ca einem Monat, und kann das nur voll und ganz bestätigen :-).
27.03.2005 19:24
DANKE!!!! Endlich ein brauchbarer Erfahrungsbericht über den SpeedFight2!!!! Ich hatte nach dem "Überstehen" der anderen Berichte fast befürchet, dass nur ein IQ von deutlich unter 80 zum Fahren des Rollers berechtigt... Ciao, Bernd
25.07.2004 20:33
Sehr guter Bericht und das Bild ist echt nicht schlecht! ; )